Kündigungszustellung & Hausverbot

Moderator: FDR-Team

Cyrrus
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von Cyrrus »

Daran ist nichts schwer zu verstehen außer das der renitente Mitarbeiter in dem Moment einfach einen Zeugen aus dem Hut zaubern wird und man wieder bei Aussage gegen Aussage landen würde. Deshalb sage ich Gerichtsvollzieher und mit solchen Spielereien ist Schluss.
123recht hat geschrieben:Fazit:

Unter Berücksichtigung der ausgewerteten Rechtsprechung gibt es derzeit lediglich eine absolut sichere Zustellungsart: die Zustellung durch (Post-) Zustellungsurkunde über den Gerichtsvollzieher.

Alle anderen Zustellungsarten weisen zum Teil erhebliche Beweisrisiken bezüglich des Zugangs auf (einfacher Brief, Einwurfeinschreiben, Telefax), haben lediglich eingeschränkte Beweiskraft bezüglich des Inhalts der Sendung (Übergabeeinschreiben, Einschreiben mit Rückschein) oder sind nicht dauerhaft zum Beweis des Zugangs der Willenserklärung geeignet (Bote).

Es ist daher dringend zu empfehlen, rechtlich wichtige Willenserklärungen nach § 132 BGB über den Gerichtsvollzieher zustellen zu lassen. Diese Methode ist die einzige Möglichkeit, den Zugang einer Willenserklärung beim Empfänger sicher, zuverlässig und dauerhaft beweisen zu können.
Mit freundlichen Grüßen

Cyrrus
Zuletzt geändert von Cyrrus am 29.03.15, 10:28, insgesamt 1-mal geändert.
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nordlicht02
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von nordlicht02 »

Cyrrus hat geschrieben:..außer das der renitente Mitarbeiter in dem Moment einfach einen Zeugen aus dem Hut zaubern wird und man wieder bei Aussage gegen Aussage landen würde.
Dann würde der Richter wieder entscheiden, wem er mehr Glauben schenkt.
Und Richter sind i. d. R. durchaus in der Lage, echte von falschen Aussagen zu unterscheiden.
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

Cyrrus
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von Cyrrus »

nordlicht02 hat geschrieben: Dann würde der Richter wieder entscheiden, wem er mehr Glauben schenkt.
Und Richter sind i. d. R. durchaus in der Lage, echte von falschen Aussagen zu unterscheiden.
Das stellt doch ein unnötiges Risiko für den AG dar wenn es nach dem Glauben eines Richters geht und nicht nach dem Beweis. Oder ?
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Roni
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von Roni »

das würde bazu führen, dass niemand mehr ein Einschreiben verschicken sollte und die GV in ihrer Arbeit ersticken würden.

In dem genannten Fall spricht doch schon gegen den AN dass er das ES Rückschein nicht abholt. Das ist doch Beweis genug, außerdem wie schon geschrieben wird darin auch kein leeres Blatt vermutet.
Diesen Brief bekommt der Absender von der Post mit entsprechendem Vermekr zurück. Den kann man geschlossen lasssen und als Beweis vorlegen.

Und ich denke, dass fast jeder Zeuge mit einer Falschaussage bei Gericht einbricht, spätestens nach der Belehrung.
Zuletzt geändert von Roni am 29.03.15, 11:23, insgesamt 1-mal geändert.

C31H42N2O6
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von C31H42N2O6 »

Sind die GV nicht sowieso schon so belastet, dass es zu längeren Wartezeiten kommen kann? Bei einer Kündigung sind Fristen ja auch nicht unwichtig. Wie lange dauert es denn aktuell, bis Dez Gerichtsvollzieher etwas zustelt?

Cyrrus
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von Cyrrus »

Folgen Sie doch bitte mal meinem oben genannten Link zum Thema aus dessen Beitrag ich zitiert habe. Dort sind 7 verschiedene Zustellungsmethoden mit Vor- und Nachteilen beschrieben. Sicherlich kann man noch mit Einschreiben zustellen, man hat ja schließlich nicht immer ein solches Gegenüber vor sich der sich weigert die Kündigung zu erhalten. Aber im Zweifel vor Gericht, bekommt man die Quittung und hätte es doch besser mit GV versendet. Die Dauer kann man nicht pauschal nennen da der GV nicht unbedingt selbst zustellen muss sondern auch über die Post zustellen lassen könnte.

Mit freundlichen Grüßen

Cyrrus
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SusanneBerlin
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von SusanneBerlin »

Cyrrus hat geschrieben:Aber im Zweifel vor Gericht, bekommt man die Quittung
Sie haben immer noch keinen Beleg gebracht, dass die Behauptung ein weißes Blatt erhalten zu haben, jemals vor einem Gericht zum Erfolg geführt hat.
Grüße, Susanne

all-in
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von all-in »

Und Richter sind i. d. R. durchaus in der Lage, echte von falschen Aussagen zu unterscheiden.
Bei Barbara Salesch gesehen? Eines hätte man sich tatsächlich dort abgucken können, nämlich dass in beinnahe der Hälfte der Fälle man es mit einer Richterin zu tun.
Und ich denke, dass fast jeder Zeuge mit einer Falschaussage bei Gericht einbricht, spätestens nach der Belehrung.
Denken kann man sich viel, aber die Realität schaut anders aus. In Wirklichkeit wird gelogen, bis sich die Balken biegen.

Nordland
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von Nordland »

Ich denke auch, dass die Richter idR erkennen, wenn es sich um einen AN handelt, der den Zugang zur Kündigung verweigern will. In den seltensten Fällen wird so jemand damit durchkommen. Andererseits ist der Hinweis auf die Möglichkeit einer Zustellung per Gerichtsvollziehbar sicherlich auch nicht verkehrt.

Lasst uns doch einfach den TE bitten, uns weiter auf dem Laufenden zu halten. Also, Reinoldus, du kannst gerne berichten, wie es in diesem fiktiven Fall weitergeht.
Es ist unser Land.

nordlicht02
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von nordlicht02 »

all-in hat geschrieben:Bei Barbara Salesch gesehen?
Warum sollte ich mir den Blödsinn ansehen, wenn ich ohnehin von Zeit zu Zeit über Prozesse berichte?
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

Roni
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von Roni »

Zitat:
Und ich denke, dass fast jeder Zeuge mit einer Falschaussage bei Gericht einbricht, spätestens nach der Belehrung.
Denken kann man sich viel, aber die Realität schaut anders aus. In Wirklichkeit wird gelogen, bis sich die Balken biegen.
in solch einem Fall dürfte das Risiko wegen einer Falschaussage ein Problem mit dem Richter zu bekommen doch durchschlagender sein.

Ich war schon oft bei Verhandlungen und kann sagen dass das anders ist dort zu sein als Zeuge auszusagen als hier darüber zu schreiben.

filter
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von filter »

SusanneBerlin hat geschrieben:
Cyrrus hat geschrieben:Aber im Zweifel vor Gericht, bekommt man die Quittung
Sie haben immer noch keinen Beleg gebracht, dass die Behauptung ein weißes Blatt erhalten zu haben, jemals vor einem Gericht zum Erfolg geführt hat.
Doch Cyrrus hat einen Beleg gebracht. Im Gegensatz zu Deiner Behauptung, weisse Blätter wären nur eine Legende des Internets.
Letztlich ist jetzt alles gesagt und auch von jedem :D
Ob man sich nun den einen oder anderen Hinweis beherzigt, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Fakt ist: ein Einwurfeinschreiben wird oftmals ausreichen, wenn der Empfänger aber hardcore drauf ist, dann wird der Versender ein Problem bekommen. Den Zusteller als glaubhaften Zeugen des Einwurfs wirst Du Monate später vergessen können.

nordlicht02
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von nordlicht02 »

filter hat geschrieben: Den Zusteller als glaubhaften Zeugen des Einwurfs wirst Du Monate später vergessen können.
Nö.
Die Zustellung des Einschreiben Einwurf wird durch den Zusteller per Unterschrift bestätigt. Heißt: Die Zustellung wird protokolliert.
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

filter
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von filter »

nordlicht02 hat geschrieben:
filter hat geschrieben: Den Zusteller als glaubhaften Zeugen des Einwurfs wirst Du Monate später vergessen können.
Nö.
Die Zustellung des Einschreiben Einwurf wird durch den Zusteller per Unterschrift bestätigt. Heißt: Die Zustellung wird protokolliert.
Ja und? Trotzdem kann es dazu führen, dass der Zusteller als Zeuge geladen wird. Dieses Protokoll allein besagt wenig.

http://www.meyer-koering.de/de/meldunge ... 2011.1528/

Und - ja ich habe mir den verlinkten Beitrag durchgelesen und ebenfalls ja, in dem Fall erschien die Zeugin dem Gericht glaubwürdig. Trotzdem bleiben Risiken, die man eben vermeiden kann.

nordlicht02
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Re: Kündigungszustellung & Hausverbot

Beitrag von nordlicht02 »

Ich geb´s auf. :roll:
Theorie ist, wenn man weiß, wie es funktioniert und nichts klappt,
Praxis ist, wenn alles klappt und keiner weiß warum.

Ich bin eher der Praktiker.
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