Unangeleinte Hunde, die einen bedrängen

Recht rund ums Tier

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Waschbärin
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Re: Unangeleinte Hunde, die einen bedrängen

Beitrag von Waschbärin »

Kleine Info: Mein Hund befindet sich beim Absuchen einer Fährte prinzipiell an der Leine! Während der Prüfung an einer 10 m Leine, beim Training hat er 30 cm bis 1 m Spielraum. Rast aber ein unangeleinter Hund auf meinen Hund zu und springt ihm voll ins Kreuz (weil er ihn derb "anspielt", so wie der Labbi das heute morgen bei mir gemacht hat; davon dass der freilaufende Hund sich aggressiv verhält reden wir jetzt noch nicht mal, hatte ich aber auch schon mehrfach), während dieser arbeitet (arbeitende Hunde haben ein Triebziel, egal ob sie Fährte suchen, Schafe hüten oder sonst irgend etwas anderes tun), dann wird sich das kein halbweg dominant veranlagter Hund gefallen lassen. Das ist so wie wenn ein anderer (in dem Fall noch gänzlich fremder Hund) an seinen Napf geht und ihm das Futter weg frisst oder sein Lieblingsspielzeug vor der Nase weg klaut. Eigentlich müsste jeder Hundehalter so etwas wissen und seinen eigenen Hund von sichtbar arbeitenden Hunden fern halten.

Da ich weiss dass es Ärger geben wird wenn sich so ein Vorfall ereignet während einer meiner Hunde bereits sucht, und dass ich mit meinem Hund dann ein rechtliches Problem bekommen kann wenn der sich die Butter nicht vom Brot nehmen lässt, kommt ein fremder Hund in so einem Fall gar nicht mehr bis zu meinem Hund durch. Das letzte mal, als so etwas passiert ist, habe ich im letzten Moment die Leine vom Suchgeschirr gelöst und dem heranrasenden Hund mit dem Karabiner voran auf die Nase gedroschen (dieser Hund kam übrigens eindeutig nicht in Spielabsicht auf meinen Hund zugestürzt). Muss saumässig weh getan haben, der Hund ist jedenfalls wie eine Heulboje zurück zu seinem Herrchen.

Spielt aber alles keine Rolle. Es ging mir nur darum darzustellen dass viele Hundehalter sich sehr unsensibel verhalten. Ich bin selbst Hundehalter und war heute Morgen ziemlich "angepi..." durch das Verhalten des fremden Hundes und seinem Halters. Obwohl ich selbst Hundehalter bin und garantiert nicht möchte dass überall Leinenzwang herrscht. Wäre mir so etwas als Nichthundehalter passiert, der Hunde nicht "lesen" kann (der dicke Labbi heute morgen war eindeutig nicht aggressiv gestimmt, aber wie soll ein Nichthundehalter das erkennen wenn ein 30 kg-Hund im Galopp auf ihn zu rast?) und vielleicht sogar Angst vor Hunden hat, ich würde jede Forderung nach einem Leinenzwang überall dort, wo ich mich häufig aufhalte, unterstützen. Ein Hund muss nicht gefährlich sein. Es reicht wenn er für andere ein Ärgerniss ist damit die Stimmung immer weiter in Richtung "Anti-Hund" geht.

Waschbärin
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Re: Unangeleinte Hunde, die einen bedrängen

Beitrag von Waschbärin »

einewiekeine2010 hat geschrieben:Da frag ich mich aber doch wessen Hund unbedingt grundsätzlich an die Leine gehört. Der des Joggers, der vielleicht nicht wirklich gehorcht und mit seinem Ungestüm nervt oder der von Waschbärin, der im Ernstfall zubeisst. Für mich eine ganz klare Sache.
Und Du meinst ein Hund ist nur dann gefährlich wenn er im Ernstfall zubeisst? Sorry, den "Ernstfall" kann ich vermeinde indem ich einen Hund nicht provoziere (z.B. ihn nicht bedrohe, ihm sein Futter oder sein Spielzeug nicht streitig mache oder seinen Halter nicht angreife). Aber wenn ich z.B. als alter Mensch mit meiner Gehhilfe irgendwo stehe und ein dicker ungelenkiger Labbi rast völlig grobmotorisch auf mich zu und springt mich an, kann ich den Aufprall nicht verhindern und den daraus folgenden Oberschenkelhalsbruch o.ä. somit auch nicht. Während der gut erzogene Hund, der kommt wenn sein Halter ihn ruft, keine Gefahr darstellt. Auch wenn dieser sich "im Ernstfall" nicht die Butter vom Brot nehmen lässt.

Wie soll das im übrigen funktionieren dass man solche Hunde permanent an kurzer Leine angeleint führt? Wie soll ein Mantrailer oder Schweisshund an kurzer Leine arbeiten? Wie sollen z.B. Herdengebrauchshunde angeleint hüten? Hast Du mal gesehen was passiert wenn ein fremder Hund einen hütenden Hund bei seiner Arbeit behindert bzw. dessen Schafen zu nahe kommt?

Wenn ich meinen Hund arbeitende Hunde (die immer aktiv irgend ein Triebziel verfolgen) stören lasse, dann brauche ich mich nicht zu wundern wenn der in so einer Situation den Frack voll bekommt. Das sollte jeder Hundehalter eigentlich wissen. Das ist genau so wie wenn ich meinen Hund zum Napf eines fremden Hundes laufen lassen würde, während dieser gerade frisst.

Roni
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Re: Unangeleinte Hunde, die einen bedrängen

Beitrag von Roni »

wenn dann aber dein Hund so wegen dem fetten Labby resgiert
"Fetter Labbi prallt in vollem Lauf in dominant veranlagte Schäferhündin, die hoch im Trieb steht (da gerade arbeitend) und ihr Triebziel dicht vor der Nase hat...". Das hätte verrissene Hosen gegeben, beim Hund und (von meiner Seite aus) auch beim Jogger...
musst du ihn an die Leiene nehmen, denn dann ist er ein gefährlicher Hund.

flokon
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Re: Unangeleinte Hunde, die einen bedrängen

Beitrag von flokon »

Roni hat geschrieben:wenn dann aber dein Hund so wegen dem fetten Labby resgiert
"Fetter Labbi prallt in vollem Lauf in dominant veranlagte Schäferhündin, die hoch im Trieb steht (da gerade arbeitend) und ihr Triebziel dicht vor der Nase hat...". Das hätte verrissene Hosen gegeben, beim Hund und (von meiner Seite aus) auch beim Jogger...
musst du ihn an die Leiene nehmen, denn dann ist er ein gefährlicher Hund.
Der Hund wäre doch an der Leine!

Kleine Info: Mein Hund befindet sich beim Absuchen einer Fährte prinzipiell an der Leine! Während der Prüfung an einer 10 m Leine, beim Training hat er 30 cm bis 1 m Spielraum
Wäre der Labrador also zumindest erzogen, würde es zu keiner Gefährdung, egal ob Mensch oder Tier, kommen.

Als absoluter Laie empfinde ich aber grade diese 'Familien- Jogginghunde' als die größten Ärgernisse.
Spielplatz und Kindergartenerfahrungen gibt es da en mass.
Lieblingsbeispiele. Junghunde an das Kindergartentor oder vor dem Supermarkt anbinden.

Roni
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Re: Unangeleinte Hunde, die einen bedrängen

Beitrag von Roni »

Der Hund wäre doch an der Leine!
hatte ich überlesen

Wäre der Labrador also zumindest erzogen, würde es zu keiner Gefährdung, egal ob Mensch oder Tier, kommen.
stimmt, man sollte eine Hund nur frei laufen lassen wenn er sich abrufen lässt.

Aber Dass der Schäferhund so aggresiv reagieren würde ist auch bedenklich.

Loanstar
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Re: Unangeleinte Hunde, die einen bedrängen

Beitrag von Loanstar »

Das ist nicht bedenklich sondern normal. Waschbärin hat schon richtig geschrieben, dass das wie eine Störung beim Fressen ist. Ein Hund der richtig arbeitet so wie z.B. ein Drogenspürhund hat gelernt, dass die Verfolgung des antrainierten Ziels extrem wichtig ist und dann reagiert er aggressiv, wenn andere Hunde ihn dabei stören wollen.

Das ist in etwa so als würde Ihnen jemand freundschaftlich auf den Rücken klopfen wollen oder richtig lieb umarmen während Sie gerade dabei sind, eine Bombe zu entschärfen.

Charly44
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Re: Unangeleinte Hunde, die einen bedrängen

Beitrag von Charly44 »

Loanstar hat geschrieben:Das ist nicht bedenklich sondern normal. Waschbärin hat schon richtig geschrieben, dass das wie eine Störung beim Fressen ist. Ein Hund der richtig arbeitet so wie z.B. ein Drogenspürhund hat gelernt, dass die Verfolgung des antrainierten Ziels extrem wichtig ist und dann reagiert er aggressiv, wenn andere Hunde ihn dabei stören wollen.

Das ist in etwa so als würde Ihnen jemand freundschaftlich auf den Rücken klopfen wollen oder richtig lieb umarmen während Sie gerade dabei sind, eine Bombe zu entschärfen.

Man kann es nicht präziser formuliere.

Roni
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Re: Unangeleinte Hunde, die einen bedrängen

Beitrag von Roni »

Loanstar hat geschrieben:Das ist nicht bedenklich sondern normal. Waschbärin hat schon richtig geschrieben, dass das wie eine Störung beim Fressen ist. Ein Hund der richtig arbeitet so wie z.B. ein Drogenspürhund hat gelernt, dass die Verfolgung des antrainierten Ziels extrem wichtig ist und dann reagiert er aggressiv, wenn andere Hunde ihn dabei stören wollen.

Das ist in etwa so als würde Ihnen jemand freundschaftlich auf den Rücken klopfen wollen oder richtig lieb umarmen während Sie gerade dabei sind, eine Bombe zu entschärfen.
dann würde ich diese Bombe da trainieren wo mit Sicherheit keiner dazwischen kommen kann.

Charly44
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Re: Unangeleinte Hunde, die einen bedrängen

Beitrag von Charly44 »

Roni hat geschrieben:
Loanstar hat geschrieben:Das ist nicht bedenklich sondern normal. Waschbärin hat schon richtig geschrieben, dass das wie eine Störung beim Fressen ist. Ein Hund der richtig arbeitet so wie z.B. ein Drogenspürhund hat gelernt, dass die Verfolgung des antrainierten Ziels extrem wichtig ist und dann reagiert er aggressiv, wenn andere Hunde ihn dabei stören wollen.

Das ist in etwa so als würde Ihnen jemand freundschaftlich auf den Rücken klopfen wollen oder richtig lieb umarmen während Sie gerade dabei sind, eine Bombe zu entschärfen.
dann würde ich diese Bombe da trainieren wo mit Sicherheit keiner dazwischen kommen kann.
Warum so kompliziert? Es genügt doch einfach, Hunde so zu halten, dass keine Gefahr von ihnen ausgeht.

Dies gilt für Jogger mit Hund, Fahrradfahrer mit Hund, Spaziergänger mit Hund und wer sonst noch mit einem Hund unterwegs ist.
Das wirklich schärfste ist mir vor ein paar Jahren passiert, eine junge Mutter mit Kinderwagen und Kind (Baby) sowie an der Leine einen Golden Retriever eine Hand den Hund die andere Hand den Kinderwagen schiebend. Der Hund riss an der Leine, wollte bestimmt nicht mit meinem Hund spielen. Dabei den Kinderwagen versucht zu umlaufen riss er diesen um, den Hund konnte die Mutter zwar noch halten der Kinderwagen lag auf der Seite, das Baby daneben. Sollte man solchen Leuten nicht verbieten den Kinderwagen mit Baby und Hund auszuführen oder hatte ich Schuld weil ich zufällig mit meinem Hund vorbeikam? Es ist ja möglich, dass einige hier im Forum auch diese Meinung vertreten!!
Wenn ich so in den 8 Jahren mit Hunden, alles Revue passieren lasse, dann frage ich mich ob nicht der ein oder andere Hundebesitzer einen Waffenschein braucht. Anderen sollte man erst ab einem bestimmten IQ einen Hund zugestehen - damit man nicht Kinderwagen und Hund gleichzeitig ausführt.
Vielleicht ist ein Hundeführerschein doch das Richtige obwohl ich dies bisher für unnötig halte.

Waschbärin
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Re: Unangeleinte Hunde, die einen bedrängen

Beitrag von Waschbärin »

Roni hat geschrieben: Aber Dass der Schäferhund so aggresiv reagieren würde ist auch bedenklich.
Nein, das ist völlig normal. Aggression gehört zum Sozialverhalten. Aggression ist sogar die Grundlage von Sozialverhalten. Ohne Aggression wäre ein Leben in sozialen Gruppen/Verbänden gar nicht möglich. Denn dann wären überlensnotwendige Ressourcen und der Nachwuchs ungeschützt.

Wie würdest Du reagieren wenn ein wildfremder Mensch durch Deine offene Terassentüre kommt, an Deinen Kühlschrank geht und sich eine Flasche Bier raus nimmt, sich an Deinen Tisch setzt, Dir Deinen Teller weg zieht und beginnt Dein Essen zu essen und mit der anderen Hand ungeniert Deine Frau oder Dich selbst angrabbelt? Bleibst Du bei so viel Missachtung der menschlichen Ettikette völlig aggressionslos? Jeder normale Mensch würde so eine Person schnurrstracks vor die Türe setzen, und das notfalls mit Gewalt. Und das geht einem Hund nicht anders. Sozialverhalten beruht immer auf dem Verhalten von mind. zwei Individuen. Und benimmt sich eines davon eklatant daneben, dann muss es auch das Echo vertragen können. Nur so lernt es soziale Regeln zu beachten.

Waschbärin
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Re: Unangeleinte Hunde, die einen bedrängen

Beitrag von Waschbärin »

Roni hat geschrieben: dann würde ich diese Bombe da trainieren wo mit Sicherheit keiner dazwischen kommen kann.
Ja mei, wo sollen denn dann z.B. Schafe ihr Gras fressen???

Wer sich einen Hund anschafft, der sollte zumindest ein rudimentäres Grundwissen über Hunde besitzen. Damit es z.B. nicht passiert dass man seinen Hund vor einem sichtbar arbeitendem Hund ableint und zu diesem zum Spielen schickt. Ist mir schon mehrfach bei der Fährtenarbeit passiert. Ist einem Bekannten schon mehrfach beim Hüten passiert. Ist auch schon mir bekannten Haltern von Blindenhunden passiert.

Im übrigen möchte ich nicht wissen was das für ein Theater gegeben hätte wenn heute Morgen nicht der 30 kg-Labbi des Joggers über das freie Feld volle Kanne auf mich zugerast wäre und mich angerempelt hätte, sondern mein 30 kg-Schäferhund das bei dem Jogger gemacht hätte...

Roni
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Re: Unangeleinte Hunde, die einen bedrängen

Beitrag von Roni »

Im übrigen möchte ich nicht wissen was das für ein Theater gegeben hätte wenn heute Morgen nicht der 30 kg-Labbi des Joggers über das freie Feld volle Kanne auf mich zugerast wäre und mich angerempelt hätte, sondern mein 30 kg-Schäferhund das bei dem Jogger gemacht hätte...
es sollte weder das eine noch das andere passieren, ein Hun der frei läuft muss
abrufbar sein, ansonsten muss er an die Leine. :D :lol:

gitta.
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Re: Unangeleinte Hunde, die einen bedrängen

Beitrag von gitta. »

Mich würde vor allem mal interessieren, wo Waschbärin denn am eigenen Beispiel das rücksichtsvolle Verhalten eines Hundehalters sieht ?

Ich z.B. würde mit meinen Hunden kein fremdes Feld betreten, um dort meine Hunde zu trainieren.
Findet der Bauer es tatsächlich gut, dass sein Feld als Hundetrainingsplatz verwendet wird ?

Und wodurch wurde denn den anderen Mitmenschen ( hier dem Jogger ) angezeigt, dass das Feld ein Trainingsplatz ist ? Wurden Hinweisschilder aufgestellt ??

Vielleicht hat er ja auch gedacht, da läuft ein ignoranter Dödel einfach quer über ein Feld, dem ist es sicher egal, wenn mein Hund das selbe tut. :devil:

Eine mögliche Beißattacke Ihres Schäferhundes "bei der Arbeit" in der freien Landschaft als normal zu bezeichnen, aber empört darüber zu sein, dass andere Menschen die freien Landschaft ebenfalls für ihre Zwecke ( Spaß mit ihren Hunden haben und denen arttypische Sozialkontakte zu ermöglichen ), zeugt von einer Arroganz, die ich einfach nur lächerlich finde.

Auch der Vergleich ( "fremder Mensch in Deiner Wohnung" und " Benutzung eines nicht eingezäunten Feldes" ) passt nun nicht wirklich.

Wenn Ihr Hund dermaßen aggressiv "bei der Arbeit" in der Öffentlichkeit ist, dann haben Sie, um eine Gefährdung Anderer auszuschließen, Ihren Hund entweder nur mit Maulkorb zu trainieren oder auf einem eingezäunten Gelände zu gehen. Punkt.

Wenn Kinder über das Feld laufen, auf dem Sie gerade "arbeiten", wie gefährdet sind diese dann, wenn sie die Fährte kreuzen ??

all-in
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Re: Unangeleinte Hunde, die einen bedrängen

Beitrag von all-in »

Wie würdest Du reagieren wenn ein wildfremder Mensch durch Deine offene Terassentüre kommt, an Deinen Kühlschrank geht und sich eine Flasche Bier raus nimmt, sich an Deinen Tisch setzt, Dir Deinen Teller weg zieht und beginnt Dein Essen zu essen und mit der anderen Hand ungeniert Deine Frau oder Dich selbst angrabbelt? Bleibst Du bei so viel Missachtung der menschlichen Ettikette völlig aggressionslos? Jeder normale Mensch würde so eine Person schnurrstracks vor die Türe setzen, und das notfalls mit Gewalt
as für ein sinnloser Vergleich. Der Unterschied ist dass die Wiese nicht Waschbäring gehört, sondern dass sie das in der Öffentlichkeit abzieht, jedenfalls hat sie nichts anderes verlautbaren lassen. Da hat sie überhaupt kein Vorrecht, jeder andere Vier- oder Zweibeiner darf sich da ebenso aufhalten, rumtoben oder in ihre Fährte reintrampeln. Man kann nicht indem man ein Stück Land absteckt dieses in Beschlag nehmen, um es dann gegen angebliche Eindringlinge zu verteidigen.
Und benimmt sich eines davon eklatant daneben, dann muss es auch das Echo vertragen können.
Sie schreibt ja selbst davon dass ein Hund bloß angerannt kam, auf den sie gleich eingedroschen hat. Um das zu legitimieren werden dem anderen irgendwelche Absichten unterstellt, aber wer tatsächlich gewalttätiges Verhalten gezeigt hat steht ja mal fest.
Wenn ich meinen Hund arbeitende Hunde (die immer aktiv irgend ein Triebziel verfolgen) stören lasse, dann brauche ich mich nicht zu wundern wenn der in so einer Situation den Frack voll bekommt.
Wenn man ungestört sein will dann hat man das auf einem eigenen, abgezäunten Gelände zu tun, und sich nicht in der Öffentlichkeit irgendwelche eingebildeten Sonderrechte rauszunehmen, die einem schlicht nicht zustehen.
Hast Du mal gesehen was passiert wenn ein fremder Hund einen hütenden Hund bei seiner Arbeit behindert bzw. dessen Schafen zu nahe kommt?
Soll hier suggeriert werden dass ein Arbeitshund prinzipiell andere anfällt? Ich hatte 2x Kontakt mit einer Schafherde nebst Hunden. Einmal - das war nun echt nicht gut - sind meine mitten in eine Herde rein. Der Schäferhund hat sich drum gekümmert die Schafe zusammenzuhalten und weiter war gar nichts.
Vielleicht bildet Waschbärin ihre Viecher so aus dass sie agressiv auf Artgenossen reagieren, das muss aber keinesfalls so sein.

Waschbärin
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Re: Unangeleinte Hunde, die einen bedrängen

Beitrag von Waschbärin »

gitta. hat geschrieben:Ich z.B. würde mit meinen Hunden kein fremdes Feld betreten, um dort meine Hunde zu trainieren.
Findet der Bauer es tatsächlich gut, dass sein Feld als Hundetrainingsplatz verwendet wird ?
Man kennt sich hier. Eine Hand wäscht die andere. Ich gehe fährten und fange z.B. dafür morgens mal die Pferde, kurz bevor sie in der Kurve die Hauptstrasse erreichen, ein. Im übrigen hätte das auch das eigene Grundstück sein können (bis dahin waren es nur wenige Meter). Die Situation wäre die gleiche gewesen
gitta. hat geschrieben:Und wodurch wurde denn den anderen Mitmenschen ( hier dem Jogger ) angezeigt, dass das Feld ein Trainingsplatz ist ? Wurden Hinweisschilder aufgestellt ??

Vielleicht hat er ja auch gedacht, da läuft ein ignoranter Dödel einfach quer über ein Feld, dem ist es sicher egal, wenn mein Hund das selbe tut. :devil:
Jupp. Und wenn statt meiner Wenigkeit meine 85-jährige Mutter dort lang gelaufen wäre weil sie am anderen Feldrand die Schlehen hätte pflücken wollen, dann länge die jetzt vielleicht mit 'nem Knochenbruch im Krankenhaus. Und hätte ich am Feldrand gestanden, auf der Wiese nebenan oder auf dem Feldweg, dann wäre die Situation keinen Deut anders gewesen.

Ich stelle also demächst überall Schilder auf "Achtung! Ich stehe (oder gehe) hier! Bitte leinen Sie Ihren Hund an falls dieser nicht hört!".
gitta. hat geschrieben: Eine mögliche Beißattacke Ihres Schäferhundes "bei der Arbeit" in der freien Landschaft als normal zu bezeichnen, aber empört darüber zu sein, dass andere Menschen die freien Landschaft ebenfalls für ihre Zwecke ( Spaß mit ihren Hunden haben und denen arttypische Sozialkontakte zu ermöglichen ), zeugt von einer Arroganz, die ich einfach nur lächerlich finde.
Meine Hunde sind nicht dazu auf der Welt dass andererleuts Hunde arttypische Kontakte haben. Wenn jemand seinen Hund mit einem anderen spielen lassen möchte, dann soll er sich eine zweiten kaufen! Oder teuer Geld für irgendwelche Spielstunden in irgendwelchen Hundeschulen ausgeben. Ich finde die Ansprüche, die manche Menschen in Bezug auf die Nutzung des Eigentums anderer Menschen stellen, ziemlich dreist.

Und meine Hunde veranstalten keine "Beissattacken". Aber sie lassen sich nicht die Butter vom Brot bzw. die Beute vor der Nase weg nehmen. Kein nornmal veranlagter Hund lässt sich so ewas klaglos gefallen.
gitta. hat geschrieben:Auch der Vergleich ( "fremder Mensch in Deiner Wohnung" und " Benutzung eines nicht eingezäunten Feldes" ) passt nun nicht wirklich.
Hier wurde nicht eine Wohnung mit einem Feld verglichen. Sondern das Aggressionsverhalten in Bezug auf Ressourcen. Das ist nämlich bei Hund wie bei Mensch das selbe. Du als Mensch schützt Deine Ressourcen wie es auch ein Hund bzw. Wolf tut. Die Grundlage dafür ist Aggression, ohne die Sozialverhalten nicht möglich wäre. Es gibt keinen "nichtaggressiven" Hund. So wie es keinen "nichtaggressiven" Menschen gibt. Und Du kannst mir nicht erzählen das Du, wenn Dir ein Fremder plump kommt, nicht in Deinem Aggressionspotential hoch fährst. Wenn Du das Beispiel mit dem Fremden in Deinem Haus nicht verstehst, dann erklär ich es halt etwas anders. Du machst ein Picknick mit Deiner Familie irgendwo auf einen schönen Stückchen Erde. Hübsche Decke, leckere Speisen, alles nett zurecht gemacht. Gerade als Ihr Euch setzt kommt ein Fremde aus dem Gebüsch getrampelt, stampf direkt auf Euch zu, stiefelt über die Decke, zerdeppert dabei das Geschirr, wirft die Limo um, bedient sich an allem als wäre es sein, und grabbelt zudem mit seinen Fettfingern an Dir herum und gibt Dir einen Schmatezr auf die Backe.

Das in etwa wäre eine vergleichbare Situation, wenn so ein fetter, völlig distanzloser Labbi in meine suchende Hündin rein knallt! Den Hund (oder den Menschen), der dabei nicht in seinem Aggressionspotential hoch fährt, möchte ich sehen...
gitta. hat geschrieben:Wenn Ihr Hund dermaßen aggressiv "bei der Arbeit" in der Öffentlichkeit ist, dann haben Sie, um eine Gefährdung Anderer auszuschließen, Ihren Hund entweder nur mit Maulkorb zu trainieren oder auf einem eingezäunten Gelände zu gehen. Punkt.
Nochmal: Jeder halbweg gut veranlagte Hund wird in solchen Situationen mit Aggression reagieren. Das bedeutet nicht dass er dabei überreagiert. Aber je derber sich der andere Hund daneben benimmt, desto derber fällt die Reaktion aus. Man kann nicht alle Hunde nur mit Maulkorb führen, nur weil es ein paar Idioten gibt, die ihre Hunde tun und lassen machen was diese wollen. Dann dürfte man auch kein Auto mehr fahren, weil die selben Deppen ihre Hunde ja auch auf die Strasse laufen lassen (wäre zwischen mir und dem dicken Labbi eine gewesen, dann hätte der jetzt ein grosser Fettfleck auf der Strass sein können; der Hund hätte ja genau so wenig auf die Rufe seines Halters gehört). Und wie viele Hundehalter lassen ihre Hunde unterwegs mit einem Ball oder Stock spielen oder haben Leckerchen dabei? Alles Triebziele, die die meisten Hunde gegen fremde Hunde verteidigen, wenn einer angerast kommt und sich plump daneben benimmt. Dito Welpen: Wenn man einen Welpen dabei hat und ein fremder Hund kommt diesem schräg, gibt es meist Haue von den Althunden, die mit dem Welpen zusammen leben. Also darf man mit Welpen nicht mehr vor die Türe, wenn man mehrere Hunde hat? Nur weil manche Hundehalter ihre Hunde nicht im Griff haben oder gar der Meinung sind, ihr Hund dürfen jeden und alles in seinem Umfeld belästigen, und jeder habe auf diesen ihren Hund Rücksicht zu nehmen?
gitta. hat geschrieben:Wenn Kinder über das Feld laufen, auf dem Sie gerade "arbeiten", wie gefährdet sind diese dann, wenn sie die Fährte kreuzen ??
Wieso sollten Kinder gefährdet sein? Springen die meinem Hund voll Karacho ins Kreuz und fressen ihm das Futter vor der Nase weg? Zudem würden sich meine Hunde das von Kindern sogar gefallen lassen. So wie sie sich das auch von Welpen gefallen lassen würden. Nicht umsonst sind sie regelmässig dabei wenn es um das Training im Umgang mit Hunden in Kindergärten und Grundschulklassen geht, und sie sind dann begehrte Trainingspartner für die Kinder. Ich denke wenn diese Unterschiede nicht verstanden werden brauchen wir hier gar nicht weiter zu diskutieren. Dann fehlt hier jegliches Wissen darüber was Aggression eigentlich ist und was Wesen und Sozialverhalten eines Hundes aus macht.

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