Urlaubsantrag - über HR Software oder besser schriftlich?

Moderator: FDR-Team

swatree
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Urlaubsantrag - über HR Software oder besser schriftlich?

Beitrag von swatree »

Moin Moin,

folgende Situation:
In der Firma beantragen wir den Urlaub über eine HR-Software.
Ich habe vor ungefähr zwei Wochen Urlaub für ein paar Tage ab Mitte Februar und im März beantragt. Die Personalleitung hätte es lieber, wenn ich die Tage an einem Stück nehme, weil die Planung sonst zu umständlich wäre.
Was meiner Meinung nach kein triftiger Grund ist um den Antrag abzulehnen. Tatsächlich wurde er auch noch nicht abgelehnt.
Allerdings bin Ich mir gar nicht sicher, ob Ich im Rechtsfall überhaupt etwas in der Hand habe. Denn über die Software habe ich keine Bestätigungsmail bekommen, dass ich den Urlaub eingereicht habe. Ich kann lediglich die Einträge in meinem Account einsehen. Nicht mal zu welchem Zeitpunkt ich sie gestellt habe.
Zudem habe gelesen, dass Urlaubsanträge in solch einer Software auch einfach von höherer Instanz gelöscht werden können.
Befürchte nun, dass die personalleitung es einfach aussitzt und entweder sagt: Das es viel zu kurzfristig ist (kann ja nicht nachweisen, dass er vor zwei Wochen beantrag wurde) oder den Antrag löscht und mir sagt, ich hätte keinen gestellt.

Ich habe dann absolut keinen Nachweis für Irgendetwas, sehe ich das richtig?

Deshalb überlege ich den Urlaub schriftlich zu beantragen.
In einer Info-mail stand mal, wir sollen den Urlaub ausschließlich über die software beantragen.

Kann der schriftliche Antrag einfach nicht angenommen werden?

Und falls sie ihn annehmen müssen, sollte ich mir eine schriftliche und unterschriebene Bestätigung geben lassen, dass der Antrag gestellt wurde?

Sollte er abgelehnt werden und ich wollte ihn Einklagen, hätte ich ja sonst auch nicht in der Hand.

Danke :)

Dieter_Meisenkaiser
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Re: Urlaubsantrag - über HR Software oder besser schriftlich

Beitrag von Dieter_Meisenkaiser »

1.) Sie scheinen ja ein "tolles" Verhältnis zu Ihrem AG zu haben, wenn man sich Ihr Misstrauen und Ihre Ideen, den Urlaub womöglich einklagen zu wollen, anschaut.

2.) Normalerweise entscheidet der Fachvorgesetzte über die Genehmigung des Urlaubs, weil er - im Gegensatz zur Personalabteilung - für die durchgehend ausreichende Besetzung seiner Abteilung verantwortlich ist. Dass die Personalbteilung "etwas nicht so gerne hat", sollte einem egal sein, wenn der direkte Vorgesetzte ausdrücklich einverstanden ist.

3.) Brauchen Sie wirklich unsere "Absolution" dafür, abweichend vom üblichen Prozedere Ihren Urlaub diesmal versuchsweise schriftlich zu beantragen?

swatree
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Re: Urlaubsantrag - über HR Software oder besser schriftlich

Beitrag von swatree »

ich bitte Sie, nur auf die Fragen zur Rechtslage einzugehen.

SusanneBerlin
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Re: Urlaubsantrag - über HR Software oder besser schriftlich

Beitrag von SusanneBerlin »

Man könnte einfach mal freundlich nachfragen, ob das mit dem eingereichten Urlaub klappt.
Grüße, Susanne

FelixSt
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Re: Urlaubsantrag - über HR Software oder besser schriftlich

Beitrag von FelixSt »

Schon wieder keine Wunschantwort!
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

ktown
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Re: Urlaubsantrag - über HR Software oder besser schriftlich

Beitrag von ktown »

FelixSt hat geschrieben:Schon wieder keine Wunschantwort!
Wieso wieder?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Evariste
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Re: Urlaubsantrag - über HR Software oder besser schriftlich

Beitrag von Evariste »

swatree hat geschrieben: Ich kann lediglich die Einträge in meinem Account einsehen.
...
Ich habe dann absolut keinen Nachweis für Irgendetwas, sehe ich das richtig.
Man könnte die Einträge einfach ausdrucken, das sollte als Nachweis (auch vor Gericht) genügen.

FM
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Re: Urlaubsantrag - über HR Software oder besser schriftlich

Beitrag von FM »

Die Rechtslage ist, daß der AG unter Mitbestimmung des Betriebsrates die Art der Urlaubsbeantragung festlegen kann. Außerdem soll der Urlaub laut Gesetz möglichst zusammenhängend genommen werden.

swatree
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Re: Urlaubsantrag - über HR Software oder besser schriftlich

Beitrag von swatree »

Evariste hat geschrieben:
swatree hat geschrieben: Ich kann lediglich die Einträge in meinem Account einsehen.
...
Ich habe dann absolut keinen Nachweis für Irgendetwas, sehe ich das richtig.
Man könnte die Einträge einfach ausdrucken, das sollte als Nachweis (auch vor Gericht) genügen.
vielen Dank! hilft mir schonmal weiter :)

swatree
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Re: Urlaubsantrag - über HR Software oder besser schriftlich

Beitrag von swatree »

FM hat geschrieben:Die Rechtslage ist, daß der AG unter Mitbestimmung des Betriebsrates die Art der Urlaubsbeantragung festlegen kann. Außerdem soll der Urlaub laut Gesetz möglichst zusammenhängend genommen werden.
leider gibt es keinen Betriebsrat. Habe mir meinen Vertrag nochmal angeschaut. Dort steht, der Urlaub ist schriftlich einzureichen.

SusanneBerlin
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Re: Urlaubsantrag - über HR Software oder besser schriftlich

Beitrag von SusanneBerlin »

Wenn Sie der Schriftform nachkommen wollen, dann ist eine e-mail ungeeignet. Schriftform bedeutet, dass dem Adressaten das Originalschreiben mit eigenhändiger Unterschrift zugeht (§ 126 BGB)
Grüße, Susanne

webelch
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Re: Urlaubsantrag - über HR Software oder besser schriftlich

Beitrag von webelch »

Gibt es denn berechtigten Anlass zu der geäusserten Sorge, dass der AG den Urlaubsantrag so wie befürchtet behandelt?

FM
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Re: Urlaubsantrag - über HR Software oder besser schriftlich

Beitrag von FM »

SusanneBerlin hat geschrieben:Wenn Sie der Schriftform nachkommen wollen, dann ist eine e-mail ungeeignet. Schriftform bedeutet, dass dem Adressaten das Originalschreiben mit eigenhändiger Unterschrift zugeht (§ 126 BGB)
Es ist ja keine gesetzliche sondern eine vertragliche Formvorschrift, und da gilt ebd. Abs. 3:
Die schriftliche Form kann durch die elektronische Form ersetzt werden, wenn sich nicht aus dem Gesetz ein anderes ergibt.
.... was aber eine qualifizierte elektronische Signatur erfordern würde (§ 126 a).

Das scheint aber eher die Frage am Rande zu sein. Wenn der AG den Urlaub ablehnen will, wären die beschriebenen Tricks eher dumm, um den Antrag verschwinden zu lassen. Er lehnt halt einfach ab, mit Verweis auf:
aus § 7 BUrlG:
Der Urlaub ist zusammenhängend zu gewähren, es sei denn, daß dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe eine Teilung des Urlaubs erforderlich machen.
Dann ist es Sache des AN, die Dringlichkeit für einzelne Tage darzulegen, also warum gerade an diesem oder jenem Tag Urlaub sein muss, an den Tagen davor oder danach aber keiner sein darf oder kann. Das werden dann eher seltene Fälle sein, wie vielleicht die Hochzeit der Schwester bei schon ähnlich fest geplanten Terminen für die Resturlaubstage, und dann dürfte es für die PA auch ein geringeres Problem sein als wenn jeder ständig einzelne Tage will.

zimtrecht
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Re: Urlaubsantrag - über HR Software oder besser schriftlich

Beitrag von zimtrecht »

swatree hat geschrieben: Zudem habe gelesen, dass Urlaubsanträge in solch einer Software auch einfach von höherer Instanz gelöscht werden können.
Etwas OT an die Datenschutzbewanderte: Müssten diese Daten wie z.B. Urlaubsanträge nicht auch geschützt vor Veränderung und "Verlust" (inkl. undokumentiertem Löschen) gespeichert werden? Also in etwa wie Daten der Personalakte?

swatree
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Re: Urlaubsantrag - über HR Software oder besser schriftlich

Beitrag von swatree »

FM hat geschrieben:
SusanneBerlin hat geschrieben:Wenn Sie der Schriftform nachkommen wollen, dann ist eine e-mail ungeeignet. Schriftform bedeutet, dass dem Adressaten das Originalschreiben mit eigenhändiger Unterschrift zugeht (§ 126 BGB)
Es ist ja keine gesetzliche sondern eine vertragliche Formvorschrift, und da gilt ebd. Abs. 3:
Die schriftliche Form kann durch die elektronische Form ersetzt werden, wenn sich nicht aus dem Gesetz ein anderes ergibt.
.... was aber eine qualifizierte elektronische Signatur erfordern würde (§ 126 a).

Das scheint aber eher die Frage am Rande zu sein. Wenn der AG den Urlaub ablehnen will, wären die beschriebenen Tricks eher dumm, um den Antrag verschwinden zu lassen. Er lehnt halt einfach ab, mit Verweis auf:
aus § 7 BUrlG:
Der Urlaub ist zusammenhängend zu gewähren, es sei denn, daß dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe eine Teilung des Urlaubs erforderlich machen.
Dann ist es Sache des AN, die Dringlichkeit für einzelne Tage darzulegen, also warum gerade an diesem oder jenem Tag Urlaub sein muss, an den Tagen davor oder danach aber keiner sein darf oder kann. Das werden dann eher seltene Fälle sein, wie vielleicht die Hochzeit der Schwester bei schon ähnlich fest geplanten Terminen für die Resturlaubstage, und dann dürfte es für die PA auch ein geringeres Problem sein als wenn jeder ständig einzelne Tage will.
Mein Wunsch reicht wohl schon als Grund :)

http://www.dbovg.niedersachsen.de/jport ... romHL=true

Der AG muss laut § 7 BUrlG abs 1, begründen weshalb der Antrag abgelehnt wird

(1) Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, es sei denn, daß ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen.

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