Kündigung - andere Aufgaben

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Nicky007
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Kündigung - andere Aufgaben

Beitrag von Nicky007 » 25.06.19, 11:06

Folgender fiktiver Fall:

Person A, seit über 15 Jahren im Öffentlichen Dienst beschäftigt, bekommt eine andere Aufgabe übertragen. Für die bisherigen Aufgaben wird eine neue Person eingestellt. Eine Einarbeitung in das neue Aufgabengebiet erfährt Person A nicht, sondern muss sich dies selbst aneignen. Personen, die früher diese Tätigkeit gemacht haben helfen zu Beginn nur in einem absoluten minimalen Umfang. Person A ist somit auf sich alleine gestellt.

Da alles im Selbststudium erlernt werden muss, geht alles sehr schleppend voran. Es entstehen Arbeitsrückstände, daraus resultierend werden Fristen versäumt.

Der Arbeitgeber mahnt Person A ab und legt ihr einen Aufhebungsvertrag nahe. Person A wird daraufhin krank. Der Arbeitgeber droht mit Kündigung, wenn Person A nicht bald wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehrt. Da Person A schwerbehindert ist, schalt sie das Integrationsamt ein, die raten dazu erstmal abzuwarten.

Bis heute (gut 10 Monate nach der Zuweisung des neuen Arbeitsgebietes) hat Person A trotz mehrmaliger Aufforderung keine Änderung zum Arbeitsvertrag erhalten und somit ja eigentlich an die bisherigen, im Arbeitsvertrag verankerten Aufgaben, gebunden.

Kann Person A jetzt überhaupt wegen Aufgaben abgemahnt werden, die sie eigentlich gar nicht lt. Arbeitsvertrag leisten muss?

SusanneBerlin
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Re: Kündigung - andere Aufgaben

Beitrag von SusanneBerlin » 25.06.19, 11:24

Hallo,

er soll ja nicht wegen der unerledigten Aufgaben gekündigt werden, sondern wegen der Krankheit. Eine Kündigung wenn der AN infolge Krankheit nicht in der Lage ist den Arbeitsplatz auszufüllen ist grundsätzlich möglich. Schließlich will der AG diesen Arbeitsplatz irgendwann wieder besetzen, z.B indem er einen neuen AN einstellt. Im ÖD ist dafür oftmals die Kündigung dez alten AN nötig, da die Stelle nicht doppelt besetzt werden kann. Ob die Kündigung hinsichtlich des Integrationsamts "durchgeht", hängt natürlich von den Genesungsaussichten des AN ab.
Grüße, Susanne

matthias.
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Re: Kündigung - andere Aufgaben

Beitrag von matthias. » 25.06.19, 12:04

Was will man denn erreichen?

Verstehe ich das richtig, dass man seit Monaten krank ist?

ÜBer BEM nachgedacht?

Was sagt der Personalrat?

Aber letztlich hat das Integrationsamt recht--> abwarten. Weil ich glaub nicht wirklich dass der AG wg. Krankheit kündigen wird.


Was kann man machen?

Wenn man wieder gesund ist, würde ich ein BEM beantragen und den Personalrat einschalten.
Dann darauf drängen vertragsgemäß beschäftigt zu werden, wobei die neue Aufgabe ja durchaus auch vom alten Arbeitsvertrag her abgedeckt sein kann. Es wurde ja auch keine neue Eingruppierung vorgenommen, nehme ich mal an?

Nicky007
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Re: Kündigung - andere Aufgaben

Beitrag von Nicky007 » 25.06.19, 13:11

Danke für die Antworten.

Person A ist seit 3 Wochen krank und nur deshalb, weil sie mit den neuen Aufgaben absolut überfordert ist, weil ihr schlichtweg die Fachkenntnisse fehlen. Im "alten" Aufgabenbereich war Person A top - kein Grund zur Klage, alles lief ordnungsgemäß. Deswegen sollte sie nun auch diese Aufgaben übernehmen.

Eine Anpassung des Arbeitsvertrages gab es nicht, weder in der Stellenbezeichnung noch in den Aufgaben. Personen, die früher diese Tätigkeiten gemacht haben wurden 1-2 Entgeltgruppen höher eingestuft.

Person A wäre auch bereit diese Aufgaben zu übernehmen, wenn eine ordentliche Einarbeitung erfolgen würde bzw. die Möglichkeit bekommen würde die fehlenden Fachkenntnisse nachholen zu können.

Das BEM gib es bei diesem Arbeitgeber nicht.

Der Personalrat sagt nur, dass das nicht so einfach geht und hinsichtlich der Erkrankung alles unternommen werden muss, damit Person A wieder gesund wird (alte Arbeitsstelle / alter Arbetitsbereich?).

webmaster76
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Re: Kündigung - andere Aufgaben

Beitrag von webmaster76 » 26.06.19, 08:00

Bei einer 3-wöchigen Erkrankung wird der AG fast unmöglich kündigen können. Vor allem, wenn es gar kein BEM bei dem AG gibt.

Der AN hat aus meiner Sicht drei Hebel:
1. den Personalrat
2. die Gewerkschaft (falls Mitglied)
3. einen Anwalt

Wenn der AN mit höherwertigen Aufgaben ohne Änderungsvertrag, Höhergruppierung etc. beauftragt wird, sollte er auf keinen Fall die Abmahnung so im Raum stehen lassen.
Ist der AN in der Gewerkschaft oder hat zumindest eine RSV, die Arbeitsrecht abdeckt?

SusanneBerlin
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Re: Kündigung - andere Aufgaben

Beitrag von SusanneBerlin » 26.06.19, 08:28

Der AN hat aus meiner Sicht drei Hebel:
1. den Personalrat
2. die Gewerkschaft (falls Mitglied)
3. einen Anwalt
und die Schwerbehindertenvertetung (falls vorhanden).
Das BEM gib es bei diesem Arbeitgeber nicht.
Nur weil A davon bisher nichts mitbekommen hat, muss dass nicht heißen dass es keine BEM-Gespräche oder -Maßnahmen gibt.
Grüße, Susanne

matthias.
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Re: Kündigung - andere Aufgaben

Beitrag von matthias. » 26.06.19, 08:53

War der Personalrat denn bei der Übertragung der Aufgaben beteiligt?
Hat A der Übertragung zusgestimmt? Was unterschrieben? Oder geschah die Übertragung einseitig durch den AG?

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