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Pferdeboxvermietung - nachträgliche Ansprüche des Einstellers

Verfasst: 21.02.20, 11:37
von NurIch03
Hallo.

eine Pferdebesitzerin hat ihr Pferd zu einem festen Preis eingestellt. In dem Preis ist auch füttern und misten enthalten. Wenn das Pferd mind. 1 Monat mal nicht eingestellt ist, besteht laut Gebührenordnung die Möglichkeit der Zahlung einer Kaltmiete.

Anfang 2020 möchte die Besitzerin Ansprüche auf Kaltmiete aus dem Jahr 2018 geltend machen da sie mit ihrem Pferd da 6 Wochen im Urlaub war.

Eine Frist für etwaige Ansprüche gibt es im Vertrag nicht.

Bisher war es gängige Praxis, dass die Besitzer spätestens bei Beginn des Urlaub mitgeteilt haben, wie lange sie das Pferd anderweitig unterbringen und die Miete wurde direkt oder spätestens im Folgemonat verrechnet.
Wie lange kann die Einstellerin diese Ansprüche geltend machen? Und wo steht die entsprechende Regelung?

Vielen Dank

VG

Re: Pferdeboxvermietung - nachträgliche Ansprüche des Einstellers

Verfasst: 21.02.20, 12:06
von Tastenspitz
Vorab - der Vermieter hat es sicher mitbekommen, dass das Pferd in 2018 6 Woche weg war. Insofern wäre dieser nach Vertrag wohl verpflichtet gewesen, den Mietzins entsprechend zu berechnen. Es sei denn, diese Minderung ist nur auf Antrag zu gewähren. Muss man im Vertrag nachsehen.
Gesetzliche Verjährung ist regelmäßig 3 Jahre zum Jahresende. Ansprüche aus 2018 verjähren somit Ende 2021.
Bei beendeten Verträgen muss man sich 548 BGB ansehen.
Abschließend sollte man es sich als Mieter überlegen, wie dringend man das braucht, weil es für den Vermieter problemlos möglich ist, den Vertrag fristgerecht zu kündigen. Schutzrechte wie bei Wohnungsmiete gibt es hier nicht.

Re: Pferdeboxvermietung - nachträgliche Ansprüche des Einstellers

Verfasst: 21.02.20, 12:14
von NurIch03
Der Vermieter ist ein Verein. Da der Vorstand, wie den Mitgliedern bekannt ist, nur selten auf der Anlage ist, weiß der Vorstand nicht immer wie lange ein Pferd nicht vor Ort ist. Es ist darum jetzt auch schwierig nachzuvollziehen ob und wie lange das Pferd nicht auf der Anlage war.

Der Vertrag wurde nicht beendet.

Re: Pferdeboxvermietung - nachträgliche Ansprüche des Einstellers

Verfasst: 21.02.20, 12:38
von Tastenspitz
Wie gesagt - wenn es Praxis ist hier nur auf Antrag zu mindern, sollte sich der Verein diesen Anspruch aus 2018 nachweisen lassen.
Ein "ich war im Urlaub" ergibt nicht automatisch, dass dann im Urlaubshotel das Pferd auf dem Flur gestanden hat. :D

Re: Pferdeboxvermietung - nachträgliche Ansprüche des Einstellers

Verfasst: 21.02.20, 12:57
von ktown
Ich geh mal davon aus, dass die Kaltmiete geringer ist als die übliche Gebühr.
Wurden die 6 Wochen in der Jahresgebühr berücksichtigt (heißt abgezogen)?

Re: Pferdeboxvermietung - nachträgliche Ansprüche des Einstellers

Verfasst: 21.02.20, 13:15
von Zafilutsche
NurIch03 hat geschrieben:
21.02.20, 11:37
Bisher war es gängige Praxis, dass die Besitzer spätestens bei Beginn des Urlaub mitgeteilt haben, wie lange sie das Pferd anderweitig unterbringen und die Miete wurde direkt oder spätestens im Folgemonat verrechnet.
Ich glaube solange keine Regelung in der "Vereinssatzung" steht, könnte man das vielleicht als "Betriebliche Übung" bezeichnen. Die mögliche einrede einer Verjährung würde erst nach der zuvor genannten Frist wirken. Grundsätzlich würde ich als Verein für eine "Nachvollziehbarkeit/Rückverfolgbarkeit" sorgen, wann welches Pferd an bzw. abgemeldet ist/war.
So könnten ja Behauptungen und Gegenbehauptungen immer zu Stress führen. Klare Regeln helfen Konflikte zu vermeiden!

Re: Pferdeboxvermietung - nachträgliche Ansprüche des Einstellers

Verfasst: 21.02.20, 18:36
von NurIch03
ktown hat geschrieben:
21.02.20, 12:57
Ich geh mal davon aus, dass die Kaltmiete geringer ist als die übliche Gebühr.
Wurden die 6 Wochen in der Jahresgebühr berücksichtigt (heißt abgezogen)?

Nein, da dem Vorstand nicht bekannt war, wie lange das Pferd nicht auf der Anlage war.

Die Gebühr ist geringer, aber eine Kürzung findet immer erst ab 1 Monat statt.

Re: Pferdeboxvermietung - nachträgliche Ansprüche des Einstellers

Verfasst: 21.02.20, 18:38
von NurIch03
Zafilutsche hat geschrieben:
21.02.20, 13:15
NurIch03 hat geschrieben:
21.02.20, 11:37
Bisher war es gängige Praxis, dass die Besitzer spätestens bei Beginn des Urlaub mitgeteilt haben, wie lange sie das Pferd anderweitig unterbringen und die Miete wurde direkt oder spätestens im Folgemonat verrechnet.
Ich glaube solange keine Regelung in der "Vereinssatzung" steht, könnte man das vielleicht als "Betriebliche Übung" bezeichnen. Die mögliche einrede einer Verjährung würde erst nach der zuvor genannten Frist wirken. Grundsätzlich würde ich als Verein für eine "Nachvollziehbarkeit/Rückverfolgbarkeit" sorgen, wann welches Pferd an bzw. abgemeldet ist/war.
So könnten ja Behauptungen und Gegenbehauptungen immer zu Stress führen. Klare Regeln helfen Konflikte zu vermeiden!
Eigentlich gehört so etwas in einen Vertrag, das ist schon klar. Aber in der Vergangenheit wurde bei jedem Vorstandswechsel auch ein neuer Vertrag aufgesetzt und der Vertrag um den es geht ist schon einige Jahre alt. Betriebliche Übung ist aber eine gute Idee.

Vielen Dank an alle für die Anregungen