Probezeitverkürzung

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maiklewa
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Probezeitverkürzung

Beitrag von maiklewa » 01.11.17, 18:57

Hallo,

ein Arbeitnehmer in der Probezeit (3 von 6 Monaten vorbei) und in einer dreijährigen befristeten Anstellung möchte einen Antrag auf Probezeitverkürzung stellen und im Zuge dessen soll in dieser Vereinbarung aufgenommen werden, dass der Arbeitgeber ausdrücklich darauf verzichtet, sich auf die sechsmontige Wartefrist des § 1 Abs. 1 KSchG zu berufen.

Wie macht man das am besten?

Spricht man mit direkten Vorgesetzten?

Stellt man diesen Antrag gleich an die Personalabtelung oder direkt an den Chef?

Wie begündet man einen solchen Antrag oder diese Bitte am besten?

Danke.

Grüße

windalf
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Re: Probezeitverkürzung

Beitrag von windalf » 01.11.17, 20:14

befristeten Anstellung möchte einen Antrag auf Probezeitverkürzung stellen
Das ist begrenzt sinnfrei. Die Probezeit ist fast völlig Banane. Ob man nun noch eine Woche länger oder kürzer arbeiten darf spielt doch fast keine Rolle...
dass der Arbeitgeber ausdrücklich darauf verzichtet, sich auf die sechsmontige Wartefrist des § 1 Abs. 1 KSchG zu berufen.
Was heißt berufen. Der AN hat halt die Rechte aus dem KSchG erst nach 6 Monaten. Um einen Arbeitgeber zu überzeugen freiwillig in den Arbeitsvertrag mit aufzunehmen, dass das eine dem KSchG analoge Sicherung früher greifen soll muss man schon ein gutes Argument haben. Was bekommt der Arbeitgeber denn im Gegenzug dafür, dass er auf seine entsprechende Option verzichtet?
Wie macht man das am besten?
Man bietet ihm für die Option auf die er verzichten soll etwas an, was es ihm Wert ist auf diese Option verzichten zu wollen.
Stellt man diesen Antrag gleich an die Personalabtelung oder direkt an den Chef?
Wie begündet man einen solchen Antrag oder diese Bitte am besten?
Imho am besten gar nicht, wenn man den Job behalten will. Wäre ich Chef und jemand kommt mir mit sowas um die Ecke würde ich zusehen den so schnell wie möglich wieder loswerden zu wollen. Da muss dann ja irgendwas im Argen liegen, was zeitnah auf mich zukommt.

Am besten ist wohl man liefert die noch fehlenden 3 Monate beste Arbeitsergebnisse ab um dann danach unter das KSchG fallen zu können...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

winterspaziergang
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Re: Probezeitverkürzung

Beitrag von winterspaziergang » 01.11.17, 23:08

maiklewa hat geschrieben: ein Arbeitnehmer in der Probezeit (3 von 6 Monaten vorbei) und in einer dreijährigen befristeten Anstellung möchte einen Antrag auf Probezeitverkürzung stellen und im Zuge dessen soll in dieser Vereinbarung aufgenommen werden, dass der Arbeitgeber ausdrücklich darauf verzichtet, sich auf die sechsmontige Wartefrist des § 1 Abs. 1 KSchG zu berufen.

Wie begündet man einen solchen Antrag oder diese Bitte am besten?
Mit der Überlegung, die einen veranlasst, die Probezeit verkürzen zu wollen. Es muss ja einen Grund geben, dass der AN dieses ungewöhnlich Ansinnen hat.
Dabei wie schon gesagt bedenken: Wieso sollte der AG das tun wollen und zustimmen? was hat er davon?

matthias.
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Re: Probezeitverkürzung

Beitrag von matthias. » 02.11.17, 08:15

Du willst also, das sich der Jurist des Arbeitgebers mit der Frage beschäftigt, wie man wirklich rechtssicherdie Wartefrist vertraglich ausschließen kann?
Wärst du auch bereit die Zeit die der Jurist dafür vertut für dich einen Vertrag aufzusetzen zu bezahlen?

Wenn man sich zum Pedanten in der Firma machen will, kann man den Weg weiter verfolgen, man kann auch einfach noch 3 Monate weiter gute Arbeit bieten.

Pünktchen
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Re: Probezeitverkürzung

Beitrag von Pünktchen » 02.11.17, 18:36

Gibt es einen Sachgrund für die Befristung?

Was ist im Arbeitsvertrag zur Kündigungsfrist vereinbart?

Celestro
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Re: Probezeitverkürzung

Beitrag von Celestro » 03.11.17, 15:21

windalf hat geschrieben: Das ist begrenzt sinnfrei. Die Probezeit ist fast völlig Banane. Ob man nun noch eine Woche länger oder kürzer arbeiten darf spielt doch fast keine Rolle...
Wieso eine Woche ? Bei 3 Jahren, von denen 3 Monate rum sind, geht es jawohl um "sicher gehen, daß es wirklich 3 Jahre werden und nicht innerhalb der nächsten 3 Monate doch noch Schluß ist".
windalf hat geschrieben: Wäre ich Chef und jemand kommt mir mit sowas um die Ecke würde ich zusehen den so schnell wie möglich wieder loswerden zu wollen. Da muss dann ja irgendwas im Argen liegen, was zeitnah auf mich zukommt.
Ein guter Chef würde zumindest mal nachfragen, wie man auf die Idee kommt. Vielleicht will der AN ja einfach nur eine Absicherung, um eine Finanzierung für einen PKW zu bekommen ?

matthias.
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Re: Probezeitverkürzung

Beitrag von matthias. » 03.11.17, 15:45

Celestro hat geschrieben: Ein guter Chef würde zumindest mal nachfragen, wie man auf die Idee kommt. Vielleicht will der AN ja einfach nur eine Absicherung, um eine Finanzierung für einen PKW zu bekommen ?
Und ich würde es als Ausrede auffassen als Chef, wenn dieses Argument köme.


Im übrigen weiß der gute Chef auch nach 3 Monaten schon ob er den Kollegen behalten will oder nicht oder der gute Chef hätte schon ein Mitarbeitergespräch geführt, wenn die Leistung verbesserungswürdig ist.

Ich halte es auch, egal aus welchem noch so rationalen Grund für eine Schnapsidee damit einem Vorgesetzten zu kommen.

Nach 3 Monaten weiß doch auch jeder Kollege selber, ob er die Probezeit besteht oder nicht.

windalf
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Re: Probezeitverkürzung

Beitrag von windalf » 03.11.17, 18:37

Wieso eine Woche ? Bei 3 Jahren, von denen 3 Monate rum sind, geht es jawohl um "sicher gehen, daß es wirklich 3 Jahre werden und nicht innerhalb der nächsten 3 Monate doch noch Schluß ist".
Ja aber wie wir festgestellt haben ist die Probezeit nahezu egal. Es kommt darauf an, ob man Rechte aus dem KSchG hat oder nicht. Ob du den Zeitraum vorher Probeizeit vereinbarst oder nicht verlängert deine Kündigungsfrist für die ersten 6 Monate nur unwesentlich... Es haben immer alle Angst vor der Probezeit. Dabei ist die Probezeit völlig wurst. Es komtm nur darauf an wann man die Rechte aus dem KSchG erwirbt um sicher zu sein...
Ein guter Chef würde zumindest mal nachfragen, wie man auf die Idee kommt.
Ne ein guter Chef wird solche Mitarbeiter möglichst schnell los. Die gefährden nur sein Unternehmen und damit auch die Arbeitsplätze der anderen Mitarbeiter. Ein guter Chef sieht zu, nur die guten zu behalten und die schlechten loszuwerden. Das kommt allen anderen Mitarbeitern in dem Laden die da weiterhin arbeiten auch zu Gute
Nach 3 Monaten weiß doch auch jeder Kollege selber, ob er die Probezeit besteht oder nicht.
Nö hängt ja nicht immer nur an einem selbst sondern ggf. auch an der Auftragslage. Im Zweifel fliegt, wen man (vom Gesetzgeber so gewollt) am einfachsten los wird...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Hans Speicher
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Re: Probezeitverkürzung

Beitrag von Hans Speicher » 04.11.17, 19:35

Windalf irrt, wenn er meint, die Probezeit sei fast egal.

Innerhalb der Probezeit kann der AG mit der kurzen Frist von 4 Wochen ohne Angabe von Gründen das AV kündigen.

Hans

windalf
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Re: Probezeitverkürzung

Beitrag von windalf » 04.11.17, 19:45

Innerhalb der Probezeit kann der AG mit der kurzen Frist von 4 Wochen ohne Angabe von Gründen das AV kündigen.
Ja und? Wieviel länger wird die Frist wenn keine Probezeit vereinbart ist? Was genau gewinnt man dabei? Nahezu nix...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Probezeitverkürzung

Beitrag von fodeure » 04.11.17, 20:11

Hans Speicher hat geschrieben:Innerhalb der Probezeit kann der AG mit der kurzen Frist von 4 Wochen ohne Angabe von Gründen das AV kündigen.
Ohne Probezeit gilt in den ersten 6 Monaten dasselbe, wenn es keine andere vertragliche Regelung gibt.

windalf
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Re: Probezeitverkürzung

Beitrag von windalf » 04.11.17, 20:12

fodeure hat geschrieben:
Hans Speicher hat geschrieben:Innerhalb der Probezeit kann der AG mit der kurzen Frist von 4 Wochen ohne Angabe von Gründen das AV kündigen.
Ohne Probezeit gilt in den ersten 6 Monaten dasselbe, wenn es keine andere vertragliche Regelung gibt.
Eben
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

matthias.
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Re: Probezeitverkürzung

Beitrag von matthias. » 06.11.17, 07:39

windalf hat geschrieben:
Nach 3 Monaten weiß doch auch jeder Kollege selber, ob er die Probezeit besteht oder nicht.
Nö hängt ja nicht immer nur an einem selbst sondern ggf. auch an der Auftragslage. Im Zweifel fliegt, wen man (vom Gesetzgeber so gewollt) am einfachsten los wird...

Das hat aber mit BESTEHEN der Probezeit nichts zu tun.

Wenn man weg der Auftragslage gefeuert wird, ist das ein Ereignis von Aussen, was mit einem nichts zu tun hat.

Und gerade wenn so was am Horizont steht, wird der AG einen Teufel tun, eine Wartezeitverkürzung schriftlich zu garantieren.

Das ganze ist und bleibt ne Schnapsidee. Durch die Zeit muss man halt durch und den Kredit den man braucht holt man sich dann später. Das weiß man aber auch vorher.

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