Aggressiver Hund

Recht rund ums Tier

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Blumenkind
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Aggressiver Hund

Beitrag von Blumenkind » 28.11.16, 12:59

Guten Tag,

folgender Sachverhalt:
Gegenüber von einem Haus lebt eine Familie 1 mit einem Hund. In dem anderen Haus lebt u.a. eine Familie mit 2 Hunden - Familie 2. Der Hund des Nachbarn läuft stets ohne Leine. Sobald dieser die andern Hunde sieht, die angeleint laufen, läuft dieser Hund auf diese zu, fletscht dabei die Zähne und knurrt, faucht fast schon. Lässt sich leider schwer beschreiben, aber es ist schon wie im Film und sehr drohend.
Obwohl Familie 1 weiss, wie der Hund sich verhält, lassen diese den Hund weiterhin frei rumlaufen. Sobald sie sehen, dass der Hund auf Familie 2 und Hunde zuläuft, herrscht Panik und es wird versucht den Hund einzufangen. Auf Bitten, den Hund doch an der Leine zu führen, wird nicht eingegangen.
Die Stadt wurde informiert. Diese ersuchte scheinbar eine Stellungnahme. In der Stellungnahme wurden die Aussagen der Familie 2 widerlegt. Eine Wochen später kam es erneut zu einem Vorfall, der wieder der Stadt gemeldet wurde. Da Familie 2 eine weitere Hundehalterin nennen konnte, bei der der Hund sich ebenfalls so aggressiv zeigt, wurde ein Ortstermin einberufen.
Dieser Ortstermin wurde seitens Familie 1 nicht wahrgenommen. Angeblich hätte die Familie zugegeben, dass der Hund aggressiv sei - angeblich gegenüber den Hunden von Familie 1 und 2-3 anderen Hund, die in der Wohngegend Gassi gehen.
Bei dem Ortstermin, der durch Familie 2 wahrgenommen wurde, teilte die Stadt ausserdem mit, dass der Hund 13 Jahre alt sei und nur noch eine Lebenserwartung von 2 Jahren hätte.
Der Hundebeauftragte wolle nochmals versuchen, die Familie 1 anzutreffen und sich den Hund ansehen und schauen, ob er aggressiv ist. Das Angebot von Familie 2, dass man kurzfristig klingeln könne, sodass einer mit den Hunden runterkommt, damit sich der Hundebeauftragte ein Bild machen kann, wurde abgelehnt. Zu dieser Konfrontation möchte man es nicht kommen lassen.
Das kommt schon komisch vor, wenn man bedenkt, dass es bei dem Ortstermin auch zu einer Konfrontation kommen sollte.
Die Stadt teilte mit, dass man der Familie 1 keine Leinenpflicht auferlegen könne, da es in der ganzen Stadt keine Leinenpflicht gibt. Ausser bei Märkten und Festen und ein paar ausgewiesenen Flächen.
Man könne den Hund auch nicht zum Wesenstest schicken, denn sonst müsste man Familie 2 auch zum Wesenstest schicken, da ein Hund den Hundebeauftragten angebellt hat.
Man könne also nichts machen. Erst dann, wenn der Hund beißt.

Ist das so korrekt? Familie 2 hätte nichts dagegen, wenn der Hund frei laufen oder einfac nur nicht hören würde - würde der Hund freundlich auf einen zukommen.
Familie 2 hat ein Kleinkidn, welches im Falle eines Angriffs durch den Hund auch in Gefahr wäre.
Gibt es noch weitere Möglichkeiten, die man ergreifen könnte? Oder muss man tatsächlich nur darauf hoffen, dass die Familie ihn immer rechtzeitig einfängt und nichts passiert?

Townspector
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Re: Aggressiver Hund

Beitrag von Townspector » 28.11.16, 13:58

In welchem Bundesland spielt sich das Ganze denn ab?
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Blumenkind
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Re: Aggressiver Hund

Beitrag von Blumenkind » 28.11.16, 15:08

Townspector hat geschrieben:In welchem Bundesland spielt sich das Ganze denn ab?
Hessen. Sorry, habe es vergessen zu schreiben.

Roni
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Re: Aggressiver Hund

Beitrag von Roni » 28.11.16, 16:03

das Bundesland ist nicht von großer Bedeutung, jede Kommune kann das für sich regeln.
Auch wenn keine Leinenpflicht besteht darf ein gefährlicher Hund nicht frei laufen, er lässt sich ja auch nicht abrufen.
Man sollte versuchen diese Vorfälle mal mit dem Händy zu dokumentieren, außerdem würde ich mir Pfefferspray besorgen.

Blumenkind
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Re: Aggressiver Hund

Beitrag von Blumenkind » 28.11.16, 16:31

Roni hat geschrieben:das Bundesland ist nicht von großer Bedeutung, jede Kommune kann das für sich regeln.
Auch wenn keine Leinenpflicht besteht darf ein gefährlicher Hund nicht frei laufen, er lässt sich ja auch nicht abrufen.
Man sollte versuchen diese Vorfälle mal mit dem Händy zu dokumentieren, außerdem würde ich mir Pfefferspray besorgen.
Ja, das werden wir auch tun, dass wir es filmen, sollte sich die Gelegenheit bieten.
Die Frage ist: Wann ist ein Hund gefährlich? Und wer verordnet die Leinenpflicht.
Heute schreibt mir eine Hundehalterin, sie sei mit ihrem 2-jährigem Sohn an deren Haus vorbei gelaufen. Der Hund hätte übelst geknurrt, war aber angeleint. Sie war aber scheinbar OHNE Hund unterwegs. :shock:

Der Eindruck, der bei der Ortsbegehung entstand, ist, dass da rumgemauschelt werden soll.
So wie ich es verstanden habe, wird eine Leinenpflicht nur dann erhoben, wenn ein Wesenstest erfolgt ist. Und das will man scheinbar nicht. Der Hundebeauftragte versucht nochmals die Familie 1 aufzusuchen und ihr dabei nahezulegen, dass sie den Hund anleint.
Wie man beurteilen möchte, ob ein Hund ein auffälliges aggressives Verhalten gegenüber anderen Hunden hat, ohne dass es zu einer Konfrontation mit einem anderen Hund kommt, erschließt sich mir leider nicht.

Townspector
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Re: Aggressiver Hund

Beitrag von Townspector » 29.11.16, 08:59

Roni hat geschrieben:das Bundesland ist nicht von großer Bedeutung, jede Kommune kann das für sich regeln.
Auch wenn keine Leinenpflicht besteht darf ein gefährlicher Hund nicht frei laufen, er lässt sich ja auch nicht abrufen.
Man sollte versuchen diese Vorfälle mal mit dem Händy zu dokumentieren, außerdem würde ich mir Pfefferspray besorgen.
Sie vergessen, dass einige Bundesländer die Hundehaltung, etwaige Rasselisten für "Kampfhunde" und die Zuständigkeiten bei der Kontrolle separat geregelt haben. Daher ist das Bundesland schon entscheidend.

Die aktuelle Hundeverordnung Hessen findet sich hier
http://www.rv.hessenrecht.hessen.de/lex ... 1,20131203

Die Feststellung, ob ein Tier als "gefährlicher Hund" einzustufen ist, trifft demnach die zuständige Behörde.
§ 16 HundeVO – Zuständigkeit

(1) Zuständige Behörde für die Durchführung dieser Verordnung sind die Bürgermeister (Oberbürgermeister) als örtliche Ordnungsbehörden.

(2) Die örtlichen Ordnungsbehörden sind auch zuständig für die Durchführung des Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetzes vom 12. April 2001 (BGBl. I S. 530) einschließlich der Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten.

Somit gilt für Hunde und Leinen -vorbehaltlich etwaiger gemeindlicher Festlegungen über Gebiete mit generellem Leinenzwang- in Hessen:
§ 9 HundeVO – Leinen- und Maulkorbzwang

(1) 1Außerhalb des eingefriedeten Besitztums oder der Wohnung der Halterin oder des Halters sind gefährliche Hunde an der Leine zu führen. 2Hiervon ausgenommen sind Hunde mit positiver Wesensprüfung. 3Leine, Halsband und Halskette müssen so beschaffen sein, dass der Hund sicher gehalten werden kann. 4Die Leine darf nur so lang sein, dass keine Gefahr von dem Hund ausgehen kann, höchstens jedoch zwei Meter.

(2) An der Leine zu führen sind ferner alle Hunde, die mitgeführt werden

1.
bei öffentlichen Versammlungen, Aufzügen, Volksfesten, Märkten, Messen und sonstigen Veranstaltungen mit Menschenansammlungen sowie in Gaststätten und in öffentlichen Verkehrsmitteln,

2.
auf von den Gemeinden zu bestimmenden, der Allgemeinheit zugänglichen konkret bezeichneten Grundstücken, insbesondere Park-, Garten- und Grünanlagen sowie Fußgängerzonen oder Teilen davon.

(3) Die zuständige Behörde kann, trotz positiver Wesensprüfung, für jeden Hund das Führen an der Leine und das Tragen einer Vorrichtung, die das Beißen zuverlässig verhindert, anordnen, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass der Hund eine über das natürliche Maß hinausgehende Aggressivität und Gefährlichkeit gegenüber Menschen oder Tieren aufweist.
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Re: Aggressiver Hund

Beitrag von Blumenkind » 29.11.16, 11:03

Das Problem, welches ich sehe, ist, dass die Ordnungsbehörde scheinbar nicht weiter tätig werden möchte als das, dass sie den anderen Hundehalter nochmals versucht zu besuchen, um sich den Hund anzusehen und den Haltern nahe zu legen, dass sie ihren Hund an der Leine führt.

Wenn ich mir §2 Abs. 2 Punkt 4 ansehe, dürfte m.E. dieser Punkt erfüllt sein.
Gefährlich sind auch die Hunde, die....

....aufgrund ihres Verhaltens die Annahme rechtfertigen, dass sie Menschen oder Tiere ohne begründeten An- lass beißen.
Ein Wesenstest soll nicht angeordnet werden.
Wenn ich die Gefahrenabwehrverordnung richtig interpretiere, muss aber ein Wesenstest erfolgen, um den Hund als gefährlich einstufen zu können, um Leinen- und ggf. Maulkorbzwang aufzuerlegen.

Gibt es eine Mindestqualifikation, welche ein sogenannter Hundebeauftragter haben muss?
Die zuständige Behörde brüstet sich damit, dass der Hundebauftragte schon sehr, sehr lange Hunde besitzt und auch schon gezüchtet hat und damit über Erfahrung verfügt, um einschätzen zu können, ob der Hund sich normal oder nicht verhält.
Ob man mit dieser Erfahrung über die Psyche eines Hundes urteilen kann, finde ich fraglich.

Eine Hundetrainerin hatte gesagt, Familie 2 solle mal bei Vet-Amt anrufen, dass die evtl. weiterhelfen können. Aber die sind für so etwas nicht zuständig. Die gaben wieder den Rat, dass man sich direkt an den Bürgermeister wendet.
Das sehe ich allerdings als wenig erfolgversprechend an. Wenn das Ordnungsamt sich durch verschiedene Argumentationen versucht, die Sache wie beschrieben im Sande verlaufen zu lassen, bis tatsächlich etwas passiert, glaube ich nicht, dass man vom Bürgermeister eine andere Antwort erhält. :(

Blumenkind
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Re: Aggressiver Hund

Beitrag von Blumenkind » 30.11.16, 09:12

Ich wollte mal ein Ergebnis melden:

Die Stadt hat ihr Ergebnis mitgeteilt. Diese schreibt nun, dass sie die Familie mit dem Hund am gleichen Tag der Ortsbegebung bei sich zu Hause aufgesucht hat.
Dabei wäre der Hundebeauftragte zu dem Ergebnis gekommen, dass sich dieser Hund und die Hunde der anderen Familie nicht "riechen" können. Dies sei ein normales Verhalten in der Tierwelt.
Man könne und möchte nicht weiter ordnungsrechtlich vorgehen.
Die Familie hätte sich bereit erklärt, den Hund im "Begegnungsbereich" stets angeleint zu halten. Die Familie ginge damit über die satzungsrechtlichen Bestimmungen hinaus, da es keine Anleinpflicht gibt.
Da einer der Hunde der Familie 2, die zum Ortstermin erschienen sind, den Hundebeauftragten mehrfach angebellt hat (angeleint an Halsband und Halti), sei dies ein aggressives Verhalten. Die Familie 2 hätte daher sicherlich kein Verständnis, wenn man nun ein Ermittlungsverfahren gegen sie beginnen würde. Daher würden sie davon ausgehen, dass in Zukunft es keine weiteren Beschwerden über Hunde in der Nachbarschaft eingehen werden.
_____________

Sofern der Hund angeleint ist, wäre Familie 2 ja schon geholfen.
Zugegebenermaßen hat sich der Hund der Familie 2 durch das Bellen nicht vorbildlich verhalten.
Wie man aber als Hundebeauftragter feststellen möchte, dass sich Hunde nicht riechen können, und in welchem Maß ein Aggressionsverhalten durch den Hund von Familie 1 vorliegt, ohne sich dies durch ein Aufeinandertreffen der Hunde selbst gesehen zu haben, bleibt mehr als fraglich. Zumal Familie 2 durch das Benennen eines weiteren Hundehalters bereits nachgewiesen hat, dass sich solche Verhaltenszüge sich nicht nur gegenüber den Hunden der Familie 2 aufzeigen.

webelch
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Re: Aggressiver Hund

Beitrag von webelch » 30.11.16, 10:00

Kann es sein, dass die Probleme zwischen Familie 1 und Familie 2 eigentlich auf einem ganz anderen Gebiet liegen?

Blumenkind
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Re: Aggressiver Hund

Beitrag von Blumenkind » 30.11.16, 10:09

webelch hat geschrieben:Kann es sein, dass die Probleme zwischen Familie 1 und Familie 2 eigentlich auf einem ganz anderen Gebiet liegen?
Nein. Zumindest nicht seitens Familie 2. Familie 2 kennt die Familie 1 gar nicht weiter und es gibt auch keine weiteren Berührungspunkte, ausser dem Aufeinandertreffen beim Gassi gehen.

Waschbärin
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Re: Aggressiver Hund

Beitrag von Waschbärin » 21.12.16, 09:49

Blumenkind hat geschrieben:Ich wollte mal ein Ergebnis melden:

Die Stadt hat ihr Ergebnis mitgeteilt. Diese schreibt nun, dass sie die Familie mit dem Hund am gleichen Tag der Ortsbegebung bei sich zu Hause aufgesucht hat.
Dabei wäre der Hundebeauftragte zu dem Ergebnis gekommen, dass sich dieser Hund und die Hunde der anderen Familie nicht "riechen" können. Dies sei ein normales Verhalten in der Tierwelt.
Man könne und möchte nicht weiter ordnungsrechtlich vorgehen.
Die Familie hätte sich bereit erklärt, den Hund im "Begegnungsbereich" stets angeleint zu halten. Die Familie ginge damit über die satzungsrechtlichen Bestimmungen hinaus, da es keine Anleinpflicht gibt.
Da einer der Hunde der Familie 2, die zum Ortstermin erschienen sind, den Hundebeauftragten mehrfach angebellt hat (angeleint an Halsband und Halti), sei dies ein aggressives Verhalten. Die Familie 2 hätte daher sicherlich kein Verständnis, wenn man nun ein Ermittlungsverfahren gegen sie beginnen würde. Daher würden sie davon ausgehen, dass in Zukunft es keine weiteren Beschwerden über Hunde in der Nachbarschaft eingehen werden.
_____________

Sofern der Hund angeleint ist, wäre Familie 2 ja schon geholfen.
Zugegebenermaßen hat sich der Hund der Familie 2 durch das Bellen nicht vorbildlich verhalten.
Wie man aber als Hundebeauftragter feststellen möchte, dass sich Hunde nicht riechen können, und in welchem Maß ein Aggressionsverhalten durch den Hund von Familie 1 vorliegt, ohne sich dies durch ein Aufeinandertreffen der Hunde selbst gesehen zu haben, bleibt mehr als fraglich. Zumal Familie 2 durch das Benennen eines weiteren Hundehalters bereits nachgewiesen hat, dass sich solche Verhaltenszüge sich nicht nur gegenüber den Hunden der Familie 2 aufzeigen.
Das finde ich eigentlich einen guten Kompromiss. Gerade in Hessen, wo es eine sehr strenge Hundeverordnung gibt lt. dieser sich ganz normal verhaltende Hunde ganz schnell in die Schublade "gefährlicher Hund" wiederfinden können, stufen viele Städte und Gemeinden gerne möglichst viele Hunde als "gefährlich" ein. Bringen die dem Stadt- bzw. Gemeindesäckel dann ganz gerne mal das 5- bis 10-fache des üblichen Hundesteuersatzes ein. Von daher empfinde ich es als positiv wenn in einer Stadt bzw. Gemeinde nicht bei jeder Meinungsverschiedenheit unter Hunden gleich von einer "Gefährlichkeit" eines Hundes ausgegangen wird, die dann mit entsprechenden Sanktionen wie Leinen- und/oder Maulkorbzwang und allem, was dann zusätzlich noch folgen muss, geahndet wird. Und so wie ich das verstanden habe ist es ja bisher nicht zu einer Beisserei o.ä. gekommen.

Natürlich ist es lästig wenn sich ein Hundehalter seinen Mitmenschen gegenüber rücksichtslos verhält. Wenn jetzt dem benachbarten Hundehalter aber "von oben" mal ins Gewissen geredet wurde, und dieser sich von nun an bereit erklärt seinen Hund um des lieben Nachbarschaftsfriedens willen in dem relevanten Ortsbereich an der Leine zu führen, dann ist doch alles wieder gut.

Sollte dieser gute Willen aber irgendwann wieder einschlafen, dann rate ich zur Selbsthilfe. Bei uns "früher auf dem Dorf" war es üblich dass viele Hunde unbeaufsichtigt frei herum gelaufen sind. Und mancher Hundehalter sah es als selbstverständlich an wenn sein Hofhund auch die Strasse vor dem Hof als sein Revier betrachtet und zumindest Geschlechtsgenossen gegenüber tapfer verteidigt hat. Und wenn ein Hundehalter nicht willens ist seinen Hund so zu erziehen dass ich mit dem meinen unbeschadet eine öffentliche Strasse passieren kann, dann erziehe ich dessen Hund halt so dass er mich und meinen Hund in Ruhe lässt. Je nach Mentalität des anderen Hundes kamen da z.B. Wasserpistolen oder eine mit Steinen gefüllte Klapperbüchse etc. zum Einsatz (auch ein auf dem Asphalt hinterhergeworfener Blechnappf kann Wunder wirken), was bewirkt hatte dass manche Hunde künftig von sich aus auf die andere Strassenseite gewechselt sind, wenn sie mich mit meinen Hunden haben kommen sehen. Und meine Hunde haben dadurch erfahren dass ich Herr der Lage bin, und nicht sie die Sache regeln müssen, wodurch sie es nicht nötig hatten ebenfalls zu keifen.

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