Lohnfortzahlung - wie berechnet man die Tage?

Moderator: FDR-Team

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spydermonkey
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Lohnfortzahlung - wie berechnet man die Tage?

Beitrag von spydermonkey »

Eine Krankenschwester hat laut Arbeitsvertrag eine 5-Tage-Woche, in der Praxis allerdings nicht in jeder Woche zwei freie Tage (sondern oft weniger und nur selten mehr).

Sie erkrankt im Januar und ist - beginnend an einem Freitag - 19 Kalendertage arbeitsunfähig, danach steigt sie zunächst für drei Wochen wieder ein.
Im Februar fällt sie mit derselben Erkrankung erneut aus: beginnend an einem Dienstag für den Rest des Monats und weiter bis zum Freitag, den 22.März.

Insgesamt sind das 51 Kalendertage.
Wie viele davon zählen als Arbeitstage und fallen somit in die LFZ?

SusanneBerlin
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Re: Lohnfortzahlung - wie berechnet man die Tage?

Beitrag von SusanneBerlin »

Das kann man mit diesen Informationen nicht beantworten.
Grundsätzlich gilt § 4 des EntgFG. Link -> https://www.gesetze-im-internet.de/entgfg/__4.html

Als erstes immer die Frage: gilt ein Tarifvertrag? Aus dem Tarifvertrag kann sich nämlich eine vom EntFG abweichende Lohnfortzahlung ergeben.

2. Wenn sie an mehr als 5 Tagen pro Woche arbeitet, arbeitet sie dann auch mehr Stunden als im Arbeitsvertrag vereinbart? Wieviele Stunden pro Woche stehen im Arbeitsvertrag und wieviele Stunden hat sie durchschnittlich in den letzten 3 Monaten pro Woche gearbeitet?

Wird sie nach Stunden bezahlt oder hat sie jeden Monat denselben Lohn und die Überstunden gehen auf ein Arbeitszeitkonto?
Grüße, Susanne

spydermonkey
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Re: Lohnfortzahlung - wie berechnet man die Tage?

Beitrag von spydermonkey »

1. Tarifvertrag ist der TVöD.

2. Laut AV sind 28 Wochenstunden vereinbart, in den letzten drei Monaten 2018 sind zwischen 20 und 50 Stunden Mehrarbeit pro Monat angeordnet und geleistet worden. In den ersten drei Monaten 2019 war sie überwiegend arbeitsunfähig, da sind keine Überstunden angefallen.

3. Festgehalt mit variablen Zuschlägen, Arbeitszeitkonto mit aktuell 220 Überstunden - wobei dieselbe Anzahl im Sommer 2018 schon mal ausbezahlt wurde.

Meine Rechnung:
Ausgehend von 6 Wochen LFZ würde diese am 13.3. enden, danach gäb es Krankengeld bis zum 22.3. und ab 23.3. wieder das reguläre Gehalt.
Laut Abrechnung von März bekommt die Krankenschwester aber nur ca 40% ihres Bruttogehaltes.

hambre
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Re: Lohnfortzahlung - wie berechnet man die Tage?

Beitrag von hambre »

Festgehalt
Dann gibt es für 6 Wochen (=42 Kalendertage) Lohnfortzahlung und für die restlichen 9 Tage Krankengeld.
Ausgehend von 6 Wochen LFZ würde diese am 13.3. enden, danach gäb es Krankengeld bis zum 22.3. und ab 23.3. wieder das reguläre Gehalt.
So würde ich das auch sehen.
Laut Abrechnung von März bekommt die Krankenschwester aber nur ca 40% ihres Bruttogehaltes.
Dann sollte sie in der Lohnbuchhaltung nachfragen, warum das so ist.

spydermonkey
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Re: Lohnfortzahlung - wie berechnet man die Tage?

Beitrag von spydermonkey »

hambre hat geschrieben:
Festgehalt
Dann gibt es für 6 Wochen (=42 Kalendertage) Lohnfortzahlung und für die restlichen 9 Tage Krankengeld.
Ausgehend von 6 Wochen LFZ würde diese am 13.3. enden, danach gäb es Krankengeld bis zum 22.3. und ab 23.3. wieder das reguläre Gehalt.
So würde ich das auch sehen.
Laut Abrechnung von März bekommt die Krankenschwester aber nur ca 40% ihres Bruttogehaltes.
Dann sollte sie in der Lohnbuchhaltung nachfragen, warum das so ist.
Das wird sie am Montag tun ;)
Sie wollte nur zuerst wissen, ob sie mit ihrer eigenen Rechnung nicht komplett falsch liegt.
Danke!

SusanneBerlin
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Re: Lohnfortzahlung - wie berechnet man die Tage?

Beitrag von SusanneBerlin »

Insgesamt sind das 51 Kalendertage.
Wie viele davon zählen als Arbeitstage und fallen somit in die LFZ?
Ach so, Sie wollten lediglich wissen, wann die Lohnfortzahlung endet. Diese Frage habe ich gestern abend übersehen.

Die Dauer der Lohnfortzahlung zählt nach Kalendertagen, es ist egal ob man 5 oder 6 Tage pro Woche arbeiten müsste, auch die freien Tage zählen mit. Die Dauer der Lohnfortzahlung beträgt 6 Wochen, also 42 Kalendertage.

Es wird zum Jahreswechsel auch nicht "genullt", d.h. wenn sie in 2018 schon wegen derselben Krankheit arbeitsunfähig war, dann zählen auch diese AU-Tage bei den 6 Wochen mit nach den Maßgaben von § 3 EntgFG

Normalerweise ist auf der Lohnabrechnung auch erkennbar, für welche Tage Lohnfortzahlung geleistet wird und für welche Tage Lohn gezahlt wird. Man sollte also nachvollziehen können, welchen Tag der Arbeitgeber als den letzten Tag der Lohnfortzahlung angenommen hat.
Grüße, Susanne

spydermonkey
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Re: Lohnfortzahlung - wie berechnet man die Tage?

Beitrag von spydermonkey »

Ich muss das Thema leider noch mal nach oben holen :(

Die Nachfrage in der Lohnbuchhaltung ergab: das fehlende März-Gehalt wird mit dem vom April ausbezahlt.
Das hat allerdings nicht funktioniert, es gab nur das reine April-Gehalt und jetzt ist die Sachbearbeiterin auch erst mal im Urlaub (keine Vertretung)

Man darf gespannt sein, wie es weitergeht, denn die Krankenkasse hat bisher auch noch nicht die vom AG angeforderte Information zur Berechnung des Krankengeldes bekommen...


Die Krankenschwester hat sich - nicht nur aber auch wegen solcher Aktionen des AG - anderweitig beworben und wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen.
Es bleibt spannend :) Wenn sie tatsächlich zum 1.7. die Stelle wechselt, müssen bis dahin auch noch 11 Urlaubstage und knapp 8,5 Wochen an Überstunden abgegolten werden :D

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