Verhaltensbedingte Kündigung = nie wieder eine Chance?

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Bud Hill
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Re: Verhaltensbedingte Kündigung = nie wieder eine Chance?

Beitrag von Bud Hill »

matthias. hat geschrieben:
21.01.20, 18:04
Bud Hill hat geschrieben:
21.01.20, 15:33
Oftmals kommt es dann gar nicht zu Sitzungen und irgendeine Versicherung der Behörde bezahlt Dir quasi als Schweigegeld eine Entschadigung.
Allein der Satz ist herrlich und zeigt, dass du von Tuten und Blasen keine Ahnung hast. Keine Behörde hat eine Versicherung nicht mal eine Brandversicherung oder eine KfZ Versicherung. Der Staat ist Eigenversicherer.
Und da Abfindungen in keinem Etat drin sind, wird auch keine gezahlt werden.* Der Ruf der Behörde (mal abgesehen davon, dass er hier gar nicht betroffen wäre) ist der Behörde auch egal. Was soll ihr ein guter (oder schlechter) Ruf bringen?


*Im übrigen werden Prozesse vor dem Arbeitsgericht nicht vorher eingestellt, sondern im Gegenteil gehen min in die 2. Instanz, weil ansosnten die Behörde einen drauf bekommt vom Rechnungshof, dass man zu früh auf(nach)geben hätte.

Die Realität ist im krassen Gegensatz zu deinem Beitrag.
Schlicht und ergreifend: nope!

Mehr kommt hier von mir auch nicht mehr. Erst, wenn wir wissen, was Frau gemacht hat und besonders dann, wenn sie geklagt hat.

FM
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Re: Verhaltensbedingte Kündigung = nie wieder eine Chance?

Beitrag von FM »

matthias. hat geschrieben:
21.01.20, 18:04
Bud Hill hat geschrieben:
21.01.20, 15:33
Oftmals kommt es dann gar nicht zu Sitzungen und irgendeine Versicherung der Behörde bezahlt Dir quasi als Schweigegeld eine Entschadigung.
Allein der Satz ist herrlich und zeigt, dass du von Tuten und Blasen keine Ahnung hast. Keine Behörde hat eine Versicherung nicht mal eine Brandversicherung oder eine KfZ Versicherung. Der Staat ist Eigenversicherer.
Und da Abfindungen in keinem Etat drin sind, wird auch keine gezahlt werden.* Der Ruf der Behörde (mal abgesehen davon, dass er hier gar nicht betroffen wäre) ist der Behörde auch egal. Was soll ihr ein guter (oder schlechter) Ruf bringen?
Stimmt auch nicht ganz. Der Bund, die Länder und sehr große Kommunen sind vielleicht oft Eigenversicherer, aber für kleinere Kommunen gibt es sogar eigene Haftpflichtversicherungen. Mgl.weise auch für andere KdÖR. Sogar staatliche Stellen könnten je nach Angelegenheithaftpflichtversichert sein, etwa Krankenhäuser.

Dass Bundesländer oder Städte vor dem Arbeitsgericht Abfindungen anbieten, habe ich schon öfter erlebt. Allerdings brachte mir da eine Prozessvertreterin auch schon mal das Argument entgegen "wir können die Klägerin gar nicht weiterbeschäftigen, selbst wenn sie gewinnt, weil wir ja keine Planstelle haben." Hat das Gericht nicht interessiert. Da scheint wohl schon Luft im Etat zu sein.

Der Ruf der Behörde interessiert zumindest den Behördenleiter dann, wenn er auf eine Wiederwahl hofft, also z.B. ein Landrat oder Bürgermeister.

Deputy
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Re: Verhaltensbedingte Kündigung = nie wieder eine Chance?

Beitrag von Deputy »

Es geht um eine große Bundesbehörde, da wird niemand gewählt.

Finden Verhandlungen vor dem Arbeitsgericht nicht in öffentlichen Sitzungen statt?

Celestro
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Re: Verhaltensbedingte Kündigung = nie wieder eine Chance?

Beitrag von Celestro »

Bud Hill hat geschrieben:
21.01.20, 18:14
Vielleicht bekommt die Frau so auch eine gewisse Genugtuung (ja, ich weiß, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat) gegenüber dem Mobber, der vielleicht sogar vorm Arbeitsgericht angehört wird. Könnte dann "lustig" werden, wenn der Anwalt der Frau beantragt, dass der Mobber vereidigt werden soll.
Ich würde es erst einmal mit lesen und verstehen probieren, denn bei:
Tom Slim hat geschrieben:
21.01.20, 12:35
Darüber hinaus hatte sie während dieser Zeit Probleme mit ihrem Vorgesetzten, zumindest sie von ihrer Seite (Gefühl des Mobbings ...)
sind wir jedenfalls von "das war 100%ig Mobbing" noch meilenweit entfernt.

winterspaziergang
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Re: Verhaltensbedingte Kündigung = nie wieder eine Chance?

Beitrag von winterspaziergang »

...Solche Sitzungen sind öffentlich und oftmals sitzen dort Zuschauer und Journalisten. Anwälte bauen genau darauf und informieren Journalisten.
die sich brennend für jedes Verfahren vor einem Arbeitsgericht interessieren.
Oftmals kommt es dann gar nicht zu Sitzungen und irgendeine Versicherung der Behörde bezahlt Dir quasi als Schweigegeld eine Entschadigung.
das muss sehr frustrierend für die Journalisten sein. Erst wird ihnen von so einem Prozess erzählt, nach dessen Berichterstattung regelmäßig die Aussicht auf den Pulitzerpreis besteht und dann wird es sang- und klaglos abgesagt
Mich würde es nicht wundern, nachdem was mir eine Bekannte einer entsprechenden Versicherung erzählt hat, dass Du eine Entschädigung bekommst.
nee, wundern muss man sich nicht. Man kann auch jederzeit vom :christmas berichten.
Es hat natürlich, wie alles, seine Schattenseiten! Je nachdem, wo die Bundesbehörde sitzt bzw. welches Arbeitsgericht zuständig ist, kann da echt viel los sein bei einer öffentlichen Sitzung. Wenn das zuständige Arbeitsgericht in Buxtehude oder in einem anderen "Dorf" ist, wird da wohl eher tote Hose sein
klar, die Sitzungen in den Arbeitsgerichten, die in einem "Dorf" zu finden sind, platzen regelmäßig aus allen Nähten. Schon allein wegen der ganzen Journalisten, für die es nichts spannenderes gibt.
Vielleicht bekommt die Frau so auch eine gewisse Genugtuung (ja, ich weiß, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat) gegenüber dem Mobber, der vielleicht sogar vorm Arbeitsgericht angehört wird. Könnte dann "lustig" werden, wenn der Anwalt der Frau beantragt, dass der Mobber vereidigt werden soll.
genau so würde es in jedem Drehbuch einer Gerichtsshow auch ablaufen
Hab zwischenzeitlich mal meine Bekannte gefragt (und nein, es ist nicht irgendeine Kugel!).
Das Gewicht der Dame tut auch nichts zur Sache
Wenn sie Sachbearbeiterin wäre, gibt es erst einmal ein Brutto als einvernehmliches außergerichtliches Angebot, fast unabhängig davon, was die Bundesbehörde belegen kann, da das Prozessrisiko, die AGG-Sache ohnehin ... alles schon sehr riskant ist.
genau, egal was ist. Da hat die ehemalige Mitarbeiterin vielleicht andere beleidigt, ständig Streit angezettelt, war ständig in der Pause und "vergaß" sich auszulesen (nebenbei: in welcher Behörde macht man das eigentlich?), aber sobald sie sich neu bewirbt, gibt es erstmal sofort das Angebt eines Brutto.
Wenn die Frau mehr will, dann geht man bis max. 1,5 Bruttos hoch.
cool. Einfach mehr wollen und schon gibts noch nen halben Lohn dazu!
Mehr wird es i. d. R. auch im konkreten Fall nicht geben. Aber wer weiß, was evtl. die Frau und dann die Beklagte jeweils "aus den Hut zaubern"!?
den da vielleicht :ostern:
Vielleicht hat die Frau (weiß ja keiner Näheres hier, wie lang sie da war ...) auch Freundschaften zu Ehemaligen, die den Mobber als solchen bestätigen können und vielleicht sogar Zeugen von Beispielen waren.
ja, blöd nur, wenn es keinen "Mobber" gibt, sondern alle Kollegen als Zeugen nur aussagen würden, dass der/die Besagte unkollegial, unberechenbar usw. war und die ganze Mannschaft damit beschäftigt war, deren Arbeit mit zu machen und die bei jeder begründeten Kritik gleich von Mobbing sprach o.ä.

Tom Slim
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Re: Verhaltensbedingte Kündigung = nie wieder eine Chance?

Beitrag von Tom Slim »

Guten Morgen zusammen,

ich habe jetzt wirklich alle Beiträge gelesen, auch wenn diese nicht direkt auf meinen Eingangsbeitrag als Antwort gemeint waren. Ich kenne mich zwar hier nicht aus, aber wie hier teilweise gegeneinander "geschossen" wird. Irgendwie erschreckend. Ich bin ja eher einer, der hiernach :kopfstreichel: geht! :wink: Wird IMHO viel zu wenig in der heutigen Gesellschaft gemacht. Ob privat oder an der Arbeit.

Ich habe meiner Frau mal alles so berichtet. Von "Mund abwischen und weiterbewerben", über "Du bist eigentlich ja schon total dumm. 1. weil du nicht ordnungsgemäß gestempelt hast und 2. wie kann man sich nur da bewerben, wo man gekündigt wurde? Autsch" bis "Anwalt, Klage, Kohle kassieren!". Ich habe ihr gesagt, was ich machen würde (Mund ...), aber voll und ganz hinter ihr stehe, wenn sie klagen würde. Aber dafür müsste sie ohnehin erst einmal zum Anwalt.

Ich werde berichten!

Nochmals danke.

Grüße

winterspaziergang
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Re: Verhaltensbedingte Kündigung = nie wieder eine Chance?

Beitrag von winterspaziergang »

Tom Slim hat geschrieben:
22.01.20, 09:05
...
Ich habe meiner Frau mal alles so berichtet. Von "Mund abwischen und weiterbewerben", über "Du bist eigentlich ja schon total dumm. 1. weil du nicht ordnungsgemäß gestempelt hast und 2. wie kann man sich nur da bewerben, wo man gekündigt wurde? Autsch" bis "Anwalt, Klage, Kohle kassieren!". Ich habe ihr gesagt, was ich machen würde (Mund ...), aber voll und ganz hinter ihr stehe, wenn sie klagen würde. Aber dafür müsste sie ohnehin erst einmal zum Anwalt.
Wenn man jemand hat, der voll und ganz hinter einem steht, ist das wirklich viel wert.
Man sollte aber als gut meinender Berater eins nicht übersehen: Zu überlegen, was die Gründe für die verhaltensbedingte Kündigung waren und ob man die nun im Griff hat.

Gerade Behörden entlassen selten aus dem Grund und zeigen sich anschließend so unversöhnlich. Da muss schon einiges passiert sein.

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