Nachtzuschläge, Urlaubsanspruch und Überstunden

Moderator: FDR-Team

glorious
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Nachtzuschläge, Urlaubsanspruch und Überstunden

Beitrag von glorious »

Liebe Forengemeinde :)
ich bin froh hierhin gefunden, denn so langsam gehen mir die Antworten aus

ich habe bereits Google und andere Kollegen und Bekannte befragt, jedoch sind wir bei diesen Fragen überfragt. Vielleicht kann mir hier jemand weiter helfen. Ich wäre sehr dankbar.

zu Tagewoche:

wir arbeiten 7 Nächte, 7 Tage frei, es ist somit für uns Laien schwer nachzuvollziehbar, ob nun in einer 6 oder 7 Tage Woche gearbeitet wird? Weiß hier jemand Rat?

Zu Urlaubsanspruch:

Chef beruht sich auf 14 Tage Urlaubsanspruch.
Ich bin vom Mindesturlaub ausgegangen, den ich aber wie oben beschrieben, anhand der sechs oder sieben Tage Woche ausrechnen wollte, die Kollegin und ich arbeiten 120 Stunden im Monat. Finde dass die 14 Tage etwas wenig sind? Die Urlaubstage werden an den Diensttagen gewährt. Der Chef behauptet, insgesamt hätten wir „6 Wochen Urlaub“ im Jahr, die freien Tage vor dem Urlaub zählt er wohl (7 Tage frei, 7 Tage Dienst wo Urlaub gewährt wird, wieder 7 Tage frei ergeben somit 3 Wochen frei am Stück) auch als „Urlaub“
Ich sehe die freien Tage (im Dienstplan als XXXXXXX) nur als frei, da ich in Notfall zum Dienst verpflichtet werden kann, im Urlaub aber nicht?

Zu Nachtzuschlägen:

Chef behauptet, dass die Nachtzuschläge, freiwillig seien.
Ich sehe das anders. Im Arbeitszeitgesetz steht: Leistet AN Nachtarbeit, und dies ggf. auch an Sonn- oder Feiertagen, hat der AG für die während der Nachtzeit geleisteten Arbeitsstunden eine angemessene Zeit bezahlter freier Tage oder einen angemessenen finanziellen Ausgleich (Zuschlag) zu gewähren, soweit keine tarifvertraglichen Ausgleichsregelungen bestehen (§ 6 Abs. 5 ArbZG). Für die an Sonn- oder Feiertagen (tagsüber) geleistete Arbeit ist hingegen gem. § 11 Abs. 3 ArbZG ein Ersatzruhetag zu gewähren.

Ich habe mich gefragt, ob meine freien Tage, die bezahlen freien Tage sein könnten? Oder sind die Arbeitstage (die 120 Std.) die bezahlten Tage und die freien Tage unbezahlt?

Zu Überstunden / Mehrarbeit

Die Kollegin hatte 120 Stunden Mehrarbeit / Überstunden in der Nachtschicht geleistet. Dafür konnte Sie im nächsten Monat zu Hause bleiben. Sie hatte sich natürlich gefreut. Dann kam das böse Erwachen. Sie bekam nur Ihren Grundlohn, ohne Nachtzuschläge.
Auch im den Monaten davor wurde der Nachtzuschlag für diese Stunden NICHT vergütet.
Der Chef beruht sich auf die Aussage von oben, er müsse keine Nachtzuschläge zahlen, diese seien freiwillig. Die Kollegin meint aber, sie hat dafür gearbeitet und besteht eigentlich auf den Nachtzuschlag.

Puh, ich bin überfordert, ich hoffe sehr auf Hilfe.
Vielen Dank :ostern:

Elektrikör
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Re: Nachtzuschläge, Urlaubsanspruch und Überstunden

Beitrag von Elektrikör »

Hallo,

wenn man:
7 Tage arbeitet
7 Tage frei hat
7 Tage arbeitet
7 Tage frei hat
...
...

dann ist das m. M. nach keine 6 oder 7-Tage-Woche, sondern eine 3,5-Tage-Woche


MfG
Alles hier von mir geschriebene stellt meine persönlichGanzFürMichAlleineMeinung dar
Falls in einer Antwort Fragen stehen, ist es ungemein hilfreich, wenn der Fragesteller diese auch beantwortet

webelch
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Re: Nachtzuschläge, Urlaubsanspruch und Überstunden

Beitrag von webelch »

Zumindest die Dauer des Urlaubs ist recht simpel geregelt:
§3 BUrlG hat geschrieben:(1) Der Urlaub beträgt jährlich mindestens 24 Werktage.
(2) Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind.

glorious
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Re: Nachtzuschläge, Urlaubsanspruch und Überstunden

Beitrag von glorious »

Guten Morgen :)
bitte entschuldigt die späte Antwort, hatte Schicht

@Elektrikör

vielen Dank, das erscheint einleuchtend

@webelch
wenn der Elektrikör Recht hat und wir in einer 3.5 Tagewoche arbeiten, ist dann der gesetzliche Mindesturlaub von 24 Tagen nicht ein bisschen zu hoch gesetzt?
ich müsste ihn dann wohl ausrechnen auf eine 6 Tagewoche richtig?

Vielen Dank

webelch
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Re: Nachtzuschläge, Urlaubsanspruch und Überstunden

Beitrag von webelch »

Der gesetzliche Urlaub beträgt 24 Werktage, nicht Arbeitstage. Oder anders ausgedrückt: Da als Werktage die Tage von Montag bis Samstag gerechnet werden, hat man - 24 geteilt durch 6 - Anspruch auf 4 Wochen Urlaub im Jahr. Unabhängig davon, wie viele Arbeitstage dies für den Einzelnen sind.

glorious
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Re: Nachtzuschläge, Urlaubsanspruch und Überstunden

Beitrag von glorious »

@webelch
ja natürlich, Werktage, von Montag bis Samstag
habe diesen Urlaubrechner genommen
http://www.lohn-ag.de/service/urlaubsrechner.html

(die 24 Tage Mindesturlaub beziehen sich doch eine 6 Tage Woche laut Gesetz, die arbeite ich aber nicht.... wenn ich in einer 3.5 Tage Woche arbeite, wie Elektrikör ausgerechnet hat -wo ich sicher bin er hat Recht, da habe ich doch auch Anspruch logischerweise auf WENIGER Urlaub als 24 Tage/Werktage?)

so habe ich den Urlaub mit dem Urlaubsrechner ausgerechnet


Urlaubsanspruch pro Jahr: 24 Tage (Mindesturlaub)
Wie ist die Regelarbeitswoche in Ihrer Firma: 6 Tage (von Montags bis Samstags, da Sonntags nicht zählt)
Anzahl Ihrer Arbeitstage pro Woche: 3 Arbeitstage (bzw.: 3.5)
Für wieviele Monate in diesem Jahr haben Sie Urlaubsanspruch? 12 Monate
Das ist Ihr Urlaubsanspruch für dieses Jahr: 12 Tage im Jahr

Mein Chef meinte auch 12 Tage (aber 2 Tage gibt er uns noch dazu, warum auch immer)
das würde doch stimmen

matthias.
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Re: Nachtzuschläge, Urlaubsanspruch und Überstunden

Beitrag von matthias. »

ch sehe die freien Tage (im Dienstplan als XXXXXXX) nur als frei, da ich in Notfall zum Dienst verpflichtet werden kann, im Urlaub aber nicht?
Solltest du Urlaub buchen an an deinen eigentlich freien Tagen, solltest du die komplette Zeit ausdrücklich als Urlaub beantragen, bzw. dir vom AG zusichern lassen, dass du in der Zeit die Freizeit ist, halt keinen Dienst machen musst.

Das mit den Nachzuschlänge verstehe ich nicht, der AG kann ja gerne behaupten die wären freiwillig, nur wenn er zahlt, kann er sich nicht aussuchen ob er zahlen will oder nicht. Dann muss er immer zahlen.

Und zum Urlaubsentgelt gehört auch der Nachzuschlag. Wird der steuerfrei gezahlt, muss man ihn aber wohl in der Zeit versteuern.

FM
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Re: Nachtzuschläge, Urlaubsanspruch und Überstunden

Beitrag von FM »

Wenn jemand nur nachts arbeitet, wäre denkbar, dass der Nachtzuschlag bereits im Gehalt enthalten ist. Müsste man mal vergleichen mit dem Gehalt, dass tagsüber für die gleiche Arbeit gezahlt wird.

webelch
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Re: Nachtzuschläge, Urlaubsanspruch und Überstunden

Beitrag von webelch »

glorious hat geschrieben:..die 24 Tage Mindesturlaub beziehen sich doch eine 6 Tage Woche laut Gesetz, die arbeite ich aber nicht....
Das BUrlG unterscheidet hier nicht. Es besteht immer ein Urlaubsanspruch von mindestens 24 Werktagen im Jahr. Bei einer Arbeitswoche mit 6 Arbeitstagen sind dies also 4 Wochen. Hat die Arbeitswoche nur 3 Arbeitstage werden aus den 24 Werktagen pro Jahr 12 Urlaubstage. Rechnet man diese auf Wochen um, ist man wieder bei 4 Wochen.

Somit kann man sich diese Rechnerei sparen und bleibt schlicht beim Wortlaut des Gesetzes mit 24 Werktagen Urlaub pro Jahr.

Ich scheibe übrigens an einigen Stellen fett, weil genau diese Unterscheidung gerne zu Missverständnissen zwischen AG und AN führt.

glorious
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Re: Nachtzuschläge, Urlaubsanspruch und Überstunden

Beitrag von glorious »

@Fm
Wenn jemand nur nachts arbeitet, wäre denkbar, dass der Nachtzuschlag bereits im Gehalt enthalten ist. Müsste man mal vergleichen mit dem Gehalt, dass tagsüber für die gleiche Arbeit gezahlt wird.
Nein, wir haben einen StundenLohn in Höhe von, sag ich mal 12.50 Euro Brutto, daraus ergibt sich ein Monatslohn von z.b. 1500 Euro brutto. Die Zuschläge werden im Arbeitsvertrag extra aufgezählt und berechnet:
von 0-4 Uhr 40 %
von 4-6 25 %
22-0 Uhr 25 %

Die Kräfte vom Tagdienst, erhalten Feiertags und Sonntagszuschlag. Wir erhalten DEN NICHT. der AG ist nicht verpflichtet zu "kumulieren". Habe ich gelesen.

@Matthias.
kann er sich nicht aussuchen ob er zahlen will oder nicht. Dann muss er immer zahlen.
Du meinst, so eine Art "Gewohnheitsrecht?" :D
Klar, muss er die zahlen, mich interessierte nur ob er mit die Aussage kommen kann, dass er statt Zuschläge freie bezahlte Tage gewähren kann UND OB meine freien Tage bezahlt sind...
Danke, bezüglich der Idee mit der Urlaubsbuchung.
Und zum Urlaubsentgelt gehört auch der Nachzuschlag. Wird der steuerfrei gezahlt, muss man ihn aber wohl in der Zeit versteuern
Oh, da sprichst Du was interessantes an, im Urlaub würde NIE der Nachtzuschlag gezahlt, deswgen hatten wir immer weniger Lohn, aber es gab im anderen Unternehmen einen "Urlaubsaufschlag" um nicht ganz "Verlust" zu machen. Wie das hier aussieht, weiß ich nicht und rechtlich schon gar nicht.

@FDR
puh, ich bin jetzt total durch den Wind.
Arbeitstage klar, Tage an den gearbeitet wird.
Werktage, sind Tage bis Samstag.
Ja ich habe die Fettschrift beachtet, aber irgendwie.... hm

und VIELEN DANK AN ALLE

hambre
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Re: Nachtzuschläge, Urlaubsanspruch und Überstunden

Beitrag von hambre »

wenn man:
7 Tage arbeitet
7 Tage frei hat
7 Tage arbeitet
7 Tage frei hat

dann braucht man 14 Arbeitstage Urlaub um auf einen Gesamturlaub von 4 Wochen zu kommen. Die 14 Tage Urlaub, die er Chef Euch zugesteht entsprechen also dem gesetzlichen Mindesturlaub.
Chef behauptet, dass die Nachtzuschläge, freiwillig seien.
Das ist falsch. Überstunden-, Sonn- und feiertagszuschläge sind freiwillig, Nachtzuschläge jedoch nicht.

glorious
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Re: Nachtzuschläge, Urlaubsanspruch und Überstunden

Beitrag von glorious »

guten Morgen :mrgreen:
dann braucht man 14 Arbeitstage Urlaub um auf einen Gesamturlaub von 4 Wochen zu kommen. Die 14 Tage Urlaub, die er Chef Euch zugesteht entsprechen also dem gesetzlichen Mindesturlaub.
Hm, verstehe ich das richtig, weil ich die 3.5 Tagewoche habe? x4 Wochen gerechnet, komme ich auf 14 Arbeitstage?
also stimmte die Rechnung oben? :lol: :lol:
bin halt noch etwas unsicher, sorry ;)

Richtig, so habe ich das auch Online gefunden in den Nachtzuschlägen.
Aber der Nachtdienst kann entweder mit einen Nachtzuschlag vergütet werden oder mit "einer Anzahl angemessener bezahlter freier Tage". Das ist auch das was ich wieder nicht verstehe.
Wir haben nach dem 7 Tagen Dienst, 7 Tage frei. Da habe ich mich gefragt, ob diese 7 Tage frei bezahlt sind, oder ob nur meine Arbeitstage (120 Stunden im Monat) bezahlt werden.

Ich weiß, ich bin anstrengend, bitte um Verzeihung und bedanke mich recht Herzlich für die Hilfe :)

SusanneBerlin
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Re: Nachtzuschläge, Urlaubsanspruch und Überstunden

Beitrag von SusanneBerlin »

Hallo,

ob die freien Tage teilweise bezahlt wurden als Ausgleich für den Nachtdienst, können Sie Ihrer Lohnabrechnung entnehmen.
Grüße, Susanne

hambre
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Re: Nachtzuschläge, Urlaubsanspruch und Überstunden

Beitrag von hambre »

Hm, verstehe ich das richtig, weil ich die 3.5 Tagewoche habe? x4 Wochen gerechnet, komme ich auf 14 Arbeitstage?
Ja, richtig. Besser als die gesetzliche Festlegung (24 Werktage) kann man den Mindesturlaubsanspruch durch das Ergebnis (4 Wochen) auf spezielle Arbeitszeitmodelle umrechnen. Nach dem BUrlG muss es möglich sein, insgesamt 4 Wochen Urlaub (einschl. der sowieso freien Tage) zu nehmen und das geht bei Dir mit 14 Arbeitstagen Urlaub.
Wir haben nach dem 7 Tagen Dienst, 7 Tage frei. Da habe ich mich gefragt, ob diese 7 Tage frei bezahlt sind, oder ob nur meine Arbeitstage (120 Stunden im Monat) bezahlt werden.
Wenn eine Schicht 8 Stunden hat, dann sind die 7 freien Tage nicht bezahlt, denn ansonsten würde man nicht auf 120h pro Monat kommen.

Cyrrus
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Re: Nachtzuschläge, Urlaubsanspruch und Überstunden

Beitrag von Cyrrus »

Kommt es bei dieser Rechnung nicht auch auf die Stunden an die an diesen Tagen gearbeitet werden ? Was ist wenn es 24h Dienste sind oder 16h ?
Richtig ist Richtig selbst wenn es sonst niemand tut, Falsch ist Falsch selbst wenn es sonst alle tun.

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