Hund Rückkauf mit angeblichem Mangel

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RechtsuchendBerlin
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Hund Rückkauf mit angeblichem Mangel

Beitrag von RechtsuchendBerlin » 27.08.14, 09:30

Hallo liebes Recht.de Forum!

Folgende Sachlage: Ein Paar kauft einen jungen, männlichen Hund bei Privatleuten ab. Es gibt keinen wirklichen Kaufvertrag, nur eine Vereinbarung, dass die Verkäufer ein Rückkaufrecht haben, sollte es bei dem Paar aus irgendwelchen Gründen nicht mit dem Hund funktionieren. Die vereinbarten Kosten iHv 850,00€ wurden bei Übergabe vom Paar gezahlt.

Eine Woche später stellt sich heraus, dass der gekaufte Hund sich nicht mit einem Hund aus der Gegend versteht und diesen Hund versucht hat zu beißen (oder ihn vielleicht sogar gezwickt hat, zu sehen war jedenfalls nichts bei dem anderen Hund). Der vom Paar gekaufte Hund wurde nicht angegriffen und hat keinerlei Verletzungen davon getragen, er wurde sehr sorgfältig untersucht (wurde er sowieso jeden Tag beim Bürsten / Durchsuchen nach Zecken).

Der gekaufte Hund konnte aufgrund beschwerender Nachbarschaft nicht mehr gehalten werden, nach der besagten Woche.
Das Paar hat sich deswegen an die Verkäufer gewendet, die schließlich ein Rückkaufrecht schriftlich vereinbart haben. Ihnen wurde die Situation geschildert und sie willigten ein, den Hund zurückzukaufen. Darüber wurde ebenfalls eine schriftliche Vereinbarung getroffen, auch über die Rückzahlung des vollen Kaufpreises (das Geld sollte allerdings erst später zurückgezahlt werden, was das Paar auch schriftlich bestätigte, da es den Verkäufern vertraute).

Einen Tag nach dem "Rückkauf", schicken die Besitzer des Hundes Fotos, auf denen angebliche Bissverletzungen zu sehen sind, die von der Rauferei mit dem anderen Hund entstanden sein sollen. Der andere Hund hat den gekauften Hund allerdings niemals gebissen oder verletzt, was das Paar schließlich auch sofort und gründlich kontrolliert hat.
Auf den Fotos ist zudem keine wirkliche Wunde zu sehen, mehr eine schuppige, etwas haarlose Stelle. Dies hätte maximal eine Wunde von vor Wochen oder Monaten gewesen sein können.

Noch einen Tag später bekam das Paar die Meldung, dass die Besitzer nun zum Tierarzt gegangen wären und die Wunde (die jetzt plötzlich auch als offene Wunde bezeichnet wurde) behandeln ließ. Der Hund würde schrecklich jaulen und hätte auch plötzlich beim Gehen Schwierigkeiten. Beim Paar ist der Hund herumgetobt und mit anderen Hunden um die Wette gelaufen, ein solches Verhalten hat es zu keiner Zeit gegeben.

Beim Tierarztbesuch seien erhebliche Kosten entstanden und sie hätten weitere, umfangreiche Folgetermine beim Tierarzt vereinbart, welche sie auf Kosten des Paares auch durchführen lassen wollen. Das Paar hat dies abgelehnt und deutlich gemacht, dass es diese kahle, schuppige Stelle schon von Anfang an gesehen hätte (beim Bürsten) und diese wahrscheinlich durch Juckreiz beim Hund aufgekratzt wurde (allerdings auch frühestens wieder bei den alten Besitzern, da dem Paar während des Besitzen des Hundes keinerlei offene Wunden oder Verletzungen bekannt waren).

Das Paar vermutet nun, dass die Besitzer eine alte (ihnen bekannte) Verletzung beim Tierarzt auf allen (noch so teuren) Wegen behandeln lassen will, um die Kosten dem Paar anzuhängen.
Selbst wenn sich herausstellt, dass es tatsächlich eine Wunde gibt: Muss das Paar alle anfallenden Tierarztkosten bezahlen, auch wenn die durchgeführten Behandlungen noch so übertrieben sind? (Als Beispiel: Magen-OP bei geringer Fresslust o.Ä.)

Wie wäre in so einem Fall die Rechtslage?

Waschbärin
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Re: Hund Rückkauf mit angeblichem Mangel

Beitrag von Waschbärin » 27.08.14, 12:01

In so einem Fall kann nur ein tierärztliches Gutachten helfen die Sache aufzuklären. Es ist durchaus möglich dass nach einem Biss anfangs keine Verletzung zu erkennen ist, trotz gründlicher Untersuchung. Sich dann aber nach ein paar Tagen doch eine Entzündung oder ein Abszess bildet. Und so ein Biss ist schnell geschehen. Wobei es reicht wenn ein Hund nicht mal zu beisst, eine Abwehrbewegung mit offenem Fang kann ausreichen dass beim anderen Hund eine oberflächliche oder auch tiefere Hautverletzung durch einen Zahn entsteht. Die für das menschliche Auge oft ncht zu erkennen ist. Da sich an Hundezähnen immer sehr viele Bakterien befinden, sind gerade solche sich wieder schliessenden Wunden sehr infektionsgefährdet, und noch 7 Tage nach einer solchen Verletzung kann sich innerhalb kürzester Zeit ein lebensbedrohender Abszess bilden.

Bevor die rechtliche Seite abgeklärt werden kann müsste man zuerst einmal wissen was der Tierarzt da genau behandelt hat und wie er die Ursache einschätzt.

RechtsuchendBerlin
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Re: Hund Rückkauf mit angeblichem Mangel

Beitrag von RechtsuchendBerlin » 27.08.14, 13:40

Hallo Waschbärin,

danke für deine Antwort.

Wenn man jetzt einfach mal davon ausginge, dass der Tierazt einen eventuellen Biss nicht ausschließen kann. Hätten die Besitzer nicht vorher eine Nacherfüllung von dem Paar verlangen müssen, anstatt auf eigene Faust irgendwelche extrem hohen Tierarztrechnungen zu erzeugen?

Immerhin ist ein Rückkauf eben auch ein Kauf. Nur ist das Paar eben kein Gewerblicher Anbieter sondern Privat.
Zuletzt geändert von RechtsuchendBerlin am 27.08.14, 15:36, insgesamt 1-mal geändert.

taxalus
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Re: Hund Rückkauf mit angeblichem Mangel

Beitrag von taxalus » 27.08.14, 15:08

RechtsuchendBerlin hat geschrieben:H(oder ihn vielleicht sogar gezwickt hat, zu sehen war jedenfalls nichts bei dem anderen Hund).
Das sieht man nicht immer sofort. Einer meiner Hunde hat auch mal einen anderen gezwickt und wir haben vor Ort keine Wunde feststellen können. Als der gezwickte Hund am nächsten Tag ständig versuchte, sich die Stelle zu lecken, wurde beim Tierarztbesuch festgestellt, dass der tatsächlich zwei kleine Löcher im Pelz hatte, die behandelt werden mussten.
Schöne Grüße
taxalus

RechtsuchendBerlin
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Re: Hund Rückkauf mit angeblichem Mangel

Beitrag von RechtsuchendBerlin » 28.08.14, 09:07

Der Hund von dem Paar wurde ja nicht einmal gezwickt. Dieser kann garkeinen Schaden davon getragen haben.

Weiß denn jemand, wie es sich mit einer Nacherfüllung bei Privatverkauf verhält?

Waschbärin
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Re: Hund Rückkauf mit angeblichem Mangel

Beitrag von Waschbärin » 29.08.14, 08:23

RechtsuchendBerlin hat geschrieben: Wenn man jetzt einfach mal davon ausginge, dass der Tierazt einen eventuellen Biss nicht ausschließen kann. Hätten die Besitzer nicht vorher eine Nacherfüllung von dem Paar verlangen müssen, anstatt auf eigene Faust irgendwelche extrem hohen Tierarztrechnungen zu erzeugen?
Das kommt auf die jeweilgie Situation an. Ich selbst hatte erst vor kurzem den Fall dass ich einen Hund mit einem lebensbedrohenden Abszess hatte (der Hund wäre fast erstickt), der sich innerhalb ganz weniger Stunden entwickelt und einen unverzüglichen tierärztlichen Eingriff notwendig gemacht hat. Ursache war dass er eine Woche vorher durch einen sehr viel kleineren Hund verletzt worden war. Und auch ich dachte damals dass mein Hund keinen Biss und kein Zwicken abbekommen hätte. Ein Zwicken kann derart schnell gehen dass Du als Hundehalter das nicht zwingend mitbekomemn musst.

Wenn es zu einer Kabbelei zwischen Hunden kommt muss man immer davon ausgehen dass es bei beiden Hunden zu Verletzungen führen kann, auch wenn man diese nicht sofort bemerkt. Ein intaktes Immunsystem kann die Bildung von Entzündungen und Abszessen lange unterdrücken, aber wenn es das nicht gänzlich schafft kann eine Wunde, vor allem unter Luftabschluss, noch nach ein paar Tagen "explodieren". Von daher sollten Hundehaltern nach einer Meinungsverschiedenheit unter Hunden ihre Anschriften austauschen, denn auch wenn man keinen Biss bzw. kein Zwicken gesehen hat und nach anfänglicher Untersuchung auch keine Verletzung, kann es trotzdem möglich sein dass einer der Hunde ein paar Tage später tierärztlich behandelt werden muss.

Von daher müsste zuerst einmal geklärt werden um was es sich gehandelt hat, was der Tierarzt da behandelt hat. Einen Abszess? In dem Fall wäre eine unverzügliche tierärztliche Notfallversorgung durch den Käufer gerechtfertigt gewesen. Oder eine äusserliche Hautläsion die schon älter gewesen sein könnte?

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