Unterbezahlt im Job - Diskriminierung

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windalf
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Re: Unterbezahlt im Job - Diskriminierung

Beitrag von windalf »

(*) Darüber, ob "alleinerziehend" nicht doch ein AGG-Merkmal ist, kann man streiten. Jedenfalls kann eine Benachteiligung von Frauen mit Kindern eine Benachteiligung wegen des Geschlechts sein, siehe den folgenden langen Instanzenweg:
Hmm also eigentlich ist das doch für den Sachverhalt aber irrelevant. Wenn nun schon nicht unmittelbar diskriminiert wird nach dem Geschlecht
Die meisten der besser verdienenden sind ebenfalls weiblich.
wird man wohl keine mittelbare Diskriminerung nach dem Geschlecht konstruieren können. Es würde dann doch nur eine unmittelbare Diskriminierung nach dem Status alleinerziehend bleiben und die ist per AGG nicht verboten...
Doch. Woher wollen Sie wissen, dass das nicht der Fall war?
Das liegt einfach daran, dass Celectro ständig wild spekuliert und fabuliert :lachen: :lachen: :lachen:
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

BäckerHD
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Re: Unterbezahlt im Job - Diskriminierung

Beitrag von BäckerHD »

Noch mal: Es ist rechtlich irrelevant, was die Vorgängerin bekam. Erst mal grundsätzlich im Allgemeinen, aber auch im Besonderen; etwa, wenn sie tarifwidrig hoch eingruppiert war, weil es nämlich - Riesenüberraschung - keinen Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht gibt. Das gilt übrigens auch für andere, noch nicht verrentete Kolleginnen, die sich womöglich hochgeschlafen oder -geschleimt haben und deshalb übertariflich eingruppiert sind, Zulagen erhalten o.ä.

Soraya
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Re: Unterbezahlt im Job - Diskriminierung

Beitrag von Soraya »

BäckerHD hat geschrieben:
10.10.19, 12:54
Wenn es Tarifvertrag und Entgelttabelle gibt, verdienen die dienstälteren Mitarbeiterinnen ohne große Überraschung völlig zu Recht mehr, weil Berufserfahrung und Betriebszugehörigkeit eine Rolle spielen. Der Verdienst der Stellenvorgängerin hingegen spielt gar keine Rolle, genauso wenig wie eine höhere Qualifikation, die für die Wahrnehmung der arbeitvertraglich vereinbarten Tätigkeiten gar nicht erforderlich ist.
Auch, wenn eine 23 Jahre jüngere, kinderlose Kollegin mit wesentlich weniger Berufserfahrung erst ein halbes Jahr zuvor eingestellt wurde? Und diese satte 700 EUR brutto mehr verdient?

Soraya
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Re: Unterbezahlt im Job - Diskriminierung

Beitrag von Soraya »

BäckerHD hat geschrieben:
10.10.19, 13:21
Noch mal: Es ist rechtlich irrelevant, was die Vorgängerin bekam. Erst mal grundsätzlich im Allgemeinen, aber auch im Besonderen; etwa, wenn sie tarifwidrig hoch eingruppiert war, weil es nämlich - Riesenüberraschung - keinen Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht gibt. Das gilt übrigens auch für andere, noch nicht verrentete Kolleginnen, die sich womöglich hochgeschlafen oder -geschleimt haben und deshalb übertariflich eingruppiert sind, Zulagen erhalten o.ä.
Ihre Beteiligung in diesem Strang in allen Ehren, aber A geht definitiv nicht davon aus, dass ihre Kolleginnen sich hochgeschleimt oder hochgeschlafen haben! :evil:

winterspaziergang
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Re: Unterbezahlt im Job - Diskriminierung

Beitrag von winterspaziergang »

Soraya hat geschrieben:
10.10.19, 13:29
Auch, wenn eine 23 Jahre jüngere, kinderlose Kollegin mit wesentlich weniger Berufserfahrung erst ein halbes Jahr zuvor eingestellt wurde? Und diese satte 700 EUR brutto mehr verdient?
Unter Umständen: ja. Spielt keine Rolle. Die 23 Jahre jüngere Kollegin ist im ganzen Jahr verfügbar, muss nicht in den Ferien Urlaub nehmen, wenn etwa wichtige Projekte anstehen, fällt nur aus, wenn sie selbst krank wird usw.
Die Frage war, ob es mit dem AGG vereinbar ist, dass die AN eine Stelle annimmt, die ihr selbst nicht hoch genug bezahlt erscheint.
Die Unterstellung ist, dass der AG eine Not ausnutzt, weil die Alleinerziehende anderweitig keinen Job findet und auch nicht zum Job ziehen mag oder kann.

Unterstellungen allein reichen aber nicht und das AGG umfasst nun mal nicht den Status alleinerziehend. Das AGG kann nicht jedes Lebensmodell abdecken, denn sehr fraglich wäre, wer dann noch übrig bliebe, der sich nicht auf Diskriminierung berufen könnte.

Soraya
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Re: Unterbezahlt im Job - Diskriminierung

Beitrag von Soraya »

winterspaziergang hat geschrieben:
10.10.19, 13:43
Soraya hat geschrieben:
10.10.19, 13:29
Auch, wenn eine 23 Jahre jüngere, kinderlose Kollegin mit wesentlich weniger Berufserfahrung erst ein halbes Jahr zuvor eingestellt wurde? Und diese satte 700 EUR brutto mehr verdient?
Unter Umständen: ja. Spielt keine Rolle. Die 23 Jahre jüngere Kollegin ist im ganzen Jahr verfügbar, muss nicht in den Ferien Urlaub nehmen, wenn etwa wichtige Projekte anstehen, fällt nur aus, wenn sie selbst krank wird usw.
Die Frage war, ob es mit dem AGG vereinbar ist, dass die AN eine Stelle annimmt, die ihr selbst nicht hoch genug bezahlt erscheint.
Die Unterstellung ist, dass der AG eine Not ausnutzt, weil die Alleinerziehende anderweitig keinen Job findet und auch nicht zum Job ziehen mag oder kann.

Unterstellungen allein reichen aber nicht und das AGG umfasst nun mal nicht den Status alleinerziehend. Das AGG kann nicht jedes Lebensmodell abdecken, denn sehr fraglich wäre, wer dann noch übrig bliebe, der sich nicht auf Diskriminierung berufen könnte.
Das ist A auch! A s Kind ist über 12, daher kann A es nur im Falle der Krankheit betreuen, wenn A selber Urlaub nimmt. Im Übrigen sind doch diese Argumente, mit denen Sie die niedrigere Bezahlung der A im Vergleich zu besagter Kollegin rechtfertigen, genau solche, die regelrecht nach Benachteiligung schreien. Kurz gesagt, hat A mehr Qualifikation, mehr Berufserfahrung, wird aber trotzdem schlechter bezahlt als eine andere zeitnah eingestellte Kollegin? Gleiches Geld für gleiche Arbeit gilt dann anscheinend nur im Verhältnis Mann zu Frau oder wie?
Zuletzt geändert von Soraya am 10.10.19, 15:21, insgesamt 1-mal geändert.

Celestro
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Re: Unterbezahlt im Job - Diskriminierung

Beitrag von Celestro »

Soraya hat geschrieben:
10.10.19, 13:15
Doch. Woher wollen Sie wissen, dass das nicht der Fall war? Das Gehalt von A ist recht mickrig, und da die Vorgängerin AT-angestellt war, geht das sehr wohl.
Der User "BäckerHD" schrieb, das Personen die schon länger dabei sind, durchaus mehr Gehalt haben können. Dies kommt in Tarifverträgen öfter vor. ICH für meinen Teil ziehe aber in Zweifel, dass es Tarifverträge gibt, bei denen man durch ein paar mehr Dienstjahre (ohne Stufensprung) nahezu "das Doppelte" bekommt. Ich habe also nicht im Geringsten angezweifelt, dass die Vorgängerin nahezu das Doppelte bekommen hat. Ihr Angriff gegen mich ist daher völlig fehl am Platz. :wink:

BäckerHD
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Re: Unterbezahlt im Job - Diskriminierung

Beitrag von BäckerHD »

Die Art und Weise, wie Sie, Soraya, sich hier jetzt echauffieren und mit Scheinargumenten um sich werfen, zeigt ja doch recht deutlich, dass Sie auch auf sich selbst sauer sind und dass Wut kein guter Ratgeber ist.

FM
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Re: Unterbezahlt im Job - Diskriminierung

Beitrag von FM »

Soraya hat geschrieben:
10.10.19, 12:38
Das Unternehmen ist tarifgebunden/, es gibt eine Entgelttabelle/einen Tarifvertrag.
Dann muss jetzt nur noch die Angestellte selbst auch tarifgebunden sein (also Mitglied der Gewerkschaft welche den Tarifvertrag abgeschlossen hat), und schon ist die tarifliche Vergütung verbindlich. Dass andere mehr als den Tarif bekommen, ist damit aber nicht ausgeschlossen.

Soraya
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Re: Unterbezahlt im Job - Diskriminierung

Beitrag von Soraya »

BäckerHD hat geschrieben:
10.10.19, 14:11
Die Art und Weise, wie Sie, Soraya, sich hier jetzt echauffieren und mit Scheinargumenten um sich werfen, zeigt ja doch recht deutlich, dass Sie auch auf sich selbst sauer sind und dass Wut kein guter Ratgeber ist.
Gegenfrage: was hat Hochschlafen und Hochschleimen, und das mit dem Hinweis auf KollegINNEN, überhaupt mit der ganzen Sache zu tun, wenn Sie "Scheinargumente" unterstellen?

Soraya
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Re: Unterbezahlt im Job - Diskriminierung

Beitrag von Soraya »

FM hat geschrieben:
10.10.19, 14:17
Soraya hat geschrieben:
10.10.19, 12:38
Das Unternehmen ist tarifgebunden/, es gibt eine Entgelttabelle/einen Tarifvertrag.
Dann muss jetzt nur noch die Angestellte selbst auch tarifgebunden sein (also Mitglied der Gewerkschaft welche den Tarifvertrag abgeschlossen hat), und schon ist die tarifliche Vergütung verbindlich. Dass andere mehr als den Tarif bekommen, ist damit aber nicht ausgeschlossen.
OK, das wird jetzt ein Schuh draus! Das lässt sich arrangieren

Soraya
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Re: Unterbezahlt im Job - Diskriminierung

Beitrag von Soraya »

Celestro hat geschrieben:
10.10.19, 14:11
Soraya hat geschrieben:
10.10.19, 13:15
Doch. Woher wollen Sie wissen, dass das nicht der Fall war? Das Gehalt von A ist recht mickrig, und da die Vorgängerin AT-angestellt war, geht das sehr wohl.
Der User "BäckerHD" schrieb, das Personen die schon länger dabei sind, durchaus mehr Gehalt haben können. Dies kommt in Tarifverträgen öfter vor. ICH für meinen Teil ziehe aber in Zweifel, dass es Tarifverträge gibt, bei denen man durch ein paar mehr Dienstjahre (ohne Stufensprung) nahezu "das Doppelte" bekommt. Ich habe also nicht im Geringsten angezweifelt, dass die Vorgängerin nahezu das Doppelte bekommen hat. Ihr Angriff gegen mich ist daher völlig fehl am Platz. :wink:
Es war ein Hinweis, kein Angriff. :wink: :D

Celestro
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Re: Unterbezahlt im Job - Diskriminierung

Beitrag von Celestro »

Es stellt sich allerdings die Frage, wie so manche Aussage zusammen passt:
Soraya hat geschrieben:
10.10.19, 12:38
Das Unternehmen ist tarifgebunden/, es gibt eine Entgelttabelle/einen Tarifvertrag.
In Ordnung!
Soraya hat geschrieben:
10.10.19, 13:15
Das Gehalt von A ist recht mickrig, und da die Vorgängerin AT-angestellt war, geht das sehr wohl.
Wieso ist hier die Vorgängerin plötzlich AT angestellt (gewesen)?
Soraya hat geschrieben:
10.10.19, 10:50
Arbeitnehmerin A erhält vom Unternehmen B einen befristeten Vertrag (1 Jahr) für eine Stelle als Sachbearbeiterin.
Die Stelle einer Sachbearbeiterin klingt jetzt eher nicht nach einer Stelle, die außertariflich bezahlt wird. Es sollte hier also vielleicht erst einmal geklärt werden, welche Tarifeinstufung man als Sachbearbeiter normalerweise haben würde (Beschreibung der Tätigkeiten stehen im Tarifvertrag). Was hat der Betriebsrat eigentlich zum Thema:
Soraya hat geschrieben:
10.10.19, 10:50
Nach der Einstellung erfährt A vom Betriebsrat, dass dieser ihrer Einstellung in dem Punkt nicht zugestimmt hat, was das Gehalt angeht.
anschließend unternommen?

BäckerHD
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Re: Unterbezahlt im Job - Diskriminierung

Beitrag von BäckerHD »

Soraya hat geschrieben:
10.10.19, 14:18
Gegenfrage: was hat Hochschlafen und Hochschleimen, und das mit dem Hinweis auf KollegINNEN, überhaupt mit der ganzen Sache zu tun, wenn Sie "Scheinargumente" unterstellen?

Es ist ja doch recht interessant, dass Sie nun schon zweimal versucht haben, meinen mit "womöglich" versehenen Hinweis aufs Hochschlafen als unhaltbar darzustellen. Woher kommt denn dieses befremdliche Bestreben, hier unbedingt etwas geradezurücken, das in anonymem Zusammenhang als krasses, aber längst nicht unrealistisches Beispiel genannt wurde und klarmachen sollte, dass Sie selbst dann keinen Anspruch auf gleiche Bezahlung hätten? Ich habe den Eindruck, Sie picken sich nur all das raus, was Ihnen als Argument in Ihr romantisches Weltbild vom komplett diskrimierungsfreien Leben passt, aber mit unbequemen Wahrheiten und widerspruchsfreier, sachlicher Argumentation haben Sie es nicht so. Das zeigt sich auch schon in der Überschrift, wo Sie ja bereits wie selbstverständlich von "Diskriminierung" schreiben, weil Ihr eigenes Urteil natürlich längst feststeht - egal, wie die rechtliche Lage auch sei.

FM
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Re: Unterbezahlt im Job - Diskriminierung

Beitrag von FM »

BäckerHD hat geschrieben:
10.10.19, 20:17
Es ist ja doch recht interessant, dass Sie nun schon zweimal versucht haben, meinen mit "womöglich" versehenen Hinweis aufs Hochschlafen als unhaltbar darzustellen.
Ein höheres Gehalt aufgrund sexueller Dienstleistungen ist nicht möglich, da es schon steuerrechtlich unzulässig wäre.

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