Drohende Kündigung in der Probezeit

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die_Julie
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Drohende Kündigung in der Probezeit

Beitrag von die_Julie » 22.06.19, 08:46

A wird als studentische Hilfskraft von B seit ca. 5 Wochen eingearbeitet und arbeitet an B's Seite.

A bekommt mit, dass B's Feedback über A's Arbeitsweise beim direkten Vorgesetzten negativ ausgefallen ist. A arbeitet wie vom Vorgesetzten erwartet nach Ablauf von 2 Wochen selbstständig und erreicht täglich die ihm gesetzten Ziele, B bemängelt jedoch Schnelligkeit und Auffassungsgabe von A.

B ist mit dem Geschäftsführer verwandt und genießt besonderen Status. Würde der Vorgesetzte kuschen, käme es wahrscheinlich zur Kündigung in der Probezeit nach Paragraph 622 BGB. Ohne vorzeitige Kündigung endet der Vertrag nach 6 Monaten.

A und B verstehen sich privat ganz gut. Beruflich aber bekommt A als B's unmittelbares Anhängsel, nett ausgedrückt, sämtliche fragwürdigen Seiten von B's Persönlichkeit und seine Tyrannei ab.

Bestehen in diesem fiktiven Fall irgendwelche Möglichkeiten für A, gegen eine Kündigung vorzugehen sobald diese ausgesprochen wird? Wie sollte sich A präventiv verhalten?

SusanneBerlin
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Re: Drohende Kündigung in der Probezeit

Beitrag von SusanneBerlin » 22.06.19, 08:52

Beruflich aber bekommt A als B's unmittelbares Anhängsel, nett ausgedrückt, sämtliche fragwürdigen Seiten von B's Persönlichkeit und seine Tyrannei ab.
Wieso will A dann unbedingt da arbeiten? Studentenjobs gibt es doch wie Sand am Meer.
Bestehen in diesem fiktiven Fall irgendwelche Möglichkeiten für A, gegen eine Kündigung vorzugehen sobald diese ausgesprochen wird?
Nein.
B ist mit dem Geschäftsführer verwandt und genießt besonderen Status. Würde der Vorgesetzte kuschen, käme es wahrscheinlich zur Kündigung in der Probezeit
Warum soll der Vorgesetzte vor B kuschen?
Wie sollte sich A präventiv verhalten?
Sich von B nicht verrückt machen lassen. B's Aufgabe war, die neue Mitarbeiterin anzulernen.
Als langjähriger Mitarbeiter zu einem Neuen zu sagen "Ich bin viiiel schneller, du bist zu langsam" ist keine Kunst.

Die Befürchtung, dass B darüber entscheidet wem gekündigt wird, ist wahrscheinlich unbegründet.
Grüße, Susanne

FM
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Re: Drohende Kündigung in der Probezeit

Beitrag von FM » 22.06.19, 12:27

die_Julie hat geschrieben:
22.06.19, 08:46
Bestehen in diesem fiktiven Fall irgendwelche Möglichkeiten für A, gegen eine Kündigung vorzugehen sobald diese ausgesprochen wird?
Nur falls A schwanger ist (und wenige andere Fälle) oder falls ein Fehler gemacht wird, also z.B. die Unterschrift vergessen.

winterspaziergang
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Re: Drohende Kündigung in der Probezeit

Beitrag von winterspaziergang » 22.06.19, 14:16

die_Julie hat geschrieben:
22.06.19, 08:46
B ist mit dem Geschäftsführer verwandt und genießt besonderen Status. Würde der Vorgesetzte kuschen, käme es wahrscheinlich zur Kündigung in der Probezeit nach Paragraph 622 BGB. Ohne vorzeitige Kündigung endet der Vertrag nach 6 Monaten.
was heißt "kuschen"? Vom direkten Vorgesetzten erwartet man einen direkten Einblick und wenn der sagt, das geht so nicht, zählt das halt. Ob B mit der GF verwandt ist oder nicht. Wie lange ist denn die Probezeit?
A und B verstehen sich privat ganz gut. Beruflich aber bekommt A als B's unmittelbares Anhängsel, nett ausgedrückt, sämtliche fragwürdigen Seiten von B's Persönlichkeit und seine Tyrannei ab.
und da kann A mit B beim Kaffee am Mittag oder Bier am Feierabend nicht reden? :shock: Oder: Am Tag wird man tyrannisiert und abends kommt man gut aus..wie kann man sich das vorstellen :?:
Bestehen in diesem fiktiven Fall irgendwelche Möglichkeiten für A, gegen eine Kündigung vorzugehen sobald diese ausgesprochen wird? Wie sollte sich A präventiv verhalten?
Präventiv kann man offensiv den Vorgesetzten um ein konstruktives Feedback bitten oder dass er sich mit A zusammensetzt und man anschaut, was an
Schnelligkeit und Auffassungsgabe
zu verbessern wäre. Woran macht B die Schnelligkeit fest? was kann A tun, um dieser Vorgabe zu entsprechen usw. Kommt halt auch auf die Aufgaben an.

die_Julie
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Re: Drohende Kündigung in der Probezeit

Beitrag von die_Julie » 23.06.19, 09:32

Vielen Dank für eure Einschätzungen, SusanneBerlin, FM und winterspaziergang.
SusanneBerlin hat geschrieben:
22.06.19, 08:52
Wieso will A dann unbedingt da arbeiten?
Es ist ein renommiertes Unternehmen. Davon gibt es in der Region nur eine Handvoll, und es ist i.d.R. schwer reinzukommen.
SusanneBerlin hat geschrieben:
22.06.19, 08:52
Die Befürchtung, dass B darüber entscheidet wem gekündigt wird, ist wahrscheinlich unbegründet.
SusanneBerlin hat geschrieben:
22.06.19, 08:52
Als langjähriger Mitarbeiter zu einem Neuen zu sagen "Ich bin viiiel schneller, du bist zu langsam" ist keine Kunst.
SusanneBerlin hat geschrieben:
22.06.19, 08:52
Sich von B nicht verrückt machen lassen. B's Aufgabe war, die neue Mitarbeiterin anzulernen.
Vielen Dank für den Zuspruch.
SusanneBerlin hat geschrieben:
22.06.19, 08:52
Warum soll der Vorgesetzte vor B kuschen?
winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
was heißt “kuschen”?
Soll meinen, aus Angst vor einer negativen Reaktion des GF, sollte B sich direkt beim GF darüber beschweren, dass A gegen B’s Empfehlung vom Vorgesetzten im Unternehmen belassen wird.
winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
Wie lange ist denn die Probezeit?
Gute Frage. Im Einladungsschreiben, das zugleich als Vertrag gilt, gibt’s nur den Vermerk dass die Kündigung sich nach §622 ff. richtet. Von Probezeit ist nicht die Rede. Da die Möglichkeit der Verlängerung nach 6 Monaten mündlich besteht, geht A davon aus, dass die im Vertrag festgesetzten 6 Monate zugleich als Probezeit einzustufen sind. Dabei würde dann die verkürzte Kündigungsfrist von 2 Wochen für beide Seiten gelten. Wäre dem nicht so?
winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
und da kann A mit B beim Kaffee am Mittag oder Bier am Feierabend nicht reden? :shock: Oder: Am Tag wird man tyrannisiert und abends kommt man gut aus..wie kann man sich das vorstellen :?:
B ist privat wie ausgewechselt. Das gute private Verhältnis ist ein Bespaßen und gegenseitiges Beschnuppern, mehr nicht. B könnte außerdem auf die Idee kommen, dass A sich gutes Feedback erschleichen will und nicht etwa was richtigstellen will. B ist 100tig von sich und seiner Wahrnehmung überzeugt. Das könnte also zum Bumerang werden, wenn A das direkt anspricht. Allenfalls mit großer Vorsicht.
winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
Präventiv kann man offensiv den Vorgesetzten um ein konstruktives Feedback bitten
Danke für den Vorschlag.
winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
Woran macht B die Schnelligkeit fest?
Am eigenen Tempo :lol:

SusanneBerlin
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Re: Drohende Kündigung in der Probezeit

Beitrag von SusanneBerlin » 23.06.19, 09:49

die_Julie hat geschrieben:
23.06.19, 09:32
Von Probezeit ist nicht die Rede. Da die Möglichkeit der Verlängerung nach 6 Monaten mündlich besteht, geht A davon aus, dass die im Vertrag festgesetzten 6 Monate zugleich als Probezeit einzustufen sind.
Die Möglichkeit zur Verlängerung eines befristeten Vertrags bis zu 2 Jahren besteht rechtlich und theoretisch immer, ganz unabhängig davon ob man darüber gesprochen hat, ob man das in den ersten Vertrag reinschreibt, oder oder oder. Es ist ja nur eine Möglichkeit.

Dessen ungeachtet ist es nicht zulässig, bei einem Arbeitsverhältnis, das auf 6 Monate befristet ist, die gesamten 6 Monate als Probezeit zu deklarieren.
Zudem steht in dem Vertrag das Wort "Probezeit" gar nicht. Wenn keine Probezeit vereinbart ist, dann ist keine Probezeit vereinbart.
die_Julie hat geschrieben:
23.06.19, 09:32
Dabei würde dann die verkürzte Kündigungsfrist von 2 Wochen für beide Seiten gelten. Wäre dem nicht so?
Nein. Es ist keine Probezeit vereinbart, somit gilt die Kündigungsfrist von 4 Wochen zum fünfzehnten oder zum Ende des Monats aus § 622 Abs 1 BGB.


Einen Mitarbeiter zu kündigen ist eine unternehmerische Entscheidung. Es mag ja sein, dass B als Verwandter des Geschäftsführers mehr Freiheiten genießt, aber ob der Geschäftsführer sich von B (der anscheinend in einer eher niedrigen Position im Unternehmens angesiedelt ist) in seinen unternehmerischen Entscheidungen reinreden lässt, ist noch einmal eine ganz andere Frage.
Grüße, Susanne

ktown
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Re: Drohende Kündigung in der Probezeit

Beitrag von ktown » 23.06.19, 10:11

Zu beachten ist, dass nach 6 Monaten, ohne eine Kündigung, der Vertrag eh endet.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

winterspaziergang
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Re: Drohende Kündigung in der Probezeit

Beitrag von winterspaziergang » 23.06.19, 11:35

die_Julie hat geschrieben:
23.06.19, 09:32
SusanneBerlin hat geschrieben:
22.06.19, 08:52
Warum soll der Vorgesetzte vor B kuschen?
winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
was heißt “kuschen”?
Soll meinen, aus Angst vor einer negativen Reaktion des GF, sollte B sich direkt beim GF darüber beschweren, dass A gegen B’s Empfehlung vom Vorgesetzten im Unternehmen belassen wird.
:?:
Das macht keinen Sinn. Sie haben geschrieben:
die_Julie hat geschrieben:
23.06.19, 09:32
B ist mit dem Geschäftsführer verwandt und genießt besonderen Status. Würde der Vorgesetzte kuschen, käme es wahrscheinlich zur Kündigung in der Probezeit nach Paragraph 622 BGB.
B ist der Vorgesetzte. B ist derjenige, der meint, A sei zu langsam usw. und der dies an die GF tragen könnte.
Wieso soll nun B vor dem GF kuschen und damit die Kündigung bewirken, wenn doch nur anhand Bs Beurteilung der GF die Kündigung aussprechen würde :?:
die_Julie hat geschrieben:
23.06.19, 09:32
winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
Wie lange ist denn die Probezeit?
Gute Frage. Im Einladungsschreiben, das zugleich als Vertrag gilt, gibt’s nur den Vermerk dass die Kündigung sich nach §622 ff. richtet. Von Probezeit ist nicht die Rede. Da die Möglichkeit der Verlängerung nach 6 Monaten mündlich besteht, geht A davon aus, dass die im Vertrag festgesetzten 6 Monate zugleich als Probezeit einzustufen sind. Dabei würde dann die verkürzte Kündigungsfrist von 2 Wochen für beide Seiten gelten. Wäre dem nicht so?
doch, es war nur die Frage, wie lange die Probezeit, die üblicherweise 6 Monate dauert (kann natürlich kürzer sein) in einem nur 6 Monate bestehenden Vertrag dauert.
die_Julie hat geschrieben:
23.06.19, 09:32
winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
und da kann A mit B beim Kaffee am Mittag oder Bier am Feierabend nicht reden? :shock: Oder: Am Tag wird man tyrannisiert und abends kommt man gut aus..wie kann man sich das vorstellen :?:
B ist privat wie ausgewechselt. Das gute private Verhältnis ist ein Bespaßen und gegenseitiges Beschnuppern, mehr nicht. B könnte außerdem auf die Idee kommen, dass A sich gutes Feedback erschleichen will und nicht etwa was richtigstellen will. B ist 100tig von sich und seiner Wahrnehmung überzeugt. Das könnte also zum Bumerang werden, wenn A das direkt anspricht. Allenfalls mit großer Vorsicht.
jaja, könnte und hätte. Man kann andere Menschen aber auch direkt ansprechen und wie später gesagt, einfach darauf hinweisen, wie gern man im Unternehmen bleiben wollte und ob man zusammen schauen kann, was A nun besser machen könnte.
die_Julie hat geschrieben:
23.06.19, 09:32
winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
Präventiv kann man offensiv den Vorgesetzten um ein konstruktives Feedback bitten
Danke für den Vorschlag.
winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
Woran macht B die Schnelligkeit fest?
Am eigenen Tempo :lol:
:roll: sehr witzig, mein Job ist es nicht, der vielleicht gekündigt wird.
Ich wollte Ihnen nur einen Denknstoß geben. Schnelligkeit ist messbar und wenn das in dem Job/Aufgabengebiet nicht messbar ist, dann kann man das an anderen Dingen objektiv und prüfbar festmachen. So dass A weiß, was B meint, wenn er sagt... Und wenn B das Tempo X hat, stellt sich die Frage, ob A das bereits erreicht? Anhand der Arbeit/seines Wissens erreichen könnte/müsste?

Tastenspitz
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Re: Drohende Kündigung in der Probezeit

Beitrag von Tastenspitz » 23.06.19, 11:56

die_Julie hat geschrieben:
22.06.19, 08:46
Bestehen in diesem fiktiven Fall irgendwelche Möglichkeiten für A, gegen eine Kündigung vorzugehen sobald diese ausgesprochen wird?
Nein. Allenfalls die Frist dürfte angreifbar sein. Stichwort Verkürzung bei Probezeit.
die_Julie hat geschrieben:
22.06.19, 08:46
Wie sollte sich A präventiv verhalten?
Arbeiten. Und ansonsten - ganz unjuristisch geraten - den Ball mal flach halten.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

die_Julie
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Re: Drohende Kündigung in der Probezeit

Beitrag von die_Julie » 23.06.19, 15:28

winterspaziergang hat geschrieben:
23.06.19, 11:35
B ist der Vorgesetzte. B ist derjenige, der meint, A sei zu langsam usw. und der dies an die GF tragen könnte.
Wieso soll nun B vor dem GF kuschen und damit die Kündigung bewirken, wenn doch nur anhand Bs Beurteilung der GF die Kündigung aussprechen würde :?:
Es gibt einen Vorgesetzten C. Dieser würde nichts an die GF herantragen. B könnte, als Verwandtschaft, an die GF herantragen, dass er sich bei C über A beklagt hätte und nichts geschehen ist.
winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
doch, es war nur die Frage, wie lange die Probezeit, die üblicherweise 6 Monate dauert (kann natürlich kürzer sein) in einem nur 6 Monate bestehenden Vertrag dauert.
Meinen Sie damit, dass A mit einer verkürzten Frist gekündigt werden oder selbst kündigen könnte?

Eine Probezeit war nicht festgesetzt. A geht davon aus, dass es eine Mindestprobezeit gibt, auch bei einem 6-Monatsvertrag wo über die Probezeit nichts steht. Oder gilt doch in jedem Falle, was Susanne über die Kündigungsfristen geschrieben hat?
winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
Man kann andere Menschen aber auch direkt ansprechen und wie später gesagt, einfach darauf hinweisen, wie gern man im Unternehmen bleiben wollte und ob man zusammen schauen kann, was A nun besser machen könnte.
Und dann kommt als Antwort: ich habe dir schon alles gezeigt, was du wissen sollst. Wenn du es jetzt noch nicht kapierst, liegt es an dir.
winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
Schnelligkeit ist messbar und wenn das in dem Job/Aufgabengebiet nicht messbar ist, dann kann man das an anderen Dingen objektiv und prüfbar festmachen. So dass A weiß, was B meint, wenn er sagt... Und wenn B das Tempo X hat, stellt sich die Frage, ob A das bereits erreicht? Anhand der Arbeit/seines Wissens erreichen könnte/müsste?
Es sollen Aufträge am selben Tag bearbeitet werden, was A macht, aber B meinte, A sei zu langsam. Dann meinte B noch zu A "versuche erst gar nicht, mein Tempo zu erreichen". Was impliziert, dass B keinen Schnelligkeitswettbewerb möchte, und sich dennoch beklagt.

SusanneBerlin
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Re: Drohende Kündigung in der Probezeit

Beitrag von SusanneBerlin » 23.06.19, 15:49

die_Julie hat geschrieben:
23.06.19, 15:28
Eine Probezeit war nicht festgesetzt. A geht davon aus, dass es eine Mindestprobezeit gibt, auch bei einem 6-Monatsvertrag wo über die Probezeit nichts steht.
Eine "Mindestprobezeit" existiert nicht. Wenn keine Probezeit im Vertrag steht, dann gibt es keine Probezeit. Glauben Sie es oder spinnen Sie sich weiter was zusammen.
Grüße, Susanne

winterspaziergang
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Re: Drohende Kündigung in der Probezeit

Beitrag von winterspaziergang » 23.06.19, 16:06

die_Julie hat geschrieben:
23.06.19, 15:28
winterspaziergang hat geschrieben:
23.06.19, 11:35
B ist der Vorgesetzte. B ist derjenige, der meint, A sei zu langsam usw. und der dies an die GF tragen könnte.
Wieso soll nun B vor dem GF kuschen und damit die Kündigung bewirken, wenn doch nur anhand Bs Beurteilung der GF die Kündigung aussprechen würde :?:
Es gibt einen Vorgesetzten C. Dieser würde nichts an die GF herantragen. B könnte, als Verwandtschaft, an die GF herantragen, dass er sich bei C über A beklagt hätte und nichts geschehen ist.
:roll: Das nennt sich Salamitaktik und ist nur...nervig.

Außerdem macht das "kuschen" des Eingangsbeitrages damit immer noch keinen Sinn, ist aber auch egal.
die_Julie hat geschrieben:
23.06.19, 15:28
winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
doch, es war nur die Frage, wie lange die Probezeit, die üblicherweise 6 Monate dauert (kann natürlich kürzer sein) in einem nur 6 Monate bestehenden Vertrag dauert.
Meinen Sie damit, dass A mit einer verkürzten Frist gekündigt werden oder selbst kündigen könnte?
nein, das meine ich nicht, da ich den Vertrag der fiktiven A nicht kenne
Eine Probezeit war nicht festgesetzt. A geht davon aus, dass es eine Mindestprobezeit gibt, auch bei einem 6-Monatsvertrag wo über die Probezeit nichts steht. Oder gilt doch in jedem Falle, was Susanne über die Kündigungsfristen geschrieben hat?
Der AG ist nicht verpflichtet, eine Probezeit zu vereinbaren. Man kann prinzipiell auch jemand ohne einstellen.
die_Julie hat geschrieben:
23.06.19, 15:28
winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
Man kann andere Menschen aber auch direkt ansprechen und wie später gesagt, einfach darauf hinweisen, wie gern man im Unternehmen bleiben wollte und ob man zusammen schauen kann, was A nun besser machen könnte.
Und dann kommt als Antwort: ich habe dir schon alles gezeigt, was du wissen sollst. Wenn du es jetzt noch nicht kapierst, liegt es an dir.
ja, dann kann man wohl nichts machen, es sei denn, es taucht noch ein Vorgesetzter D auf, der vermitteln will
die_Julie hat geschrieben:
23.06.19, 15:28
winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
Schnelligkeit ist messbar und wenn das in dem Job/Aufgabengebiet nicht messbar ist, dann kann man das an anderen Dingen objektiv und prüfbar festmachen. So dass A weiß, was B meint, wenn er sagt... Und wenn B das Tempo X hat, stellt sich die Frage, ob A das bereits erreicht? Anhand der Arbeit/seines Wissens erreichen könnte/müsste?
Es sollen Aufträge am selben Tag bearbeitet werden, was A macht, aber B meinte, A sei zu langsam. Dann meinte B noch zu A "versuche erst gar nicht, mein Tempo zu erreichen". Was impliziert, dass B keinen Schnelligkeitswettbewerb möchte, und sich dennoch beklagt.
wie mehrfach gesagt, es kommt auf die Tätigkeit an. Es gibt "Aufträge", die kann man gar nicht an einem Tag bearbeiten i.S. von abschließen, andere schon.
Das wird aber mehr und mehr zum Kaffeesatzlesen, spätestens beim nun aufkreuzenden "Vorgesetzten C".

Daher kann man nur so abschließen
Arbeiten. Und ansonsten - ganz unjuristisch geraten - den Ball mal flach halten.
:liegestuhl:

die_Julie
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Re: Drohende Kündigung in der Probezeit

Beitrag von die_Julie » 23.06.19, 16:33

winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
ja, dann kann man wohl nichts machen, es sei denn, es taucht noch ein Vorgesetzter D auf, der vermitteln will
Sie werden es nicht glauben, D gibt es tatsächlich! Großunternehmen, Umstrukturierungen,....
winterspaziergang hat geschrieben:
22.06.19, 14:16
wie mehrfach gesagt, es kommt auf die Tätigkeit an. Es gibt "Aufträge", die kann man gar nicht an einem Tag bearbeiten i.S. von abschließen, andere schon.
Das wird aber mehr und mehr zum Kaffeesatzlesen, spätestens beim nun aufkreuzenden "Vorgesetzten C".
Dann war der Eingangspost missverständlich, weil mit A und B aber ohne C. Bei der Tätigkeit geht es ganz im Sinne einer Studententätigkeit um Auftragsbearbeitung, nicht um Abschluss. Mit dem verstärkten Aufwand bei bestimmten Auftragsarten haben Sie völlig Recht.

Danke an alle, und einen schönen Sonntag!

Tastenspitz
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Re: Drohende Kündigung in der Probezeit

Beitrag von Tastenspitz » 24.06.19, 05:46

die_Julie hat geschrieben:
23.06.19, 16:33
Sie werden es nicht glauben, D gibt es tatsächlich! Großunternehmen, Umstrukturierungen,....
Und sie werden es auch kaum glauben, aber D und auch weiter Buchstaben bis zum Ende des Alphabets werden sich vermutlich in einem Großunternehmen nicht für die Befindlichkeiten einer studentischen Aushilfe mit befristetem Vertrag interessieren. Die Auskunft wäre vermutlich dann an C oder B gerichtet und würde so oder so ähnlich lauten: "Kümmert euch darum."
Und jetzt raten sie mal, was mit "kümmern" dann gemeint sein könnte. :wink:
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Re: Drohende Kündigung in der Probezeit

Beitrag von ktown » 24.06.19, 06:22

Tastenspitz hat geschrieben:
24.06.19, 05:46
Die Auskunft wäre vermutlich dann an C oder B gerichtet und würde so oder so ähnlich lauten: "Kümmert euch darum."
Bis diese Auskunft so an B und/oder C herangetragen wurde ist 2/3 der 6 Monate schon rum......was wird wohl dann passieren...........Ja, nichts. Bis man die Personalabteilung dazu bewegt hat die Kündigung einzuleiten, dann sind die 6 Monate eh rum und das Problem löst sich von selbst. :wink:
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