Langzeitlieferantenerklärung ungültig?

internationale Wirtschaftsbeziehungen, Import/Export, Vertragsgestaltung, Durchsetzung/Sicherung von Forderungen, internationale Rechtshilfe in Strafsachen

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Zafilutsche
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Langzeitlieferantenerklärung ungültig?

Beitrag von Zafilutsche » 31.10.18, 10:49

Habe aktuell folgendes Thema:

Unternehmer U (GF=Geschäftsführer) stellt eine auf 1 Jahr befristete Langzeitlieferantenerklärung aus. Nennen wir es Erklärung 1.
Nun möchte ein Kunde eine solche Erklärung haben, wo ein Land welches in der Erklärung 1 nicht genannt worden ist
nun in der neuen Erklärung neu mit aufgelistet ist.
1. Folglich wird Erklärung 1 vom U (GF) für ungültig erklärt und stattdessen tritt Erklärung 2 in Kraft (Gleicher Inhalt + Ergänzendes Land). Soweit so richtig?
2. Im verlauf der befristeten Zeit werden z.B. Gesellschafterverhältnisse/Geschäftsführer verändert -> Erklärung 1 bleibt dennoch gültig? Oder wie zuvor? Erklärung 1 wird durch aktuellen GF/Gesellschafter für ungültig erklärt und durch Erklärung 2 ersetzt?
3. Kunde behauptet als CoO (Country of Origin) in der Langzeitlieferantenerklärung ist die Angabe "EU" nicht ausreichend, Verbände z.B. IHK schreiben "EU" ist als CoO ausreichend. Wer hat Recht?
Wäre schön wenn jemand Infos, links oder Hinweise geben könnte.
Danke!

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Re: Langzeitlieferantenerklärung ungültig?

Beitrag von Zafilutsche » 14.11.18, 11:51

Ich habe zwischenzeitlich weitere Erkenntnisse gewinnen können die ich gerne teile:
zu 1: Die alte Erklärung 1 wird durch das Hinzufügen eines weiteren Landes im Prinzip nur erweitert.
Richtig ist die alte Erklärung ist bis zu dem Tag gültig an der die erweiterte Erklärung anschliesst.
D.h. wenn geprüft ist, dass das hinzugefügte Land z.B. zum Kreise der Präfferenzberechtigten
Ländern gehört, kann und darf (sofern die Kalkulationsregeln beachtet und dokumentiert sind)
ab dem Tag der Feststellung bescheinigt werden. (Da wären u.a. die Langzeitlieferantenerklärungen
der Zulieferer zu prüfen für welche Länder ihre Erklärungen ausgestellt worden sind)
zu 3. Deutet sich an, dass vermutlich aus Unwissenheit "Floskeln" ungeprüft in einer Lieferantenkette
weiter gereicht werden. Rückfragen nach Grundlagen solcher Behauptungen werden scheinbar ignoriert.
Aber falls jemand weitergehende Infos hat, immer her damit! Man lernt bekanntlich nie aus!

Zafilutsche
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Re: Langzeitlieferantenerklärung ungültig?

Beitrag von Zafilutsche » 08.02.19, 10:56

Hm- wegen der eigenen Verunsicherung und dem daraus resultierendem nachfragen und bohren, kommen neben den eigenen Erkenntnissen die Verunsicherungen/Probleme von Kunden und Lieferanten zur korrekten Ausstellung einer Langzeitlieferantenerklärung zum tragen.
Erkenntnis: Wenn die ausgestellten Erklärungen vom Zulieferer falsch und damit auch ungültig sind, kann der U (GF) seinem Kunden gar keine gültige Erklärung ausstellen,
oder zumindest erklären dass der Warenursprung seiner Ware nicht zweifelsfrei belegbar ist.
Also werden fehlerhafte/ungültige Erklärungen wie "Sachmängel" reklamiert, da sie je nach beanstandetem Fehler/Mangel zu einem ungültigen Dokument führen, welches aber die Grundlage
zum Ausstellen einer verbindlichen Erklärung des "U" erforderlich ist. (Die Dokumente müssen bekanntlich ja auch aufbewahrt werden)

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