Kündigungszustellung & Hausverbot

Moderator: FDR-Team

filter
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von filter »

Jede Zustellungsvereitelung - dazu gehoert auch, ein Einschreiben, von dem man weiss oder sicher annehmen kann, dass es eine Kuendigung enthaelt, nicht bei der Post abzuholen - fuehrt dazu, dass die Kuendigung als zugestellt gilt. Die Hauptfrage ist, inwieweit der AG nachweien kann, dass der AN vom Kuendigungsschreiben im Einschreiben wusste und die Nichtabholung ein Akt der Zustellungsvereitelung war.
Das heist im Umkehrschluss, auch ein AN könnte die Kündigung in der Form zustellen, wenn er gleichzeitig dem AG zusätzlich per Telephone und email/Fax mitteilt, dass eine Kündigung als Einschreiben unterwegs ist?
Die Frage ist hier ja bereits gelegentlich aufgetaucht, wie man von Seiten des AN am Besten kündigt.Eine Kündigung als Einschreiben oder Einschreiben/Rückschein gehörte für mich wegen der Problematik der möglicherweise fehlenden Abholung bisher nicht dazu.

Cyrrus
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von Cyrrus »

Hallo,

die Zustellung per Gerichtsvollzieher ist neben der persönlichen Übergabe unter Zeugen welche Kenntnis vom Inhalt des Schreibens haben die beste Möglichkeit Dokumente zuzustellen. Einem Gerichtsvollzieher Hausverbot zu erteilen dürfte wohl möglich aber aussichtslos sein.

Mit freundlichen Grüßen

Cyrrus
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Nordland
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von Nordland »

SusanneBerlin hat geschrieben:der link funktioniert so nicht (am Schluss ist ein l zuviel)
Richtiger Link
SusanneBerlin hat geschrieben:Die Urteilsbegründung lautet, dass der AN die Annahme des Einschreibens vom AG verweigert hat (nicht wie hier: das Einschreiben nicht bei der Post abgeholt hat).

Der TE muss also die Kündigung zunächst erneut zustellen.
Siehe Dummerchen. Dennoch sollte man es zur Sicherheit so machen, dass man es noch einmal per Einwurf-Einschreiben versendet oder per Gerichtsvollzieher.
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Roni
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von Roni »

Im vorliegenden Fall wuerde ich einen weiteren Zustellungsversuch per Gerichtsvollzieher machen.
Einwurfeinschreiben ist billiger.

Cyrrus
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von Cyrrus »

Roni hat geschrieben:
Im vorliegenden Fall wuerde ich einen weiteren Zustellungsversuch per Gerichtsvollzieher machen.
Einwurfeinschreiben ist billiger.
Aber nicht wirklich beweisbar. Selbst wenn der Brief zugestellt wurde kann der Empfänger behaupten es wäre nicht das drin was der Absender sagt. Es wurde halt ein weißes Blatt Papier zugesandt. Deshalb über den Gerichtsvollzieher, der erstellt eine Zustellungsurkunde welche mit einer Kopie des Originalschreibens verbunden ist.
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nordlicht02
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von nordlicht02 »

Cyrrus hat geschrieben:Selbst wenn der Brief zugestellt wurde kann der Empfänger behaupten es wäre nicht das drin was der Absender sagt. Es wurde halt ein weißes Blatt Papier zugesandt.
Eintüten mit einem Zeugen, der den Inhalt des Schreibens kennt und mit diesem gemeinsam zur Post bringen. Wurde, glaube ich, hier auch schon geschrieben.
Außerdem würde sich sicherlich jeder Richter fragen, was Absender davon hätte, ein leeres Blatt Papier zu verschicken statt des Schreibens, was er eigentlich schicken wollte. :roll:
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FM
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von FM »

Es müsste dann sogar ausreichen, das Schreiben von außen am Gartenzaun oder der Haustüre anzubringen. Wer keinen Briefkasten zugänglich hat, erhöht eben das Briefverlustrisiko in seiner Sphäre.

Roni
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von Roni »

Richter wissen, dass AG keine leere Blätter verschicken wenn sie eigentlich kündigen wollen. Zudem gibt es ja noch das Einschreiben mit Rückschein das nicht abgeholt wurde. Da ist sicher auch kein leeres Blatt drin.

Cyrrus
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von Cyrrus »

Es geht hier darum die Zustellung nachzuweisen und am besten noch den Inhalt der Sendung. Dies kann man bei einer persönlichen Übergabe unter Zeugen machen, welche vom Inhalt des Schreibens Kenntnis haben oder unabhängig beweisbar mit Zustellungsurkunde und einer Kopie des Schreibens über den Gerichtsvollzieher.

Meiner Meinung nach sollte der TE den Gerichtsvollzieher beauftragen. Die Sendung kostet bei 2 Seiten knapp 10 Euro aber man hat keinen Stress mehr mit der Beweisbarkeit.

Es ist vollkommen irrelevant ob Richter wissen das ein AG einem AN kein leeres Schreiben schickt. Der AG muss nachweisen was drin war und das kann er bei einer normalen Postsendung mit Rückschein und Einschreiben nicht zu 100%. Gerade wenn man auf der anderen Seite jemanden hat der behauptet etwas nicht erhalten zu haben oder gar Hausverbot erteilen will.

Mit freundlichen Grüßen

Cyrrus
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Roni
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von Roni »

.
Der AG muss nachweisen was drin war und das kann er bei einer normalen Postsendung mit Rückschein und Einschreiben nicht zu 100%.
liegt aber auch im Ermessen von Richter ob er an leere Briefumschläge glaubt.
Es werden täglich viele Einschreiben zugestellt, man müsste also fast täglich davon ausgehen dass es da Probleme gibt
Folge wäre dass niemand mehr diesen Weg wählt. Dem ist aber nicht so.

ein Einwurfeinschreiben kostet z.B. 1,80 €, Zustellung über GV 13,--€

nordlicht02
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von nordlicht02 »

Cyrrus hat geschrieben:Der AG muss nachweisen was drin war und das kann er bei einer normalen Postsendung mit Rückschein und Einschreiben nicht zu 100%.
Doch, kann man.
Wenn Sie des Lesens mächtig sind, müssten Sie die Lösung des Problems eigentlich langsam mitbekommen haben.
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winterspaziergang
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von winterspaziergang »

Cyrrus hat geschrieben:Es geht hier darum die Zustellung nachzuweisen und am besten noch den Inhalt der Sendung. ...


Es ist vollkommen irrelevant ob Richter wissen das ein AG einem AN kein leeres Schreiben schickt. Der AG muss nachweisen was drin war und das kann er bei einer normalen Postsendung mit Rückschein und Einschreiben nicht zu 100%.
Preisfrage: Wenn die Würdigung des Richters völlig irrelevant ist, wem gegenüber, müsste dann der AG nachweisen, das Kündigungsschreiben versendet zu haben?
Gerade wenn man auf der anderen Seite jemanden hat der behauptet etwas nicht erhalten zu haben oder gar Hausverbot erteilen will.
Ja, sicher, der Arbeitnehmer, der seit Wochen, Monate nicht am Arbeitsplatz erscheint, dem Arbeitgeber, einschließlich aller Mitarbeiter und am besten der Post :roll: Hausverbot erteilt, macht sich unglaublich glaubwürdig, wenn er vorbringt, der AG habe ihm ein leeres Blatt oder die besten Kochrezepte der Kantine per Einschreiben zugeschickt.

Cyrrus
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von Cyrrus »

Hallo,

wenn es so einfach wäre wie Ihr alle meint dann gäbe es doch viel weniger Probleme mit weißen Blättern. Meint Ihr nicht auch ?
Es steht doch letztlich Aussage gegen Aussage und das ist im Zweifel relevant für einen Richter. Klar klingt es unglaubwürdig wenn ein Arbeitnehmer der monatelang nicht auf Arbeit war und dem Chef Hausverbot erteilt hat, behauptet, er hätte keine Kündigung erhalten. Aber nur weil es so klingt muss es für den Richter doch noch lange nicht so sein.

Und nun wollt Ihr mir einreden eine schlichte Zustellung mit Einwurf einschreiben mit Rückschein an einen renitenten Mitarbeiter der sich mit allen Mitteln vor einer solchen Zustellung zu drücken versucht würde ausreichen und wäre auch noch nachweisbar ? Ganz ehrlich als Arbeitgeber würde ich noch immer den Gerichtsvollzieher beauftragen. Dagegen kann der AN nichts machen und das Arbeitsverhältnis wird zeitnah beendet.

Und ob man nun 1,8 oder 13 Euro ausgibt macht doch in solch einem Fall echt nicht den Kohl fett.

Mit freundlichen Grüßen

Cyrrus
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SusanneBerlin
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von SusanneBerlin »

Cyrrus hat geschrieben:wenn es so einfach wäre wie Ihr alle meint dann gäbe es doch viel weniger Probleme mit weißen Blättern. Meint Ihr nicht auch ?
Hallo Cyrrus,

es gibt keine Probleme mit weißen Blättern. Das ist nur eine Legende des Internets, die irgendwann einmal entstand und nicht zum Stillstand kommt weil sie (z. B. von Ihnen) immer weiterverbreitet wird.

Wenn Sie ernsthaft der Meinung sind, dass jedermann den Erhalt einer Kündigung durch die Argumentation mit dem "leeren Umschlag" bzw. mit dem "unbeschriebenen weißen Blatt im Umschlag" abwehren kann, dann bringen Sie doch den Beleg in Form eines Urteils, oder besser mehrere bzw. viele mit dieser Sachlage und negativen Ausgang des Rechtsstreits für den Versender.
Grüße, Susanne

nordlicht02
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von nordlicht02 »

Cyrrus hat geschrieben:..dann gäbe es doch viel weniger Probleme mit weißen Blättern.
Echt? :shock:
Ich denke eher, dass man die Anzahl derartiger Fälle an einer Hand abzählen kann. Wenn es denn überhaupt welche gibt.
Cyrrus hat geschrieben:Es steht doch letztlich Aussage gegen Aussage
Ja und? Dann entscheidet der Richter, welche der Aussagen ihm glaubhafter erscheint. Raten Sie mal, welche das sein wird.
Cyrrus hat geschrieben:Und nun wollt Ihr mir einreden eine schlichte Zustellung mit Einwurf einschreiben mit Rückschein an einen renitenten Mitarbeiter der sich mit allen Mitteln vor einer solchen Zustellung zu drücken versucht würde ausreichen und wäre auch noch nachweisbar ?
Entweder Einschreiben Einwurf oder Einschreiben Rückschein. Einwurfeinschreiben mit Rückschein gibt es nicht.
Und ja, es reicht. Unter der Voraussetzung, dass man einen Zeugen für Inhalt und Einwurf hat - was ist daran eigentlich so schwer zu verstehen?
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