Arbeitsvermittler / RECHNUNG - INKASSO

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slide83
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Arbeitsvermittler / RECHNUNG - INKASSO

Beitrag von slide83 » 09.04.09, 11:02

Hallo zusammen,

ich drehe fast durch und fange einfach mal ganz vorne an damit ihr seht warum.

im September des letzten Jahres rief mich eine private Arbeitsvermittlung, bei welcher ich mich Monate zuvor beworben hatte, an und fragt mich ob ich mir auch vorstellen könnte mal in nem Call-Center oder bei Versicherungen oder im Büro arbeiten zu wollen und ob ich im Besitz eines Vermittlungsgutschein wäre. Beides beantwortete ich mit ja. Darauf wollten die sich wieder melden.

Wenige Tage später rief mich dann eine Firma an und auch die fragte mich ob ich mir auch vorstellen könnte mal in nem Call-Center arbeiten zu wollen dies bejate ich und wurde zu einem test und anschliessenden gespräch eingelden. Ich wurde genommen und konnte 2 oder 3 Tage später meinen befristeten Vertrag ( 02.10-31.12) unterzeichen.

Am selben Tag der Vertragsunterzeichnung rief mich die Arbeitsvermittlung wieder an und Gratulierte mir zum neuen Job und sagte das sie mir nun einen Vermittlungsvertrag zusenden welchen ich unterschrieben mit dem vermittlungsgutschein zurücksenden solle. Bishierhin wusste ich noch nicht mal das diese Vermittlungsfirma etwas mit der anderen zu tun hat. Da ich vorallem von einem Vermittlungsvertrag vorher garnichts wusste sagte ich erstmal das ich den Vermittlungsgutschein gerade nicht finden kann. Die Vermittlungsfirma sagte darauf das sie mir erst mal den vermittlungsvertrag zusenden und ich bis dahin ja noch suchen kann.

Nun schaute ich mir diesen Vermittlungsgutschein mal genauer an und darauf stand :
- von vornherein eine Beschäftigungsdauer von mindestens drei Monaten vereinbart wurde,

- ich vor der Vermittlung mit dem Vermittler einen schriftlichen Vermittlungsvertrag geschlossen habe,

- Der Vermittler aufgrund dieses Vertrages gegen mich einen Anspruch auf eine Vermittlungsvergütung hat.

alleine diese drei Punkte waren nicht gegeben und so verweigerte ich jegliche Unterschrift auf einem Vermittlungsvertrag noch sendete ich den Vermittlungsgutschein.

dies ging etwas hin und her bis die Arbeitsvermittlung mir in einem Schreiben mitteilt das sie mir die Vermittlungsprovision in höhe von 2000€ in Rechnung stellen wollen ( was bisher nicht geschehen ist) und die Sache an ein Inkasso-Unternehmen weiterleiten wollen. Was diese Vermittlungsfirma wohl hat ist eine schriftliche bestätigung meines damaligen Arbeitgebers, dass diese Anstellung nicht ohne die Vermittlungsfirma zustande gekommen wäre.

Natürlich habe ich auch diesesmal jeglicher Forderung widersprochen denoch bereitet mir das ganze schlaflose Nächte und würde hierzu einfach gerne mal eure Meinung und vllt auch erfahrungen hören.

Ich hoffe auf aufschlussreiche antworten
und danke hierfür im Voraus
lg slide83

Metzing
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Beitrag von Metzing » 09.04.09, 15:35

Hm, ich vermute mal, da es um eine Arbeitsvermittlungsagentur geht, daß unsere Arbeitsrechtler von dem zugrunde zu legenden Recht Ahnung haben. Deshalb schubse ich mal dahin. Wenn es falsch sein sollte, wird es schon jemand merken. :oops:

Beste Grüße

Metzing
Τὸν ἥττω λόγον κρείττω ποιεῖν.

erlotanier
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Beitrag von erlotanier » 09.04.09, 16:01

Diesem Arbeitsvermittler kommt es wohl nur auf die Vermittlungsprovision an.
Nehmen Sie Kontakt mit der ARGE auf. Damit können Sie nichts falsch machen.

nordlicht02
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Beitrag von nordlicht02 » 09.04.09, 16:46

erlotanier hat geschrieben:Nehmen Sie Kontakt mit der ARGE auf. Damit können Sie nichts falsch machen.
Doch.
Sollte ALG I bezogen werden, ist die ARGE nicht zuständig sondern die Bundesagentur für Arbeit.
Als ALG I-Bezieher hat man einen Rechtsanspruch auf den Gutschein, bei ALG II-Beziehern ist es eine Ermessensentscheidung der zuständigen ARGE ob es einen Gutschein gibt oder nicht - und viele ARGEN sollen da wohl eher knauserig sein, so dass die Variante ALG I, und damit die Zuständigkeit der BA, wohl eher in Betracht kommt.
Und nebenbei: natürlich kommt es dem Vermittler auf die Provision an. Oder meinen Sie, dass die für lau arbeiten?
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Der Jimi
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Beitrag von Der Jimi » 09.04.09, 16:46

erlotanier hat geschrieben:Diesem Arbeitsvermittler kommt es wohl nur auf die Vermittlungsprovision an.
Nehmen Sie Kontakt mit der ARGE auf. Damit können Sie nichts falsch machen.
Was hat die ARGE damit zu tun? Rechtsberatung bieten die in der Regel nicht...

kdM
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Beitrag von kdM » 09.04.09, 18:20

erlotanier hat geschrieben: Nehmen Sie Kontakt mit der ARGE auf. Damit können Sie nichts falsch machen.
:arrow: Als erstes könnte man falsch machen, daß die nicht zuständig ist, weil gar kein ALG II bezogen wird - siehe die Antwort von nordlicht02. Nicht jeder, der hier fragt, kriegt Hartz IV.

:arrow: Dann könnte man falsch damit liegen, daß man auf eine ARGE verweist, wenn slide83 in einem der 69 Kreise und kreisfreien Städte lebt, die ohne die Agenturen für Arbeit das SGB II umsetzen. In diesen "Optionskommunen" gibt es keine ARGEn. Oder in einem der 21 Landkreise/Kreisfreie Städte, in denen sich die Kommunen und die Agenturen nicht auf die Bildung von Jobcentern geeinigt haben, oder eine bestehende Arbeitsgemeinschaft gekündigt wurde. Nicht jeder, der hier fragt, wohnt in einem der anderen Landkreise.

:arrow: Und dann bin ich mir ziemlich sicher, daß eine ARGE, im Falle einer unberechtigten Vermittlungsprovision in Höhe von 2000 €, die von irgendwem an irgendwen in Rechnung gestellt werden soll, dem Ratsuchenden nicht helfen kann oder will. Rechtsberatung zur Auseinandersetzung mit privaten Vermittlern und deren Inkassounternehmen bieten die in der Regel nicht...

Da es hier um Ansprüche einer privaten Arbeitsvermittlungsagentur gegen einen privaten Kunden geht, ist das mE weder eine Frage des Arbeits- noch des Sozialrechts.

Die genaue Vertragslage ist mir aber nach der Fallbeschreibung nach wie vor nicht klar. Wer will da was von wem, und aufgrund welcher vertraglichen Vereinbarung?
"Die meisten fortschrittsoptimistischen Leute sind so lange für neue digitale Geschäftsmodelle, bis ihr eigener Job durch eine 99-Cent-App ersetzbar wird." (Sascha Lobo)

pOtH
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Beitrag von pOtH » 10.04.09, 08:29

in dem vermittlungsvertrag wird doch sicher ein passus sein das, sollte kein vermittlungsgutschein vorliegen, der auftraggeber die vermittlungsgebühr zu zahlen hat.


einziger "knackpunkt" könnte m. (laien) M. nach sein, das ein arbeitsvertrag über "nur" 2 monate vorliegt, welcher ggf. nicht verlängert wird, somit noch nicht mal die vermittlungskosten eingearbeitet werden können (BGB 138?)!

slide83
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Beitrag von slide83 » 11.04.09, 09:13

Danke schonmal für die Antworten

und hier zur weiteren Aufklärung:

Ich habe den Vermittlungsgutschein von der Agentur für Arbeit also ALG1aber die antworten auf meine Anfragen nicht.

Und einen Vermittlungsvertrag zwischen der Arbeitsvermittlung und mir gibt es nicht ich habe nie etwas unterschrieben.

Und eine Rechnung habe ich auch nicht bekommen nur eben jetzt die Aufforderung der InkassoFirma.

LG Slide83

nordlicht02
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Beitrag von nordlicht02 » 11.04.09, 10:46

slide83 hat geschrieben:Ich habe den Vermittlungsgutschein von der Agentur für Arbeit also ALG1aber die antworten auf meine Anfragen nicht.
Dagegen gibt es ein gutes Mittel: man wähle den naheliegendsten, einfachsten, sichersten und direktesten Weg. Und der wäre persönlich vorzusprechen. 8)

slide83 hat geschrieben:Und einen Vermittlungsvertrag zwischen der Arbeitsvermittlung und mir gibt es nicht ich habe nie etwas unterschrieben.
Nun ja, Verträge können auch mündlich geschlossen werden - Schriftform ist nur ganz selten zwingend notwendig.
I. d. R. ist es aber m. W. so, dass die Arbeitsvermittlung mit der BA direkt abrechnet. Sonst wäre ein Vermittlungsgutschein der BA auch überflüssig.
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

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