Vergütung der Rufbereitschaft

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spydermonkey
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Vergütung der Rufbereitschaft

Beitrag von spydermonkey »

Tarifvertrag AVR
Laut AV müssen Rufbereitschaften geleistet werden, dabei muss der Einsatzort innerhalb von max. 30 min erreicht sein.
Die RB beginnt und endet um 6:00

Bis vor wenigen Monaten sah das so aus:

RB hatte grundsätzlich der Mitarbeiter, der geteilten (Früh- und Abend-) Dienst sowie einen kurzen Wechsel hatte (Frühdienst am folgenden Morgen)
Bezahlt wurde die Zeit von 21:00 bis 6:00 mit 12,5%, die Dienstzeit sowie Einsätze während der RB mit dem normalen Stundensatz. Telefonberatungen tagsüber gar nicht, nachts fielen sie unter die Pauschale.

Durch interne Änderungen beim AG fallen inzwischen aber immer häufiger RB an Tagen an, an denen der betroffene Mitarbeiter nur 2,5 bis 4,5 Stunden arbeitet (also regulär bezahlt bekommt), außerdem wurde die Zeit, in der der Einsatzort erreicht werden muss, auf 15 min verkürzt. Fünf bis zehn solcher RB in Folge sind keine Seltenheit.

Vergütet wird weiterhin wie oben beschrieben :(
Auf Nachfrage eines Mitarbeiters erklärte der AG, dass der AVR das 'so vorgäbe' :shock:
Was ich im Netz dazu gefunden habe, liest sich anders - aber ich bin kein Experte, was die Deutung solcher Texte angeht.

Ganz abgesehen davon, dass besagter Mitarbeiter sich gerade in Verhandlungen mit einem anderen AG befindet, würde es mich interessieren: ist der AG tatsächlich im Recht oder werden die Mitarbeiter übers Ohr gehauen?

SusanneBerlin
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Re: Vergütung der Rufbereitschaft

Beitrag von SusanneBerlin »

Hallo,
ist der AG tatsächlich im Recht oder werden die Mitarbeiter übers Ohr gehauen?
Ohne Kenntnis des Arbeitsvertrags, der Zusatzvereinbarungen und des Tarifvertrags kann man nichts dazu sagen.

Zum Beispiel kann ich diese Passage nicht einordnen:
Durch interne Änderungen beim AG fallen inzwischen aber immer häufiger RB an Tagen an, an denen der betroffene Mitarbeiter nur 2,5 bis 4,5 Stunden arbeitet (also regulär bezahlt bekommt),
Warum kommt es vor, dass bei angenommen 40h- Woche, Tage auftreten an denen der AN nur 2,5 bis 4,5h arbeitet? Ob das so i.O. ist, kann man ebenfalls ohne Kenntnis der Vereinbarungen nicht klären. Eventuell komnen noch Betriebsvereinbarungen dazu, die der Betriebsrat mit dem Arbeitgeber ausgehandelt hat. Diese Betriebsvereinbarungen muss man ebenfalls kennen.

Ein Forum ist da ziemlich ungeeignet, Licht in dieses Tohuwabohu von Vereinbarungen zu bringen.
Ganz abgesehen davon, dass besagter Mitarbeiter sich gerade in Verhandlungen mit einem anderen AG befindet, würde es mich interessieren:
Ich würde mich auf die Jobsuche konzentrieren und anschließend, wenn der neue Job in trockenen Tüchern ist, das ganze Schriftwerk und Lohnabrechnungen einem Anwalt vorlegen um eventuell beim alten Arbeitgeber alles einzuklagen was noch nicht verjährt ist. Sind aber eventuell kurze Ausschlussfristen, man kann sich nicht lange Zeit lassen mit der Klage.
Grüße, Susanne

spydermonkey
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Re: Vergütung der Rufbereitschaft

Beitrag von spydermonkey »

SusanneBerlin hat geschrieben: Zum Beispiel kann ich diese Passage nicht einordnen:
Durch interne Änderungen beim AG fallen inzwischen aber immer häufiger RB an Tagen an, an denen der betroffene Mitarbeiter nur 2,5 bis 4,5 Stunden arbeitet (also regulär bezahlt bekommt),
Warum kommt es vor, dass bei angenommen 40h- Woche, Tage auftreten an denen der AN nur 2,5 bis 4,5h arbeitet?
Weil die betroffenen Mitarbeiter nur 20- bzw 28-Wochenstunden-Verträge haben und an anderen Tagen zum Ausgleich bis zu 10 Stunden im Dienst sind.
Das durchschnittliche Tagessoll beträgt 4/3,33 bzw 5,6/4,67 Stunden, je nachdem ob eine 5- oder 6-Tage-Woche zugrundegelegt wird.

Ich würde mich auf die Jobsuche konzentrieren und anschließend, wenn der neue Job in trockenen Tüchern ist, das ganze Schriftwerk und Lohnabrevhnungen einem Anwalt vorlegen um eventuell beim alten Arbeitgeber alles einzuklagen was noch nicht verjährt ist. Sind aber eventuell kurze Ausschlussfristen, man kann sich nicht lange Zeit lassen mit der Klage.
Danke!

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