Bleibe ich auf den Laborkosten sitzen?

Recht rund ums Tier

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Angela0311
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Bleibe ich auf den Laborkosten sitzen?

Beitrag von Angela0311 » 08.05.18, 09:55

Ich wurde bei Social-Network-Portal [Name geändert] von einem Herrn angeschrieben, der sich für meine Papageien interessiert hat. Es ging um eine Nachzucht aus dem Jahr 2017, die er mit einem gleichaltrigen Partner zusammensetzen wollte. Nach anfänglichen Überlegungen habe ich mich drauf eingelassen, den Vogel einem 5fachen Virentest zu unterziehen, weil der Herr drum gebeten hatte, denn es hieß, er würde ausschließlich getestete Vögel bei sich aufnehmen. Ich halte besagte Tests für überflüssig, denn ich weiß, dass meine Vögel gesund sind, zumal ich sie bereits vor Jahren habe testen lassen. Und da sie mein Haus noch nie verlassen haben, besteht auch keine Gefahr, dass sie mit Viren infiziert werden könnten.

Wie gesagt, der Herr hat drum gebeten - ich habe ihm seinen Wunsch erfüllt. Er hat von Anfang an angeboten, sämtliche Labor- und Tierarztkosten zu übernehmen, die insg. höchstwahrscheinlich ca. 300,- € betragen werden (die Rechnung liegt mir noch nicht vor - bisher nur die Testergebnisse). Gestern nun schrieb er mir, dass er vom Vogelkauf zurücktreten wird. Äußerst unfreundlich schrieb er, dass er nicht würde zahlen müssen, wenn er den Vogel gar nicht bekommt, aber das ist gegen unsere Abmachung. Anfangs hatte es geheißen, dass er für die Kosten aufkommen würde, sollte der Test negativ verlaufen, so wie es nun auch passiert ist.

Ich ärgere mich nicht nur wegen seiner unverschämten Tonlage und dem hinausgeworfenen Geld, sondern auch deshalb, weil die tierärztliche Behandlung beim Vogel psychische Schäden hinterlassen hat. Er war bereits handzahm und fühlte sich sichtlich wohl bei mir, doch nach der Blutentnahme aus dem Flügel hatte er noch tagelang Schmerzen und zog sich auch nach der gesundheitlichen Besserung völlig zurück. Ich habe dem Tier also geschadet, und zwar grundlos, denn - wie gesagt - es hätte kein Virentest gemacht werden müssen.

Wie ist die Rechtslage?

Danke!!!

lottchen
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Re: Bleibe ich auf den Laborkosten sitzen?

Beitrag von lottchen » 08.05.18, 11:20

Gibt es einen Kaufvertrag für das Tier, wo auch die Kostenübernahme dieses Test drinnen steht? Wenn nein gibt es irgendeinen anderen Nachweis dafür, dass der Kauf und die Kostenübernahme fest vereinbart waren? Wenn ja, kann man das einklagen. Wenn nein hat man schlechte Karten.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

Angela0311
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Re: Bleibe ich auf den Laborkosten sitzen?

Beitrag von Angela0311 » 08.05.18, 14:12

Nein. Einen Kaufvertrag gibt es nicht. Der Herr hat mich wie gesagt bei Social-Network-Portal [Name geändert] angeschrieben, als Privatnachricht. Ich habe den kompletten Chatverlauf der vergangenen Wochen, woraus auch ersichtlich ist, wie sehr ich wegen des Tests bedrängt worden bin. Immer wieder habe ich Anfragen erhalten, ob sich das Labor bereits gemeldet hätte, und wie das mit der Abholung laufen könnte, denn der Herr wohnt in Baden-Württemberg, ich in Brandenburg. Er wollte am 10.5. zu mir kommen, um den Vogel abzuholen, aber nur dann, wenn die Laborergebnisse bis dahin eingetroffen sind. Und nun sind sie eingetroffen, aber er ist - auch per PN - vom Kauf zurückgetreten.

ktown
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Re: Bleibe ich auf den Laborkosten sitzen?

Beitrag von ktown » 08.05.18, 14:25

Angela0311 hat geschrieben:Und nun sind sie eingetroffen, aber er ist - auch per PN - vom Kauf zurückgetreten.
Als geht die Gegenseite von einem bestehenden Kaufvertrag aus. :wink:
Letztlich hilft das bezüglich der Kosten jedoch wenig.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Etienne777
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Re: Bleibe ich auf den Laborkosten sitzen?

Beitrag von Etienne777 » 08.05.18, 16:02

Anhand der bisherigen Darlegungen vermag ich noch nicht zu erkennen, ob hier von einem geschlossenen Kaufvertrag auszugehen sein wird, oder nicht. Darauf kommt es hinsichtlich der Kosten der Untersuchung aber nicht an. Denn der potentielle Käufer hat diese Untersuchung nicht nur verlangt, sondern auch die Kostenübernahme dafür zugesichert. In dieser Vereinbarung liegt ihrerseits ein schuldrechtlicher Vertrag, den der potentielle Vogelkäufer nicht einseitig aus der Welt schaffen kann.

Aus diesen Gründen hat der potentielle Käufer vertragsgemäß der anderen Vertragspartei die Auslagen zu erstatten, die dieser im Zusammenhang mit der Untersuchung entstanden / entstehen.

Der Knackpunkt könnte viel eher sein, daß der Verkäuferin möglicherweise eine ladungsfähige Anschrift des freundlichen Herrn nicht bekannt ist und es von daher schwierig wäre, ihn in Anspruch zu nehmen.
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Angela0311
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Re: Bleibe ich auf den Laborkosten sitzen?

Beitrag von Angela0311 » 08.05.18, 16:35

Danke.

Die Anschrift des potentiellen Käufers ist mir bekannt - daran soll es also nicht liegen.

Etienne777
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Re: Bleibe ich auf den Laborkosten sitzen?

Beitrag von Etienne777 » 08.05.18, 17:06

Angela0311 hat geschrieben:Danke.

Die Anschrift des potentiellen Käufers ist mir bekannt - daran soll es also nicht liegen.
Na das klingt doch schon mal gut. Ich würde in derartigen Fällen folgendes Vorgehen empfehlen:

1.) Rechnung(en) abwarten, damit die zur Rede stehenden Kosten auch genau bekannt und belegbar sind.

2.) Rechnung(en) kopieren und die Kopien zusammen mit einer schriftlichen Aufforderung zur Erstattung an den Herrn schicken. Dazu eine kalendermäßig bestimmte konkrete Frist setzen, Postlaufzeit + 14 Tage sollten insoweit ausreichen. Brief als Einschreiben mit Rückschein versenden. Bankverbindung angeben.

3.) Sollte die Zahlung nicht in der bestimmten Frist eingehen, könnte man

3a) Ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten. Dieses würde im Falle daß der Herr dagegen fristgerecht Widerspruch einlegt automatisch in ein streitiges Verfahren vor dem zuständigen Amtsgericht münden. Reagiert er hingegen nicht, ergeht ein vollstreckbarer Titel und Sie können das Geld über einen Gerichtsvollzieher eintreiben lassen.

3b) Sie erheben direkt (Leistungs-)Klage gegen den Herrn.

Der hier zu erwartende Streitwert liegt klar unter 5.000 €, daher wäre grundsätzlich das Amtsgericht sachlich zuständig. Anwaltszwang besteht weder im Mahnverfahren, noch vor dem Amtsgericht, aber selbstverständlich könnten Sie auch einen Anwalt mit Ihrer Vertretung beauftragen.

Für ein streitiges Verfahren vor dem Amtsgericht würden bei angenommen 500 € Streitwert 105 € Gerichtskosten fällig, außerdem - soweit überhaupt beauftragt - je Anwalt 157,68 €. Die unterliegende Partei trägt die gesamten Kosten.

Optimal ist es natürlich, wenn Sie dem Herrn die Rechtslage so deutlich vor Augen führen, daß er es gar nicht erst auf ein Mahn- oder Klageverfahren ankommen läßt sondern zahlt. Der Aspekt, daß er die Untersuchung gewünscht und mit Ihnen vereinbart hat, die damit verbundenen Kosten zu tragen, ist dabei der entscheidende Punkt. Diese vertragliche Vereinbarung ist nicht identisch mit einem geschlossenen oder auch nicht geschlossenen Kaufvertrag und auch nicht abhängig von diesem, sondern eine gesonderte Vereinbarung. An seiner Zusage die Untersuchungskosten zu übernehmen, wenn Sie die Untersuchung vornehmen lassen, muß sich der Herr festhalten lassen. Vertrag ist Vertrag.
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lerchenzunge
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Re: Bleibe ich auf den Laborkosten sitzen?

Beitrag von lerchenzunge » 08.05.18, 17:16

ich kenne mich mit Vögeln nicht so aus (jaja, kleiner Witz am Rande...), aber wenn ich von diesen Infos hier ausgehe:
https://www.dievogelschule.com/artikel/ ... ersuchung/
gehört der Test zum Schutz von Käufer und Verkäufer zu den empfohlenen Massnahmen. Kostet danach allerdings auch deutlich weniger als der von Dir erwartete Wert.

Ich bin mir daher keinesfalls so sicher, dass die Kosten in voller Höhe eingefordert werden können, sogar wenn eine Übernahme zuvor zugesagt wurde, es wäre vielmehr umgekehrt die "Wertsteigerung" des Papagei aufgrund des erfolgten Tests gegenüberzustellen.

Ich denke an folgende Analogie: bei einem Gebrauchtwagenkauf erklärt der Kaufinteressierte, er würde den Wagen nur nehmen, wenn zuvor die anstehende (=empfohlene) Inspektion durchgeführt wird und er würde dafür auch zahlen. Der Verkäufer lässt daher die Inspektion durchführen. Dann aber tritt der Käufer zurück. Kann nun der Verkäufer die Inspektionskosten in voller Höhe einfordern? Ich denke, es müsste die durch die Inspektion erfolgte Wertsteigerung bzw. bessere Verkaufbarkeit des Wagens gegengerechnet werden.

Und ebenso könnte ich mir vorstellen, dass der Forderung entgegengestellt werden kann und darf, dass die Verkaufsfähigkeit und der Verkaufserlös eines als gesund getesteten Papageis eben höher ist als der eines nicht getetsteten Papageis und auch der nächste Kaufinteressent einen solchen Test gefordert hätte.

Abseits davon sind die genannten 300 EUR eben weit höher als die in dem oben genannten Link aufgeführten, keine Ahnung, was hier richtig ist, aber falls die Kosten wirklich bei diesem TA deutlich über dem Normalmass liegen, so könnte die Einforderbarkeit der vollen Kosten schon deshalb nicht gegeben sein, sofern nicht zuvor auch eine Übernahme von Kosten in dieser, den normalen Wert überschreitenden Höhe vereinbart wurde.

Was nun die "psychischen Schäden" des Vogels angeht: die sind ja durch den Test bedingt und unabhängig davon, ob der Käufer den Vogel nimmt oder nicht nimmt... Wenn nun ein anderer Käufer den Vogel nimmt und der Vogel aufgrund vorliegender Testergebnisse nicht mehr getestet werden muss, aber sonst hätte getestet werden müssen, dann ändert sich da nichts. Wenn der Verkäufer dem Vogel die Belastung des Tests hätte ersparen wollen, hätte er ihn eben nicht testen lassen dürfen und den Kaufinteressenten abwimmeln müssen. Die Entscheidung lag allein beim Verkäufer, daher sehe ich daraus folgend keine Ansprüche.

Etienne777
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Re: Bleibe ich auf den Laborkosten sitzen?

Beitrag von Etienne777 » 08.05.18, 17:35

lerchenzunge hat geschrieben:Und ebenso könnte ich mir vorstellen, dass der Forderung entgegengestellt werden kann und darf, dass die Verkaufsfähigkeit und der Verkaufserlös eines als gesund getesteten Papageis eben höher ist als der eines nicht getetsteten Papageis und auch der nächste Kaufinteressent einen solchen Test gefordert hätte.
Vorstellen kann ich mir das auch, aber darauf kommt es nicht an. :mrgreen:

Wenn K mit V vereinbart, daß dieser eine bestimmte Untersuchung vornehmen läßt, und K die Übernahme dieser Kosten zusichert, sehe ich keinen Raum für irgendwelche Gegenrechnungen, zumal diese rein spekulativ sind. Wir wissen nicht, ob ein anderer Kaufinteressent eine solche Untersuchung wünschen würde. Wir wissen auch nicht, ob nach dieser Negativerfahrung überhaupt noch ein Verkauf des Vogels durch den V angesonnen wird und wir wissen ebenfalls nicht, ob ein etwaiger Verkauf dann so zeitnah erfolgen oder gelingen würde, daß die jetzigen Untersuchungsergebnisse dann noch aussagekräftig und insofern verwertbar wären.

Mit einer KFZ-Inspektion ist die Untersuchung noch weniger vergleichbar, denn bei einer KFZ-Inspektion wird nicht lediglich inspiziert, sondern auch gewartet und damit eine objektive Wertsteigerung herbeigeführt. Der Vogel wurde nicht gewartet, sondern offenbar hat er infolge einer iatrogenen posttraumatischen Belastungsstörung sogar eine Wertminderung erfahren, da er sich nun anders verhält, als vor dem Test. Das dürfte ihm auch merkantil zum Nachteil gereichen.
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FelixSt
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Re: Bleibe ich auf den Laborkosten sitzen?

Beitrag von FelixSt » 08.05.18, 18:53

Heißt das jetzt alles womöglich, dass man dem Vogel zur Wiederherstellung seines früheren Gemütszustandes eine Papageienpsychotherapie angedeihen lassen müsste, welche der unfreundliche Beinahekäufer auch zu bezahlen hätte?
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

Angela0311
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Re: Bleibe ich auf den Laborkosten sitzen?

Beitrag von Angela0311 » 10.05.18, 09:52

lerchenzunge hat geschrieben:ich kenne mich mit Vögeln nicht so aus (jaja, kleiner Witz am Rande...), aber wenn ich von diesen Infos hier ausgehe:
https://www.dievogelschule.com/artikel/ ... ersuchung/
gehört der Test zum Schutz von Käufer und Verkäufer zu den empfohlenen Massnahmen. Kostet danach allerdings auch deutlich weniger als der von Dir erwartete Wert.
Das stimmt nur zum Teil. Die Mehrheit der Züchter verkauft handaufgezogene Papageien. Dadurch, dass sie von den Eltern getrennt aufgewachsen und durch die Fütterung mit Kropfsonde, bis später Fütterung von Brei, Menschen kennen, die sie wahrscheinlich gar für ihre Eltern halten, kommen sie ihrem Käufer von Anfang an auf die Hand. So einen Superpapagei lässt sich der Züchter teuer bezahlen, wobei dem Käufer die paar Kröten für den Virentest kaum auffallen.

Bei mir gibt es keine Handaufzuchten! Mein Vogelpaar hat in den vergangenen 26 Jahren, die es bei mir lebt, exakt fünf Jungvögel aufziehen dürfen, und zwar völlig allein. In Papageienkreisen nennt sich diese Methode Naturbrut. Zwar geben Züchter auf ihren HP an, dass sie u.a. auch Naturbruten im Programm haben, doch wenn man gezielt danach fragt, wird man keine finden, was daran liegt, dass die Züchter behaupten, sie hätten sich für die Handaufzucht entscheiden müssen, um die Küken vor dem Hungertod zu retten.

Verkaufe ich meine Naturbrut, so bekomme ich für sie nur den Bruchteil dessen, was den Käufern eine Handaufzucht "wert" ist. Ich habe noch keinen Abnehmer meiner Nachzuchten getroffen, der mich nach einem Virentest gefragt hat. Die Preise, die du mit Hilfe es eingefügten Links nennst, sind unrealistisch. Ein einziger von fünf Virentests kostet 30,- €, Hinzu kommen Kosten für Serologie sowie tierärztliche Leistungen. Mein Käufer hat mich drum gebeten, den Virentest an einer Vet. Uniklinik durchführen zu lassen, wofür ich exakt 258,94 € zu zahlen habe. Hinzu kommen die Kosten für den Tierarzt, der dem Vogel die Proben entnommen hat.

Etienne777
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Re: Bleibe ich auf den Laborkosten sitzen?

Beitrag von Etienne777 » 10.05.18, 13:58

@Angela: Wenn die Rechnungen vorliegen, dann mal ran an die Bouletten, wie man in Brandenburg zu sagen pflegt. Knall dem Badenser Eene vor den Latz, die Sprache versteht er und Du sparst den Dolmetscher. :mrgreen:
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Re: Bleibe ich auf den Laborkosten sitzen?

Beitrag von Angela0311 » 11.05.18, 09:06

Etienne777 hat geschrieben:@Angela: Wenn die Rechnungen vorliegen, dann mal ran an die Bouletten, wie man in Brandenburg zu sagen pflegt. Knall dem Badenser Eene vor den Latz, die Sprache versteht er und Du sparst den Dolmetscher. :mrgreen:
Vielen Dank für eure Hilfe. Ich habe herausgegoogelt, wie man einen Mahnbescheid beantragt, bin seit Mittwoch auch in Besitz der Rechnung und dann jehts avanti ran an die Pfeife :wink:

ktown
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Re: Bleibe ich auf den Laborkosten sitzen?

Beitrag von ktown » 11.05.18, 09:12

Ich finde es verwegen, auf Basis dieses Threads einen Weg einzuschlagen, der letztlich vielleicht richtig, aber auch komplett falsch sein kann.

Hier erfolgte keine Rechtsberatung, weil keiner, ja absolut niemand, alle Fakten kennt und kennen kann. Deshalb sollte das Geld für eine Erstberatung bei einem Anwalt nie gescheut werden.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Bleibe ich auf den Laborkosten sitzen?

Beitrag von freemont » 11.05.18, 11:00

lerchenzunge hat geschrieben:...
Ich bin mir daher keinesfalls so sicher, dass die Kosten in voller Höhe eingefordert werden können, sogar wenn eine Übernahme zuvor zugesagt wurde, es wäre vielmehr umgekehrt die "Wertsteigerung" des Papagei aufgrund des erfolgten Tests gegenüberzustellen.

Ich denke an folgende Analogie: bei einem Gebrauchtwagenkauf erklärt der Kaufinteressierte, er würde den Wagen nur nehmen, wenn zuvor die anstehende (=empfohlene) Inspektion durchgeführt wird und er würde dafür auch zahlen.
...
Das sehe ich genau so. Ich würde es aber eher mit einem KFZ-Sachverständigengutachten vergleichen, das Mangelfreiheit bestätigt.

Der negative Virentetst hat auf jeden Fall eine verkaufspreissteigernde Wirkung, es fragt sich nur in welcher Höhe. Das Tier soll ja offensichtlich verkauft werden, nutzloser Aufwand ist das Gutachten damit nicht.

Was wird für so ein Zucht-Tier eigentlich gezahlt? Von 500 EUR sind 250 EUR 50%, von 5.000 EUR aber nur 5%. Im zweiten Fall wäre es durchaus realistisch, dass die Kosten beim anderweitigen Verkauf wieder erwirtschaftet werden können.

Ein Mahbverfahren ist i.Ü. kein Selbstläufer, wenn der Gegner sich wehrt, mündet das in ein ganz normales Urteilsverfahren. Man kann sich dann einem gegnerischen Rechtsanwalt gegenüber sehen, muss eine Klageschrift produzieren, seinen Anspruch begründen, ggf. Gegenargumente widerlegen, die mündliche Verhandlung wahrnehmen usf.

Dazu hat nicht Jeder Zeit und Lust, bevor man vorschnell mit dem Mahnbescheid den Zug aufs Gleis setzt, sollte man sich das überlegen.

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