Überstunden nicht gutgeschrieben wegen Fehltag

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M4rv
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Überstunden nicht gutgeschrieben wegen Fehltag

Beitrag von M4rv » 02.12.19, 11:14

Hi,
Ich hätte mal eine Frage zur Gutschrift von Überstunden.

Die wöchentliche Sollarbeitszeit beträgt 40std bzw 8 std täglich. Es werden ab der 43sten Std 25% Zuschläge bezahlt.

Der AN arbeitet von Mo-Do und baut 6 Stunden Mehrarbeit auf. Am Freitag arbeite er nicht weil entweder 1) der AN krank ist oder 2) des AN Kind krank wird.

Wie genau verhält sich das nun mit dem Zeitkonto bzw Zuschläge?

Bei 1) würde er ja krankgeschrieben sein, sprich er bekommt 8 std für den Freitag. (Soll 40std / Ist 46std ?)
Bei 2) würde die KK den Tag bezahlen und er wäre vom AG (unbezahlt) freizustellen. (Soll 40 Std / Ist 38 Std ?)

Im voraus besten Dank
Marvin

ExDevil67
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Re: Überstunden nicht gutgeschrieben wegen Fehltag

Beitrag von ExDevil67 » 02.12.19, 11:20

Warum sollte die Krankenkasse den Tag zahlen? Wann die Krankenkasse Krankengeld zahlt und der AG den normalen Lohn weiterzahlt ist im Gesetz geregelt.
Daher bleibt nur Lösung 1. Frage bezüglich der Mehrarbeit, war die vom AG (indirekt) angeordnet?

matthias.
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Re: Überstunden nicht gutgeschrieben wegen Fehltag

Beitrag von matthias. » 02.12.19, 11:35

ExDevil67 hat geschrieben:
02.12.19, 11:20
Warum sollte die Krankenkasse den Tag zahlen?

Wenn das Kind krank ist kann es schon sein, dass die KK zahlen muss, dann wenn der AG seine Entgeltfortzahlung in dem Fall
§45 SGB V, entsprechen nach § 616 BGB ausgeschlossen hat oder es nach Tarifvertrag ausgeschlossen ist z.b..

matthias.
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Re: Überstunden nicht gutgeschrieben wegen Fehltag

Beitrag von matthias. » 02.12.19, 11:38

M4rv hat geschrieben:
02.12.19, 11:14


Der AN arbeitet von Mo-Do und baut 6 Stunden Mehrarbeit auf. Am Freitag arbeite er nicht

Wie viele Stunden waren denn Freitags geplant?

Wenn in der Woche Überstunden geplant waren, waren die vom Arbeitgeber abgesegnet/angeordnet?

ExDevil67
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Re: Überstunden nicht gutgeschrieben wegen Fehltag

Beitrag von ExDevil67 » 02.12.19, 11:42

matthias. hat geschrieben:
02.12.19, 11:35
ExDevil67 hat geschrieben:
02.12.19, 11:20
Warum sollte die Krankenkasse den Tag zahlen?

Wenn das Kind krank ist kann es schon sein, dass die KK zahlen muss,
Richtig, hatte die Abwandlung das das Kind krank ist überlesen. Und auch richtig, dann wäre durch die Krankenkasse Krankengeld zu zahlen.
Wobei in der Zeiterfassung beim AG meiner Meinung nach trotzdem der Tag mit der regulären Arbeitszeit von 8 Stunden abzurechnen wäre. Bei eigener Erkrankung entstehen ja auch keine Fehlstunden.

M4rv
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Re: Überstunden nicht gutgeschrieben wegen Fehltag

Beitrag von M4rv » 02.12.19, 14:37

Danke schon mal für die antworten.

Ich wollte nur diese zwei Beispiele bringen, falls es einen Unterschied macht, ob der AG den Fehltag „bezahlen“ muss, oder die KK. (Lt meinem Wissensstand ist es ja so, dass bei Krankheit die Sollzeit von 8 std dem AN gutgeschrieben bekommt. Bei Fehlzeit wegen Pflege des kranken Kindes ist dieser Tag eine Art „unbezahlte Abwesenheit“ und die KK überweist dann einen knappen tageslohn)

Ok, also nochmal zurück zu dem Beispiel.
Hätte der AN gearbeitet, wäre ja die WochenISTzeit 46 Std und er hätte 6 Überstunden sowie 3x Zuschläge bekommen.

Kann es jetzt sein, dass der AG sagt, der AN bekomme keine Überstunden, weil eben die Sollzeit nicht erfüllt worden ist?

Edit: Weil ja noch die Frage(n) aufkamen, wie das mit den Überstunden zu Stande kam, dazu weiß ich jetzt auch nichts. Überstunden werden immer gemacht, wenn sie nötig sind um zB eine angefangene Arbeit zu beenden.

ExDevil67
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Re: Überstunden nicht gutgeschrieben wegen Fehltag

Beitrag von ExDevil67 » 02.12.19, 14:56

M4rv hat geschrieben:
02.12.19, 14:37

Ok, also nochmal zurück zu dem Beispiel.
Hätte der AN gearbeitet, wäre ja die WochenISTzeit 46 Std und er hätte 6 Überstunden sowie 3x Zuschläge bekommen.

Kann es jetzt sein, dass der AG sagt, der AN bekomme keine Überstunden, weil eben die Sollzeit nicht erfüllt worden ist?
Tendenziell müsste trotzdem der Tag mit 8 Stunden bewertet werden, auch wenn diese bei "Kind krank" nicht vom AG zu vergüten sind. Sonst müsste man den große Keule auspacken und für den AN für die Woche eine abweichende Sollarbeitszeit inkl angepasster Überstundenregelung hinterlegen. Sonst würden ja dem AN am Ende einer Abrechnungsperiode Stunden fehlen. Das Zeitkonto muss ja auch dann aufgehen wenn keine Überstunden anfallen.
M4rv hat geschrieben:
02.12.19, 14:37
Edit: Weil ja noch die Frage(n) aufkamen, wie das mit den Überstunden zu Stande kam, dazu weiß ich jetzt auch nichts. Überstunden werden immer gemacht, wenn sie nötig sind um zB eine angefangene Arbeit zu beenden.
Was nicht wirklich die Frage der Anordnung beantwortet. Wer entscheidet das die Arbeit noch beendet wird bzw das neue Arbeit begonnen wird obwohl diese absehbar nicht innerhalb der Sollzeit beendet und auch nicht unterbrochen werden kann?

Tastenspitz
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Re: Überstunden nicht gutgeschrieben wegen Fehltag

Beitrag von Tastenspitz » 02.12.19, 15:26

Vom Grundsatz her darf man vom AG infolge einer unverschuldeten Erkrankung nicht schlechter gestellt werden. Es ist so abzurechnen, als ob der AN gearbeitet hat. Wenn also zB. in den letzten Monaten an jedem Freitag zwei angeordnete Überstunden gearbeitet wurden und die Kollegen es an diesem Ausfalltag auch so machen mussten, könnte man sogar über 10 Stunden Ausfall diskutieren. Die 8 Stunden vereinbarte Arbeitszeit sind nmE. in jedem Fall anzurechnen und als Konsequenz daraus auch die Zulagen, welche ja erarbeitet wurden.
M4rv hat geschrieben:
02.12.19, 14:37
Bei Fehlzeit wegen Pflege des kranken Kindes
...ist der Vertrag zu prüfen, wie dies vereinbart wurde. Wenn der AG zahlen muss, sind wir wieder bei den 8 oder 10 Stunden.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
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