Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

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ktown
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von ktown »

Privat betriebene Serverfarm. :wink:
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ExDevil67
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von ExDevil67 »

Und die verursacht dermaßen Last auf der Leitung wenn ich dort für mich selbst einige Server anschließe?????? Oder erfährt der eigene Netzanbieter besser nicht das man dort gewerblich Server stehen hat? *duckundweg*
ktown
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von ktown »

Na. Solange es nur Ärger mit dem Netzbetreiber gibt, dann geht es ja noch. :wink:
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Altbauer
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von Altbauer »

Warum arbeiten sich hier so viele Beiträge mit der Frage ab, ob der private Internetanschluss nun ausgelastet ist, oder nicht?

Es geht doch ganz schlicht um die Frage, ob ein Arbeitgeber fordern kann, dass der Arbeitnehmer eigene Einrichtungen/Gegenstände etc. zum Nutzen des Arbeitgebers nutzen muss, wenn der AG das gerne hätte!

Entweder steht sowas im Arbeitsvertrag. Es gibt durchaus Verträge, in denen z.B drinsteht "der AN hat sein eigenes Fahrzeug zu benutzen, die Kosten dafür sind mit dem Gehalt abgegolten".
Oder eben: " Der AN hat, sofern er von zu Hause aus arbeitet, die eigenen Telekommunikationsmittel zu nutzen"

Oder es es steht eben nicht drin!
lottchen
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von lottchen »

Altbauer hat geschrieben: 14.09.21, 15:31 Warum arbeiten sich hier so viele Beiträge mit der Frage ab, ob der private Internetanschluss nun ausgelastet ist, oder nicht?
Vielleicht mal in den EIngangsthread schauen? Da wurde vom TE dieses Szenario ausgedacht :P !
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!
Altbauer
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von Altbauer »

lottchen hat geschrieben: 14.09.21, 15:57 Altbauer hat geschrieben: ↑14.09.21, 14:31
Warum arbeiten sich hier so viele Beiträge mit der Frage ab, ob der private Internetanschluss nun ausgelastet ist, oder nicht?
Vielleicht mal in den EIngangsthread schauen? Da wurde vom TE dieses Szenario ausgedacht !
Da liest der Altbauer gerne nochmal den Eingangsthread und findet da die klare Frage:
(Zitat von Die plaudertasche))
"Kann das erfundene Unternehmen seinen Mitarbeiter zwingen, seinen persönlichen Internetzugang für das Homeoffice zu nutzen?"
ktown
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von ktown »

Achso und der Rest des Eröffnungsthread soll gefälligst unbeachtet bleiben und darf nicht Grundlage eines Gesprächs sein?
Es geht dem TE ja nicht darum inwieweit der AG die Kosten übernehmen muss sondern rein um den Aspekt der Möglichkeiten diesen Wunsch des AG verweigern zu können (Siehe den anderen Thread von Plaudertasche).
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Evariste
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von Evariste »

Altbauer hat aber schon recht, für die rechtliche Bewertung ist es im Grunde egal, wie ausgelastet der Internetanschluss ist.

Und wenn der AG grundsätzlich das Recht hätte, vom AN die Nutzung des Privatanschlusses zu verlangen (was er m. E. nicht hat), dann bringt das Auslastungsargument auch nichts unbedingt etwas, denn dann ist man ganz schnell bei der Frage, wieso er während der Arbeitszeit ständig die volle Bandbreite für private Zwecke benötigt und ob es nicht zumutbar wäre, etwas von der Bandbreite für den Beruf abzuzwacken.
Oktavia
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von Oktavia »

Wenn im Vertrag nichts vom Homeoffice steht und es auch keine Ergänzung dazu gibt muss man nicht mal sagen ob es einen Internetanschluss gibt...
Zum Thema Homeoffice gibt es eine Menge ungeklärte Fragen die prinzipiell vielleicht unproblematisch sind aber in Einzelfällen zu Konflikten führen.
Ich zum Beispiel könnte meiner besseren Hälfte jederzeit das Internet für Homeoffice abklemmen. Ich zahle das nämlich allein. Ich könnte auch, wenn die bessere Hälfte in einer Konferenz ist lauthals singend durch die Wohnung poltern oder nackig vor die Kamera springen. Dann würden die Kunden oder Kollegen schlagartig blind und taub... :devil:
Kann mir das innerhalb der Wohnung verboten werden? Welches Rechte hat der Arbeitgeber innerhalb der Wohnung seiner Beschäftigten? Der Arbeitgeber muss Strom und Internetbandbreite bezahlen, oder? Was ist mit Haustieren? Wenn mein Hund mich beißt während ich zuhause arbeite ist das ein Fall für die BG?
Was ist mit den Arbeitgebern die geklagt hatten weil jemand mal sein Handy auf Arbeit geladen hat? Der will dann drauf bestehen dass ich meinen Strom für seinen Profit nutze?
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw

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Evariste
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von Evariste »

Oktavia hat geschrieben: 15.09.21, 07:52 Was ist mit den Arbeitgebern die geklagt hatten weil jemand mal sein Handy auf Arbeit geladen hat? Der will dann drauf bestehen dass ich meinen Strom für seinen Profit nutze?
Sehr guter Punkt. :lachen:

(Ich glaube aber, der Arbeitgeber hat damals nicht geklagt, er hat dem Arbeitnehmer einfach fristlos gekündigt. Geklagt hat dann der AN.)
Chavah
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von Chavah »

Ich ziehe mal das gute alte Heimarbeitergesetz heran, keine Ahnung, ob das so noch existiert, jedenfalls ist es als Auslegungshilfe nützlich. In einem großen Versandhaus wurden seinerzeit die Reklamationsbriefe überwiegend in Heimarbeit gelesen und geschlüsselt. D.h., die Sachbearbeiter holten sich die Briefe in der Zentrale ab und brachten sie geschlüsselt zurück. Da diese Mitarbeiter eben ihren Arbeitsplatz zur Verfügung stellten, evtl. auch mal Papier und Stifte, Transportbehältnisse, Strom, Heizung, was weiß ich, wurden diese Mitarbeiter erhöht bezahlt im Vergleich zu den vor Ort arbeitenden Mitarbeitern. Und diese Zuschläge waren nicht unerheblich. Dies bedeutete, dass Fragen, wem zu Hause der www Anschluss "gehört" überhaupt nicht aufkam. Der Heimarbeiter hatte wie auch immer dafür Sorge zu tragen, dass er liefern konnte.

Überträgt man dieses Gedankengut auf die heutige Homeoffice Situation, dann ist für mich klar, dass zwar der Arbeitnehmer zu Hause die Voraussetzungen für die Ausübung der Tätigkeit dort schaffen muss, der Arbeitnehmer allerdings für die Kosten verantwortlich ist, sei es nun in Form einer Einmalzahlung oder aber in Form von kontinuierlichen Zahlungen. Da diese Arbeitsform ja nur vorübergehend sein soll, würde ich da auf eine Individualvereinbarung setzen.

Jetzt kommt die zweite Frage auf: muss der Arbeitnehmer sich auf den Heimarbeitsplatz verweisen lassen? Da sind die jüngsten Verordnungen heranzuziehen, die ja lokal auch noch verschieden sein können, dann weiß man das. Vielleicht in Kombi mit Tarifvertrag und Betriebsvereinbarung. Da diese Ausnahmesituation letztlich arbeitsrechtlich vorher nicht erfasst war/erfasst sein konnte, zumindest für einen überschaubaren Zeitrahmen möglich.

Chavah
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von FM »

Der Vergleich mit Heimarbeit ist schwierig, weil es da von vorneherein vereinbart ist. Und die Kosten dürften auch kaum das Problem sein, ein mobiler dienstlicher Internetzugang ist ja ganz schnell eingerichtet (was auch den Vorteil hat, dass dann der Arbeitgeber seine Verantwortung für den Datenschutz erfüllen kann). Den ergonomischen Bürostuhl könnte man vorübergehend aus dem Betrieb in die Wohnung bringen.

Die schwierigere Frage ist, ob überhaupt anweisbar. Was viele als Vorteil empfinden, kann eben im Einzelfall auch ein Nachteil sein, z.B. weil in der Wohnung kein geeigneter Arbeitsplatz vorhanden ist (und auch nicht auf Kosten des Arbeitgebers eingerichtet werden könnte). Schon deshalb wird bei einem normalen Arbeitsverhältnis (also nicht schon im Vertrag home office oder berufstypisch wie bei Lehrern) kein Weisungsrecht dazu gegeben sein. Eine verhaltensbedingte Kündigung käme deshalb nicht in Betracht.

Die Möglichkeit den Zutritt im Betrieb zu verbieten, muss der Arbeitgeber aber schon haben - das kann sich schon aus zwingenden staatlichen Vorgaben ergeben (wie die derzeit nicht gültige Beschränkung Personen je Fläche), aber auch aus dem internen Hygienekonzept des Betriebes, das auch strenger sein darf als staatliche Vorgaben. Und da spielt auch die Mitbestimmung des Betriebsrates eine Rolle, der Arbeitgeber kann das nicht nur nach eigenem Belieben regeln. Natürlich kommt dann als nächstes das Stichwort Annahmeverzug, aber der ist eher eine kurzfristige Lösung - so in etwa bis zur Dauer der Kündigungsfrist. Wenn für etliche Monate keine Einsatzmöglichkeit besteht, wird das auch für eine Kündigung ausreichen, der Arbeitgeber muss nicht den ganzen Winter über sich auf Annahmeverzug verweisen lassen.
o0Julia0o
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von o0Julia0o »

Heiko66 hat geschrieben: 13.09.21, 13:45 Sim-Karte mit hinreichend viel Datenvolumen kann eine Lösung sein. Ist auch nicht mehr besonders teuer (zumidenst deutlich günstiger als einen Arbeitnehmer unbeschäftigt zu Hause rumsitzen zu lassen).
Mobilfunkstrahlung steht im Verdacht gesundheitsschädlich zu sein. Außerdem stört ja dann die Strahlung andere Strahlungen in der Wohnung. Muss der AN nachweisen, dass in der Wohnung kein Empfang gibt? Darf der AG eine Testung seinerseits durchführen?
Evariste
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von Evariste »

Die Möglichkeit den Zutritt im Betrieb zu verbieten, muss der Arbeitgeber aber schon haben
Eigentlich nicht. Der AN hat aufgrund seines Arbeitsvertrags nämlich einen Anspruch nicht nur auf Bezahlung, sondern auch auf Beschäftigung. Der kann vom AN nicht dadurch ausgehebelt werden, dass er es dem AN mit Hilfe eines speziellen "Hygieneplans", der über die staatlichen Vorgaben hinausgeht, effektiv unmöglich macht, weiterzuarbeiten. Im Streitfall (z. B. wenn es zu einer betriebsbedingten Kündigung kommt) wird sich ein Gericht das ganz genau ansehen, ob hier das Interesse des AN oder das Interesse des AG überwiegt. Da hilft dann auch die Zustimmung des BRs nicht - der BR kann die einzelnen Arbeitsverträge nicht abändern. Und die sehen nun mal üblicherweise keinen Arbeitsort "Zuhause" vor.
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