Senior gefallen, OP, Strafanzeige?

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Anonymus_
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Senior gefallen, OP, Strafanzeige?

Beitrag von Anonymus_ » 12.05.17, 10:00

Vor einigen Tagen ist mein Freund mit meinem Hund (Schäferhund-Mix; 3j, kniehöhe) zum Gassi gehen auf der Hundewiese los...
Dort traf er auf eine Bekannte mit ihrem Hund (Dobermann-Labbi-Mix; Hüfthöhe)...

AN - nicht AUF - der Hundewiese kam es zu einer kurzen Begrüßung untereinander, die Hunde beschäftigten sich im Umkreis von ca. 1 bis 1 1/2m unter einander. Beide unangeleint...
Plötzlich - wie aus dem Nichts - stand ein älterer Mann (ü80) dort und wie auch immer kam es dazu, das er zu Boden ging.
(Anmerkung: der Mann wurde DEFINITV NICHT angesprungen! Maximal berührt! Das sagen beide Hundehalter aus)...

Tja... große Aufregung...

Der Mann der nach dem "Sturz" über Schmerzen klagte wurde dann nach kurzer Zeit von meinem Freund nach Hause begleitet, Adresse hinterlassen. Einen Krankenwagen oder Polizei lehnte der ältere Herr ab.
Darauf hin folgte am nächdten Tag ein Anruf des Sohnes: sein Vater sei notoperiert worden müssen, Oberschenkelhalsbruch...
Die Bekannte (die auch den älteren Mann schon länger kennt) besuchte ihn darauf hin einen Tag später im KH...
So weit, so gut...

Für meinen Hund bestand zu dieser Zeit kein Versicherungsschutz, die griff/greift erst für wenige Tage später (nicht mal 1 Woche nach diesem Vorfall)...
Für den Hund der Bekannten besteht ein gesamter Versicherungsschutz...

So: Jetzt hieß es laut Sohn erst, man könne "die Sache" der Versicherung übergeben und dann ist das soweit "geregelt".
Also ging ich zur Bekannten und sie sagte mir, sie würde den "Schaden" bei ihrer Versicherung melden.
OB sie das bis jetzt getan hat und WAS genau sie dort gesagt hat weiß ich nicht... morgen will si zu mir kommen und dann werde ich es wohl erfahren...

Nun rief der Sohn gestern wieder an und sagte, man müsse/würde die ganze Sache einem Anwalt übergeben. Es würde eine Strafanzeige folgen...
Von wem, warum und wieso weiß ich nicht...

Jetzt meine Fragen:
- ist dieser Vorgang normal?
- weder beide Hundehalter, noch der ältere Herr konnte sagen, welcher Hund denn nun der ANGEBLICHE Verursacher des Sturzes war... jetzt sagt er (ältere Herr) aber - und das 100% nicht wahrheitsgemäß - er wurde ANGESPRUNGEN. Von WELCHEM Hund er dabei spricht, weiß ich aber nicht...
- WEM gegenüber wird denn dann jetzt nun die Strafanzeige gestellt? Und warum?
- gibt es jemanden mit einem ähnlichen Vorfall? Erfahrungsberichte?
- welche Konsequenzen hat das für Hundehalter und Hunde?

Ich verstehe an der Sache folgendes nicht so ganz:
Der gute Mann ist jetzt nunmal operiert worden etc. daran gibts es nic zu rütteln...
ABER wenn die Bekannte doch bei der Versicherung sagt, ihr Hund hätte diesen und jenen Schaden verursacht, müsste das Thema damot doch "geklärt" sein?! Ich meine dafür hat man doch eine Versicherung...
Und wieso kommt es jetzt auf einmal zu einer Strafanzeige?

:shock:

Tastenspitz
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Re: Senior gefallen, OP, Strafanzeige?

Beitrag von Tastenspitz » 12.05.17, 10:24

Der Geschädigte kann natürlich einen Anwalt beauftragen. Und der kann natürlich auch Strafantrag stellen (weswegen sei mal dahingestellt). Mglw. geschieht dies, weil die Darstellungen (angesprungen oder nicht) hier sehr stark unterschiedlich sind. Ob und inwieweit hier dann ermittelt wird ist abzuwarten.
Sofern der Vorgang der Hunde-HP gemeldet ist, sollte man den nun eingehenden Schriftwechsel (Anwalt/Geschädigter) dorthin weiteleiten. Die Versicherung wird vom Versicherten eine Stellungnahme einfordern. Dort wird auch nach Zeugen gefragt werden. Die 2. Person ist hier dann als Zeuge zu benennen.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Bumblebii
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Re: Senior gefallen, OP, Strafanzeige?

Beitrag von Bumblebii » 12.05.17, 11:08

Für einen alten Menschen kann ein "Streifen" eines großen Hundes ein Anspringen bedeuten. Er fällt bei leichtester Berührung.

Anzuzeigen wäre z.B. ein fehlender Sachkundenachweis 20/40 des Ausführers bei freilaufenden Hunden. Wo war der Herr? Auf der Hundewiese oder daneben? Ist es eine städtisch genehmigte und gekennzeichnete Hundefreilauffläche oder nur eine Wiese die von einigen Hundehaltern dafür genutzt wird.
Welches Bundesland? Die Hundehaltergesetze sind unterschiedlich.

Warum läuft ein noch nicht versicherter Hund frei?

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