Seite 1 von 1

Neuer Job beim selben Arbeitgeber

Verfasst: 23.11.19, 16:39
von Querdenker
Hallöchen, wie immer ein unmöglicher FAll ;-)
Arbeitnehmerin C arbeitet seit dem 1.3.2019 als Sozialassistentin in einer KiTa bei der Stadt L. Sie entschließt sich jedoch zu einer Ausbildung zur Pflegefachkraft im Städtischen Krankenhaus, welche am 1.4.2020 beginnt. Arbeitsgeber ist ebenfalls die Stadt L. Muss sie ihren bestehenden Arbeitsvertrag kündigen oder kann sie diesbezüglich einfach einen Versetzungsantrag stellen? Darf sie ihr Weihnachtsgeld behalten? Erfolgt eine neue Probezeit? Das Ausbildungsverhältnis würde ja eh bei nicht bestandener Zwischenprüfung beendet.

Vielen Dank für eure Antworten.

Re: Neuer Job beim selben Arbeitgeber

Verfasst: 23.11.19, 21:32
von FM
Da wird ein neuer Vertrag notwendig sein, da es schon um ein anderes Rechtsverhältnis geht (nicht mehr Arbeits- sondern Ausbildungsverhältnis). Eine Probezeit gilt dann kraft Gesetze (§ 13 KrPflG).

Re: Neuer Job beim selben Arbeitgeber

Verfasst: 23.11.19, 22:31
von karli
Querdenker hat geschrieben:
23.11.19, 16:39
Das Ausbildungsverhältnis würde ja eh bei nicht bestandener Zwischenprüfung beendet.
Warum sollte das so sein?

Re: Neuer Job beim selben Arbeitgeber

Verfasst: 23.11.19, 23:06
von Oktavia
Hm, bei den Umschulungen die in meiner Kommune gelegentlich stattfinden (Krankenpflegerin- KbM) oder bei Aufstiegslehrgängen machen wir einen neuen Vertrag, der alte wird dann vermutlich ruhend gestellt bis die Ausbildung beendet ist. Ansonsten könnte man ja langjährig beschäftigte (bei uns z.T. 25 Jahre) in einer Ausbildungsprobezeit innerhalb der Probezeit mit 2 Wochenfrist kündigen... Die Probezeit wäre dann auch nicht zulässig!

Also ich würd darüber einfach mal mit dem Personalrat sprechen :wink:

Re: Neuer Job beim selben Arbeitgeber

Verfasst: 24.11.19, 18:00
von FM
Oktavia hat geschrieben:
23.11.19, 23:06
Hm, bei den Umschulungen die in meiner Kommune gelegentlich stattfinden (Krankenpflegerin- KbM) oder bei Aufstiegslehrgängen machen wir einen neuen Vertrag, der alte wird dann vermutlich ruhend gestellt bis die Ausbildung beendet ist. Ansonsten könnte man ja langjährig beschäftigte (bei uns z.T. 25 Jahre) in einer Ausbildungsprobezeit innerhalb der Probezeit mit 2 Wochenfrist kündigen
Kann man so vereinbaren.
... Die Probezeit wäre dann auch nicht zulässig!
Die Probezeit in der KP-Ausbildung muss nicht vereinbart werden, sie gilt zwingend kraft Gesetzes:
Krankenpflegegesetz:
§ 13 Probezeit
Das Ausbildungsverhältnis beginnt mit der Probezeit. Die Probezeit beträgt bei Gesundheits- und Krankenpflegerinnen, Gesundheits- und Krankenpflegern, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und Gesundheits- und Kinderkrankenpflegern sechs Monate.

§ 15 Kündigung des Ausbildungsverhältnisses
(1) Während der Probezeit kann das Ausbildungsverhältnis von jedem Vertragspartner jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden.
Also nicht 2 Wochen sondern von jetzt auf gleich. Hat man es aber so vereinbart wie Du geschrieben hast, würde dann automatisch das frühere Arbeitsverhältnis wieder aufleben. Muss natürlich richtig formuliert sein.

Re: Neuer Job beim selben Arbeitgeber

Verfasst: 24.11.19, 18:16
von blackylein
C ist sich bewußt, daß sie für die Pflegeausbildung ein Bewerbungsverfahren durchlaufen muss, und sie dafür schon sehr spät dran ist?
Berufsfachschulen für Pflege sind sehr häufig wählerisch, was ihre Schüler/innen angeht. Und wenn sie auch im Städtischen Krankenhaus arbeitet, heißt das noch lange nicht, daß sie beim gleichen Arbeitgeber bleibt. Schulen sind meist außen vor.

Re: Neuer Job beim selben Arbeitgeber

Verfasst: 24.11.19, 18:29
von flokon
blackylein hat geschrieben:
24.11.19, 18:16
C ist sich bewußt, daß sie für die Pflegeausbildung ein Bewerbungsverfahren durchlaufen muss, und sie dafür schon sehr spät dran ist?
Berufsfachschulen für Pflege sind sehr häufig wählerisch, was ihre Schüler/innen angeht. Und wenn sie auch im Städtischen Krankenhaus arbeitet, heißt das noch lange nicht, daß sie beim gleichen Arbeitgeber bleibt. Schulen sind meist außen vor.
Wählerisch sind sie eigentlich nur was die Kinderkrankenpflege angeht, da dort die Plätze sehr begrenzt sind.
Ansonsten kann man auch noch am 31. März eine Vorstellungsgespräch haben um am 01. April zu beginnen.
Da hier fast alle Schulen zum 01.04. und 01.10. starten, kann man sich ganzjährig bewerben.

Re: Neuer Job beim selben Arbeitgeber

Verfasst: 24.11.19, 19:09
von FM
blackylein hat geschrieben:
24.11.19, 18:16
Berufsfachschulen für Pflege sind sehr häufig wählerisch, was ihre Schüler/innen angeht. Und wenn sie auch im Städtischen Krankenhaus arbeitet, heißt das noch lange nicht, daß sie beim gleichen Arbeitgeber bleibt. Schulen sind meist außen vor.
Das ist sehr unterschiedlich. Städtische Krankenhäuser sind inzwischen oft eine eigene Rechtsperson (z.B. GmbH oder Anstalt des öffentlichen Rechts), dann wäre es ein neuer Arbeitgeber. Manche Städte sprechen da gerne vom "Konzern XY-Stadt", der u.a. aus Stadtverwaltung, Stadtwerke GmbH, Stadtsparkasse, Volkshochschule e.V. und Stadtkrankenhaus AdÖR besteht. Aber eben je nach Stadt ganz verschieden, ein Krankenhaus kann auch noch unmittelbar Teil der Stadt sein.

Der KP-Azubi hat aber zwei Rechtsverhältnisse: ein Schulverhältnis mit der Berufsfachschule (auch wieder verschieden je nach Land) und ein Ausbildungsverhältnis mit dem Krankenhaus. Beide Einrichtungen, Schule und Krankenhaus, können von der Stadt betrieben werden, oder auch von verschiedenen Trägern.

Re: Neuer Job beim selben Arbeitgeber

Verfasst: 24.11.19, 19:28
von blackylein
IdR haben Auszubildende in Krankenhäusern einen Vertrag mit der Schule. In Altenheimen sind sehr oft 2 Verträge nötig gewesen, wobei das Schulgeld sehr oft von den Azubis gezahlt werden musste. Mit der Ausbildungsreform soll dies jedoch nicht mehr möglich sein, und es gibt nur noch einen Vertrag mit der Schule, die dann an die Heime und Krankenhäuser ausleiht.

Re: Neuer Job beim selben Arbeitgeber

Verfasst: 24.11.19, 19:51
von FM
Die Ausbildungsvergütung bekommen die Azubis aber vom Krankenhaus, nicht von der Schule. Das Rechtsverhältnis zur Schule ist ein öffentlich-rechtliches, wenn es sich um eine staatliche oder kommunale Schule im Sinne des Landesschulrechts handelt, bei einer privaten auch ein vertragsrechtliches. Aber diese Angaben gelten jetzt für Bayern (wo ich an mehreren Krankenpflegeschulen unterrichte), in anderen Ländern kann es schon anders sein.

Da Krankenpflegeschulen in aller Regel an ein bestimmtes Krankenhaus angeschlossen sind, ist die Unterscheidung oft schwer erkennbar. In der Altenpflege, wo die Schulen meist überbetrieblich sind, ist es deutlicher. Und mit der Reform wird es wieder anders.