Zwischenzeugnis nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses

Moderator: FDR-Team

Antworten
MarcoAH
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 22
Registriert: 25.07.12, 21:13

Zwischenzeugnis nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses

Beitrag von MarcoAH »

Hallo, ich hoffe, dass mir da jemand einen Rat geben kann. Arbeite seit über 10 Jahren in ein und derselben Firma. Es ist eine sehr große Firma. Habe vor etwa zwei Jahren gewechselt aufgrund von Mobbing, bzw. einer Verschwörung. Mir sind Fehler unterstellt worden, die ich nicht begangen habe, bin beleidigt worden, bin ständig auf Schritt und Tritt kontrolliert worden. Als ich dann vor über zwei Jahren in die neue Abteilung (selbes Gebäude) gewechselt habe, fiel mir der Wechsel sehr schwer, da meine alten Kollegen, wenn sie mich gesehen haben, mich angeschrieen haben, mich weiterbeleidigt haben, usw. Bis ich den Mut gefasst habe, mich beim Betriebsrat, bei der Personalabteilung und beim Vorstand zu beschweren. Obwohl ich das stellenweise beweisen konnte, bekamen die nur ein Gespräch, die sollen das unterlassen. Keine Abmahnung o.ä. Auf alle Fälle haben die das nicht mehr öffentlich gemacht, mir zu schaden, sondern hinter vorgehaltener Hand. Beim Wechsel in die neue Abteilung sind mir leider in den ersten Monaten Fehler unterlaufen, da zwischen der alten und der neuen Abteilung mich nicht abgrenzen konnte. Das hat mich bis auf weiteres verfolgt. Wenn irgendjemand einen Fehler gemacht hat, wurde es mir in die Schuhe geschoben, obwohl ich das gar nicht war. Mir sind Aufgaben weggenommen worden, weil viele Fehler von jemandem gemacht wurden (nicht von mir). Obwohl ich diese Tätigkeit nicht mehr mache, gab es weiterhin viele Fehler in dieser Tätigkeit. Wenn jemand auf mich zukam und mir sagte, ich habe das verbockt, habe ich als Antwort gegeben, dass ich das nicht war, da das nicht meine Schrift ist oder anders Stempel. Als ich vor einigen Wochen ein Personalgespräch hatte, wurde mir gesagt, dass ich eine Kündigung bekomme, aufgrund der vielen Fehler, die ich mache. Ich habe gesagt, dass ich viele Fehler von anderen sehe. Darauf ist nicht eingegangen. Kurz gesagt, ich bin aufgrund einer richtigen unfairnis gegangen. Die wollten mich loswerden. Worauf ich aber kommen wollte, ist, dass mir wenigstens ein wohlwollend qualifiziertes Zeugnis ausgestellt wird, nachdem ich mich da bei einigen Stellen beschwert habe. Heute habe ich das Zeugnis bekommen. Das ist teilweise zu übertrieben gut formuliert worden. Nur um zwei zu nennen:
Ich bin eher der ruhige Mensch. Dort steht aber: Besonders hervorzuheben sind seine Kontaktfreude sowie sein hoch ausgeprägtes Anpassungsvermögen.
Er beherrscht alle Aufgaben im Unternehmen sehr gut. --- Das Haus ist groß. Niemand kann alle Aufgaben sehr gut beherrschen.
Wie seht ihr das und soll ich das einem neutralen Anwalt zeigen?
VG.

matthias.
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 23948
Registriert: 07.06.05, 21:10

Re: Zwischenzeugnis nach Beendigung eines Arbeitsverhältniss

Beitrag von matthias. »

MarcoAH hat geschrieben: Wie seht ihr das und soll ich das einem neutralen Anwalt zeigen?
VG.
Das ist wohl sinnvoll.

Mit einzelnen Sätzen aus Zeugnissen kann man ansonsten auch kaum was anfangen, man muss sich ein komplettes Bild machen.

Cyrrus
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 180
Registriert: 24.09.12, 12:18

Re: Zwischenzeugnis nach Beendigung eines Arbeitsverhältniss

Beitrag von Cyrrus »

hmm nach 10 Jahren im selben Unternehmen sollte man eine Kündigungsschutzklage in Betracht ziehen und sei es nur drum noch eine Abfindung herauszuholen. Dies könnten bei 10 Jahren ca. 5 Monatsgehälter sein. An ihrer Stelle würde ich zu einem Anwalt gehen und mich ausführlich beraten lassen. Vielleicht kann ja auch die Gewerkschaft behilflich sein ?
Richtig ist Richtig selbst wenn es sonst niemand tut, Falsch ist Falsch selbst wenn es sonst alle tun.

hoai
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 290
Registriert: 14.09.04, 09:46

Re: Zwischenzeugnis nach Beendigung eines Arbeitsverhältniss

Beitrag von hoai »

Ich halte es auch für sehr sinnvoll, das Zeugnis einem Anwalt vorzulegen. Die Formulierungen scheinen mir aus einem Programm zu sein, das die Beurteilung in einen Satz verwandelt. Der Satz ist jedenfalls eine Standardformulierung, nach der im www schon mehrere gefragt haben. Ein Anwalt wird das sicherlich interpretieren können.

Kontaktfreude weist beispielsweise in der Regel darauf hin, dass der AN viel getratscht (und evtl. weniger gearbeitet) hat. Das "hoch ausgeprägte Anpassungsvermögen" kommt mir auch sehr verdächtig vor. (Fähnchen in den Wind hängen? Flexible Realitätswahrnehmung/-darstellung?)

"Er beherrschte alle Aufgaben im Unternehmen sehr gut."
Gefühlsmäßig interpretiere ich einen solchen Satz in die Richtung, dass du meinst, alles besser zu wissen/zu können als die anderen (im Zweifel auch als die Chefs).

Letztlich kann man Formulierungen natürlich nur im Gesamtzusammenhang interpretieren. Aber für mich ist sehr offensichtlich, dass es keine "versehentlichen" Formulierungen sind, sondern sie aus einem Zeugnis-Programm stammen.
Ich vertrete hier nur meine herrschende Mindermeinung!

MarcoAH
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 22
Registriert: 25.07.12, 21:13

Re: Zwischenzeugnis nach Beendigung eines Arbeitsverhältniss

Beitrag von MarcoAH »

Danke für die Hinweise.
Ich denke mir, die wollten mir noch eine Reinwürgen, da ich mich bei einem internen Anwalt, mit dem ich mich klasse verstehe, gewandt habe. Er hat auch meine Interessen vertreten, konnte leider nichts machen, da meine Chefin sich alles schön mitgeschrieben hat, was sie dachte, was ich falsch gemacht habe. Anfangs habe ich auch gesagt, dass diese Fehler nicht von mir sind, da das z.B. nicht meine Schrift ist. Hat mir trotzdem weiterhin Fehler unterstellt, auch wenn dieser Fehler (was leider oftmals der Fall war) nicht von mir stammt.
Zum anderen, weil ich zum Ende hin meine Klappe mal aufgemacht und Fehler von anderen mal gezeigt habe, da es ja nur hieß, ICH BIN DER EINZIGE, DER FEHLER MACHT UND SONST NIEMAND. Die wollten das gar nicht wissen. Bin ein sehr ruhiger Mensch, daher paßt das überhaupt nicht mit dem viel gerede und kaum gearbeitet. Das kommt von meiner Chefin. Die hat mir alles mögliche Untergeschoben. Aber auch ich habe meine Rechte. Werde es solange ausbessern, bis ich zufrieden bin.
Genauso, als mein Kollege im Urlaub war, ich habe seine Arbeit noch mitgemacht und eine Zusatzarbeit FREIWILLIG erledigt, da jeder viel zu tun hat und ich von 7 Uhr morgens bis 17 Uhr abends gearbeitet habe, ohne mit irgendjemndem zu reden. Mir wurde vorgeworfen, warum ich die e-mail-Bearbeitung nicht geschafft habe. Nur um eines zu nennen. Könnte das noch weiter nennen.
Dass ich alle Aufgaben im Unternehen gut verstehe, habe ich so interpretiert, dass die das sehr stark übertreiben, damit das keiner mehr glaubt, da dass zu gut ist. Aber beides ist wirklich schlecht.

report
FDR-Moderator
Beiträge: 4119
Registriert: 04.09.05, 17:36
Wohnort: Im schönen Rheintal

Re: Zwischenzeugnis nach Beendigung eines Arbeitsverhältniss

Beitrag von report »

Bemühen Sie einmal die Suchmaschine Ihres Vertrauens mit dem Begriff "Arbeitszeugnis".

Es gibt sehr viele gute Firmen, die ein bereits erstelltes Zeugnis übersetzen und auf Wunsch auch entsprechend korrigieren. Fummeln Sie nicht selber daran rum, vermeintlich gut gemeinte Formulierungen können bei Personalern ein k.o.-Kriterium sein.

Viel Erfolg,
report
Suchet und ihr werdet finden. Fragt und euch wird geantwortet.
Doch verdammt sind jene, die nicht suchen und dennoch fragen. Selig ist der, der suchet und erst fragt, wenn er nichts gefunden hat.

Antworten