Kündigung wegen angeblichem Diebstahl! Rechte? Folgen? Regress?

Moderator: FDR-Team

Evariste
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Re: Kündigung wegen angeblichem Diebstahl! Rechte? Folgen? Regress?

Beitrag von Evariste »

Gaia hat geschrieben:
16.10.20, 15:46
Wenn der / die AN in den Beiträgen des / der TE immer die selbe Person ist, braucht diese m.E. Hilfe. Und zwar keine juristische.
Wie kommen Sie denn auf dieses schmale Brett?

Gaia
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Re: Kündigung wegen angeblichem Diebstahl! Rechte? Folgen? Regress?

Beitrag von Gaia »

Evariste hat geschrieben:
17.10.20, 00:18
Wie kommen Sie denn auf dieses schmale Brett?
Ich lese die Beiträge und frage mich, wie wes wohl jemandem gehen muß, der offenbar einen nicht ganz unwesentlichen Teil seines (Berufs-)Lebens damit verbraucht, Probleme mit seinen Kollegen zu haben.

Tastenspitz
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Re: Kündigung wegen angeblichem Diebstahl! Rechte? Folgen? Regress?

Beitrag von Tastenspitz »

Gaia hat geschrieben:
17.10.20, 13:27
Probleme mit seinen Kollegen zu haben.
So wie dem Autofahrer auf der Autobahn, der die Geisterfahrermeldung im Radio hört und sagt: "Ein Geisterfahrer? Das sind HUNDERTE!!" :wink:
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Evariste
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Re: Kündigung wegen angeblichem Diebstahl! Rechte? Folgen? Regress?

Beitrag von Evariste »

Gaia hat geschrieben:
17.10.20, 13:27
Evariste hat geschrieben:
17.10.20, 00:18
Wie kommen Sie denn auf dieses schmale Brett?
Ich lese die Beiträge und frage mich, wie wes wohl jemandem gehen muß, der offenbar einen nicht ganz unwesentlichen Teil seines (Berufs-)Lebens damit verbraucht, Probleme mit seinen Kollegen zu haben.
Laut Sachverhalt ist es aber wohl nur ein Kollege, oder habe ich da was verpasst? Und selbst wenn es mehrere sind, "passt nicht ins Team" (wie in dem anderen Thread erwähnt) ist nicht unbedingt die Schuld desjenigen, der nicht ins Team passt. Und immerhin geht es wohl um eine Kündigung, da ist es doch klar, dass man sich Gedanken macht.

(Kleiner Exkurs :
Ein Buch, das ich vor kurzem gelesen habe, "Efficient DevOps" von Jennifer Davis & Ryn Daniels enthält ein schönes Negativbeispiel für "Culture Fit", wie man das "passt ins Team" im Englischen bezeichnet.
When candidates were brought in for interviews, if they did well enough on the technical interviews in the morning, the team would invite them out to lunch to see if they were a culture fit... culture fit turned into a question of "Do I enjoy drinking with this person?" ... [he] saw the team dismiss a couple of highly qualified candidates simply because they didn't order a beer with lunch.
Und bei bei modernen Arbeitgebern, die sich das Thema "Diversity & Inclusion" auf die Fahne geschrieben haben, ist "passt ins Team" mittlerweile ein Kriterium, das bei Einstellungen ausdrücklich keine Berücksichtigung finden soll, weil es erfahrungsgemäß ein Aufhänger für beliebige Vorurteile und für Diskriminierung ist.
)

Gaia
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Re: Kündigung wegen angeblichem Diebstahl! Rechte? Folgen? Regress?

Beitrag von Gaia »

Tastenspitz hat geschrieben:
17.10.20, 14:10
So wie dem Autofahrer auf der Autobahn, der die Geisterfahrermeldung im Radio hört und sagt: "Ein Geisterfahrer? Das sind HUNDERTE!!" :wink:
Passender Vergleich.
Evariste hat geschrieben:
17.10.20, 16:58
Laut Sachverhalt ist es aber wohl nur ein Kollege, oder habe ich da was verpasst?
Scheint so. Es sei denn, da schreiben mehrere Personen unter dem selben Nick.

Pünktchen
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Re: Kündigung wegen angeblichem Diebstahl! Rechte? Folgen? Regress?

Beitrag von Pünktchen »

Evariste hat geschrieben:
17.10.20, 16:58
Und bei bei modernen Arbeitgebern, die sich das Thema "Diversity & Inclusion" auf die Fahne geschrieben haben, ist "passt ins Team" mittlerweile ein Kriterium, das bei Einstellungen ausdrücklich keine Berücksichtigung finden soll, weil es erfahrungsgemäß ein Aufhänger für beliebige Vorurteile und für Diskriminierung ist.
Wenn jemand tatsächlich nicht ins Team passt, wird man wohl diese Person tendenziell nicht einstellen. Das wird man aber sicherlich nicht in die Kündigung oder in Arbeitszeugnis schreiben.


Ggf. würde man die Kündigung mit den Eigenschaften es betreffenden Mitarbeiters erklären.


Wann passt jemand nicht ins Team? Wann passt man nicht ins Team, wenn genauso iwie die anderen ist oder wenn man sich gegenseitig ergänzt?

Tastenspitz
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Re: Kündigung wegen angeblichem Diebstahl! Rechte? Folgen? Regress?

Beitrag von Tastenspitz »

Pünktchen hat geschrieben:
17.10.20, 22:20
Wenn jemand tatsächlich nicht ins Team passt, wird man wohl diese Person tendenziell nicht einstellen.
Das erfährt man selten bereits im Bewerbergespräch. Daher gibt es eine Probezeit.
Pünktchen hat geschrieben:
17.10.20, 22:20
Wann passt man nicht ins Team, wenn genauso iwie die anderen ist oder wenn man sich gegenseitig ergänzt?
Darauf gibt es wohl keine Standardantworten. Das kann von A wie Anzug bis Z wie Zeitmanagement alles mögliche sein.
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maramara
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Re: Kündigung wegen angeblichem Diebstahl! Rechte? Folgen? Regress?

Beitrag von maramara »

Solche falschen Beschuldigungen und die darauf ausgegebene Kündigung müssen in der Personalakte festgehalten werden?

Evariste
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Re: Kündigung wegen angeblichem Diebstahl! Rechte? Folgen? Regress?

Beitrag von Evariste »

maramara hat geschrieben:
18.10.20, 15:15
Solche falschen Beschuldigungen und die darauf ausgegebene Kündigung müssen in der Personalakte festgehalten werden?
Die Frage verstehe ich nicht. Wozu soll das gut sein? Wenn eine Kündigung ausgesprochen wurde, wird die Personalakte geschlossen.

maramara
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Re: Kündigung wegen angeblichem Diebstahl! Rechte? Folgen? Regress?

Beitrag von maramara »

Der Grund für die Kündigung muss aber vielleicht in die PA und der und die Kündigung selbst sind dann in der PA, die man auch nach Erhalt der Kündigung und Beendigung des Arbeitsverhältnisses einsehen darf. Und wenn es einen Aktenvermerk über eine Beschuldigung gibt, kann und darf man den wohl als Beweis heranziehen, wenn man auf Schadenersatz/Verdienstausfall gegen die Person, die da eine falsche Beschuldigung rausgehauen hat, klagen möchte.

Evariste
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Re: Kündigung wegen angeblichem Diebstahl! Rechte? Folgen? Regress?

Beitrag von Evariste »

maramara hat geschrieben:
18.10.20, 18:10
Der Grund für die Kündigung muss aber vielleicht in die PA und der und die Kündigung selbst sind dann in der PA, die man auch nach Erhalt der Kündigung und Beendigung des Arbeitsverhältnisses einsehen darf.
Verstehe ich nicht. Der Grund für die Kündigung wird doch in der Kündigung gestanden haben, wozu braucht man noch die Personalakte???
Und wenn es einen Aktenvermerk über eine Beschuldigung gibt, kann und darf man den wohl als Beweis heranziehen, wenn man auf Schadenersatz/Verdienstausfall gegen die Person, die da eine falsche Beschuldigung rausgehauen hat, klagen möchte.
Verstehe ich auch wieder nicht. Warum wird nicht erst einmal Kündigungsschutzklage eingereicht? Die Frage würde sich auch in einem Schadenersatzprozess gegen den Falschbeschuldiger stellen. § 254 BGB, der Geschädigte ist dazu verpflichtet, den Schaden möglichst klein zu halten.

Pünktchen
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Re: Kündigung wegen angeblichem Diebstahl! Rechte? Folgen? Regress?

Beitrag von Pünktchen »

Evariste hat geschrieben:
18.10.20, 21:37
Verstehe ich nicht. Der Grund für die Kündigung wird doch in der Kündigung gestanden haben, wozu braucht man noch die Personalakte???
Du hast wohl noch nie eine Kündigung erhalten oder einen MA gekündigt? ;-)

Wenn man das das in die Kündigung schreibt, gibt man dem MA evtl. eine Steilvorlage für Klage gegen die Kündigung.

Verstehe ich auch wieder nicht. Warum wird nicht erst einmal Kündigungsschutzklage eingereicht?
Wenn man keinen Kündigungsschutz hat, welchen Kündigungsschutz soll man dann geltend machen?

Tastenspitz
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Re: Kündigung wegen angeblichem Diebstahl! Rechte? Folgen? Regress?

Beitrag von Tastenspitz »

maramara hat geschrieben:
18.10.20, 15:15
Solche falschen Beschuldigungen und die darauf ausgegebene Kündigung müssen in der Personalakte festgehalten werden?
Nein was die Gerüchteküche angeht.
Weder in der von C noch in der von A.
In der Personalakte von C findet sich das Kündigungsschreiben und das Arbeitszeugnis nebst den ggf. weiteren Papieren zur Kündigung.
Und selbst wenn C hier Einsicht beantragt und bekommt, würde ich mal fast sicher davon ausgehen, dass B diese Akte vorher dann prüft und ggf. säubert.
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Re: Kündigung wegen angeblichem Diebstahl! Rechte? Folgen? Regress?

Beitrag von Evariste »

Pünktchen hat geschrieben:
18.10.20, 22:38
Evariste hat geschrieben:
18.10.20, 21:37
Verstehe ich nicht. Der Grund für die Kündigung wird doch in der Kündigung gestanden haben, wozu braucht man noch die Personalakte???
Du hast wohl noch nie eine Kündigung erhalten oder einen MA gekündigt? ;-)
Doch, sowohl als auch. Leider - beides ist kein Spass.
Wenn man das das in die Kündigung schreibt, gibt man dem MA evtl. eine Steilvorlage für Klage gegen die Kündigung.
OK, streng genommen muss man in die Kündigung keine Begründung hineinschreiben, aber spätestens wenn der AN gegen die Kündigung klagt, muss die Kündigung begründet werden.

Wenn man keinen Kündigungsschutz hat, welchen Kündigungsschutz soll man dann geltend machen?
Warum kein Kündigungsschutz? Handelt es sich um eine ordentliche Kündigung während der Probezeit? Das wurde irgendwo gefragt, aber vom TE nicht beantwortet. Wegen Diebstahls wird man aber normalerweise fristlos gekündigt, und gegen diese Kündigung kann selbstverständlich geklagt werden, auch in der Probezeit.

Tastenspitz
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Re: Kündigung wegen angeblichem Diebstahl! Rechte? Folgen? Regress?

Beitrag von Tastenspitz »

Wenn man alle Diskussionen von maramara zusammen betrachtet könnte man vermuten, dass C eines Fehlverhaltens (was auch immer) beschuldigt wurde, C noch in der Probezeit war und der AG = B hier den einfachen Weg gegangen ist und die fristgerechte Kündigung während der Probezeit ausgesprochen hat.
Nun versucht C möglich Begründungen für die Kündigung zu bekommen bzw. hier abzuklopfen um diese dann anzufechten bzw. weitere Ansprüche daraus abzuleiten.
Just IMHO. :)
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