Zeugnis Befristungsgrund

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Suse101
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Zeugnis Befristungsgrund

Beitrag von Suse101 »

Hallo liebes Forum

AN hat einen befristeten Vertrag. Nun entscheidet er sich aber vor Ablauf der Befristung zu kündigen.
Er erhält zum Abschluss das Zeugnis, es steht nur, dass der AN gekündigt hat.
Nun möchte AN aber das eingefügt wird, dass der Vertrag sowieso befristet war und der AN sich vorher schon nach einem neuen Job umsieht und wechselt.

Der Arbeitgeber verneint die Änderung, mit der Begründung, das wäre ja noch schlimmer für den AN.

Hat der AN einen Anspruch auf Änderung
Und wie ist die Erfahrung mit dem Zeugnisquotes mit und ohne Befristung.
Wie ist die Rechtslage?

Vg
Suse

Oktavia
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Re: Zeugnis Befristungsgrund

Beitrag von Oktavia »

Im Zeugnis sollte stehen "Herr AN verlässt uns auf eigenen Wunsch. Wir bedauern es sehr, diesen Mitarbeiter zu verlieren. Wir danken für seine stets gute Mitarbeit und wünschen ihm die Zukunft weiterhin Erfolg und persönlich alles Gute!"

Das wäre so in etwa Note 2
Zuletzt geändert von Oktavia am 20.01.20, 23:16, insgesamt 1-mal geändert.
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw

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winterspaziergang
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Re: Zeugnis Befristungsgrund

Beitrag von winterspaziergang »

Suse101 hat geschrieben:
20.01.20, 22:49
Hallo liebes Forum

AN hat einen befristeten Vertrag. Nun entscheidet er sich aber vor Ablauf der Befristung zu kündigen.
weshalb ist der Vertrag befristet und weshalb wird er nicht verlängert?
Der Arbeitgeber verneint die Änderung, mit der Begründung, das wäre ja noch schlimmer für den AN.
vielleicht weil sich die Frage stellt,wieso nicht verlängert wird? oder der AN eine Festanstellung ohne Frist erhält?
Und wie ist die Erfahrung mit dem Zeugnisquotes mit und ohne Befristung.
schlecht pauschal zu sagen, kommt auf die Branche an. Es gibt Bereiche, da geht seit Jahrzehnten nur noch die Befristung.
Außerdem kann man u.U. im Bewerbungsschreiben selbst was dazu sagen. Viel wichtiger für die quotes ist, ob das Unternehmen bedauert, dass man geht und was über die Arbeitsleistung geschrieben wird.

FM
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Re: Zeugnis Befristungsgrund

Beitrag von FM »

Oktavia hat geschrieben:
20.01.20, 23:15
Im Zeugnis sollte stehen "Herr AN verlässt uns auf eigenen Wunsch. Wir bedauern es sehr, diesen Mitarbeiter zu verlieren. Wir danken für seine stets gute Mitarbeit und wünschen ihm die Zukunft weiterhin Erfolg und persönlich alles Gute!"
"Sollte stehen" kann man so sehen, aber das Gesetz sagt nur:
§ 109 GewO Zeugnis

(1) 1Der Arbeitnehmer hat bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis. 2Das Zeugnis muss mindestens Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit (einfaches Zeugnis) enthalten. 3Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass sich die Angaben darüber hinaus auf Leistung und Verhalten im Arbeitsverhältnis (qualifiziertes Zeugnis) erstrecken.
Da steht nicht, dass sich der Arbeitgeber auch bedanken müsste und irgendwelche Wünsche aussprechen. Es ist zwar üblich, aber keine Pflicht. Wenn es fehlt, wird dadurch auch ein ansonsten sehr gutes Zeugnis ganz kräftig abgewertet. Das Bundesarbeitsgericht (dessen Richter nie ein Zeugnis brauchen) hält das aber für völlig ausreichend so.

Nach zit. Text sind auch keine Angaben zur Befristung nötig die gegriffen hätte wenn man nicht gekündigt hätte.

Tastenspitz
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Re: Zeugnis Befristungsgrund

Beitrag von Tastenspitz »

Suse101 hat geschrieben:
20.01.20, 22:49
Hat der AN einen Anspruch auf Änderung
Zumindestens nicht, was den zweiten der beiden Punkte anbelangt:
Suse101 hat geschrieben:
20.01.20, 22:49
und der AN sich vorher schon nach einem neuen Job umsieht und wechselt.
Bezüglich der Angabe der Befristung eher ja.
Suse101 hat geschrieben:
20.01.20, 22:49
Und wie ist die Erfahrung mit dem Zeugnisquotes mit und ohne Befristung.
Wie meinen...?
Suse101 hat geschrieben:
20.01.20, 22:49
Wie ist die Rechtslage?
...das es gefühlt 100000 Urteile zu Arbeitszeugnissen gibt und man wohl fast jeden Fall schon irgendwo irgendwie hatte. Mein Favorit ist noch immer das BAG Urteil:
Ein Zeugnis darf gefaltet werden, um es in einen Briefumschlag kleineren Formats unterzubringen; allerdings ist darauf zu achten, dass dies beim Kopieren des Originals nicht auffällt.
Also liebe AG. Falten - entfalten - kopieren und nachsehen, ob die Kopie Faltenstriche hat. :roll:
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

webmaster76
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Re: Zeugnis Befristungsgrund

Beitrag von webmaster76 »

Suse101 hat geschrieben:
20.01.20, 22:49
Der Arbeitgeber verneint die Änderung, mit der Begründung, das wäre ja noch schlimmer für den AN.
Für mich ist nicht ersichtlich, was es besser oder schlechter machen würde, wenn die Befristung im Zeugnis genannt wird. Viel wichtiger ist die Bewertung. Der AN wird ja nicht gekündigt haben ohne einen neuen Vertrag in der Tasche. Ist das Arbeitszeugnis gut und der AN länger beim neuen AG, wird dies i.d.R. bei der nächsten Bewerbung nicht negativ bewertet werden. Zumal man das in einem Bewerbungsgespräch erklären kann.
Blöd würde die Sache dann aussehen, wenn der AN immer wieder auf nur kurze Beschäftigungszeiten kommt. Dann wird sich der 7. oder 8. potenzielle AG schon überlegen, ob er es mit dem Bewerber probieren möchte.

Celestro
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Re: Zeugnis Befristungsgrund

Beitrag von Celestro »

Suse101 hat geschrieben:
20.01.20, 22:49
Hat der AN einen Anspruch auf Änderung
Und wie ist die Erfahrung mit dem Zeugnisquotes mit und ohne Befristung.
Wie ist die Rechtslage?
Wohl eher schwierig:
Das Zeugnis sollte immer in seiner Gesamtheit gelesen werden. Die Gründe, die zum Ende des Arbeitsverhältnisses geführt haben, sind dir bekannt. Prüfe daher, ob die Formulierungen wahr und verständlich sind. Fasst die Schlussformel die Bewertungen des übrigen Zeugnisses stimmig zusammen? Fehlen Details im Schlusssatz, dann sprich deinen Vorgesetzten an, frage nach dem Warum, bitte um Änderung. Kommt keine Einigung zustande, kannst du nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts nur die Erteilung eines Zeugnisses ohne Abschlussklausel verlangen. Im Streitfall hilft hier nur ein Arbeitsrechtler.

https://lebenslauf.net/schlussformel-im ... em_Vertrag

darf man fragen ...
Suse101 hat geschrieben:
20.01.20, 22:49
AN hat einen befristeten Vertrag. Nun entscheidet er sich aber vor Ablauf der Befristung zu kündigen.
wie AN den befristeten Vertrag kündigen konnte? Das ist nämlich normalerweise gar nicht vorgesehen und müsste explizit vereinbart gewesen sein.

FM
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Re: Zeugnis Befristungsgrund

Beitrag von FM »

Celestro hat geschrieben:
22.01.20, 09:51
wie AN den befristeten Vertrag kündigen konnte? Das ist nämlich normalerweise gar nicht vorgesehen und müsste explizit vereinbart gewesen sein.
Was nach meiner Erfahrung in weitaus mehr als 90 % der Fälle so gemacht wird, oft auch durch Verweis auf einen Tarifvertrag in dem es dann steht.

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