fristlose Kündigung bei Einarbeitung Zeitarbeit

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cky
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fristlose Kündigung bei Einarbeitung Zeitarbeit

Beitrag von cky »

Beispiel: Zeitarbeit, Einsatz in Lager. ArbAntritt ab 27. Einarbeit 24. und 25. Mit scanner Kisten zur Komissionierung und Nachschub scannen. Entleiher schickt weg am 24. da Verständnis der Numerierung nicht schnell genug gelernt wird. Zeitarbeitsfirme macht fristlose außerordentl Kündigung aus wichtigem Grund am 27. Was würde man in solch einem Fall tun ?
Biggi0001
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Re: fristlose Kündigung bei Einarbeitung Zeitarbeit

Beitrag von Biggi0001 »

Für eine fristlose Kündigung scheint nach der Darstellung kein Grund. Man könnte also Kündigungsschutzklage ergeben mit dem Ziel, dass die ordentliche Kündigungsfrist (meist 2 Wochen) einzuhalten ist. Bitte auch nochmal den Arbeitsvertrag checken, was da zur Kündigung steht. Für die Klage besteht eine Frist von 3 Wochen. In diesem Falle könnte man den Lohn für den 24. und 25. auch gleich noch mit einklagen, immerhin haben Sie da ja vermutlich den ganzen Tag gearbeitet, oder nicht?

Sofort wieder arbeitslos melden. Bei einer fristlosen Kündigung könnte es durchaus zur Sperre kommen, da davon ausgegangen wird, dass der Arbeitnehmer die Kündigung selbst verschuldet hat. Schon von daher wäre eine Kündigungsschutzklage sinnvoll.
Verba docent, exempla trahunt et quae nocent, docent.
Stefanie145
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Re: fristlose Kündigung bei Einarbeitung Zeitarbeit

Beitrag von Stefanie145 »

Hallo,

ich befürchte jedoch, dass die Kündigungsfrist in der Probezeit bei dem Zeitarbeitsunternehmen keine 2 Wochen beträgt. Im Bereich der Zeitarbeit gibt es meines Wissens recht kurze Kündigungsfristen innerhalb der Probezeit (1 bis 3 Tage).
cky
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Re: fristlose Kündigung bei Einarbeitung Zeitarbeit

Beitrag von cky »

Nur am 24. wurde gearbeitet, am Ende des Tages weggeschickt. Automatisch wurde deshalb auch schon am 27. gefehlt, ist das dann der erste Arbeitstag, sodaß bei dessen Fehlen der Vertrag nicht zustande kam ?
Dummerchen
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Re: fristlose Kündigung bei Einarbeitung Zeitarbeit

Beitrag von Dummerchen »

Hat der AN sich denn am 24. oder danach nicht mehr bei der Zeitarbeitsfirma gemeldet?
Der Arbeitsvertrag ist natürlich mit Unterschrift zustande gekommen, nur scheint der AN seinen vertraglich geschuldeten Pflichten nicht nachgekommen zu sein.
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cky
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Re: fristlose Kündigung bei Einarbeitung Zeitarbeit

Beitrag von cky »

Er hat sich (im hier rein hypothetischen Beispiel) bei ihr gemeldet, und der Entleiher ihr auch mitgeteilt daß er den AN nicht mehr will. Der AN war auch in Hinblick auf diese Arbeit eingestellt worden, und die Leiharbeiterfirma hat bei Rückmeldung gesagt, sie hat keine andere Arbeit für ihn.

Andererseits sind Gründe (Diskrimination) beim Entleiher gegeben, die einen AN zu fristloser Kündigung berechtigen könnten, evtl. zu einer Anzeige. Diese wurden dem Entleiher auch mitgeteilt, der hat sich nicht um Behebung bemüht (macht natürlich alles um seinen Kunden zu gefallen, so werden Rechtsverletzungen durch Unterteilung des Arbeitgebers in ihn und seine Personalabteilung bzw Verleiher immer zu Lasten der AN). Kann und sollte der AN deswegen dem Verleiher auch fristlos kündigen und den Entleiher nachträglich anzeigen ?

Am 25. kam per e-mail: Hallo Herr X (Freund vom AN), wir haben von der Firma JW die Info erhalten, dass es mir der Einarbeitung leider nicht geklappt hat. Da die Deutschkenntnisse von Herrn Y leider zu schlecht sind, können wir Ihm zur Zeit keine andere Arbeit anbieten. Herr Balde sollte bestenfalls einen Sprachkurs besuchen, dann können Sie sich gerne noch einmal bei uns melden. Wir senden Ihnen einen Nichtantritt per Post.

Danach kam aber eine außerordentlkche frustlose Kündigung. Beim Entleiher arbeiten viele Aisländer, ein Teil versteht deutlich weniger Deutsch als der AN der auf Stufe B1 deutsch spricht. Die Arbeit ist, , outdoor Wäsche zum Versand bereiten.
Zuletzt geändert von cky am 29.07.17, 10:39, insgesamt 2-mal geändert.
winterspaziergang
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Re: fristlose Kündigung bei Einarbeitung Zeitarbeit

Beitrag von winterspaziergang »

cky hat geschrieben: Andererseits sind Gründe (Diskrimination) beim Entleiher gegeben, die einen AN zu fristloser Kündigung berechtigen könnten, evtl. zu einer Anzeige. ... Kann und sollte der AN deswegen dem Verleiher auch fristlos kündigen und den Entleiher nachträglich anzeigen ?
Ein bereits gekündigtes Arbeitsverhältnis wird man schwer nachträglich fristlos kündigen können.
Eine Eigenkündigung ist wegen der Auswirkungen auf das ALG-I eigentlich selten günstig.

Ob man den Entleiher wegen Diskriminierung anzeigen kann, kann man nicht sagen, wenn man nicht weiß, worin die bestanden hat oder haben soll.
Ob man es sollte, wird man hier nicht sagen können.
Evariste
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Re: fristlose Kündigung bei Einarbeitung Zeitarbeit

Beitrag von Evariste »

Diskriminierung (was immer das im Einzelfall war) an und für sich ist sowieso nicht strafbar. Und eine Diskriminierung durch den Auftraggeber des Arbeitgebers berechtigt auch nicht ohne weiteres zur fristlosen Kündigung. Hier wäre ich sehr vorsichtig.

Man sollte sich lieber auf die erhaltene Kündigung konzentrieren. Eine fristlose Kündigung, nur weil keine Arbeit mehr da ist, ist nicht wirksam. Bei einer ordentlichen Kündigung sind Fristen einzuhalten (normal 2 Wochen in der Probezeit, eventuell kürzer, wenn das im Tarifvertrag steht). Solange bekommt man dann noch Lohn. Wurde nur fristlos gekündigt, ohne auch hilfsweise eine ordentliche Kündigung auszusprechen, kann es sogar sein, dass der Arbeitsvertrag noch weiterläuft.

Da es nicht nur um ein paar Tage Lohn geht, sondern u. U. auch eine längere Sperre (bis zu 12 Wochen) beim Arbeitlosengeld droht, würde ich hier einen Anwalt hinzuziehen, um zu klären, welche Möglichkeiten es gibt.
cky
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Re: fristlose Kündigung bei Einarbeitung Zeitarbeit

Beitrag von cky »

Er hat angeblich zu langsam die Nummern mit Regalen, Fächern verstanden, das zumindest hat der Entleiher gesagt. Dazu sind aber 2 Tage vorgesehen dh 24. und 25. und demnach auch nötig, es sollte nicht schon am ersten Tag abgebrochen werden . Außerdem sind dabei auch andere dort (bereits) Beschäftigte langsam. In einem e-mail (s.o.) hat der Verleiher gesagt, für eine andere Verwendung seien die Deutsch-Kenntnisse zu gering. Inzwischen kam eine auf den 27. datierte außerordentliche fristlose, hilfsweise zum 30. ordentliche Kündigung.

Hier begannen Einstellung und Probezeit erst am 27.,
Evariste
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Re: fristlose Kündigung bei Einarbeitung Zeitarbeit

Beitrag von Evariste »

cky hat geschrieben:E
Inzwischen kam eine auf den 27. datierte außerordentliche fristlose, hilfsweise zum 30. ordentliche Kündigung.

Hier begannen Einstellung und Probezeit erst am 27.,
Wie gesagt, für die fristlose Kündigung müsste ein wichtiger Grund vorliegen, der dem AG eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar werden lässt. Dass ein AN für die geplante Arbeit nicht geeignet ist, ist kein solcher Grund, das ist das Risiko des Arbeitsgebers, der den AN einstellt. Wegen der kurzen Kündigungsfrist müsste man in den anwendbaren Tarifvertrag schauen, ob das rechtens ist. Wenn es keinen Tarifvertrag gibt, bleibt es bei 2 Wochen.

Ach ja, und noch etwas, für die Wirksamkeit der Kündigung und die Kündigungsfrist ist nicht das Datum auf dem Schreiben relevant, sondern der tatsächliche Zugang.
cky
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Re: fristlose Kündigung bei Einarbeitung Zeitarbeit

Beitrag von cky »

Was wäre denn (in solch einem rein hypothetischen Beispielfall) jetzt zu machen ?

Zusammenfassung: Zeitarbeit, Vertrag am 20. unterschrieben, Arbeitsaufnahme 27., am 24., 25. Einarbeit wozu mündlich gesagt wurde dei Stunden davon gehen auf das Arbeitszeitkonto, Bei Einarbeitung muß System der Numerierung der Regale/Fächer im Lager verstanden und geläufig werden. Bei einem vorgesehenen (und mündlich gesagt einzig in Frage kommenden) Entleiher schnell dessen Ungeduld , durch diesen am Ende des ersten Tages abgebrochen. Allerdings Diskrimination ggn. andere Zeitarbeiter dort. Zeitarbeitsfirma schreibt, Einarbeitung fehlgeschlagen, Begründung jedoch mangelnde Sprachkenntnisse, man wolle per Post einen Nichtantritt schicken. Am 28. kam, per Schreiben vom und weggeschickt am 27. eine außerordentliche, fristlose Kündigung zum 27. , hilfsweise eine ordentliche zum 30., ohne Angabe eines Grundes.

Wie vorgehen ? ( vmtl.zuerst schriftlich Gründe der Kündigung verlangen )

Was ist das Motiv der Firma, hier fristlos gekündigt zu haben, und das aufrecht zu erhalten, statt zBsp. ordnungsgemäße, befristete Kündigung ?

Bei Nichterscheinen am Tag der Arbeitsaufnahme dh 27 ist Vertrag nicht zustandegekommen, das war der Fall und spricht ebenfalls einer fristlosen Kündigung entgegen ?

Anzeige gegen Entleiher und/oder Zeitarbeitsfirma wegen Diskrimination und Teilnahme/Begünstigung in Deutschland und Herkunftsland geboten, auch damit die Betreffenden weiteren Schaden gering halten ?
Evariste
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Re: fristlose Kündigung bei Einarbeitung Zeitarbeit

Beitrag von Evariste »

cky hat geschrieben: Anzeige gegen Entleiher und/oder Zeitarbeitsfirma wegen Diskrimination und Teilnahme/Begünstigung in Deutschland und Herkunftsland geboten, auch damit die Betreffenden weiteren Schaden gering halten ?
Mir ist immer noch nicht klar, worin das strafbare Verhalten bestanden haben soll. "Diskriminierung" ist eine Ungleichbehandlung aufgrund bestimmter Merkmale (z. B. Herkunft), diese ist in Deutschland _nicht_ strafbar, allenfalls können sich daraus zivilrechtliche Ansprüche nach dem AGG ergeben. Falls der AN wegen seiner Herkunft beleidigt wurde, dann ist könnte man das anzeigen (bzw. die Sache auf dem Privatklageweg verfolgen), das richtet sich aber dann gegen den einzelnen Mitarbeiter, der beleidigt hat, nicht gegen die Firma.

Sowieso ist es gar nicht möglich, Strafanzeige gegen eine Firma zu erstatten, nur gegen natürliche Personen. (Natürlich kann man eine Firma z. B. bei der Steuerfahndung "anzeigen", das ist aber was anderes.)

Was die Kündigung angeht...
- Wenn die Kündigung am 28. zugegangen ist, dann beginnt auch erst an diesem Tag die Kündigungsfrist für die ordentliche Kündigung. Hierzu bitte in den Vertrag bzw. den Tarifvertrag schauen, was die reguläre Kündigungsfrist ist.
- Für eine außerordentliche Kündigung müsste ein konkretes Verschulden des AN vorliegen, z. B. Arbeitsverweigerung oder unentschuldigtes Fernbleiben. Schlechtleistung und dass der Entleiher den Mitarbeiter nicht mag, ist kein ausreichender Grund.
- Nichterscheinen am 1. Tag ändert nichts an der Wirksamkeit des Vertrags. Nichterscheinen kann eine Grund für eine sofortige fristlose Kündigung sein, und natürlich gibt es dann auch keinen Lohn, aber nicht, wenn der AG wollte, dass der AN nicht erscheint.
- Warum machen Firmen sowas: weil sie dadurch Geld sparen.

Die Frage, was man machen sollte, ist nicht so leicht zu beantworten. Man könnte Kündigungsschutzklage gegen die fristlose Kündigung einreichen, allerdings geht es wohl nur um den Lohn für ein paar Tage, also lohnt sich das nicht unbedingt. Als Betroffener würde ich mich zumindest von der Arbeitsagentur beraten lassen, ob hier eine Sperre (bzw. im ALG2 eine Sanktion) droht und wie man der am besten entgehen kann.
winterspaziergang
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Re: fristlose Kündigung bei Einarbeitung Zeitarbeit

Beitrag von winterspaziergang »

Vorab zum post gestern: Auf Fragen sollte man antworten und nicht den Sachverhalt nachträglich ändern, der gleich so geschrieben dazu geführt hätte, dass die Frage gar nicht gestellt worden wäre.
cky hat geschrieben:Was wäre denn (in solch einem rein hypothetischen Beispielfall) jetzt zu machen ?
wurde bereits in einer der ersten Antworten genannt
Was ist das Motiv der Firma, hier fristlos gekündigt zu haben, und das aufrecht zu erhalten, statt zBsp. ordnungsgemäße, befristete Kündigung ?
Das Motiv der Firma kann hier nur gemutmaßt werden. Wissen dürfte das nur die Firma selbst.
Bei Nichterscheinen am Tag der Arbeitsaufnahme dh 27 ist Vertrag nicht zustandegekommen, das war der Fall und spricht ebenfalls einer fristlosen Kündigung entgegen ?
nein, das Nicht-Erscheinen kann man als Eigentor sehen
Anzeige gegen Entleiher und/oder Zeitarbeitsfirma wegen Diskrimination und Teilnahme/Begünstigung in Deutschland und Herkunftsland geboten, auch damit die Betreffenden weiteren Schaden gering halten ?
Es ist keine Diskriminierung, wenn der AG aus bestimmten Gründen eine Kraft wünscht, die bestimmte Kenntnisse mitbringt. Sonst könnte man auch vorbringen, wieso man alten Leuten nicht das Essen bringen kann und das nur diejenigen dürfen, die eine Ausbildung gemacht haben.
Es ist auch keine Diskriminierung, wenn bestimmte Ausbildungsabschlüsse aus dem Ausland nicht anerkannt werden.

Wenn der AG den AN nicht nur deswegen ablehnt, weil er nicht in Deutschland geboren ist, ist auch keine Diskriminierung im Sinne des AGG erkennbar.
Da die Deutschkenntnisse von Herrn Y leider zu schlecht sind, können wir Ihm zur Zeit keine andere Arbeit anbieten. Herr Balde sollte bestenfalls einen Sprachkurs besuchen, dann können Sie sich gerne noch einmal bei uns melden. Wir senden Ihnen einen Nichtantritt per Post.
das ist eine Beschreibung von Fertigkeiten, die gefragt und offenbar nur unzureichend vorhanden sind.
Danach kam aber eine außerordentlkche frustlose Kündigung.


das ist schon mal gut :wink:
Beim Entleiher arbeiten viele Aisländer, ein Teil versteht deutlich weniger Deutsch als der AN der auf Stufe B1 deutsch spricht. Die Arbeit ist, , outdoor Wäsche zum Versand bereiten.
dafür muss man durchaus deutsch/die jeweilige Landessprache können.

und ganz ehrlich und unter Bezug auf die Netiquette:
Wenn der fiktive Arbeitnehmer so gearbeitet hat, wie der Freund hier schreibt, sich nicht mal die Zeit nimmt, das t/i gegen das benachbarte r/u usw. auf der Tastatur auszutauschen, das er sicher drücken wollte, kann man durchaus nachvollziehen, dass der AG keinen Bedarf an weiterer Einarbeitung gesehen hat.
Evariste
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Re: fristlose Kündigung bei Einarbeitung Zeitarbeit

Beitrag von Evariste »

winterspaziergang hat geschrieben: nein, das Nicht-Erscheinen kann man als Eigentor sehen
So wie ich den Sachverhalt verstanden habe, gab es vor dem 27. eine Kommunikation zwischen AN und AG mit dem Inhalt, dass der AN am 27. nicht erscheinen muss. Nach der Rechtsprechung muss ein AN seine Arbeitskraft nicht mehr ausdrücklich anbieten, wenn der AG die außerordentliche Kündigung erklärt (BAG AP Nr. 34 zu § 615 BGB = NZA 85, 119). Hier haben wir zwar keine fristlose Kündigung, aber immerhin eine entsprechende Ankündigung mit der Aufforderung, nicht zu erscheinen. Ich denke, unter diesen Umständen könnte man zum gleichen Ergebnis kommen, dass eine weiteres Anbieten entbehrlich ist.
winterspaziergang hat geschrieben: Es ist keine Diskriminierung, wenn der AG aus bestimmten Gründen eine Kraft wünscht, die bestimmte Kenntnisse mitbringt. Sonst könnte man auch vorbringen, wieso man alten Leuten nicht das Essen bringen kann und das nur diejenigen dürfen, die eine Ausbildung gemacht haben.
Es ist auch keine Diskriminierung, wenn bestimmte Ausbildungsabschlüsse aus dem Ausland nicht anerkannt werden.

Wenn der AG den AN nicht nur deswegen ablehnt, weil er nicht in Deutschland geboren ist, ist auch keine Diskriminierung im Sinne des AGG erkennbar.
Nur der Vollständigkeit halber, es gibt auch die sogenannte mittelbare Diskriminierung. Diese liegt vor, wenn "dem Anschein nach neutrale Vorschriften, Kriterien oder Verfahren Personen wegen eines in § 1 genannten Grundes gegenüber anderen Personen in besonderer Weise benachteiligen können, es sei denn, die betreffenden Vorschriften, Kriterien oder Verfahren sind durch ein rechtmäßiges Ziel sachlich gerechtfertigt und die Mittel sind zur Erreichung dieses Ziels angemessen und erforderlich." (§ 3 AGG).

Eine solche mittelbare Diskriminierung kann im Einzelfall vorliegen, wenn der AG vom AN Sprachkenntnisse verlangt, die erheblich über das hinausgehen, was in der Position notwendig ist.

Sehe ich im vorliegenden Fall allerdings nicht, die Ablehnung ist ja wohl nicht allein wegen der Sprachkenntnisse erfolgt, sondern der AN hat sich ungeschickt angestellt. Das kann auch Muttersprachlern mit Universitätsabschluss passieren. Wer weiß, wie ich mich da anstellen würde...
winterspaziergang
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Re: fristlose Kündigung bei Einarbeitung Zeitarbeit

Beitrag von winterspaziergang »

Evariste hat geschrieben:[
Eine solche mittelbare Diskriminierung kann im Einzelfall vorliegen, wenn der AG vom AN Sprachkenntnisse verlangt, die erheblich über das hinausgehen, was in der Position notwendig ist.
kommt sicher auf den Fall an. Wenn die Position keine hohen Sprachkenntnis verlangt, die Anweisungen aber mangels Sprachkenntnissen nicht richtig verstanden werden, liegt durchaus ein berechtigtes Interesse des AG vor und keine Diskriminierung.

Frage hierzu: Darf ein AG in der Privatwirtschaft nicht entscheiden, ob er gern sprachlich versiertere Mitarbeiter hat oder nicht?
Sehe ich im vorliegenden Fall allerdings nicht, die Ablehnung ist ja wohl nicht allein wegen der Sprachkenntnisse erfolgt, sondern der AN hat sich ungeschickt angestellt.
das auch.
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