Hund gekauft, nun krank!

Recht rund ums Tier

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Cesar01
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von Cesar01 » 14.03.14, 14:17

Was heisst das es ohne Sarkasmus natürlich auch nicht geht sobald jemand anmerkt das Leute mit einer bestimmten Einstellung lieber vom Erwerb eines "Tiergegenstandes" absehen sollten. :ostern:

(Zudem habe ich hier schon diverse Themen gesehen die in einem anderen "Tonfall" behandelt wurden. ;) )
Aber keine Angst ich werde euch in diesem Thread hier nun nicht weiter belästigen :shock:

hws
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von hws » 14.03.14, 15:33

Cesar01 hat geschrieben:Was heisst das es ohne Sarkasmus natürlich auch nicht geht sobald jemand anmerkt das Leute mit einer bestimmten Einstellung lieber vom Erwerb eines "Tiergegenstandes" absehen sollten.
Das ist aber auch keine rechtliche Beurteilung?
Wie gesagt: in einem Tierfreundeforum würden sie gelynht, wenn sie mit "Tier = Ware" kämen. Obwohl das Rechtlich voll zutreffend ist.

hws

juggernaut
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von juggernaut » 14.03.14, 17:02

Cesar01 hat geschrieben:Ich kann verstehen, dass ein Tier vor dem Gesetz als "Sache" gilt, finde es trotzdem ein bisschen "pervers" wie einige hier mit dem Thema "Tier als Verkaufsgegenstand der defekt sein könnte" umgehen....
wie wollen Sie denn stattdessen damit umgehen?


wenn Sie sich mit dem gedanken anfreunden, dass tiere ver- und gekauft werden, dann sollten Sie sich der zwangsläufigen überlegung widmen, wie man denn dann probleme regelt, die sich daraus ergeben können, eben weil es sich dabei um lebewesen handelt. aber ich kann Sie beruhigen: unser gesetzgeber in seiner weisheit, speziell die gutmenschen, haben dieses problem schon anfang der 2000er jahre gesehen und dafür gesorgt, dass sich im BGB jetzt folgende regelung wiederfindet:
§ 90a Satz 1 BGB hat geschrieben:Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt.
und weil gesetze zum glück nicht nur von gutmenschen aus wolkenkuckusheim gemacht werden, sondern auch von leuten, die dann damit was anfangen können wollen oder sollen, heisst es alsdann natürlich weiter:
§ 90a Satz 2 BGB hat geschrieben:Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.
wie damit umzugehen ist, können Sie zB in diesem flyer des hundezüchterverbandes nachlesen.

also, kurz: tiere sind keine sachen, werden aber wie sachen behandelt.


übrigens gab es vor der reform des schuldrechts im jahr 2002, durch die obiger blödsinn verzapft wurde, im kaufrecht eigene regelungen über den tierkauf.
die wurden aber als "alt" und "überholt" mal eben rausgeworfen aus dem BGB. beschweren Sie sich also bei (in diesem falle) den GRÜNEN.
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

DerKoch
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von DerKoch » 14.03.14, 20:55

hws hat geschrieben:
DerKoch hat geschrieben:Ich nicht, kann ich gar nicht verstehen. Warum auch?
Wir sind im Rechtsforum. Da werden die rechtlichen Sachverhalte ohne Emotionen und Tierliebe diskutiert. (in einem Tierforum wäre es genau umgekehrt.)

hws
Meine Antwort war auch auf die rechtliche Situation bezogen, wie ich zu meinem Schluss gekommen bin habe ich weiter oben schon erklärt.

Ich kann´s aber nochmal sagen... die Ware ist (noch) gar nicht kaputt und deshalb kein Geld zurück.
Das hat nichts mit Hund und/oder Tierliebe zu tun.

Cesar01
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von Cesar01 » 15.03.14, 01:46

juggernaut hat geschrieben:
Cesar01 hat geschrieben:übrigens gab es vor der reform des schuldrechts im jahr 2002, durch die obiger blödsinn verzapft wurde, im kaufrecht eigene regelungen über den tierkauf.
die wurden aber als "alt" und "überholt" mal eben rausgeworfen aus dem BGB. beschweren Sie sich also bei (in diesem falle) den GRÜNEN.
Dann werde ich das tun :ostern:
Klar kann man sagen, dass dieses Forum nur dazu da ist um Gesetze zu diskutieren, nimmt uns das denn davon aus Moralisches anzumerken, wenn uns dies auffällt?
Verdammt jetzt hab ich hier doch noch was geschrieben :lachen:

Und an DerKoch: Ich wollte dich übrigens nicht angreifen oder beleidigen, und entschuldige mich, falls dieser Eindruck entstanden ist. Es ging mir um die Haltung von A.

===========
Wenn es A nur darum geht das er das Geld was er für den Hund bezahlt hat für die Behandlung der (vorher verschwiegenen) Krankheiten vom Hund braucht und es deshalb zurück will, kann ich das vollkommen nachvollziehen.

Wenn A aber sagt, dass er den Hund, wenn er diesen als Sache betrachtet und als defekt ansieht dann doch nicht haben will, dann vergisst A den Teil, dass seine erworbene "Sache" trotz allem noch ein Lebewesen ist.
Da ein Hund wie Koch nämlich schon so treffend sagte im Laufe seiner Lebenszeit auch mal "kaputt" gehen kann, dann muss ich A generell vom Kauf eines Tieres abraten, weil A auf mich den Eindruck macht, dass er einer jener Leute ist, die das Tier dann ins Tierheim bringen oder aussetzen sobald es nicht mehr "schick" genug ist.

Ich finde es nicht falsch diese moralischen Bedenken anzubringen, da für ein Tier - egal ob gesetzlich als Sache betrachtet oder nicht - ein gewisses Maß an Verantwortung aufzubringen ist.

edit: Kommas sind mein Erzfeind....
Zuletzt geändert von Cesar01 am 15.03.14, 01:58, insgesamt 2-mal geändert.

DerKoch
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von DerKoch » 15.03.14, 01:50

Cesar01 hat geschrieben:
Und an DerKoch: Ich wollte dich übrigens nicht angreifen oder beleidigen,
Ich habe mich nicht angegriffen oder beleidigt gefühlt, nicht mal annährend.

Cesar01
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von Cesar01 » 15.03.14, 01:56

DerKoch hat geschrieben:
Cesar01 hat geschrieben:
Und an DerKoch: Ich wollte dich übrigens nicht angreifen oder beleidigen,
Ich habe mich nicht angegriffen oder beleidigt gefühlt, nicht mal annährend.
Dann freut es mich das wir ein mögliches Missverständnis ausschließen konnten. :)

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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von adonis_1 » 23.07.14, 15:29

Hallo,

vielleicht kann mir jemand helfen. Ich habe vor drei Wochen einen Welpen bem Züchter gekauft. Auf einmal wurde das Bein dick. Der Ta sagte es ist ein Abzess das kommt von der Nabelschnur. Das ist für mich o.k. und ich hätte das auch operieren lassen. Doch beim Röntgen wurde schwerste HD festgestellt. Der Hund hat keine Pfannen. In den Papieren steht im Stammbaum bei der Hündin nicht im Zuchtbuch eingetragen. Das wurde mir beim Kauf nicht gesagt. Habe den Stannbaum später bekommen. Wie ist die Rechtslage. Ich will den Welpen zurückgeben.

Elektrikör
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von Elektrikör » 23.07.14, 16:58

Hallo,

Was steht im Vertrag?

PS:
In den Papieren steht im Stammbaum bei der Hündin nicht im Zuchtbuch eingetragen
:?: :?: :?:


MfG
Alles hier von mir geschriebene stellt meine persönlichGanzFürMichAlleineMeinung dar
Falls in einer Antwort Fragen stehen, ist es ungemein hilfreich, wenn der Fragesteller diese auch beantwortet

DerKoch
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von DerKoch » 23.07.14, 22:05

adonis_1 hat geschrieben: In den Papieren steht im Stammbaum bei der Hündin nicht im Zuchtbuch eingetragen. Das wurde mir beim Kauf nicht gesagt.
Wurde denn behauptet (vertraglich festgehalten) dass die Mutter im Zuchtbuch steht und über die damit einhergehenden Papiere verfügt?
Im Übrigen ist es auch so dass -je nach Rasse- die Welpen keine offiziellen Papiere bekommen wenn die Eltern nicht über verschiedene, erfolgreich abgeschlossene, Prüfungen verfügen. Da hilft der beste Zuchtbucheintrag nichts.
adonis_1 hat geschrieben: Habe den Stannbaum später bekommen.
Wie sieht denn das Ding aus? So ein Blatt Papier auf dem der Züchter aufgelistet hat wer Eltern, Großeltern usw. sind?
Ulkigerweise ist das eine bei manchen Züchtern recht beliebte Vorgehensweise um unbedarften Käufern vor zu gaukeln dass der Welpe über Papiere verfügen würde, was natürlich nicht den Tatsachen entspricht.
Habe erst vor ca. 4 Wochen mit einem telefoniert der das auch so macht.
adonis_1 hat geschrieben: Wie ist die Rechtslage. Ich will den Welpen zurückgeben.
Um das zu beantworten müsste man wissen was im Vertrag steht aber das wurde ja in der ersten Antwort schon nachgefragt.
Wurde HD-frei zugesichert handelt es sich um einen Mangel der einen Rücktritt vom Kauf rechtfertigt.

Bei solchen Diagnosen ist es auch kein Fehler eine zweite Meinung einzuholen.
Ich hatte auch mal einen Fall in dem eine Tierärztin einer Käuferin erklärt hat dass der Hund ein völlig verkorkstes Gebiss hat.
Dass der Hund im Alter von 3 Monaten nur über 28 Milchzähne und nicht über die 42 Zähne des bleibenden Gebisses verfügen kann hat die Meisterin der Veterinärmedizin nicht gemerkt.

Waschbärin
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von Waschbärin » 24.07.14, 18:36

adonis_1 hat geschrieben:Ich habe vor drei Wochen einen Welpen bem Züchter gekauft. Auf einmal wurde das Bein dick. Der Ta sagte es ist ein Abzess das kommt von der Nabelschnur.
Ein Abszess entwickelt sich innerhalb wengier Tage. Wenn der Welpe bereits vor 3 Wochen erworben wurde, ist es unwahrscheinlich dass die Ursache dafür bereits beim Kauf vorgelegen hat. Schon gar nicht kann die Nabelschnurr dafür verantwortlich sein, denn der Nabel heilt innerhalb der allerersten Lebenstage des Welpen ab.
adonis_1 hat geschrieben: Doch beim Röntgen wurde schwerste HD festgestellt. Der Hund hat keine Pfannen.
??? I.d.R. werden Welpen in der 9. Lebenswoche vom Züchter abgegeben. Dann wäre der Welpe jetzt ca. 12 Wochen alt. In diesem Alter sind die Hüftgelenke im Röntgenbild gar nicht auswertbar da die Knochen noch gar nicht ausmineralisiert sind.

Es gibt eine Möglichkeit die Hüfte eines Hundes ab der ca. 16. Lebenswoche zu beurteilen, die in Deutschland aber noch nicht häufig angewendet wird. Dabei wird in dem Alter allerdings nur die Lockerheit der Hüftgelenke beurteilt, aus der Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung der Hüfte geschlossen werden können. Es handelt sich dabei um die sog. PennHIP Stress-Röntgentechnik, deren Auswertung hier bei uns nur durch einige ganz wenige Tierärzte erfolgt, die von der Universität von Pennsylvania/USA geschult und zertifiziert wurden. Dabei werden in einem relativ aufwendigen Verfahren drei Röntgenaufnahmen der Hüfte in verschiedenen Positionen gefertigt (Aufnahmhe in gestreckter Position, Kompressions-Aufnahme, Distraktions-Aufnahme).

Ich vermute mal es wurde nur die hier bei uns übliche Aufnahme in gestreckter Position gemacht und ausgewertet? Die kann man in dem Alter in die Tonne kloppen...
adonis_1 hat geschrieben: In den Papieren steht im Stammbaum bei der Hündin nicht im Zuchtbuch eingetragen. Das wurde mir beim Kauf nicht gesagt. Habe den Stannbaum später bekommen. Wie ist die Rechtslage. Ich will den Welpen zurückgeben.
Was steht denn im Kaufvertrag bezüglich das Sachmängelhaftung? Für welchen Zweck wurde der Welpe lt. Kaufvertrag erworben? Welche Eigenschaften des Welpen wurden dem Käufer vertraglich zugesichert? D.h. wurde der Welpe z.B. als Begleit-/Familienhund erworben? Oder wurde dem Käufer explizit eine spätere Zuchttauglichkeit gemäss der Zuchtordnung des zuständigen Zuchtverbandes zugesichert? Handelt es sich bei dem Züchter um einen gewerblichen/gewerbsmässigen Züchter oder um einen sog. "Privatverkäufer"?

Der Abszess ist sicherlich kein Sachmangel gemäss Güterkaufrecht. Die Zuchtbucheintragung der Mutterhündin wäre diesbezüglich nur relevant wenn im Vertrag zugesichert worden wäre dass sie im Zuchtbuch eingetragen ist (wobei Welpen einer Hündin, die nicht im Zuchtbuch eingetragen sind, normalerweise keine Ahnentafeln erhalten; insofern hört sich das alles sowieso komisch an).

Wenn wirklich eine HD vorliegt würde hier evtl. das Güterkaufrecht greifen. Allerdings müssten dann gesicherte Kenntnisse über das Ausmass der HD und den Verwendungszweck, für den der Welpe erworben wurde, vorliegen. Ein Hund mit z.B. mittlerer HD kann eine Eignung als Familienhund zu 100% erfüllen. Eine Eignung als Zuchthund hingegen nicht. Bei einem Welpen kann aber der HD-Grad durch die bei uns allgemein übliche Röntgenmethode gar nicht bestimmt werden, da müsste der Hund erst einmal ein gutes halbes Jahr alt sein um überhaupt eine erste Prognose erstellen zu können.

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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von all-in » 24.07.14, 20:08

??? I.d.R. werden Welpen in der 9. Lebenswoche vom Züchter abgegeben. Dann wäre der Welpe jetzt ca. 12 Wochen alt. In diesem Alter sind die Hüftgelenke im Röntgenbild gar nicht auswertbar da die Knochen noch gar nicht ausmineralisiert sind.
Wäre ja schön für das kleine Tier und sein neues Herrchen wenn es sich bloß eine Fehldiagnose handeln würde. Aber welcher TA würde das mit dem Knochenaufbau nicht wissen, das wäre als wenn der Schuster sich nicht mit Leder auskennt?! Habe auf Anhieb auch gleich finden können dass das routinemäßig angeboten wird, inkl. Röntgen, und zwar im Alter von 8-12 Wochen. http://www.kleintierorthopaedie.de/news ... -hd-und-ed

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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von Roni » 24.07.14, 20:19

und hier steht mal was ganz anderes
http://www.mueller-heinsberg.de/html/hd ... en_web.HTM

webelch
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von webelch » 25.07.14, 11:03

all-in hat geschrieben:Aber welcher TA würde das mit dem Knochenaufbau nicht wissen, das wäre als wenn der Schuster sich nicht mit Leder auskennt?
da ich selber seit jahrzehnten hunde halte und daher diverse tierärzte kennenlernen durfte, kann ich ihnen versichern, dass es einige dieser schuster gibt.

Roni
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Re: Hund gekauft, nun krank!

Beitrag von Roni » 25.07.14, 12:59

es soll ja auch Menschenärzte geben die unnötige Igel leistungen erbringen, natürlich nicht umsonst.

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