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recht.de • Thema anzeigen - Fremde Tierarztpraxis: Informationspflicht üb. Besonderheit?
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BeitragVerfasst: 10.02.18, 20:02 
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Beiträge: 440
Normalerweise erklärt die Helferin was nach der Narkose zu tun ist. Wenn mir das keiner erklärt frage ich nach. Besonders wenn am nächsten Tag ein Feiertag ist. Habe ich das in Panik vergessen, rufe ich in der operierenden Praxis an. Es gibt zwei Möglichkeiten, entweder es geht jemand dran oder es läuft ein AB mit weiteren Informationen und Notrufnummern.

Egal zu wem ich mit postoperativen Norfall am Feiertag gehe, Praxis oder Klinik, die berechnen nach Gebührenordnung und der Preis wäre gleich.

Nach jeder OP ist mit Komplikationen zu rechnen und jedes Tier verträgt eine Narkose unterschiedlich. Das sind Dinge die man vorab nicht einplanen kann.
Wenn eine Katze nicht säuft, träufelt man ihr mit einer Spritze tröpfchenweise Wasser ins Maul. Das muss der TA nicht erklären, das sollte jeder Tierbesitzer wissen.

Insofern der operierende TA keinen Fehler gemacht hat kann man auch kein Geld verlangen. Sollte ein Behandlungsfehler gemacht worden sein, muss dies durch ein Gutachten belegt werden.
Ich denke, die Untersuchung mit Notdienstzuschlag und der Gabe von Schmerzmitteln war um die 100€. Ein Gutachten ist wesentlich teurer und vom Tierhalter zu bezahlen wenn sich herausstellt das kein Fehler vorlag.

Gute Besserung dem Kater!


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BeitragVerfasst: 11.02.18, 10:50 
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Beiträge: 1458
Hallo!

Zunächst einmal: Dies ist ein Juraforum. Für derartige Fälle spielt das "Nachfühlen" der Situation eine - wenn überhaupt - untergeordnete Rolle.

Ich fasse mal zusammen:

Person P hat eine Katze K von Arzt A operieren lassen. Am Tag danach, ein Feiertag, war P der Meinung K bräuchte weitere ärtzliche Versorgung. Diese wurde vom Notdienst N einer Tierklinik erbracht.

Nun erfährt P das A an besagtem Feiertag auch einen Notdienst angeboten hätte von dem Sie - mangels Einsichtnahme in die ausgehändigte Visitenkarte von A - keine Kenntnis hatte.
Die Lösung dieses Falles ist recht simpel, wenn P sich selbst folgende Fragen beantwortet:

1. War P der Ansicht, A hätte die Notfallbehandlung kostenlos erbringen müssen? Wenn ja, warum?
2. Hätte P die Schadenersatzforderung an A auch gestellt, wenn A KEINEN Notdienst angeboten hätte? Wenn nein - warum nicht?
3. Ist P bekannterweise Analphabet, oder sonst irgendwie offensichtlich eingeschränkt, so das das Personal von A hätte zwangsläufig davon ausgehen müssen das P nicht in der Lage ist die überlassenen, schriftlichen Informationen eigenständig zu lesen?


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BeitragVerfasst: 17.02.18, 12:51 
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Registriert: 16.11.13, 15:23
Beiträge: 5711
der Vorgang spricht m.E. verschiedene Rechtsfragen an und vorweg gesagt, sind diese nicht leicht zu klären.

Wanda hat geschrieben:
Ja, so wird es sein.
Was ich meine ist, dass es mir zu schwierig schien, die Umstände der Entscheidung meiner Freundin so darzustellen, dass sie von anderen Menschen ein- und mitgefühlt werden können, sodass man sich in sie einfühlen und ihr Handeln verstehen kann.

und nochmals wirklich wohlmeinend: Hier geht es nicht im Mitfühlen und ob man Panik verstehen kann oder nicht, sondern um die sich bietende Sachlage. Die war eingangs halt sehr dürftig beschrieben.

Zitat:
Meine Freundin war aufgrund des Zustands ihrer Katze nach einer OP am Auge derart in Panik und Sorge, dass sie keinen Sinn mehr haben konnte für die Frage, ob man nun ausgerechnet bei dieser Praxis feiertags anrufen kann. Das ist ja nun extrem ungewöhnlich. Oder kennt ihr das anders?

ja, schon. Dass man weiß, wann die Praxis offen hat und wann nicht. Das steht meist irgendwo und hier eben auf der Visitenkarte.
Ob die Praxis vor Ort nochmals darauf hätte hinweisen müssen, könnte zumindest mal strittig sein.

Zitat:
Kann man bei euren Praxen sonn- und feiertags anrufen?

klar, so wie in jeder anderen Praxis auch. Meist ist da ein Band dran, das einem sagt, man rufe außerhalb der Öffnungszeiten an, wann diese sind oder wohin man im Notfall soll- oder dass man in einem Notfall eine Ziffer drücken oder in der Leitung bleiben soll

Zitat:
Sie glaubte ihre Katze in Lebensgefahr, da er nicht aus der Narkose kam bzw. nun vergiftet sei. So benahm er sich.

dann war es auch absolut richtig, dass sie ihn zum TA gebracht hat.

Zitat:
Es stellte sich dann in der Tierklinik heraus, dass die Katze nicht ausreichend mit Schmerzmitteln versorgt worden war, und es war auch kein Schmerzmittel mitgegeben worden (Z. B. Metacam). Sie bekam eine Salbe mit, die aber nicht gegen Schmerzen war, wie sich bei Überprüfung durch eine Anwältin herausstellte.
Die Katze hatte solche Schmerzen, dass sie sich kaum bewegen und vor allem nichts trinken konnte. Sie konnte ihr Mäulchen nicht öffnen vor Schmerzen. Somit drohte auch Austrocknung. Die OP war am Auge, aber der Kiefernerv war derart gereizt, dass sie in diesen Zustand fiel. Hat ihr schon mal so richtige Nervenschmerzen im Gesicht gehabt? Ich ja, Trigeminus etc. Da kannst Du die Engelchen singen hören.

wie vorher schon bemerkt, müssen die Schmerzen sehr extrem sein, wenn eine Katze sie zeigt. Hier würde sich die Frage der Haftung stellen: Hätte der TA wissen müssen, dass das Tier nach einer solchen OP schlimme Schmerzen haben kann und hätte er in diesem Fall ein starkes Schmerzmittel mitgeben oder andere Maßnahmen mit dem Tierhalter besprechen müssen?
wenn dies eindeutig zu bejahen ist, kann man den TA in der Haftung sehen und wenn das Tier nur deswegen diese Schmerzen bekommen hat, weil er kein Schmerzmittel zum Verabreichen mitgegeben hat, sieht es noch eindeutiger aus.

Zitat:
Natürlich möchte meine Freundin wissen, ob dies seitens der Praxis alles rechtens war, und wenn nicht, hätte sie gern einen Teil der Kosten aus dem Notdienst der Uni-Tierklinik zurück.

Falls die Haftung und mangelnde Sorgfalt bejaht wird, dürfte dies auch möglich sein

Zitat:
Die Praxis aber meint, sie hätte ja anrufen können.

daher die Frage, wieviel Aufklärung die Praxis hätte leisten müssen und ob der Verlauf nach OP an der unzureichenden Medikation gelegen hat

Zitat:
Wir finden dies zu einfach.

man hat doch schon eine Anwältin beauftragt. Was sagt denn die dazu?

Zitat:
Es war nicht ihre Praxis, da gab es die überraschende Notsituation, meine Freundin geriet aus Sorge ums Tier ins Panik und floh mit ihrem Kater schnell in die Klinik, nachdem sie vorher mit der dortigen, ihr gut bekannten, Notärztin telefoniert hatte.
So, das ist die Geschichte in ausführlicherer Form.

Im Fall dass man abwägt, ob die Praxis hätte aufklären/ausreichend Schmerzmittel mitgeben müssen (weil der Verlauf so nicht unwahrscheinlich war) oder der Tierhalter zunächst die Praxis hätte anrufen müssen, um zu erfahren, ob es am Feiertag den Notdienst gibt, kann man m.E. keine klare Aussage zum Ausgang der Beurteilung geben.


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