Putzfrau legalisieren

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khmlev
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Re: Putzfrau legalisieren

Beitrag von khmlev »

DerKoch hat geschrieben:Kein Schock aber gehört habe ich das so noch nie, zu meiner Zeit hat man GbR dazu gesagt.
Es ist nicht so ungewöhnlich, eine GbR auch als BGB-Gesellschaft zu bezeichnet.
Gruß
khmlev
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hws
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Re: Putzfrau legalisieren

Beitrag von hws »

kdM hat geschrieben:... man sucht sich eine bereits vorhandene seriöse Reinigungsfirma, und diese stellt Frau B mit einem Arbeitsvertrag über einen Minijob bis 450 Euro ein.
Und wer zahlt die Kosten dieser Firma? Zumindest für die Lohnabrechnung und Lohnnebenkosten will die doch wohl Geld sehen? Und das die nichts dran verdienen will, wäre auch ungewöhnlich. Wird dann für die diversen Privathaushalte etwas teurer.

hws

hmoerser
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Re: Putzfrau legalisieren

Beitrag von hmoerser »

man darf bei 450 Euro-Jobs mehrere haben. ZUSAMMEN dürfen die 450 Euro nicht überschritten werden.

Das wird das Problem sein.

kdM
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Re: Putzfrau legalisieren

Beitrag von kdM »

hws hat geschrieben:
kdM hat geschrieben:... man sucht sich eine bereits vorhandene seriöse Reinigungsfirma, und diese stellt Frau B mit einem Arbeitsvertrag über einen Minijob bis 450 Euro ein.
Und wer zahlt die Kosten dieser Firma? Zumindest für die Lohnabrechnung und Lohnnebenkosten will die doch wohl Geld sehen? Und das die nichts dran verdienen will, wäre auch ungewöhnlich. Wird dann für die diversen Privathaushalte etwas teurer.
Natürlich zahlt dies der Kunde!

Denn der wollte ja, so die Fragestellung, "zu einigermaßen vernünftigen Bedingunen" geputzt bekommen und "gar nicht illegal handeln".

:arrow: Es gibt nun einmal Menschen, die in beruflich oder politisch exponierten Stellen arbeiten, so dass sie sich eine Schlagzeile "Herr Musikpapa beschäftigt seine Putzfrau schwarz" weniger leisten können, als einen leicht erhöhten Stundensatz. Man findet mit Hilfe der üblichen Suchmaschinen schnell solche Meldungen wie
Zeitungsmeldung hat geschrieben:Als Konsequenz auf die sogenannte Putzfrauenaffäre gibt der Landeschef von [Partei] in [Bundesland], [Name], sein Amt auf. Er werde bei den Vorstandswahlen am 3. Dezember nicht kandidieren, sagte er. Kurz vor der Bundestagswahl war bekannt geworden, daß der [...] Germanistikprofessor in seinem Haus jahrelang Rußlanddeutsche als Putzfrauen schwarz und für nur sechs Euro pro Stunde beschäftigt hat. Den Mitglieder schrieb [Name], er wolle die Partei nicht in den Verdacht bringen, "hier würde um des lieben Friedenswillen oder aus Opportunitätserwägungen etwas unter den Teppich gekehrt."
Sein sicher geglaubtes Bundestagsmandat war damit auch erledigt. :mrgreen:

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung betrug der Tariflohn für Gebäudereiniger übrigens 7,87 statt 6,00 Euro, da hat sich das Sparen für den Herrn Professor (ca. 6300 Euro Besoldung) nicht wirklich gelohnt. :(

hws hat geschrieben:Zumindest für die Lohnabrechnung und Lohnnebenkosten will die doch wohl Geld sehen? Und das die nichts dran verdienen will, wäre auch ungewöhnlich. Wird dann für die diversen Privathaushalte etwas teurer.
Die Lohnnebenkosten, sind nach den üblichen "Arbeitgeberanteil-Rechner Sozialabgaben 2014" so um die 71,60; also anteilig für jeden der vier Auftraggeber etwa 18 €. Frau A, sowie die anderen privaten Arbeitgeber, möchten bekanntlich Frau B nicht verlieren, weil sie hervorragend arbeitet. Das müsste Ihnen die Sache dann wert sein.

Wie das zu beauftragende Unternehmen nun für diese Kunden seinen Stundenverrechnungssatz kalkuliert, wenn es nicht mehr machen muss, als eine Lohnabrechnung in den Computer einzupflegen und vier Rechnungen zu schreiben, ist Verhandlungssache, die auch davon abhängt, ob das Unternehmen Putzmittel und Reinigungsgeräte stellen soll.
hmoerser hat geschrieben:man darf bei 450 Euro-Jobs mehrere haben. ZUSAMMEN dürfen die 450 Euro nicht überschritten werden.

Das wird das Problem sein
Das ist zwar auch denkbar, die Fragestellung lautete aber explizit "Frau B möchte nicht legalisiert werden, weil sie nur einen Minijob neben ihrer anderen Arbeit haben darf"; möglicherweise bezieht sich das nicht auf das Zusammentreffen von mehreren 450-€-Jobs, sondern auf den Genehmigungsumfang der Nebentätigkeitserlaubnis des "krisensicheren, aber schlecht bezahlten Teilzeitjob im öffentlichen Dienst", also des Hauptarbeitgebers.

Die öffentlichen Arbeitgeber haben bisher in Anlehnung an die beamtenrechtlichen Regelungen die Auffassung vertreten, dass, sofern der zeitliche Umfang der Nebentätigkeit ein Fünftel der wöchentlichen Arbeitszeit überschreite, diese Nebentätigkeit unzulässig ist. Es wurde vermutet, dass der Angestellte durch die zeitliche Beanspruchung in der ordnungsgemäßen Erfüllung seiner arbeitsvertraglichen Verpflichtung behindert wird (sog. Fünftelregelung gem. § 65 Abs. 2 Satz 3 BBG). Frau B arbeitet bei ihr nur zwei Stunden pro Woche, dies aber bei insgesamt vier Arbeitgebern. Geht man somit von 8 Stunden Nebentätigkeit/Woche aus, ist das schon mehr als ein Fünftel einer Vollzeit-Arbeitswoche, geschweige denn einer Teilzeit-Woche.

Das liesse sich nur regeln, in dem Frau B bei ihrem Arbeitgeber eine Anpassung des Umfangs der genehmigten Nebentätigkeiten verlangt, was denkbar wäre. Zum Nachlesen: http://www.haufe.de/oeffentlicher-diens ... 34886.html
"Die meisten fortschrittsoptimistischen Leute sind so lange für neue digitale Geschäftsmodelle, bis ihr eigener Job durch eine 99-Cent-App ersetzbar wird." (Sascha Lobo)

matthias.
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Re: Putzfrau legalisieren

Beitrag von matthias. »

kdM hat geschrieben: Die öffentlichen Arbeitgeber haben bisher in Anlehnung an die beamtenrechtlichen Regelungen die Auffassung vertreten, dass, sofern der zeitliche Umfang der Nebentätigkeit ein Fünftel der wöchentlichen Arbeitszeit überschreite, diese Nebentätigkeit unzulässig ist. Es wurde vermutet, dass der Angestellte durch die zeitliche Beanspruchung in der ordnungsgemäßen Erfüllung seiner arbeitsvertraglichen Verpflichtung behindert wird (sog. Fünftelregelung gem. § 65 Abs. 2 Satz 3 BBG). Frau B arbeitet bei ihr nur zwei Stunden pro Woche, dies aber bei insgesamt vier Arbeitgebern. Geht man somit von 8 Stunden Nebentätigkeit/Woche aus, ist das schon mehr als ein Fünftel einer Vollzeit-Arbeitswoche, geschweige denn einer Teilzeit-Woche.
Bis zu 1/5 über der tariflichen Arbeitszeit aber, sonst macht das in meinen Augen keinen Sinn.

Wenn man eh nur 20h/Woche im ÖD arbeitet, kann man bis zu 28h einen anderen Job nachgehen.
Ergibt sich zumindest aus der Begründung der Regelung (Arbeitszeit regelm. nach ArbZG von 48h)

MfG
Matthias

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