Arbeitszeit oder Überstunden?!

Moderator: FDR-Team

Traudl83
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Arbeitszeit oder Überstunden?!

Beitrag von Traudl83 »

Hallo zusammen, ich hoffe es kann mir jemand weiterhelfen:

Auf meiner Lohnabrechnung stehen folgende Zeiten:
37,5 / 163. Dies bedeutet ja, dass es sich um eine 37,5 Stunden Woche, bzw. 163 Stunden im Monat handelt.

Ich arbeite allerdings von Montag - Donnerstag jeweils 8,5 Stunden täglich und am Freitag 7,25 Stunden.
Dies macht nach meiner Rechnung eine Wochenarbeitszeit von 41,25 Stunden...
Hinzu kommen 2 Mal je Monat 4 Stunden für den Samstagseinsatz. In solchen Wochen beträgt die wöchentliche Arbeitszeit
dann ganze 46,25 Stunden.

Auf meine Nachfrage in der Lohnbuchhaltung teilte man mir mit, dass die 37,5 auf der Abrechnung nur als "Proformawert" bei der
Installation des Lohnprogrammes (vor einem Jahr) eingegeben wurden.

Kann ich mich nun auf die 37,5 Stunden berufen und die Differenz als Überstunden aufschreiben lassen????

Ich bedanke mich schon mal im Voraus für jede Antwort!!

Gruß

SusanneBerlin
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Re: Arbeitszeit oder Überstunden?!

Beitrag von SusanneBerlin »

Hallo,

es werden also jeden Monat die Gesamtzahl der geleisteten Stunden bezahlt?


Und welche Wochenstundenzahl steht im Arbeitsvertrag?

Kann ich mich nun auf die 37,5 Stunden berufen und die Differenz als Überstunden aufschreiben lassen????
Überstunden ansammeln geht nur, wenn ein Arbeitszeitkonto vereinbart ist. Ist das der Fall?

Und wegen "auf die 37,5 Stunden berufen": Berufen kannst du dich auf das, was in deinem Vertrag steht. Steht da irgendwas, dass Überstunden/Mehrarbeit bei betrieblicher Notwendigkeit anfallen können?
Grüße, Susanne

Traudl83
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Re: Arbeitszeit oder Überstunden?!

Beitrag von Traudl83 »

Das ist bei uns in allen Belangen etwas kompliziert. Arbeitsverträge gibt es im Betrieb nicht.
Bei meinem Einstellungsgespräch damals hieß es lediglich, (wir sind zu zweit an diesem Platz) "einer fängt eben "etwas" früher an und der andere
bleibt am Abend "etwas" länger. Von meinem beschriebenen Problem sind also im Grunde genommen 2 Personen betroffen.
Des Öfteren suchten wir deshalb in den letzten 1 1/4 Jahren schon das Gespräch mit der Geschäftsleitung. Hierbei sicherte man uns jeweils zu, sich etwas überlegen zu wollen, was mit den mehr angefallenen Stunden (0,5 pro Tag, sowie die 4 Stunden je Samstagseinsatz) passieren soll.
Bis heute besteht das Problem aber fort.

Andere Kollegen im Werkstattbereich, arbeiten jeweils die besagte halbe Stunde täglich weniger und dokumentieren ihre Zeiten per Stechuhr. Diese Option besteht für uns im Materialeinkauf leider nicht.

SusanneBerlin
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Re: Arbeitszeit oder Überstunden?!

Beitrag von SusanneBerlin »

Werden die Stunden jetzt wenigstens bezahlt, oder fällt alles oberhalb der 37,5 Stunden unter den Tisch?
Grüße, Susanne

Traudl83
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Re: Arbeitszeit oder Überstunden?!

Beitrag von Traudl83 »

Die Stunden werden von Seiten des Betriebes nicht dokumentiert und auch entsprechend nicht bezahlt.
Wir schreiben für uns selbst jeweils die geleitete tägliche Zeit auf eine Liste.
Im letzten Jahr kamen somit bei mir 217 Stunden zustande, die nach wie vor nicht ausgeglichen sind...

SusanneBerlin
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Re: Arbeitszeit oder Überstunden?!

Beitrag von SusanneBerlin »

Du hast also über 200 Stunden umsonst gearbeitet, kriegst nur 37,5 Stunden pro Woche bezahlt, weil das im Lohnabrechnungsprogramm so eingestellt ist.
Des Öfteren suchten wir deshalb in den letzten 1 1/4 Jahren schon das Gespräch mit der Geschäftsleitung. Hierbei sicherte man uns jeweils zu, sich etwas überlegen zu wollen,
Wie wãr es damit, die tatsächliche Arbeitszeit abzurechnen und zu bezahlen?

Das ist ganz schön dreist von der Firma.
Grüße, Susanne

Traudl83
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Re: Arbeitszeit oder Überstunden?!

Beitrag von Traudl83 »

So kann man das sagen. Trotz mehrfachem Hinweis ist der Geschäftsleitung vermutlich nicht bewusst, wie viele Stunde sich
über das Jahr hinweg ansammeln. Mittlerweile ist es fast Mitte Februar und das Ganze steigert sich mit jedem Tag um eine weitere halbe Stunde.
Hinzu kommt, dass mein Kollege nun 2 Wochen im Urlaub ist. Das heißt für mich, ich arbeite seine halbe Stunde je Tag mit, um den Platz entsprechend über die volle Zeit zu besetzen. Was wiederum bedeutet, 9 Stunden tägliche Arbeitszeit, zuzüglich seiner Samstage.

Meine Überlegung ist nun, die Liste mit meinen selbst mitgeschriebenen Stunden in Kopie an die Geschäftsleitung zu übergeben. Eventuell ergibt sich dann eine Lösung.

ratlose mama
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Re: Arbeitszeit oder Überstunden?!

Beitrag von ratlose mama »

Wie lange ist eure Pausenzeit? Die hast du ja sicher von den Stunden, die du im Betrieb arbeitest auch abgezogen.

Dann würde ich es sauber dokumentieren und vorlegen

Traudl83
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Re: Arbeitszeit oder Überstunden?!

Beitrag von Traudl83 »

Unsere Pausenzeit beträgt täglich 1 Stunde zwischen 12 und 13 Uhr.
Diese habe ich bereits abgezogen. Bei der Angabe von 8,5 Stunden handelt es sich um reine Arbeitszeit.

ktown
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Re: Arbeitszeit oder Überstunden?!

Beitrag von ktown »

Liebes FDR-Mitglied,

wie Sie sicher in unserer Juriquette (=Forenregeln) gelesen haben, darf hier keine individuelle Rechtsberatung in einem konkreten Fall erfolgen. Sie helfen dem Forum und erleichtern dem Moderatoren-Team die Arbeit, wenn Sie eine Fragestellung zur allgemeinen Rechtslage herausarbeiten, die für Sie von Relevanz ist.

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Fragen dazu können Sie jederzeit im Forum für Mitgliederinformation u. Support stellen.
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SusanneBerlin
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Re: Arbeitszeit oder Überstunden?!

Beitrag von SusanneBerlin »

Ich habe auch noch eine Frage zur Abrechnung:
Auf meiner Lohnabrechnung stehen folgende Zeiten:
37,5 / 163. Dies bedeutet ja, dass es sich um eine 37,5 Stunden Woche, bzw. 163 Stunden im Monat handelt.
Ist auf der Abrechnung ersichtlich, mit welchem Stundenlohn gerechnet wird, d.h. wird der Monatslohn aus 163 mal X(Stundenlohn) berechnet, und der Monatslohn ist demzufolge jeden Monat derselbe?

Was wurde dir eigentlich bei der Einstellung gesagt, wurde über die Höhe des Stundenlohns gesprochen oder wurde gesagt, du bekommst soundsoviel Monatslohn gesamt?
Grüße, Susanne

Traudl83
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Re: Arbeitszeit oder Überstunden?!

Beitrag von Traudl83 »

Ein Stundenlohn ist nicht aufgeführt. Davon war auch nie die Rede. Es wurde ein festes Gehalt vereinbart, welches ich jeden Monat erhalte.

SusanneBerlin
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Re: Arbeitszeit oder Überstunden?!

Beitrag von SusanneBerlin »

Aha. Und die Arbeitszeiten, wurde darüber ebenfalls bei der Einstellung gesprochen?
Ich arbeite allerdings von Montag - Donnerstag jeweils 8,5 Stunden täglich und am Freitag 7,25 Stunden.
Hinzu kommen 2 Mal je Monat 4 Stunden für den Samstagseinsatz.
Grüße, Susanne

Traudl83
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Re: Arbeitszeit oder Überstunden?!

Beitrag von Traudl83 »

Nein. Konkrete Angaben zur Arbeitszeit gibt es nicht. Wir sind 2 Personen, welche den selben Aufgabenbereich haben und mit unserer Anwesenheit den Zeitraum der Öffnungszeit abdecken. Bei der Einstellung hieß es lediglich "einer müsste "etwas" früher anfangen und der andere am Abend "etwas" länger bleiben".

Da ich meinen Platz von einem anderen Kollegen vor 3 Jahren übernommen habe, habe ich auch dessen Zeiten so übernommen.

SusanneBerlin
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Re: Arbeitszeit oder Überstunden?!

Beitrag von SusanneBerlin »

Ein Stundenlohn ist nicht aufgeführt. Davon war auch nie die Rede. Es wurde ein festes Gehalt vereinbart, welches ich jeden Monat erhalte.
In Kenntnis der Informationen muss ich meine zuvor geäuserte Meinung revidieren.

Man arbeitet zu einem vereinbarten Monatsgehalt bei seit der Einstellung vor 3 Jahren unveränderten Konditionen. Ein Stundenlohn wurde nicht vereinbart.

Aus dem nicht zutreffenden Ausdruck auf den Lohnzettel "37,5 / 163" kann man nicht zwingend herleiten, dass das Monatsgehalt für diese Anzahl Stunden vereinbart war. Sie sagen ja selbst, es wurde keine monatliche Gesamtarbeitszeit vereinbart, sondern der AG hat die Lage der Arbeitszeit erst nach Beginn des Beschäftigungsverhältnisses bekanntgegeben/festgelegt.

Die Geschäftsführung fährt eine Hinhaltetaktik und hat sich nicht geäußert, wie man mit der von der tatsächlichen wöchentlichen und monatlichen Arbeitszeit abweichenden Stundenangabe auf dem Gehaltszettel umgehen will.

Die Erfolgsaussichten einer Lohnklage sind ungewiss.

Wenn man nicht klagen will, ist man auf den Goodwill der Geschäftsführung angewiesen. Es scheint, als wolle die GF die Forderungen aussitzen und auch zukünftig keine Erfassung der tatsächlich geleisteten Stunden veranlassen.

Ein gangbarer Weg könnte sein, dass man um eine Gehaltserhöhung bittet, das Monatsgehalt also pauschal angehoben wird und die hohe wöchentliche Arbeitszeit auf diese Weise Berücksichtigung findet.
Grüße, Susanne

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