Ausbildung und JArbSchG

Moderator: FDR-Team

Antworten
Der Hilfesuchende
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 196
Registriert: 17.02.07, 16:10

Ausbildung und JArbSchG

Beitrag von Der Hilfesuchende »

Hallo,

mal angenommen die 17 Jährige Tochter T des Threaderstellers hat im August ihre Lehre angefangen als Verkäuferin.

Nun ist es so, das T vermutlich nicht übernommen wird. Grund ist dieser das T ihren Chef nach den
Überstunden gefragt hat und dieser halt indirekt andeutete das wenn T die Stunden will ihre Lehre dort wohl nicht fortgeführt wird.

Hier mal der wieder rein fiktive Arbeitsplan für eine Woche

Mo 14-21 Uhr
Di 14-21 Uhr
Mi Schule von 08-15 Uhr
Do 14-21 Uhr
Fr Schule 08-14 Uhr dann Betrieb ca. 16-21 Uhr
Sa. 14-21 Uhr

Aus dem Betrieb raus ist sie meist erst 15-45 Min nach Geschäftsschluss wegen aufräumen und so.

Es kam auch wegen Inventur schonmal vor das T 13 Tage am Stück arbeiten muste, bzw wenn Frühschicht ist dann hat der Tag noch 1 Arbeitsstd mehr.

Nun stellen sich dem Papa von T einige fragen, zB

1. wie werden denn hier die Überstunden berechnet (oder vieleicht würde das jemand einmal beispielhaft machen)?
2. wird beim 6. Tag ein voller Tag oder die geleisteten Stunden berechnet oder verfallen diese gar ?
3. Da die Lehre vermutlich eh platzt, an wen müßte man sich wenden wenn man dem Lehrherren mal "ans Bein pinkeln" möchte, persönlich denkt der Papa von
T das das hier schon moderne Sklaverei ist.
4. Da ein Gespräch kein Ergebniss brachte wie solls weitergehen ?
5. Muss der AG schriftlich kündigen ?
6. Wenn Kündigung,k wie siehts mit den Ü-Std und dem Urlaub aus ? Dieser wird nach Aussage des AG nicht ausgezahlt .

Großzügigerweise bot der AG der T an, wenn sie zum Arbeitsamt geht und sich drum kümmert dürfte sie nach der Kündigung
ein Jahr Praktikum dort machen und würde vieleicht im nächsten Jahr wieder eingestellt.

Man man, da denkt sich der Papa auch nur noch, das kann doch nicht wahr sein :-(

Natürlich alles nur rein fiktiv !

gruß und danke

Dummerchen
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 10814
Registriert: 21.01.05, 22:43
Wohnort: Der Kohlenpott hat mich wieder!

Re: Ausbildung und JArbSchG

Beitrag von Dummerchen »

Wieviel Pause hat sie denn an ihren Arbeitstagen?
The nine most terrifying words in the English language are, 'I'm from the government and I'm here to help.'
Ronald Reagan
40th president of US (1911 - 2004)

Elektrikör
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5569
Registriert: 01.06.07, 18:45
Wohnort: Wehringen

Re: Ausbildung und JArbSchG

Beitrag von Elektrikör »

Hallo,

die Azubiene ist noch innerhalb der Probezeit?


MfG
Alles hier von mir geschriebene stellt meine persönlichGanzFürMichAlleineMeinung dar
Falls in einer Antwort Fragen stehen, ist es ungemein hilfreich, wenn der Fragesteller diese auch beantwortet

hws
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 8225
Registriert: 07.07.07, 13:39
Wohnort: Unna

Re: Ausbildung und JArbSchG

Beitrag von hws »

Der Hilfesuchende hat geschrieben:Man man, da denkt sich der Papa auch nur noch, das kann doch nicht wahr sein :-(
Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei.

Und nicht übernommen werden bzw in der Probezeit ohne Grund gekündigt werden - da kann man auch nicht viel machen.

Also: bei gravierenden Verstößen und wenn man für die Fortführung der Lehre schon ne neue Stelle hat (oder einem das egal ist): den Ausbildungsbetrieb per Gewerbeaufsichtsamt und Handwerks- Handelskammer "platt machen". Natürlich Beweise parat halten und nicht nur Gerüchte.Eebenfalls unabhängige Zeugen.

Sonst bis zum Ende der Lehre / Probezeit still halten und erst dann (bei halbwegs zuverlässiger neuer Stelle) das Maul aufreißen.

hws

Der Hilfesuchende
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 196
Registriert: 17.02.07, 16:10

Re: Ausbildung und JArbSchG

Beitrag von Der Hilfesuchende »

Die Pausen, wenn sie sie denn machen kann wäre offiziel 30 Min.

Ja, 4 Mon. Probezeit

Eine neue Lehrstelle wäre nicht da, aber nach Rücksprache mit dem Arbeitsamt könnte sie woanders zumindest ein Einstiegsqualifikationsjahr machen.

Und wie immer nur rein fiktiv

karli
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 7423
Registriert: 19.05.06, 11:10

Re: Ausbildung und JArbSchG

Beitrag von karli »

Die über die im Ausbildungsvertrag hinausgehende Arbeitszeit ist zu vergüten.
§ 8 JarbSchG hat geschrieben:Jugendliche dürfen nicht mehr als acht Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden
und
Wenn an einzelnen Werktagen die Arbeitszeit auf weniger als acht Stunden verkürzt ist, können Jugendliche an den übrigen Werktagen derselben Woche achteinhalb Stunden beschäftigt werden
1. wie werden denn hier die Überstunden berechnet
§ 17 BBIG
Kompliziert!
Zu zählen wären die Arbeitszeiten abzüglich der Pausen.

Berufsschule würde ich den Mittwoch als vollen Arbeitstag rechnen, den Freitag mit 6 Stunden, Pausen und Wegezeiten zur Ausbildungsstelle zählen als Arbeitszeit, der Rest wäre im Betrieb zu arbeiten.

Möglicherweise wäre die am Samstag geleistete Arbeit komplett zu bezahlen.
§ 15 JArbSchG hat geschrieben:Jugendliche dürfen nur an fünf Tagen in der Woche beschäftigt werden. Die beiden wöchentlichen Ruhetage sollen nach Möglichkeit aufeinander folgen.
Könnte man die Mehrarbeit nachweisen?
an wen müßte man sich wenden wenn man dem Lehrherren mal "ans Bein pinkeln" möchte
Ich glaube nicht, daß die Verstösse gravierend genug sind, damit der Ausbilder empfindlich bestraft wird.

Die zuständigen Stelle ( IHK, Handwerkskammer etc. ) Beschäftigen Ausbildungsberater, an die man sich wenden könnte.

Bei derartigen Vorhaben sollte man allerdings bedenken, daß die zuständigen Stellen vorangig Institutionen der Unternehmer sind.
Da kennt man sich.
Es könnten sich Dinge herumsprechen, die möglicherweise eine anschliessende Ausbildungsplatzsuche erheblich erschweren .
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
Achtung: Meine Beiträge können Meinungsäusserungen, Denkanstösse, sowie Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.

SeeD
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 505
Registriert: 25.04.05, 21:17
Kontaktdaten:

Re: Ausbildung und JArbSchG

Beitrag von SeeD »

Was wäre mit dem Gedanken die Probezeit durchzustehen, und anschliessend aufs Gesetz zu pochen?

Sicher auch nicht der schönste Weg, aber wohl der einzige dem Arbeitgeber eins auszuwischen.


Ansonsten ist die Ihk eher bemüht Arbeitgeber als Ausbilder zu behalten, daher geht die Tendenz wenn überhaupt immer in Richtung leicher Verwarnungen oder Androhung von Strafen, aber nichts was dem Arbeitgeber jetzt sofort empfindlich treffen könnte.

bye
Interessierter Laie

Der Hilfesuchende
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 196
Registriert: 17.02.07, 16:10

Re: Ausbildung und JArbSchG

Beitrag von Der Hilfesuchende »

Hallo

also das die zuständige IHK da nichts machen wird wollen dachte ich mir auch so :-)

Nach ein bischen telefonieren aufgrund eines Tips von oben, stellte sich aber heraus das (nicht mehr wie früher
das Gewerbeaufsichtsamt) sondern der Regierungsbezirk zuständig ist.

Ein fiktives Telefonat dauerte eine halbe Stunde und war sehr Aufschlussreich, denn da gibt eine Stelle
die ausschließlcih auf das einhalten des JArbSchG achtet. Ein Besuch im Betrieb, natürlich nach dem übermitteln des
Arbeitsplanes sollte dann wohl eine Besserung bringen. Der Besuch wird auch in kürze erfolgen. Laut deren Aussage sind hier auch
nicht ganz unempfindliche Strafen möglich. Unabhängig davon ist halt die Frage ob so ein Betrieb der richtige AUsbildungsplatz ist.

PS Es könnte durchaus sein das im Okt fast 50 Ü-Std angefallen sind.

Antworten