Schwerbehindertenausweis anfügen oder nicht?

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maiklewa
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Schwerbehindertenausweis anfügen oder nicht?

Beitrag von maiklewa » 04.06.18, 06:59

Hallo,

wenn man in dem Bewerbungsanschreiben an einen Arbeitgeber im ÖD bereits erwähnt hat, dass man schwerbehindert ist, muss man dann noch den Schwerbehindertenausweis anfügen oder könnte der Arbeitgeber sagen, dass er den Bewerber hätte nicht einladen müssen, weil eben der Schwerbehindertenausweis fehlt?

Muss man eigentlich auch den GdB im Bewerbungsanschreiben erwähnen oder reicht es aus, wenn man schreibt, dass man "schwerbehindert ist" oder eine "Schwerbehinderung vorliegt"?

Danke und Grüße

Biggi0001
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Re: Schwerbehindertenausweis anfügen oder nicht?

Beitrag von Biggi0001 » 05.06.18, 13:26

"Schwerbehinderung" wird im Gesetz erst ab einem GdB von 50 zuerkannt. Da im Volksmund aber auch Behinderung unter GdB 50 als "Schwerbehinderung" bezeichnet werden, ist es notwendig, den Schwerbehindertenausweis beizulegen. Schon auch aus allgemeinen Nachweisgründen, denn es kann ja jeder auf die Idee kommen, eine Schwerbehinderung anzugeben.

Ohne den Ausweis muss der mögliche Arbeitgeber den Bewerber nicht einladen, ob das jetzt ausgeurteilt wurde oder nicht, weiß ich ad hoc nicht.

Man muss den GdB nicht angeben im Anschreiben, dieser ergibt sich aus dem Ausweis.
Verba docent, exempla trahunt et quae nocent, docent.

Oktavia
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Re: Schwerbehindertenausweis anfügen oder nicht?

Beitrag von Oktavia » 05.06.18, 15:42

Es muss ausreichen, wenn der Bewerber die Schwerbehinderung in Lebenslauf oder Anschreiben angibt. Das sollte man aber so tun, dass es auch erkennbar und klar ist. Der GdB muss nicht angegeben werden. Ab GdB 50 ist man Schwerbehindert. Und nur weil der "Volksmund" andere Definitionen hat, kann trotzdem präzise kommuniziert werden :wink:
Der öffentliche Arbeitgeber müsste auch einladen wenn offensichtlich eine Schwerbehinderung vorliegt z.B. sichtbare Amputationen, Rollstuhl auf dem Foto... Für alle Beteiligten ist es aber besser wenn klar ist worum es geht. Bei Blinden, Rollifahrern, Gehörlosen etc. wäre es wichtig nach der Einladung über ggf. vorhandene Barrieren zu sprechen oder anzukündigen wenn ein Gebärdendolmetscher dabei ist.
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw

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Der Unbeugsame
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Re: Schwerbehindertenausweis anfügen oder nicht?

Beitrag von Der Unbeugsame » 05.06.18, 15:52

Ich bin mir sehr sicher, dass es ausreicht, wenn man im Fließtext der Bewerbung "schwerbehindert"/"Schwerbehinderung" oder im Lebenslauf an einer gesonderten Stelle/Überschrift gleiches erwähnt, ohne den Grad der Behinderung angeben zu müssen, um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden zu müssen, wenn man nicht offensichtlich ungeeignet ist. Ich gehe mal davon aus, dass es darum geht, oder!? Der Arbeitgeber im öffentlichen Dienst hat i. R. seiner besonderen Pflichten u. a. gegenüber Schwerbehinderten Bewerbungsanschreiben und Lebensläufe dieses Personenkreises aufmerksam zu lesen, aber er ist nicht dazu verpflichtet, zig Tausend Anhänge nach einem evtl. beigefügten Schwerbehindertenausweis durchzusuchen. Fließtext bedeutet auch, dass der Arbeitgeber nur bis zur Grußformel lesen muss. Steht dahinter/darunter z. B. unter "Anlagen" "Schwerbehindertenausweis", dann kann man das nicht gegen diesen Arbeitgeber verwenden, wenn er einen offensichtlich geeigneten schwerbehinderten Bewerber nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen hat, auch wenn aus dem Wort "Schwerbehindertenausweis" hervorgeht, dass mind. 50 GDB vorliegen. Aber der Arbeitgeber muss ja nicht lesen, was unter "Anlagen" steht. Gibt dazu Urteile, bin aber grad unterwegs.

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