Mahnung Arbeitgeber - ausstehender Lohn

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Tri-City-Maniac
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Mahnung Arbeitgeber - ausstehender Lohn

Beitrag von Tri-City-Maniac »

Guten Tag,

um einem Arbeitgeber noch eine letzte Frist zu geben, wurde von einem Arbeitnehmer folgender Text verfasst:
Jack Doodle
Mondscheinstrasse 10
666 Hölle





Abzocker GmbH
Irgendwasweg 66

0815 Idiotenhausen





Forderung - noch ausstehender Restlohn Februar 2009



Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit fordere ich nun schriftlich den noch ausstehenden Restlohn für den Monat Februar 2009.

- Lohn für Februar 2009 - Gesamtbetrag XXXX,00 Euro - bisher nachweislich überwiesen: XXX,00 Euro - noch ausstehend: XXXX,00 Euro

Hiermit setze ich Ihnen eine Frist bis zum Freitag, den 12.06.2009, um die noch ausstehenden Forderungen zu begleichen. Sollten Sie diese Frist verstreichen lassen, ohne das eine Zahlung des noch ausstehenden Lohns erfolgt ist, so sehe ich mich leider gezwungen rechtliche Schritte gegen Sie einzuleiten, deren Kosten ggf. ebenso auf Sie zukommen werden.

Mit freundlichen Grüße

Jack Doodle.
Kann man davon ausgehen, daß eine Frist von 3 Tagen ab Erhalt des Schreibens angebracht ist? Wäre es verkehrt, noch ein paar persönliche Seitenhiebe in das Schreiben mit einzubringen (natürlich keine Beleidigungen) bzw. wäre das Usus? Wäre es so oder so angebracht, bei jeder Mahnung einen Anwalt hinzuzuziehen?

Vielen Dank.

MfG

matthias.
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Beitrag von matthias. »

Hallo,

es ist so:

Der AG ist mit der Lohnzahlung in Verzug. Das Geld ist also fällig.

Einer zusätzlichen Mahnung bedarf es nicht und dieses Schreiben hat auch keinerlei rechtliche Relevanz. Es ist z.b. keine Vorraussetzung für ein Klage oder einen Mahnbescheid.

Von daher kannst du letztlich schreiben was du willst (es ist eh egal).

Ich sag mal so normalerweise setzt man eine Frist bei einer Mahnung von 14 Tagen. 3 Tage halte ich für zuwenig. Der Brief kommt Morgen an, Do. ist Feiertag, der AG kann eigentlich garnicht so schnell reagieren, dass dein Geld am Fr. auf dem Konto ist. Aber s.o.: Eh egal.

Seitenhiebe sind unprofessionell.

MfG
Matthias

dr.seltsam
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Beitrag von dr.seltsam »

matthias. hat geschrieben: Einer zusätzlichen Mahnung bedarf es nicht und dieses Schreiben hat auch keinerlei rechtliche Relevanz. Es ist z.b. keine Vorraussetzung für ein Klage oder einen Mahnbescheid.

Von daher kannst du letztlich schreiben was du willst (es ist eh egal).
Das kann man so allgemein nicht sagen. Es können im Einzelfall tarifliche oder einzelvertragliche Regelungen zur Anwendung kommen, die eine schriftliche Geltendmachung von Ansprüchen innerhalb einer bestimmten Frist erfordern, um einen Verfall der Ansprüche zu vermeiden (sog. Ausschlussfirsten/Verfallfristen). Wenn man also nicht gleich klagen will, ist u.U. die schriftliche Geltendmachung erforderlich, wenn man den Anspruch auf Vergütung nicht verllieren will. Ob hier solche Ausschlussfristen wirksam zur Anwendung kommen, lässt sich anhand ds mitgeteilten Sachverhalts nicht beurteilen.

kdM
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Beitrag von kdM »

Jack Doodle hat geschrieben:Sollten Sie diese Frist verstreichen lassen, ohne das eine Zahlung des noch ausstehenden Lohns erfolgt ist, so sehe ich mich leider gezwungen rechtliche Schritte gegen Sie einzuleiten, deren Kosten ggf. ebenso auf Sie zukommen werden.
Welche Kosten rechtlicher Schritte sollen denn da eigentlich genau auf den Arbeitgeber noch "ebenso" zukommen?
matthias hat geschrieben:Der Brief kommt Morgen an, Do. ist Feiertag, der AG kann eigentlich garnicht so schnell reagieren, dass dein Geld am Fr. auf dem Konto ist. Aber s.o.: Eh egal.
Donnerstag ist bei Euch Feiertag, aber nicht überall. Der Brief kommt Mittwoch an, der Arbeitgeber veranlasst eine Überweisung, das Geld ist Freitag, spätestejns am Montag auf dem Konto. Wenn nicht, geht der Arbeitnehmher am Montag zum Arbeitsgericht.
matthias hat geschrieben:normalerweise setzt man eine Frist bei einer Mahnung von 14 Tagen.
Aber nicht, wenn im Juni noch das Februargehalt offen ist.

dr.seltsam hat geschrieben:Es können im Einzelfall tarifliche oder einzelvertragliche Regelungen zur Anwendung kommen, die eine schriftliche Geltendmachung von Ansprüchen innerhalb einer bestimmten Frist erfordern, um einen Verfall der Ansprüche zu vermeiden (sog. Ausschlussfirsten/Verfallfristen).
Meinst Du nicht, daß die Zustellung der Klageschrift an den Arbeitgeber durch das Arbeitsgericht als schriftliche Geltendmachung im Sinne solcher tarifvertraglichen Vorschriften mehr als ausreichen würde?

(Ja, ich weiß, was Du eigentlich gemeint hattest... :wink: )
"Die meisten fortschrittsoptimistischen Leute sind so lange für neue digitale Geschäftsmodelle, bis ihr eigener Job durch eine 99-Cent-App ersetzbar wird." (Sascha Lobo)

dr.seltsam
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Beitrag von dr.seltsam »

kdM hat geschrieben:[
Meinst Du nicht, daß die Zustellung der Klageschrift an den Arbeitgeber durch das Arbeitsgericht als schriftliche Geltendmachung im Sinne solcher tarifvertraglichen Vorschriften mehr als ausreichen würde?

(Ja, ich weiß, was Du eigentlich gemeint hattest... :wink: )
Klar reicht die Zustellung aus, allerdings hat man es nach Klageinreichung nicht mehr in der Hand, zu überwachen, wann genau die Zustellung und damit die Fristwahrende Geltendmachung erfolgt. Bei knapper Zeit würde ich daher immer (auch) außergerichtlich geltend machen, wenn dies vertraglich gefordert wird.

Zudem schrieb ich: "Wenn man also nicht gleich klagen will, ist u.U. die schriftliche Geltendmachung erforderlich"

Ja, ich weiß auch, was Du eigentlich gemeint hattest :)

WP
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Beitrag von WP »

kdM hat geschrieben:
Jack Doodle hat geschrieben:Sollten Sie diese Frist verstreichen lassen, ohne das eine Zahlung des noch ausstehenden Lohns erfolgt ist, so sehe ich mich leider gezwungen rechtliche Schritte gegen Sie einzuleiten, deren Kosten ggf. ebenso auf Sie zukommen werden.
Welche Kosten rechtlicher Schritte sollen denn da eigentlich genau auf den Arbeitgeber noch "ebenso" zukommen?
Sorry @ all. =o.T.

Hallo kdM,
hattest Du keine Schwierigkeiten beim Schreiben Deines Beitrages (mit den eingefügten Zitaten)?

Guckst Du hier, bitte (damit Du verstehst, womit ich Probleme habe).
http://www.recht.de/phpbb/viewtopic.php?t=177386

Ich habe "früher" genauso geschrieben wie Du - nicht so schön :P aber auch mit den einzelnen Absätzen und hinweisenden Einschüben.
Das klappt jetzt nicht mehr bei mir.
Gruß
WP
.........[b]Pssst ... [size=75]Durch Anklicken des grünen Punktes unter meinem Namen vermeidest Du meinen Fluch ...[/size][/b]

Tri-City-Maniac
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Beitrag von Tri-City-Maniac »

@all: Vielen Dank für die Infos.

EDIT: Ach ja, vergessen ... wegen der Frist. Der Arbeitgeber hatte dem Arbeitnehmer Mitte letzter Woche mitgeteilt, daß das Geld überwiesen wurde. Da bis heute noch nichts da ist, kann man auch hier wieder von einer Lüge ausgehen (wie so viele andere) bzw. von einer Hinhaltetaktik ausgehen. Der AN wird morgen das Arbeitsgericht aufsuchen, da er dem AG bisher schon genug entgegengekommen ist.

Günni
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Beitrag von Günni »

Tri-City-Maniac hat geschrieben:@all: Vielen Dank für die Infos.

EDIT: Ach ja, vergessen ... wegen der Frist. Der Arbeitgeber hatte dem Arbeitnehmer Mitte letzter Woche mitgeteilt, daß das Geld überwiesen wurde. Da bis heute noch nichts da ist, kann man auch hier wieder von einer Lüge ausgehen (wie so viele andere) bzw. von einer Hinhaltetaktik ausgehen. Der AN wird morgen das Arbeitsgericht aufsuchen, da er dem AG bisher schon genug entgegengekommen ist.
Lass dich dort aber nicht vom Pförtner abwimmeln. Die gehen schonmal fälschlicherweise davon aus, dass ausstehende Löhne angemahnt werden müssen.
mfg


Günni

matthias.
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Beitrag von matthias. »

kdM hat geschrieben:
matthias hat geschrieben:normalerweise setzt man eine Frist bei einer Mahnung von 14 Tagen.
Aber nicht, wenn im Juni noch das Februargehalt offen ist.
Egal bleibt egal.

Wenn man aber will, dass jemand zahlt, würde ich ihm keine Frist setzen die er nur mit sehr viel Mühe erreichen kann, bzw. nur unter argem Druck.

Wenn man aber davon ausgeht, dass er eh nicht zahlt kann man es auch gleich lassen.

Eine Fristsetzung ist wie gesagt überhaupt nicht nötig.

MfG
Matthias

Günni
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Beitrag von Günni »

Das (arbeits)gerichtliche Mahnverfahren kann man imho vergessen.. Wer nicht zahlungswillig ist, wird da einen Widersprucheinlegen und abwarten, ob der Gläubiger tatsächlich klagt. Also verlorene Zeit. Gleich sofort klagen ist das Gebot der Stunde.

mfg


Günni
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Günni

kdM
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Beitrag von kdM »

WP hat geschrieben: Guckst Du hier, bitte (damit Du verstehst, womit ich Probleme habe).
http://www.recht.de/phpbb/viewtopic.php?t=177386
Ich habe geguckt, und leider Deine Frage nicht verstanden. Mein Mozilla läuft prima.
"Die meisten fortschrittsoptimistischen Leute sind so lange für neue digitale Geschäftsmodelle, bis ihr eigener Job durch eine 99-Cent-App ersetzbar wird." (Sascha Lobo)

WP
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Beitrag von WP »

kdM hat geschrieben:
WP hat geschrieben: Guckst Du hier, bitte (damit Du verstehst, womit ich Probleme habe).
http://www.recht.de/phpbb/viewtopic.php?t=177386
Ich habe geguckt, und leider Deine Frage nicht verstanden.
Keiner versteht mich. Keiner hat mich richtig lieb. :P
Mein Mozilla läuft prima.
Danke für die Rückmeldung.
Den habe ich parallel drauf und werde es irgendwann probieren.
Gruß
WP
.........[b]Pssst ... [size=75]Durch Anklicken des grünen Punktes unter meinem Namen vermeidest Du meinen Fluch ...[/size][/b]

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