Voller Urlaubsanspruch nach 6 Monaten?

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Riesling
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Voller Urlaubsanspruch nach 6 Monaten?

Beitrag von Riesling » 30.05.19, 09:10

Guten Tag zusammen,
§ 4 BUrlG besagt dass der volle Urlaubsanpruch erstmals nach 6 Monaten erworben wird.
Bedeutet dass im Umkehrschluß dass der AG bei einem Arbeitsverhältnis mit der Dauer von 6 Monaten, also z. B. vom 01.01. bis 30.06.,
den vollen Anspruch (also 20 bzw. 24 Tage) zu gewähren hat anstelle anteilig (6 Monate = 12 UT)?

Vielen Dank für Informationen :-)
Erst wägen dann wagen,
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SusanneBerlin
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Re: Voller Urlaubsanspruch nach 6 Monaten?

Beitrag von SusanneBerlin » 30.05.19, 09:16

Nein das bedeutet es nicht.

Um den vollen Jahresurlaubsanspruch zu erhalten, müsste das Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate dauern, also mindestens 6 Monate und einen Tag.
Grüße, Susanne

Riesling
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Re: Voller Urlaubsanspruch nach 6 Monaten?

Beitrag von Riesling » 30.05.19, 09:37

SusanneBerlin hat geschrieben:
30.05.19, 09:16
Nein das bedeutet es nicht.
Um den vollen Jahresurlaubsanspruch zu erhalten, müsste das Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate dauern, also mindestens 6 Monate und einen Tag.
Dann gehen wir eben mal von einem AV vom 01.01. bis 02.07. aus.
Am 03.07. erscheint der AN einfach nicht mehr, worauf der AG am 10.07. fristlos kündigt.
Hat der AN dennoch Anspruch auf den kompletten Jahresurlaub? Falls ja, warum?
Schließlich könnte der AN direkt eine neue Stelle beginnen und auch dort wieder nach 6 Monaten den vollen Anspruch erwerben......

W
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SusanneBerlin
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Re: Voller Urlaubsanspruch nach 6 Monaten?

Beitrag von SusanneBerlin » 30.05.19, 09:50

Ihr letzter Beitrag ist widersprüchlich. Bei einem befristeten Arbeitsverhältnis vom 1.1. bis 2. 7. ist es ganz normal, dass der AN ab 3.7. nicht mehr kommt.
Der AN hätte bei einem befristeten Arbeitsverhältnis vom 1.1. bis zum 2.7. Anspruch auf den vollen Jahresurlaub, außer der Tarifvertrag erlaubt die Zwölfelung und im Arbeitsvertrag ist die Anwendung der tariflichen Urlaubsregelung vereinbart (§ 13 Abs 1 BurlG).
Schließlich könnte der AN direkt eine neue Stelle beginnen und auch dort wieder nach 6 Monaten den vollen Anspruch erwerben......
Der neue AG kann den beim alten AG bereits erhaltenen Urlaub anrechnen (Ausschluss von Doppelansprüchen, § 6 BurlG).
Grüße, Susanne

Riesling
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Re: Voller Urlaubsanspruch nach 6 Monaten?

Beitrag von Riesling » 30.05.19, 09:57

SusanneBerlin hat geschrieben:
30.05.19, 09:50
Ihr letzter Beitrag ist widersprüchlich.
Von einer Befristung war nie die Rede....
Erst wägen dann wagen,
erst denken dann sagen.

winterspaziergang
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Re: Voller Urlaubsanspruch nach 6 Monaten?

Beitrag von winterspaziergang » 30.05.19, 10:03

Riesling hat geschrieben:
30.05.19, 09:57
SusanneBerlin hat geschrieben:
30.05.19, 09:50
Ihr letzter Beitrag ist widersprüchlich.
Von einer Befristung war nie die Rede....
Doch hier:
Dann gehen wir eben mal von einem AV vom 01.01. bis 02.07. aus.
Wenn ein AV „von-bis“ geht, dann ist er befristet.

SusanneBerlin
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Re: Voller Urlaubsanspruch nach 6 Monaten?

Beitrag von SusanneBerlin » 30.05.19, 10:08

Ihre Frage ist also, ob ein AN auch dann Anspruch auf den vollen Jahresurlaub hat, wenn er nach 6 Monaten und einen Tag ohne Erklärung oder AU-Einreichung nicht mehr zur Arbeit erscheint und damit die arbeitgeberseitige Kündigung provoziert.

Keine Ahnung, ob das schon einmal höchstrichterlich entschieden wurde. Das müsste mal ein AN ausprobieren und bis zum BArbG durchklagen.
Grüße, Susanne

Froggel
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Re: Voller Urlaubsanspruch nach 6 Monaten?

Beitrag von Froggel » 30.05.19, 18:18

Riesling hat geschrieben:
30.05.19, 09:37
Hat der AN dennoch Anspruch auf den kompletten Jahresurlaub? Falls ja, warum?
Schließlich könnte der AN direkt eine neue Stelle beginnen und auch dort wieder nach 6 Monaten den vollen Anspruch erwerben......
Das wäre dann aber erst im neuen Jahr, da er weitere sechs Monate kaum im alten arbeitet, wenn er die neue Stelle erst am 3.07. beginnt. Das Bundesurlaubsgesetz lässt dem AN aber grundsätzlich nicht mehr Urlaub zustehen als er verdient. Nimmt der AN beim alten AG bereits seinen vollen Urlaub, hat er beim neuen AG in dem Jahr keinen Urlaubsanspruch mehr, da der bereits genommene Urlaub angerechnet wird.
Klick mich!
Ich bin kein Jurist.
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