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recht.de • Thema anzeigen - Welpe nach eine Woche vestroben. Wo ist mein Recht?
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BeitragVerfasst: 01.09.16, 19:27 
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Hallo, am 18.08 habe ich einen Welpen gekauft, von SV Züchter, der Deutsche Schäferhund rote Papiere. am 27.08 wurde der Hund eingeschläfert, nach mehrmaligen Darminvaginationen und OP hat er noch mal Invaginiert und war nicht mehr zu retten. Die haben bei Blut Untersuchung NUR Corona Viren festgestellt. Andere Werte waren auch sehr schlecht (Leber-Nieren) aber das kommt von Invagination/Darmeinstülpung. Der Verkäufer sagt das der Welpe das bei mir geholt hat. Ich habe anderen Hund der kein Durchfall hatte, aber habe ich kein Recht? Oder ist jetzt eher Züchter Kulanz angesprochen sein? Der Welpe mit Corona Viren reagiert so mit Darm.. Da muss doch Immunschwäche drin liegen..


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BeitragVerfasst: 08.09.16, 16:55 
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Beiträge: 1
Hallo Alina76

vorneweg möchte ich erstmal sagen, dass mir das mit dem Welpen sehr leid tut.
Soweit ich weiß, verhält es sich bei einen Tierkauf, wie bei einem "normalen" Einkauf nach den zivilrechtlichen Vorschriften des Kaufrechts. Wenn ein Tier krank ist, wird das rechtlich wie ein "Sache mit einem Mangel" behandelt.
Wenn jemand also einkauft und die Ware ist kaputt, dann hat man einen Anspruch gegen den Verkäufer, weil die Ware beschädigt war. Handelt es sich bei dem Verkäufer um einen Unternehmer gewährt einem das Zivilrecht in den ersten sechs Monaten nach dem Einkauf eine Beweiserleichterung durch eine sogenannte Beweislastumkehr, dafür, dass die Ware schon bei dem Einkau kaputt, dh. mangelhaft war.

Kurz gesagt, kauf ich zum Beispiel eine Katze (die im Zivilrecht rechtlich wie eine "Ware" eingeordnet wird) von einem Züchter (der dann Unternehmer ist, wenn er mit den Zuchtverkäufen Gewinn erzielen will) und die Katze verstirbt in den ersten sechs Monaten an einer Krankheit, dann kann ich zu dem Züchter und mein Geld zurückverlangen und als Argument vortragen, dass das Tier schon bei Verkauf nicht gesund war.
Aufgrund der erwähnten Beweislastumkehr muss der Züchter mir das Gegenteil beweisen. ich muss da niemandem erklären das die Katze gesund war.
Ich würde daher zu dem Arzt gehen, bei dem ich mit dem verstorbenen Tier war und mir die Rechnung geben lassen und den ärztlichen Befundbericht. Damit und mit dem Kaufvertrag für die Katze wär ich dann ganz flott bei einem Anwalt und würde den Züchter auf Kaufpreisrückzahlung und Ersatz der Arztkosten in Anspruch nehmen.

Wie das bei Dir ist Alina76, weiß ich leider nicht, aber das wäre so meine Einschätzung und mein Vorgehen in einem Beispielsfall.
Alles Gute


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BeitragVerfasst: 09.09.16, 17:33 
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Beiträge: 326
Wohnort: in der Nähe von Leipzig
Zitat:
Handelt es sich bei dem Verkäufer um einen Unternehmer gewährt einem das Zivilrecht in den ersten sechs Monaten nach dem Einkauf eine Beweiserleichterung durch eine sogenannte Beweislastumkehr, dafür, dass die Ware schon bei dem Einkau kaputt, dh. mangelhaft war.

Dann muss es aber ein gewerblicher Züchter sein, kein Hobbyzüchter! Also wie viele Würfe züchtet der Zwinger, wie viele Zuchthündinnen hat er? Was sagt der Kaufvertrag?


Zitat:
Ich würde daher zu dem Arzt gehen, bei dem ich mit dem verstorbenen Tier war und mir die Rechnung geben lassen und den ärztlichen Befundbericht. Damit und mit dem Kaufvertrag für die Katze wär ich dann ganz flott bei einem Anwalt und würde den Züchter auf Kaufpreisrückzahlung und Ersatz der Arztkosten in Anspruch nehmen.

Auch das ist nur bedingt richtig! Wurde denn der Züchter im Vorfeld über die Erkrankung nachweislich informiert? Gab man dem Züchter die Möglichkeit der Nachbesserung? Alles fragen, welche zu klären sind!
Was sagt der Kaufvertrag aus? Ohne Anwalt wird da überhaupt nichts laufen

_________________
Gruß

Adam


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BeitragVerfasst: 09.09.16, 17:48 
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Registriert: 21.08.14, 16:57
Beiträge: 7905
ihrrecht hat geschrieben:
...

Kurz gesagt, kauf ich zum Beispiel eine Katze (die im Zivilrecht rechtlich wie eine "Ware" eingeordnet wird) von einem Züchter (der dann Unternehmer ist, wenn er mit den Zuchtverkäufen Gewinn erzielen will) und die Katze verstirbt in den ersten sechs Monaten an einer Krankheit, dann kann ich zu dem Züchter und mein Geld zurückverlangen und als Argument vortragen, dass das Tier schon bei Verkauf nicht gesund war.
...



Hallo,

gerade beim Tierkauf gilt das nicht in dieser Allgemeinheit, aus der Gesetzesbegründung zu § 476:

http://www.sadaba.de/Mot/GSBM_BGB_0476.html

Zitat:
Mit der Art des Mangels wird die Vermutung zum Beispiel häufig bei Tierkrankheiten unvereinbar sein, weil wegen der Ungewissheiten über den Zeitraum zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit nicht selten ungewiss bleiben wird, ob eine Ansteckung bereits vor oder erst nach Lieferung des Tieres an den Käufer erfolgt ist. Eine Vermutung dahin, dass der Mangel zu einem bestimmten Zeitpunkt vorgelegen hat, lässt sich dann nicht rechtfertigen. Das muss aber nicht unbedingt auch für andere Fehler eines Tieres gelten.


Die Vermutung, daß der später aufgetretene Mangel bereits im Kaufzeitpunkt vorgelegen hat, gilt also bei Tierkrankheiten nur sehr eingeschränkt.


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BeitragVerfasst: 13.09.16, 13:16 
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Registriert: 28.02.05, 15:37
Beiträge: 1577
"Gewerblicher" bzw. "gewerbsmässiger" Züchter ist man lt. Kaufrecht relativ schnell. Es reicht schon aus wenn man für alle Welpen, die man abgibt, gleich lautende Kaufverträge verwendet, in denen nur die Angaben zum Hund (Name, Geburtsdatum, Geschlecht, Chipnummer etc.) jeweils geändert werden. Dann gelten die Kaufvertäge als "Allgemeine Geschäftsbedingungen" und man rutscht als Verkäufer sofort in die Schiene "gewerblich/gewerbsmäsig". Dito wenn man seine Welpen irgendwo anbietet, in Verkaufsanzeigen einer Fachzeitschrift z.B. oder in einem Internetportal etc. Auch dann gilt man lt. Kaufrecht als gewerblicher/gewerbsmäsiger Verkäufer. Echte Hobbyzüchter (gemäss Definition im Kaufrecht) gibt es nur wenige.

Aber auch bei einem Verkauf von "Privat" an "Privat" darf eine Ware nicht defekt sein, ausser sie wird explizit als solche angeboten. Wenn der Welpe Divertikel im Darm hatte in einem Ausmass, dass er nur wenige Tage nach dem Verkauf eingeschläfert werden musste, geht die Wahrscheinlichkeit, dass er diese bereits beim Kauf gehabt hat, gegen 99,99%.

Allerdings müsste man bei der Beurteilung, was der Käufer nun vom Verkäufer genau zu erwarten hat, den Wortlaut des Kaufvertrages kennen, sowie Kenntnisse darüber besitzen wie Käufer und Verkäufer seit dem Kauf miteinander kommuniziert haben. Denn dem Verkäufer muss bei einem Sachmangel an der Ware die Möglichkeit gegeben werden z.B. zur sog. Nacherfüllung oder auch einem gleichwertigen Ersatz der Ware. Schwierig wird es wenn der Käufer, ohne den Verkäufer vorher darüber informiert zu haben, bereits kostspielige tierärztliche Behandlungen in Auftrag gegeben hat.


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