Betriebsrat immer für den Arbeitnehmer?

Moderator: FDR-Team

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Paganina1
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Betriebsrat immer für den Arbeitnehmer?

Beitrag von Paganina1 »

hallo,

ich habe mal eine generelle Frage, zum Thema leider im Netz nichts gefunden.
Muss ein BR immer zwingenderweise FÜR den Arbeitnehmer sein? Auch wenn sich herausstellt, dass der AN im Unrecht ist?
Beispiel:
AN Müller benimmt sich einem Außenstehenden ( nennen wir ihn Schulze) gegenüber äußerst schlecht. Dieser beschwert sich bei der Firma XY, der Müller angehört. Müller geht zum BR.
Beim gemeinsamen Gespräch stellt sich der entsprechende Sachverhalt als genauso heraus, wie Schulze sie dargestellt hat. Kann dann der BR sich vom AN distanzieren, ihn ermahnen oder sich zurückziehen? Oder muss er auf Teufel komm raus, den AN verteidigen?

Grüße

Paganina1

matthias.
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Re: Betriebsrat immer für den Arbeitnehmer?

Beitrag von matthias. »

Natürlich muss der BR das nicht.

Der BR vertritt die Interessen des Kollektives der Arbeitnehmer, nicht die Interessen jedes individuellen ANs. Das ginge auch garnicht, da die Interessen ja unterschiedlich sein können.

Dazu vertritt der BR natürlich auch die Interessen des Betriebes, in dem Sinne dass er will dass der Laden läuft, damit die AN einen Job haben.

Wenn dann jemand nach Aussen das Ansehen der Firma schädigt, muss ein BR den nicht auf Biegen und Brechen verteidigen.

Man sollte so eine Kollegen aber auch nicht im Regen stehen lassen, da ist halt auch ein bisschen Fingerspitzengefühl gefragt.

Tastenspitz
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Re: Betriebsrat immer für den Arbeitnehmer?

Beitrag von Tastenspitz »

Spätestens wenn der BR gezwungen wäre, die Unwahrheit zu sagen um den Müller zu unterstützen, riskiert der BR als AN dann auch arbeitsrechtliche Konsequenzen.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Paganina1
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Re: Betriebsrat immer für den Arbeitnehmer?

Beitrag von Paganina1 »

danke für die Rückmeldungen :D

Paga


P.S.:
kann ein AN, der in einem Betrieb ohne BR arbeitet, sich anderweitig ( nicht anwaltlich) vertreten lassen? Wenn Schulz jetzt in eine Firma arbeitet, die von der ANzahl zu klein für so was ist, hat er auch Müglichkeiten? Oder muss es auf dem anwaltlichen Weg gehen?

khmlev
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Re: Betriebsrat immer für den Arbeitnehmer?

Beitrag von khmlev »

Paganina1 hat geschrieben:kann ein AN, der in einem Betrieb ohne BR arbeitet, sich anderweitig ( nicht anwaltlich) vertreten lassen? Wenn Schulz jetzt in eine Firma arbeitet, die von der ANzahl zu klein für so was ist, hat er auch Müglichkeiten? Oder muss es auf dem anwaltlichen Weg gehen?
Sofern der AN Mitglied der für seinen Bereich zuständigen Gewerkschaft ist, deckt der Mitgliedsbeitrag häufig derartige Hilfestellungen mit ab.
Gruß
khmlev
- out of order -

matthias.
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Re: Betriebsrat immer für den Arbeitnehmer?

Beitrag von matthias. »

Paganina1 hat geschrieben: P.S.:
kann ein AN, der in einem Betrieb ohne BR arbeitet, sich anderweitig ( nicht anwaltlich) vertreten lassen? Wenn Schulz jetzt in eine Firma arbeitet, die von der ANzahl zu klein für so was ist, hat er auch Müglichkeiten? Oder muss es auf dem anwaltlichen Weg gehen?
Zu einem Mitarbeitergespräch die Oma mitbringen oder den Nachbar der Bodybuilding macht?

Nach Meinung des LAGs Hamm muss der AG nichtmal Anwalt oder Gewerkschaftsvertreter dulden, wenn er nicht selber Dritte hinzuzieht (Waffengleichheit)

Der AN muss in einem Mitarbeitergespräch allerdings auch nichts sagen. Er kann sich einfach stumm hinhocken. Kommen muss er aber, das ist Teil der geschuldeten Leistung aus dem Arbeitsvertrag.

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