Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Recht rund ums Tier

Moderator: FDR-Team

winterspaziergang
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von winterspaziergang »

Tastenspitz hat geschrieben:
29.10.19, 11:39
winterspaziergang hat geschrieben:
29.10.19, 11:16
ja, erkenne es. Wenn die Falle nicht unterscheidet und man kein Befugter ist, darf man sie nicht aufstellen
Und wieder die Frage nach der Quelle. M.W. darf ich eine Rattenfalle aufstellen ohne Jagdschein, Fallensachkunde oder wie auch immer das heißen mag. Wo und wie bekomme ich diese Befugnis?
winterspaziergang hat geschrieben:
29.10.19, 07:36
sich vorher informieren, um genau das zu vermeiden
Aha. Und wo?
winterspaziergang hat geschrieben:
29.10.19, 07:36
es scheint dem Gesetz nicht zu genügen, dass man das Wild erst fängt, um es dann - vielleicht- wieder freizulassen.
Auch hier hatte ich nach der Quelle gefragt. Gibts da was oder bleibt es eine Meinung?
FM hat geschrieben:
29.10.19, 11:21
Im Ausgangsfall ging es aber um eine Falle, die offenbar ausdrücklich geeignet ist zum Fangen jagdbarer Tiere.
Ja. Ich würde auf eine größere Lebendfalle tippen. Die ist per se für Ratten auch eher ungeeignet, weil die das sofort erkennen, dass das eine Falle ist.
Die Frage ist aber letztlich, ob es auf Privatgrund verboten/strafbar ist, sowas aufzustellen.
Die Quelle steht m.E. im ersten Beitrag als Antwort auf die Frage des TE.
Meine Beiträge sind in der Tat Meinungen, auf die Frage,
Wie ist der Fall zu bewerten?
Da stellt jemand eine Falle auf, die zuuufällig auch größere Tiere fängt, fragt sich, wieso der Jäger ihn anzeigt und fragt hier, wie er da raus kommt.
Dass meine Antworten rechtsgültig sind, habe ich nirgends behauptet
:)

Kamikaze2001
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von Kamikaze2001 »

Tastenspitz hat geschrieben:
29.10.19, 11:39
Und wieder die Frage nach der Quelle. M.W. darf ich eine Rattenfalle aufstellen ohne Jagdschein, Fallensachkunde oder wie auch immer das heißen mag. Wo und wie bekomme ich diese Befugnis?
Immer noch: §1, Abs. 4 BJG
Weiterhin zusätzlich gegegelt in den jeweiligen Jagdgesetzen der Bundesländer.

Und ja, eine Rattenfalle darf man in seinem Garten aufstellen, aber keine Lebendfalle in die eine Ratte oder aber auch ein Fuchs, eine Katze oder ein anderes (jagdrechtlich erfasstes) Tier gelangen könnte. Das eine Rattenfalle andere Größen hat, man andere Köder verwendet oder eben "die Beute" durch gezielte Positionierung der Falle eingegrenzt werden kann, dies wurde ja schon ausreichend beschrieben.
Stelle ich bspw. eine Schlagfalle auf und Nachbars Katze tritt rein, dann ist dies vermutlich dumm gelaufen, im wahresten Sinne des Wortes. Stelle ich eine große Lebendfalle auf und statt der Ratte landet der Marder oder Fuchs drin, dann bin ich laut Gesetz erstmal ein Wilderer.

Den Fallenschein wird vermutlich nicht jeder einfach machen können, bei der Jagdprüfung wird dieser meist an einem zusätzlichen Tag absolviert.
Da Jagdrecht eben von Bundesland zu Bundesland anders geregelt ist, ist der Fallenschein in Bayern nur als Jäger zu machen, in Hessen zum Beispiel auch als Privatperson.

Tastenspitz
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von Tastenspitz »

Kamikaze2001 hat geschrieben:
30.10.19, 22:00
Und ja, eine Rattenfalle darf man in seinem Garten aufstellen, aber keine Lebendfalle in die eine Ratte oder aber auch ein Fuchs, eine Katze oder ein anderes (jagdrechtlich erfasstes) Tier gelangen könnte.
So etwas wird es nicht geben. Lebendfallen für Ratten sind von der Große her immer geeignet auch kleines Wild zu fangen.
Kamikaze2001 hat geschrieben:
30.10.19, 22:00
Stelle ich bspw. eine Schlagfalle auf und Nachbars Katze tritt rein, dann ist dies vermutlich dumm gelaufen, im wahresten Sinne des Wortes.
Und wenn dort ein Siebenschläfer zu Tode kommt ist es noch dümmer.
Aber wir kommen hier nicht weiter.
MM. nach kann man für das simple Aufstellen einer Falle auf dem eigenen Grund nicht per se zum Wilderer werden. Der Behörde wird es obliegen nachzuweisen, dass man eben nicht nur Ratten fangen will. Eine Beweislastumkehr sehe zumindest ich nicht als gegeben an.

Abschließend - aus einer Lebendfalle kann man versehentlich gefangenes Wild oder Nachbars Katze befreien. Aus eine Schlagfalle auch, aber meist halt nur einmal.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

FM
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von FM »

Eine Falle, mit der man Füchse und Waschbären fangen kann (und als solche ist sie offenbar ausdrücklich bezeichnet), ist eine Falle die für kleinere Tiere nicht geeignet ist, siehe z.B.:
https://www.gesetze-bayern.de/Content/D ... ayAVJG-12a
Es ist anzunehmen, dass das in anderen Ländern ähnlich geregelt ist, kann man nachsehen.

Wer eine Fuchsfalle verwendet und behauptet er würde nur Ratten nachstellen, wird also kaum Glauben finden können. Auch wenn der Hersteller - wie im Ausgangsfall wohl - angibt es könnten auch Ratten gefangen werden, ändert das nichts daran, dass sie dafür nicht zulässig ist. Der Hinweis kann wohl nur bedeuten, rein technisch könne es passiern, hat aber ohnehin keine rechtliche Bedeutung (so wie z.B. auch klassische Glühbirnen nicht verkauft werden dürfen, auch wenn man "Elektroheizung" auf die Verpackung schreibt). Und das Nachstellen alleine erfüllt schon den Tatbestand der Jagdwilderei, nicht erst der erfolgreiche Fang.

deerhunter
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von deerhunter »

Person A stellt auf seinem Grundstück eine Kastenfalle, (mit der u.A. Ratten, Füchse, Marder. Waschbären gefangen werden können) in der Absicht, Ratten zu fangen.
Person B (zuständiger Jäger) sieht dies durch Zufall und erstattet Anzeige wegen Wilderei
Ist das Grundstück im Dorf / Stadt? Eingezäunt? Dann wäre es befriedeter Bereich und aus der Jagd raus!

Dazu gibt es je nach Bundesland auch Ausnahmen für die Fallenjagd auf eigenem Grundstück

http://backyard-safari.blogspot.com/200 ... eines.html
Gruß

Adam

Chaosprinzessin
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Re: Fallenjagd / Schädlingsbekämpfung

Beitrag von Chaosprinzessin »

Was mich unabhängig von den juristischen Feinheiten der Sache wundert ist der Umstand, dass man sich bei dem Problem nicht als erstes an den zuständigen Jagdpächter wendet. Der dürfte sich auch mit den juristischen Gegebenheiten bestens auskennen, und er wäre auch derjenige, der im Erfolgsfalle fachgerecht den unangenehmsten Part übernähme.

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