Urlaubsabgeltung nicht eingegangen

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Infinity
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Urlaubsabgeltung nicht eingegangen

Beitrag von Infinity »

Hallo Leute,

angenommen ich werde gekündidgt und habe noch Urlaubstage die nicht abgegolten sind...

Nun möchte ich z. B. diese Urlaubsabgeltung anmahnen.
Wäre hier alles drin was nötig ist ?

**************************************

[FONT=Arial, sans-serif]Sehr geehrte Damen und Herren,[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]mein Urlaub von xxTagen wurde bis heute nicht überwiesen. Die Zahlung wurde gemäß Arbeitsvertrag am 05. August 2015 fällig. Da wir mittlerweile den 08. August 2015 schreiben, befinden Sie sich aufgrund der gesetzlichen Vorschriften über den Schuldnerverzug in Verzug mit dieser Zahlung.[/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Mit diesem Verhalten verstoßen Sie gegen Ihre arbeitsvertraglichen Pflichten. Ich bitte Sie dringend darum, den offenen Betrag umgehend vollständig auszugleichen, spätestens aber bis zum 14. Augst 2015. Zur Vermeidung von Missverständnissen möchte ich klarstellen, dass mit dieser Fristsetzung eine Stundung nicht verbunden ist. [/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Sollten Sie dieser Erwartung nicht entsprechen, d. h. sollte bis zum 18. Augst 2015 der o.g. Urlaub nicht vollständig bezahlt sein, werde ich vor dem Arbeitsgericht Klage erheben.[/FONT]
**************************************

Vielen Dank !
Zuletzt geändert von Infinity am 08.08.15, 09:52, insgesamt 1-mal geändert.
Dummerchen
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Re: Urlaubsabgeltung nicht eingegangen

Beitrag von Dummerchen »

Individuelle Rechtsberatung, wozu auch das Formulieren eines Briefes in einer konkreter Situation gehoert, ist im FDR weder gewuencht noch erlaubt. Die Meinung unbekannter User im Internet kann darueberhinaus die Beratung durch einen haftpflichtversicherten Anwalt nicht ersetzen.
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filter
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Re: Urlaubsabgeltung nicht eingegangen

Beitrag von filter »

Dummerchen hat geschrieben:Die Meinung unbekannter User im Internet kann darueberhinaus die Beratung durch einen haftpflichtversicherten Anwalt nicht ersetzen.
Möchtest Du den Satz nicht zu Deiner Signatur hinzufügen? Im Übrigen empfinde ich den Hinweis auf die Berufshaftpflicht eines Anwaltes mittlerweile als übertriebene Darstellung, da werde man auf jeden Fall korrekt beraten und wenn nicht, dann springt dessen Versicherung ein. Die Realität sieht doch ganz anders aus. Versuch mal einem Anwalt Fehler in einer Erstebratung nachzuweissen, die dann Schadenersatzansprüche auslösen. :lachen:
kdM
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Re: Urlaubsabgeltung nicht eingegangen

Beitrag von kdM »

Infinity hat geschrieben:Hallo Leute,

angenommen ich werde gekündidgt und habe noch Urlaubstage die nicht abgegolten sind...

Nun möchte ich z. B. diese Urlaubsabgeltung anmahnen.
Wäre hier alles drin was nötig ist ?
Eigentlich müsste so etwas wie das hier schon reichen:
  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    mein Urlaub von xx Tagen wurde bis heute nicht abgegolten. Ich bitte Sie dringend darum, den offenen Betrag umgehend vollständig auszugleichen. Sollten Sie dieser Erwartung bis zum ... nicht entsprechen, werde ich vor dem Arbeitsgericht Klage erheben.
Nein, das ist keine Rechtsberatung. Ich setze allerdings einfach mal voraus, dass man nicht immer für eine einfache Geltendmachung eines simplen Anspruches einen Anwalt benötigt. Und natürlich, dass nicht wesentliche Aspekte des fiktiven Falles (echte werden hier ja ohnehin nicht diskutiert :mrgreen: ) weggelassen worden sind.

Grundsäzlich finde ich es erst einmal gut, wenn sich jemand selbst um seine Rechte kümmern will, und es erst einmal alleine versucht, nachfragt, ob das so richtig sein könnte. So ganz allgemein. :wink:

Das Muster für eine Klage für dem Arbeitsgericht findest Du dann bei einigen, aber nicht bei allen Arbeitsgerichten in Deutschland auf deren jeweiligen Webseiten, z.B. unter "Klagevordruck_Forderung" oder "Klagemuster Zahlungsklage".

Wenn man mit irgendwelchen Textvorlagen aus dem Internet nicht weiterkommt, oder sich immer noch unsicher ist, empfiehlt es sich, einen Anwalt oder den gewerkschaftlichen Rechtsschutz aufzusuchen.
Zuletzt geändert von kdM am 08.08.15, 17:18, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Urlaubsabgeltung nicht eingegangen

Beitrag von questionable content »

kdM hat geschrieben:
Das Muster für eine Klage für dem Arbeitsgericht findest Du dann bei einigen, aber nicht bei allen Arbeitsgerichten in Deutschland auf deren jeweiligen Webseiten, z.B. unter "Klagevordruck_Forderung" oder "Klagemuster Zahlungsklage". Scheinbar sehen zumindest diese Gerichte das nicht als unzulässige Rechtsberatung an, wenn man eine einfache Formulierungshilfe online stellt.
Schlechtes Beispiel:

1. Die Arbeitsgerichte sind gesetztlich mit *dieser* Form von "Rechtberatung" betraut (=Formulierung von Klagen) - haben also eine ausdrückliche Erlaubnis.

2. Abstrakte Textbausteine sind unstreitig keine Rechtsberatung.

Konkrete Formulierungshilfe zu einem realen Sachverhalt ist es hingegen schon.
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.
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Re: Urlaubsabgeltung nicht eingegangen

Beitrag von kdM »

questionable content hat geschrieben: Schlechtes Beispiel:
Hast recht. Hab es angepasst.
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Re: Urlaubsabgeltung nicht eingegangen

Beitrag von kdM »

filter hat geschrieben:Im Übrigen empfinde ich den Hinweis auf die Berufshaftpflicht eines Anwaltes mittlerweile als übertriebene Darstellung, da werde man auf jeden Fall korrekt beraten und wenn nicht, dann springt dessen Versicherung ein. Die Realität sieht doch ganz anders aus. Versuch mal einem Anwalt Fehler in einer Erstebratung nachzuweissen, die dann Schadenersatzansprüche auslösen. :lachen:
Wenn man von etwas keine Ahnung hat, empfiehlt es sich, einen Fachmann aufzusuchen. Das gilt bekanntlich ebenso für Möbelmontage wie für Kfz-Reparaturen, Fieberanfälle und auch für notwendige Rechtsberatung.

Trotzdem ist es nicht immer falsch, schwedische Mitnahmemöbel mit Inbusschlüsseln zu montieren; einen Reifen selbst zu wechseln; es mit Wadenwickeln zu versuchen, bevor man zum Arzt geht; oder einen Anspruch erst einmal beim Arbeitgeber schriftlich geltend zu machen, bevor man zum Anwalt geht. Wenn man sich's zutraut, findet man mittlerweile für alles eine Anleitung im Internet.

Ja, das kann dann auch schief gehen. Möbel brechen unter der Last der Schwiegermutter zusammen, Autos mit Reifenplatzern rollen mir auf der Strasse entgegen, Freunde versterben an verschleppter Erklältung, und Urlaubsabgeltungsansprüche verfallen, weil man die Verfallfristen nicht beachtet hat. Aber im großen und ganzen funktioniert's doch.

Und die Versicherungen bauen sich Riesenpaläste und zahlen Dividenden aus. Weil die von ihnen versicherten Schreiner, Kfz-Handwerker, Ärzte und Anwälte eben nicht immer für jeden Sack Reis, der irgendwo umfällt, haften müssen. Auch dann nicht, wenn der Anwalt in der Erstberatung nachweislich nicht darauf hingewiesen hat, dass flexible Behälter aus lebensmittelechtem Textilmaterial zur Aufbewahrung und zum Transport von Schüttgut umfallen können, wenn sie ungesichert aufrecht irgendwo hingestellt werden.




SCNR: @filter: Diese Erstebratung, ist dass nicht eher ein küchentechnischer Begriff? :lachen:
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