Nur volle Stunden Überstunden?

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SusanneBerlin
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Re: Nur volle Stunden Überstunden?

Beitrag von SusanneBerlin »

Wie gesagt, es handelt sich hier um einen Auszubildenden. Ich glaube nicht, dass es ein Arbeitszeitkonto gibt. Tarifvertrag würde ich verneinen, müsste ich nochmals nachfragen.
Das hätten Sie auch gleich sagen können. Aus dem Eingangsbeitrag geht das nicht hervor. Ich ging davon aus, die Überstundenanordnung betrifft alle Arbeitnehmer, und die abgehängte Story vom Azubi, der erst nach 21 Uhr heim darf, wäre nur ein weiteres Beispiel für die Gemeinheit des Arbeitgebers.


Bei Azubi-Angelegenheiten ist natürlich die entscheidende Frage: Unter 18 oder über 18?
Grüße, Susanne
ktown
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Re: Nur volle Stunden Überstunden?

Beitrag von ktown »

und was steht dort bezüglich Überstunden drin?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
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Pünktchen
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Re: Nur volle Stunden Überstunden?

Beitrag von Pünktchen »

SusanneBerlin hat geschrieben: 05.09.19, 17:27
Wie gesagt, es handelt sich hier um einen Auszubildenden. Ich glaube nicht, dass es ein Arbeitszeitkonto gibt. Tarifvertrag würde ich verneinen, müsste ich nochmals nachfragen.
Das hätten Sie auch gleich sagen können. Aus dem Eingangsbeitrag geht das nicht hervor.
Das mit dem Azubi steht sehr wohl in dem Eröffnungsposting.
SusanneBerlin hat geschrieben: 05.09.19, 17:27 Bei Azubi-Angelegenheiten ist natürlich die entscheidende Frage: Unter 18 oder über 18?
Das würde auch geantwortet: volljährig heißt Ü18.
Celestro
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Re: Nur volle Stunden Überstunden?

Beitrag von Celestro »

Pünktchen hat geschrieben: 05.09.19, 18:50 Das mit dem Azubi steht sehr wohl in dem Eröffnungsposting.
Es wird aber mitnichten deutlich, dass sich die Geschichte hier komplett und NUR um einen Azubi drehen soll. :wink:
Was weiß ich?
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Re: Nur volle Stunden Überstunden?

Beitrag von Was weiß ich? »

Guten Morgen!
Also nochmals zur Verdeutlichung: Diese "Dienstanweisung" ging an alle Mitarbeiter raus, also auch an den volljährigen Azubi. Kein Arbeitszeitkonto. Überstunden werden ausschließlich in Freizeit abgegolten.

Wenn also im Arbeitsvertrag/Auszubildendenvertrag nichts zu Überstunden steht und die Arbeitszeit von 09:00 - 18:00 Uhr festgelegt ist, darf dann der AG einfach so festlegen "AN, wenn du schon freiwillig länger arbeitest um den Auftrag fertig zu bekommen, musst du dafür aber immer voll Stunden benötigen, die du dir vorher genehmigen lassen musst. Wenn du nur 55 Minuten dafür brauchst, dann bekommst du die Zeit nicht gutgeschrieben?"

So verstehe ich die Anweisung.
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SusanneBerlin
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Re: Nur volle Stunden Überstunden?

Beitrag von SusanneBerlin »

was weiß ich? hat geschrieben:Kein Arbeitszeitkonto. Überstunden werden ausschließlich in Freizeit abgegolten.
Das heißt, wenn er mal länger bleibt, geht er an einem anderen Tag früher, und zwar innerhalb des selben Monats, da es ja kein Arbeitszeitkonto gibt auf dem die Zeit geparkt werden kann.

Wenn also im Arbeitsvertrag/Auszubildendenvertrag nichts zu Überstunden steht und die Arbeitszeit von 09:00 - 18:00 Uhr festgelegt ist, darf dann der AG einfach so festlegen "AN, wenn du schon freiwillig länger arbeitest um den Auftrag fertig zu bekommen, musst du dafür aber immer voll Stunden benötigen, die du dir vorher genehmigen lassen musst. Wenn du nur 55 Minuten dafür brauchst, dann bekommst du die Zeit nicht gutgeschrieben?"
Nein. Wenn im Arbeitsvertrag/Ausbildungsvertrag nichts zu Überstunden steht, dann muss man keine Überstunden machen. Dann geht man um 18 Uhr nach Hause.

Wenn man freiwillig länger bleibt, muss der AG das nicht bezahlen.

Wenn man länger bleiben will und der AG genehmigt eine volle Überstunde mit dem Zusatz, die Überstunde wird nur dann bezahlt, wenn man eine volle Stunde länger bleibt, und der AN arbeitet dann aber nur 55 min länger, dann ist er schön doof und die 55 min bekommt er nicht bezahlt.
Man könnte zwar anschließend vor das Arbeitsgericht ziehen und die Bezahlung der 55 min einklagen. Wesentlich weniger Aufwand ist es, einfach die 5 min noch da zu bleiben und damit die doofe Überstundenvorschrift des Arbeitgebers einzuhalten.


Genau das habe ich doch in meiner ersten Antwort vorgeschlagen: Wenn man die Vorschriften des AG zu den "freiwilligen Überstunden" als doof ansieht, dann macht man entweder keine freiwilligen Überstunden oder hält sich penibel an die Vorschrift und macht nur volle Überstunden.

Den Kompromiss ("wenn was dringendes ist, bleibe ich auch mal 15 oder 30 min länger") will der Arbeitgeber ja anscheinend nicht.
Grüße, Susanne
ktown
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Re: Nur volle Stunden Überstunden?

Beitrag von ktown »

Wenn es kein Arbeitszeitkonto gibt, dann stellt sich die Frage, wie der AN beweisen kann, dass er 1 Stunde länger gearbeitet hat. Oder wird 1 Stunde beim Vorgesetzten beantragt und auch nur diese freigegebene Stunde in Freizeit umgewandelt. Dann wäre man selten blöd, wenn man 30 min beantragen würde. :wink:
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SusanneBerlin
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Re: Nur volle Stunden Überstunden?

Beitrag von SusanneBerlin »

was weiß ich? hat geschrieben:Kein BR, keine Arbeitnehmervertretung.
Der Betriebsrat IST die gesetzlich vorgesehene Form der Arbeitnehmervertretung. Die Arbeitnehmer müssen sich mit dem Schicksal des nicht vorhandenen Betriebsrats nicht abfinden. Sie können/dürfen einen Betriebsrat gründen.
Grüße, Susanne
matthias.
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Re: Nur volle Stunden Überstunden?

Beitrag von matthias. »

SusanneBerlin hat geschrieben: 06.09.19, 08:30 Dann geht man um 18 Uhr nach Hause.
...
Wenn man freiwillig länger bleibt, muss der AG das nicht bezahlen.

Genau so ist das.

Wo ist im übrigen das Problem, wenn eine Aufgabe erst am nächsten Morgen weiter gemacht wird?


Gerade Azubis sind im übrigen nicht dazu da, den Betrieb aufrechtzuerhalten, sondern zu lernen.
matthias.
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Re: Nur volle Stunden Überstunden?

Beitrag von matthias. »

Pünktchen hat geschrieben: 05.09.19, 17:02
Was hat die Dokumentationspflicht damit zu tun, ob die Zeit halt Überstunden angerechnet wird oder nicht? Die Stempeluhren arbeiten schon minutengenau.

Die Frage ist, ob man auch nicht eine genehmigte Arbeitszeit (=Freizeit) dokumentieren muss.
Ja gut das haben wir allerdings schon herausgearbeitet.

Der AG weist aber ja wohl an, dass auch angewiesene Zeit unter 1h nicht ausgeglichen wird und nicht aufgeschrieben wird. Das wäre nicht OK und ein Verstoß gegen die Dokumentationspflicht.
Was weiß ich? hat geschrieben: 05.09.19, 11:27

Das bedeutet, dass nur volle Stunden als Überstunden beantragt, freigegeben und eingetragen werden können.
Tastenspitz
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Re: Nur volle Stunden Überstunden?

Beitrag von Tastenspitz »

Man sollte dem AG mitteilen, dass die Anweisung so verstanden wurde, dass Überstundenleistungen ab der 1 Minute in den Dokumentationen immer auf volle Stunden aufgerundet werden müssen.
10 min länger: 1 Stunde; 20 min länger: 1 Stunde; 70 min länger: 2 Stunden.....
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
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