Tätigkeitsbeschreibung plötzlich anders

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constanze
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Tätigkeitsbeschreibung plötzlich anders

Beitrag von constanze »

Arbeitnehmerin A hat von der Personalabteilung P über Ihre Vorgesetzte V eine ausgedruckte Tätigkeitsbeschreibung zur Kenntnisnahme mit Bestätigung (Unterschrift) erhalten. Diese entspricht nicht den Tatsachen und nicht den Tätigkeits- und Stellenbeschreibungen, die für ein Zwischenzeugnis Ende 2018 zugrunde gelegt wurden (liegt P vor)
Ein Hinweis von A an P (und auch an V) dass es sich um einen Fehler/Irrtum/Verwechslung handeln müsse und die Verweigerung der Unterschrift führte dazu dass A von P die falsche Tätigkeitsbeschreibung per Mail übermittelt bekam mit dem Hinweis, dass keine Unterschrift nötig sei. Es handle sich schließlich nur um ein Formular, dass für eine IATF Zertifizierung notwendig wäre.
Aus sicherer Quelle weiß A (die eine hochwertige berufliche Qualifikation besitzt aber "nur" Teilzeit arbeitet), dass eine Kollegin eine Tätigkeitsbeschreibung erhalten hat, die überwiegend wörtlich ihrer eigentlichen (alten) Tätigkeitsbeschreibung entspricht (o.g. Grundlage für das Zwischenzeugnis). Das allein wäre für A kein Problem. Das Argument bei 4 Stellen gäbe es also nur Leitung und 3 identische Tätigkeitsbeschreibungen kann aber damit nicht gelten. Es handelt sich vielmehr bei 4 Stellen nun um 3 (mit lfd Nummer gekennzeichneten) verschiedene Tätigkeitsbeschreibungen. Auch die Bezeichnung der Stelle als "Mitarbeiterin" entspricht nicht dem Zeugnistext, wo von "Managerin" die Rede war. Die Kollegin hat übrigens in ihrer (höherwertigen) Tätigkeitsbeschreibung den Titel "Referentin" erhalten (den sie auch tatsächlich führt). Somit wäre die Hierarchie: 1. Leitung, 2. Referentin, 3. und 4. Mitarbeiterin
Das wäre eine erhebliche Degradierung nach 20-jähriger Tätigkeit.
Wie soll A vorgehen? Spielt es eine Rolle oder lohnt es sich nicht sich zur Wehr zu setzen. Reicht es zu dokumentieren (Mailverkehr), dass A der Tätigkeitsbeschreibung widersprochen hat. Was kann das für Folgen für A haben, wenn das Unternehmen kurz vor einem Verkauf oder einer Schließung steht? Soll A künftig ihre Tätigkeit nur noch entsprechend der Beschreibung ausführen? Dann hätte das Unternehmen ein Problem.
Danke für Tipps und Anregungen.

Tastenspitz
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Re: Tätigkeitsbeschreibung plötzlich anders

Beitrag von Tastenspitz »

constanze hat geschrieben:
06.02.20, 11:14
Soll A künftig ihre Tätigkeit nur noch entsprechend der Beschreibung ausführen?
Das wäre ohne vorherige Rückfrage u.U. Arbeitsverweigerung.
constanze hat geschrieben:
06.02.20, 11:14
Wie soll A vorgehen?
Eine Tätigkeitsbeschreibung ist - wie auch das erwähnte Zwischenzeugnis - idR. Teil der Personalakte. Wenn man hier also gegensteuern möchte, kann man einen Vermerk entsprechend erstellen und in die Personalakte beifügen lassen.
Der Betriebsrat/Personalrat vermag hier sicher auch zu vermitteln.
constanze hat geschrieben:
06.02.20, 11:14
Was kann das für Folgen für A haben, wenn das Unternehmen kurz vor einem Verkauf oder einer Schließung steht?
Nun, das ist eine Glaskugelfrage und meine ist grade bei der Wartung....
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Zafilutsche
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Re: Tätigkeitsbeschreibung plötzlich anders

Beitrag von Zafilutsche »

constanze hat geschrieben:
06.02.20, 11:14
Arbeitnehmerin A hat von der Personalabteilung P über Ihre Vorgesetzte V eine ausgedruckte Tätigkeitsbeschreibung zur Kenntnisnahme mit Bestätigung (Unterschrift) erhalten. Diese entspricht nicht den Tatsachen und nicht den Tätigkeits- und Stellenbeschreibungen, die für ein Zwischenzeugnis Ende 2018 zugrunde gelegt wurden (liegt P vor)
Ein Hinweis von A an P (und auch an V) dass es sich um einen Fehler/Irrtum/Verwechslung handeln müsse und die Verweigerung der Unterschrift führte dazu dass A von P die falsche Tätigkeitsbeschreibung per Mail übermittelt bekam mit dem Hinweis, dass keine Unterschrift nötig sei. Es handle sich schließlich nur um ein Formular, dass für eine IATF Zertifizierung notwendig wäre.
Ich fürchte P hat den Sinn und Zweck der IATF 16949 nicht verstanden. Aufzuzeigen dass die Dokumentation (Hier die Stellenbeschreibung) vom ist Zustand abweicht sollte der richtige Weg sein. Das wäre doch wirklich zu doof wenn die Abweichung ein Auditor findet und ein kostenpflichtiges "Nachaudit" der Firma in Rechnung stellt :mrgreen:

M.E. sollte die Aktion auch nicht zu einer "Degradierung" führen, weil das m.E. in der Tat arbeitsrechtliche Fragestellungen aufwirft. (Abweichung Arbeitsvertrag?, Abänderungsverträge?)
Das könnte für das Unternehmen auch teuer werden :mrgreen:
Vieleicht fragt man vorsichtig nach, was der Initiator dieser Dokumentenprüfung/Revision eigentlich tatsächlich wollte. Ich persönlich würde das Treiben erst einmal als völlig gelassen bewerten, außer der Kontext gibt ein ganz anderes Bild ab.

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