Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Recht rund ums Tier

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koenigboss
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Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von koenigboss » 28.10.19, 14:23

Hallo,

folgende Situation:

Person A stellt auf seinem Grundstück eine Kastenfalle, (mit der u.A. Ratten, Füchse, Marder. Waschbären gefangen werden können) in der Absicht, Ratten zu fangen.
Person B (zuständiger Jäger) sieht dies durch Zufall und erstattet Anzeige wegen Wilderei.
Wie soll nun nachgewiesen werden dass Person A damit dem Jagdrecht unterliegendes Wild fangen wollte und nicht im Sinne der Schädlingsbekämpfung Ratten?
Wie ist der Fall zu bewerten?

Danke im Voraus

Kamikaze2001
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von Kamikaze2001 » 28.10.19, 18:22

koenigboss hat geschrieben:
28.10.19, 14:23
Person A stellt auf seinem Grundstück eine Kastenfalle, (mit der u.A. Ratten, Füchse, Marder. Waschbären gefangen werden können) in der Absicht, Ratten zu fangen.
Woher soll denn der Waschbär oder Fuchs wissen das die Falle gar nicht für ihn bestimmt ist?

Nach §1, Abs. 4 BJG gilt das Aufstellen einer Falle als Jagd, wenn Person A also kein Jäger ist, dann ist das Wilderei.
Gewisse Tiere wie eben Ratten und Mäuse (freien Tierfang) könnten theoretisch auf privatem Grundstück ohne Jagderlaubnis gefangen werden, allerdings setzen viele Bundesländer dazu einen Nachweis voraus (Fallenlehrgang bzw. Fallenschein).
Wenn es dazu dann noch eine Falle ist in der wie beschrieben auch ein Fuchs oder anderes großes Tier passen würde, dann glaube ich nicht das man Person A da noch viel nachweisen muss, eben weil nicht zulässig. Selbst ein Jäger ist verpflichtet selektive Fallen zu nutzen, also für eine bestimmte Tierart.

FM
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von FM » 28.10.19, 19:21

Lebendfallen für Ratten haben eine Öffnung von ca. 9 - 12 cm Breite und sind meist unter 30 cm lang, da passt kein Fuchs oder Waschbär rein. Die Behauptung mit einer großen Fall wollte man Ratten fangen ist in etwa so glaubwürdig wie eine Kalaschnikow zur Mäusejagd.

fool1
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von fool1 » 28.10.19, 22:44

Moin!
koenigboss hat geschrieben:
28.10.19, 14:23
Person A stellt auf seinem Grundstück eine Kastenfalle, (mit der u.A. Ratten, Füchse, Marder. Waschbären gefangen werden können) in der Absicht, Ratten zu fangen.
Strafgesetzbuch
§ 292 StGB Jagdwilderei

(1) Wer unter Verletzung fremden Jagdrechts oder Jagdausübungsrechts

1. dem Wild nachstellt, es fängt, erlegt oder sich oder einem Dritten zueignet oder
2. eine Sache, die dem Jagdrecht unterliegt, sich oder einem Dritten zueignet, beschädigt oder zerstört,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Gruß
fool1
Nichts ist engherziger als Chauvinismus oder Rassenhaß. Mir sind alle Menschen gleich, überall gibt's Schafsköpfe und für alle habe ich die gleiche Verachtung. Nur keine kleinlichen Vorurteile!
Karl Kraus (1874 - 1936)

Für Dieter und Felix

winterspaziergang
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von winterspaziergang » 28.10.19, 22:46

koenigboss hat geschrieben:
28.10.19, 14:23
Hallo,

folgende Situation:

Person A stellt auf seinem Grundstück eine Kastenfalle, (mit der u.A. Ratten, Füchse, Marder. Waschbären gefangen werden können) in der Absicht, Ratten zu fangen.
und wieso nimmt er dazu keine Falle, in die sich nur Ratten und keine größeren Tiere fangen lassen?
Person B (zuständiger Jäger) sieht dies durch Zufall und erstattet Anzeige wegen Wilderei.
Wie soll nun nachgewiesen werden dass Person A damit dem Jagdrecht unterliegendes Wild fangen wollte und nicht im Sinne der Schädlingsbekämpfung Ratten?
indem er darlegt, wieso er keine kleinere Falle genommen hat und wie er vermeiden wollte, Füchse und Waschbären, etc. zu fangen
Wie ist der Fall zu bewerten?
dass A zumindest billigend in Kauf genommen hat, Füchse und Waschbären zu fangen. Die Behauptung mit einer so großen Falle nur Ratten fangen zu wollen, ist unglaubwürdig.

Tastenspitz
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von Tastenspitz » 29.10.19, 06:46

winterspaziergang hat geschrieben:
28.10.19, 22:46
wieso nimmt er dazu keine Falle, in die sich nur Ratten und keine größeren Tiere fangen lassen?
Weil es die nicht gibt? Mir ist keine Lebendfalle bekannt, welche ausschließlich Ratten fängt. Wie auch. Mit Türsteher und "du kummst hier net rein" Spruch?
winterspaziergang hat geschrieben:
28.10.19, 22:46
wieso er keine kleinere Falle genommen
weil er die Falle schon hatte und eine ander erst hätte kaufen müssen.... zB.
winterspaziergang hat geschrieben:
28.10.19, 22:46
Füchse und Waschbären, etc.
Die kann man wieder freilassen, wenn man es auf Ratten abgesehen hat.
Abschließend:
Ratten und andere Fressschädlinge erlegt man am effektivsten mittels Giftködern in einer entsprechenden Köderstation. Sagt mein Schädlingsbekämpfer.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

koenigboss
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von koenigboss » 29.10.19, 06:58

Danke euch. So hatte ich das vermutet. :wink:

winterspaziergang
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von winterspaziergang » 29.10.19, 07:36

Tastenspitz hat geschrieben:
29.10.19, 06:46
winterspaziergang hat geschrieben:
28.10.19, 22:46
wieso nimmt er dazu keine Falle, in die sich nur Ratten und keine größeren Tiere fangen lassen?
Weil es die nicht gibt? Mir ist keine Lebendfalle bekannt, welche ausschließlich Ratten fängt. Wie auch. Mit Türsteher und "du kummst hier net rein" Spruch
Kenne mich nicht aus.
Hatte auch weniger an eine Falle gedacht, die nur Ratten fängt oder einen Türstehen hat und mehr an eine, die einfach zu klein für einen Fuchs oder Waschbären ist.
Wenn es nur Fallen gibt, in die alle möglichen Tiere passen, stellt sich die Frage, ob der nicht Befugte sie anwenden darf. Offenbar sah der Jäger das als nicht gegeben.
winterspaziergang hat geschrieben:
28.10.19, 22:46
wieso er keine kleinere Falle genommen
weil er die Falle schon hatte und eine ander erst hätte kaufen müssen.... zB.
ja- und?
winterspaziergang hat geschrieben:
28.10.19, 22:46
Füchse und Waschbären, etc.
Die kann man wieder freilassen, wenn man es auf Ratten abgesehen hat.
schon, aber es scheint dem Gesetz nicht zu genügen, dass man das Wild erst fängt, um es dann - vielleicht- wieder freizulassen. Neben Gesetzten die Jagd betreffend, könnte auch der Tierschutz betroffen sein.

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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von Tastenspitz » 29.10.19, 08:49

winterspaziergang hat geschrieben:
29.10.19, 07:36
ie einfach zu klein für einen Fuchs oder Waschbären ist.
Also ein Schild "Zutritt nur für ausgewachsene Tiere"? :) Erkennen sie das Problem?
Eine Falle unterscheidet nicht nach Alter, Tierart, Geschlecht, geschützt oder nicht. Man kann allenfalls mit dem Köder/Lockstoff hier differenzieren und ganz grob nach der Größe.
winterspaziergang hat geschrieben:
29.10.19, 07:36
es scheint dem Gesetz nicht zu genügen, dass man das Wild erst fängt, um es dann - vielleicht- wieder freizulassen.
Quelle dazu?
Zweck der Falle ist es Ratten zu fangen was afaik auch dem Privatmann erlaubt ist. Was also mache ich mit einem Waschbärjungen in einer solchen Falle, ohne gegen das Gesetz zu verstoßen?
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FM
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von FM » 29.10.19, 10:53

Tastenspitz hat geschrieben:
29.10.19, 06:46
winterspaziergang hat geschrieben:
28.10.19, 22:46
wieso nimmt er dazu keine Falle, in die sich nur Ratten und keine größeren Tiere fangen lassen?
Weil es die nicht gibt? Mir ist keine Lebendfalle bekannt, welche ausschließlich Ratten fängt. Wie auch. Mit Türsteher und "du kummst hier net rein"
Wichtigster Filter ist die Größe. Man bediene eine Suchmaschine mit dem Wort Rattenfalle. Da passt eben kein Fuchs rein.

Ein Wiesel vielleicht schon, oder eine Schlange. Aber da ist ein weiterer Filter der Köder. Marder und Schlangen wollen vieles nicht, was Nager schon nehmen, z.B. Schokolade.

Und schließlich noch der Aufstellort: ein Vogel würde zwar Getreide auch fressen, begibt sich aber nicht in höhlenartige Umgebung.

Es wäre zwar immer noch denkbar, dass statt der Ratte ein Eichhörnchen oder eine Maus in die Falle tappt, aber die unterliegen auch nicht dem Jagdrecht.

Tastenspitz
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von Tastenspitz » 29.10.19, 10:58

Meine Rede...
Ein Wiesel vielleicht schon, oder eine Schlange.
...oder ein Siebenschläfer, ein Grauhörnchen, ein Igel, eine Katze, Hamster, Meerschweinchen, Marder, Iltis,....
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von winterspaziergang » 29.10.19, 11:16

Tastenspitz hat geschrieben:
29.10.19, 08:49
winterspaziergang hat geschrieben:
29.10.19, 07:36
ie einfach zu klein für einen Fuchs oder Waschbären ist.
Also ein Schild "Zutritt nur für ausgewachsene Tiere"? :) Erkennen sie das Problem?
Eine Falle unterscheidet nicht nach Alter, Tierart, Geschlecht, geschützt oder nicht.
ja, erkenne es. Wenn die Falle nicht unterscheidet und man kein Befugter ist, darf man sie nicht aufstellen
Man kann allenfalls mit dem Köder/Lockstoff hier differenzieren und ganz grob nach der Größe.
grob nach Größe macht keinen Sinn, aber ich lasse es mal so stehen
winterspaziergang hat geschrieben:
29.10.19, 07:36
es scheint dem Gesetz nicht zu genügen, dass man das Wild erst fängt, um es dann - vielleicht- wieder freizulassen.
Quelle dazu?
Zweck der Falle ist es Ratten zu fangen was afaik auch dem Privatmann erlaubt ist. Was also mache ich mit einem Waschbärjungen in einer solchen Falle, ohne gegen das Gesetz zu verstoßen?
sich vorher informieren, um genau das zu vermeiden

FM
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von FM » 29.10.19, 11:21

Von den jagdbaren Tieren https://www.gesetze-im-internet.de/bjagdg/__2.html dürfte schon von der Größe her nur das Mauswiesel in eine Rattenfalle passen. Das dürfte sich aber durch die Köderwahl gut ausschließen lassen. Beim (Feld-)Hamster bekommt man eher Probleme mit dem Naturschutz- als mit dem Jagdrecht, insbesondere wenn es Tötungsfallen wären (weshalb diese nicht immer die bessere Alternative sind).

Ein sehr junger Feldhase würde wohl auch reinpassen, aber ob der in dem Alter überhaupt schon selbst auf Futtersuche geht?

Im Ausgangsfall ging es aber um eine Falle, die offenbar ausdrücklich geeignet ist zum Fangen jagdbarer Tiere.

Tastenspitz
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von Tastenspitz » 29.10.19, 11:39

winterspaziergang hat geschrieben:
29.10.19, 11:16
ja, erkenne es. Wenn die Falle nicht unterscheidet und man kein Befugter ist, darf man sie nicht aufstellen
Und wieder die Frage nach der Quelle. M.W. darf ich eine Rattenfalle aufstellen ohne Jagdschein, Fallensachkunde oder wie auch immer das heißen mag. Wo und wie bekomme ich diese Befugnis?
winterspaziergang hat geschrieben:
29.10.19, 07:36
sich vorher informieren, um genau das zu vermeiden
Aha. Und wo?
winterspaziergang hat geschrieben:
29.10.19, 07:36
es scheint dem Gesetz nicht zu genügen, dass man das Wild erst fängt, um es dann - vielleicht- wieder freizulassen.
Auch hier hatte ich nach der Quelle gefragt. Gibts da was oder bleibt es eine Meinung?
FM hat geschrieben:
29.10.19, 11:21
Im Ausgangsfall ging es aber um eine Falle, die offenbar ausdrücklich geeignet ist zum Fangen jagdbarer Tiere.
Ja. Ich würde auf eine größere Lebendfalle tippen. Die ist per se für Ratten auch eher ungeeignet, weil die das sofort erkennen, dass das eine Falle ist.
Die Frage ist aber letztlich, ob es auf Privatgrund verboten/strafbar ist, sowas aufzustellen.
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von FM » 29.10.19, 11:51

Wenn man keinen Jgdschein hat, ist die Jagd auch auf eigenem Grund und Boden verboten.

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