Arbeitgeber hätte gerne Geburtsurkunde

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Hausrocker
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Arbeitgeber hätte gerne Geburtsurkunde

Beitrag von Hausrocker »

Der Arbeitgeber fordert nach der Geburt von Kind Nr.2 vom Vater eine Geburtsurkunde, ohne weitere Begründung.

Dass es für den Wegfall des Zusatzbeitrages zur Pfliegeversicherung notwendig ist, die Geburt zu belegen, mag ja sein. Das dürfte aber ja kein Grund für einen erneuten Nachweis bei Kind 2 sein.
Informationen über Steuerfreibetrag wurde auch bei Kind 1 erst berücksichtigt, als das Finanzamt den Freibetrag mitgeteilt hat und nicht mit Info über Geburt.

Aus welchem Grund also sollte der AG eine Geburtsurkunde benötigen?
Und wäre es nicht viel eher aus Datenschutzgründen und dem Grundsatz, dass personenbezogene Daten nur erhoben werden sollten, wenn sie auch wirklich erforderlich sind?

Celestro
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Re: Arbeitgeber hätte gerne Geburtsurkunde

Beitrag von Celestro »

Was genau würde einen Betroffenen davon abhalten, genau diese Fragen dem AG (der Personalabteilung) zu stellen?

Tastenspitz
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Re: Arbeitgeber hätte gerne Geburtsurkunde

Beitrag von Tastenspitz »

Gab es Sonderurlaub im Rahmen der Geburt für den Vater?
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

ktown
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Re: Arbeitgeber hätte gerne Geburtsurkunde

Beitrag von ktown »

Celestro hat geschrieben:
04.02.20, 14:34
Was genau würde einen Betroffenen davon abhalten, genau diese Fragen dem AG (der Personalabteilung) zu stellen?
Die Angst sich eventuell zu blamieren?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Zafilutsche
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Re: Arbeitgeber hätte gerne Geburtsurkunde

Beitrag von Zafilutsche »

Einen direkten Grund für einen "Geburtsurkunden Nachweis" fällt mir nicht ein.
Vielleicht benötigt der AG aber einen Nachweis wenn das Unternehmen U1 Pflichtig ist und sein Mitarbeiter in Elternzeit (oder Pflegezeit) bei vollständiger Freistellung ist.
Ferner könnte ich mir aber auch vorstellen, weil z.Zt. sehr viele Bezieher von Kindergeldempfänger aufgefallen sind, deren angegebenen Kinder tatsächlich nie existierten.
Vielleicht gibt es deshalb möglicherweise neue Verfahren/Regeln oder Vorschriften. Daher wie Celestro schon schrieb:
Was genau würde einen Betroffenen davon abhalten, genau diese Fragen dem AG (der Personalabteilung) zu stellen?

FM
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Re: Arbeitgeber hätte gerne Geburtsurkunde

Beitrag von FM »

Mit dem Kindergeld hat der AG nur im öffentlichen Dienst zu tun.

Vielleicht sind betriebsbedingte Kündigungen geplant, da kann die Zahl der Kinder eine Rolle spielen.

Hausrocker
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Re: Arbeitgeber hätte gerne Geburtsurkunde

Beitrag von Hausrocker »

Wenn es nur um die Anzahl der Kinder geht: Die Info kommt ja vom Finanzamt. Denen muss man ja eine Geburtsurkunde vorlegen.

Sonderurlaub gab es nicht. Dafür müsste ansonsten auch die Aussage einer Behörde wie dem Finanzamt ausreichen, dass das Kind existiert. Vorname, Name, Geburtsort sollten dafür ja als Info aus der Geburtsurkunde irrelevant sein.

Vielleicht meint der AG ja auch es sei ein Service, dass er im Notfall dem AN. noch zumindest eine Kopie zur Verfügung stellen könnte? Genau wie eine Kopie vom Führerschein. Die hat er nämlich auch.

Wenn es um den reinen Nachweis geht: Vorzeigen und die Personalabteilung setzt den Haken für „gesehen“, könnte ich ja auch noch verstehen. Eine Kopie fordern ist aber ja etwas anderes. Und nein, es gibt auch keine personalisierten Kindergeburtstagsgeschenke mit Namen drauf vom AG ab erstem Geburtstag.

FM
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Re: Arbeitgeber hätte gerne Geburtsurkunde

Beitrag von FM »

Hausrocker hat geschrieben:
04.02.20, 16:45
Vielleicht meint der AG ja auch es sei ein Service, dass er im Notfall dem AN. noch zumindest eine Kopie zur Verfügung stellen könnte? Genau wie eine Kopie vom Führerschein. Die hat er nämlich auch.
Nein, das ist damit nicht bezweckt. Die Kopie des Führerscheins hat der Arbeitgeber um nachzuweisen, dass er sich von der Fahrerlaubnis überzeugt hat. Das ist z.B. notwendig wenn er den Mitarbeiter betriebseigene Fahrzeuge benutzen läßt.

Oktavia
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Re: Arbeitgeber hätte gerne Geburtsurkunde

Beitrag von Oktavia »

FM hat geschrieben:
04.02.20, 16:50
Hausrocker hat geschrieben:
04.02.20, 16:45
Vielleicht meint der AG ja auch es sei ein Service, dass er im Notfall dem AN. noch zumindest eine Kopie zur Verfügung stellen könnte? Genau wie eine Kopie vom Führerschein. Die hat er nämlich auch.
Nein, das ist damit nicht bezweckt. Die Kopie des Führerscheins hat der Arbeitgeber um nachzuweisen, dass er sich von der Fahrerlaubnis überzeugt hat. Das ist z.B. notwendig wenn er den Mitarbeiter betriebseigene Fahrzeuge benutzen läßt.
Dazu braucht er aber auch keine Kopie... außerdem muss er sich regelmäßig davon überzeugen dass der MA noch im Besitz der Fahrerlaubnis ist. Wie viele Kopien sollte er sammeln? :wink: 220 Kopien/Jahr?
Für Kinder gibt es auch eine Lebendbescheinigung...
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw

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FM
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Re: Arbeitgeber hätte gerne Geburtsurkunde

Beitrag von FM »

Oktavia hat geschrieben:
04.02.20, 17:47
FM hat geschrieben:
04.02.20, 16:50
Nein, das ist damit nicht bezweckt. Die Kopie des Führerscheins hat der Arbeitgeber um nachzuweisen, dass er sich von der Fahrerlaubnis überzeugt hat. Das ist z.B. notwendig wenn er den Mitarbeiter betriebseigene Fahrzeuge benutzen läßt.
Dazu braucht er aber auch keine Kopie... außerdem muss er sich regelmäßig davon überzeugen dass der MA noch im Besitz der Fahrerlaubnis ist.
Wie soll er es sonst nachweisen? Die bloße Aktennotiz hat sehr viel geringeren Wert, zumal es nicht nur um eine Ja/Nein geht. Eine tägliche Kontrolle wird sicher niemand verlangen, aber in gewissen Abständen ist bei manchen Arbeitgebern schon üblich - eher jährlich als wöchentlich.

Hausrocker
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Re: Arbeitgeber hätte gerne Geburtsurkunde

Beitrag von Hausrocker »

Was könnte man denn im Gegenzug mit ähnlicher Argumentation fordern?
Kopie Personalausweis aller weisungsbefugten Vorgesetzten, damit man jederzeit abgleichen kann, ob die Anweisungen von einer berechtigten Person kommt bzw. unterschrieben wurde?

Bei Gerichtsverhandlungen reicht es ja auch, wenn im Protokoll steht: xy erschienen und durch Personalausweis ausgewiesen. Da ist ja auch keine Kopie nötig?

Tastenspitz
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Re: Arbeitgeber hätte gerne Geburtsurkunde

Beitrag von Tastenspitz »

Alles Spekulationen. Ich würde halt fragen wofür die meinen es zu brauchen und dann entscheiden.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

FM
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Re: Arbeitgeber hätte gerne Geburtsurkunde

Beitrag von FM »

Hausrocker hat geschrieben:
04.02.20, 18:24
Was könnte man denn im Gegenzug mit ähnlicher Argumentation fordern?
Kopie Personalausweis aller weisungsbefugten Vorgesetzten, damit man jederzeit abgleichen kann, ob die Anweisungen von einer berechtigten Person kommt bzw. unterschrieben wurde?
Wenn man Kindergarten spielen will, ja.
Bei Gerichtsverhandlungen reicht es ja auch, wenn im Protokoll steht: xy erschienen und durch Personalausweis ausgewiesen. Da ist ja auch keine Kopie nötig?
Von mir wollte noch nie ein Richter in der Sitzung den Ausweis sehen, weder bei eigener Sache noch als Prozessbevollmächtigter. Aber wenn es ein Richter doch will, ist der Vermerk dazu im Protokoll ein Beweis, da öffentliche Urkunde.

Zurück zum Ausgangsfall: der Arbeitnehmer kann eben einfach das Ansinnen ablehnen oder ignorieren. Je nachdem aus welchem Grund es gestellt wurde - den man ja offenbar nicht erfragen möchte - ist es entweder egal oder nachteilig für den Arbeitnehmer, wenn das zweite Kind als nicht existent gilt. Für Lohnsteuer und Pflegeversicherung wird die Geburtsurkunde keine Rolle spielen, ja. Für andere Angelegenheiten fällt mir zumindest kein Beispiel ein, wo zwei Kinder "schlechter" als eines wären.

Gaia
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Re: Arbeitgeber hätte gerne Geburtsurkunde

Beitrag von Gaia »

Oktavia hat geschrieben:
04.02.20, 17:47
Dazu braucht er aber auch keine Kopie...
Stimmt. Er könnte auch ein entsprechendes Formular entwickeln und benutzen, in dem jeweils die relevanten Daten eingetragen werden und das dann durch beide Mitarbeiter (also den Kontrolletti und den Kontrollierten) unterzeichnen lassen. Auch hier gilt also: man kann praktisch alles unnötig verkomplizieren.
außerdem muss er sich regelmäßig davon überzeugen dass der MA noch im Besitz der Fahrerlaubnis ist.
Richtig.
Wie viele Kopien sollte er sammeln? :wink: 220 Kopien/Jahr?
Ja. Zumindest, wenn er 110 Mitarbeiter hat, die Firmenfahrzeuge fahren (dürfen). Und aufbewahren sollte er diese Kopien dann auch noch für eine angemessene Zeit. Den Aufwand kann er sich ersparen, wenn er entsprechende technische Lösungen nutzt.
FM hat geschrieben:
04.02.20, 18:09
in gewissen Abständen ist bei manchen Arbeitgebern schon üblich - eher jährlich als wöchentlich.
Da der AG - wie jeder andere Kfz-Halter auch - gesetzlich zur Überprüfung verpflichtet ist, ob derjenige, dem er ein Fahrzeug überlässt, im Besitz der passenden FE ist, kann von üblich keine Rede sein. Diese haben bei Firmenfahrzeugen grundsätzlich regelmäßig stattzufinden. Als ausreichend gelten zwei Kontrollen pro Jahr.

Hausrocker, gibt es noch eine Antwort auf die Frage, warum der AN den AG nicht um eine Antwort auf die Frage bittet?

Evariste
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Re: Arbeitgeber hätte gerne Geburtsurkunde

Beitrag von Evariste »

Gaia hat geschrieben:
04.02.20, 22:59
Hausrocker, gibt es noch eine Antwort auf die Frage, warum der AN den AG nicht um eine Antwort auf die Frage bittet?
Liegt doch auf der Hand, wenn man nachfragt, erscheint man gleich als Querulant. Mit etwas Glück vergisst die Personabteilung die ganze Angelegenheit, wenn wirklich kein Rechtsgrund vorliegt. Und dass wahrscheinlich kein Rechtsgrund vorliegt, hat die Diskussion hier ja ergeben...

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