Fragen bzgl. Elternzeit

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carriegross
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Fragen bzgl. Elternzeit

Beitrag von carriegross »

Hallo,

wenn man am 15.02.21 in Elternzeit gehen möchte, muss die Mitteilung an den AG spätestens am 28.12.20 gerichtet werden? D. h., die entsprechende Mitteilung muss dem AG spätestens am 28.12. auf dem Tisch/im Posteingang liegen?

Es bedarf also keinem Antrag auf Elternzeit, den der Arbeitgeber stattgeben muss, oder!?

https://www.ruperti-arbeitsrecht.de/elt ... ngemeldete!)-,Elternzeit%20bedarf%20nicht%20der%20Zustimmung%20Ihres%20Arbeitgebers.,zum%20beantragten%20Zeitpunkt%20zu%20Hause.

ist demnach so korrekt?

Dankeschön.

LG
matthias.
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Re: Fragen bzgl. Elternzeit

Beitrag von matthias. »

Ja.

Der AG kann das auch nicht ablehnen.

Ich nehme mal an du bist ein Mann.

Bei einer Frau wäre das ja auch komplett lächerlich. Was macht die Frau die ein Kind bekommt/hat und der AG lehnt die Elternzeit ab, weil es zeitlich im Moment nicht passt, niemand käme auf so eine Idee (gut ausser vielleicht in den USA da wird man halt gefeuert, wenn man keine Betreuung für sein Kind findet).

So hat dann hier Gleichberechtigung auch mal was gutes für den Mann. :D
Heiko66
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Re: Fragen bzgl. Elternzeit

Beitrag von Heiko66 »

Unter der Annahme es handelt sich um einen Elternzeitanspruch auf Grund von Neugeburt:

Wenn ein Anspruch auf Elternzeit besteht, dann muss der Arbeitgeber einem Verlangen nicht zustimmen sondern muss nur rechtzeitig darüber informiert werden. Ich glaube 7 Wochen vor geplanten Beginn der Elternzeit bzw. errechneten Geburtstermin. Kündigungsschutz besteht für einen Vater allerdings nur 8 Wochen vor errechneten Geburtstermin. Diese Regelung führt dann genau zu dem beschriebenen Fall. Väter melden auf den letzten Drücker Elternzeit an und der Arbeitgeber kann sehen wo er eine Vertretung herzaubert.

Bei uns werden Arbeitnehmer gebeten das früher anzumelden und es gibt für früheres ANmelden auch einen finanziellen Anreiz, da es kaum möglich ist eine qualifizierte Vertretung in so kurzer Zeit zu finden und dann auch noch einzuarbeiten.

Unklar ist mir, was hinsichtlich der Elternzeit gilt, wenn das Kind deutlich zu früh gebohren wird der Vater sich aber an die 7-Wochenfrist bezüglich errechneten Termin gehalten hat. Vermutlich muss der Arbeitgeber dann auch einen früheren Beginn akzeptieren. Ausgeurteilt ist das soweit ich weiß noch nicht.

Grundsätzlich gilt glaube ich, dass wenn die Elternzeit zu spät beantragt wird im Zweifel halt diese erst 7 Wochen später starten kann.

https://www.haufe.de/personal/haufe-per ... 68118.html
So hat dann hier Gleichberechtigung auch mal was gutes für den Mann.
So richtig ja nicht. Als Mann hat man nur 8 Wochen vor errechneten Geburtstermin Kündigungsschutz (mit obig beschriebenen Ergebnis/Konsequenzen). Gleichberechtigung würde bedeuten es besteht sofortiger Kündigungschutz ab vom Frauenarzt errechneter Zeugung (Wobei das ja auch formal nicht richtig berechnet wird. Da ist die Frau ja schon 2 Wochen schwanger vor dem Koitus)
matthias.
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Re: Fragen bzgl. Elternzeit

Beitrag von matthias. »

Heiko66 hat geschrieben: 25.12.20, 11:29
So hat dann hier Gleichberechtigung auch mal was gutes für den Mann.
So richtig ja nicht. ....Gleichberechtigung würde bedeuten es besteht sofortiger Kündigungschutz ab vom Frauenarzt errechneter Zeugung (Wobei das ja auch formal nicht richtig berechnet wird. Da ist die Frau ja schon 2 Wochen schwanger vor dem Koitus)
Ich schrieb ja auch mal was gutes :-)

Ansonsten ist dein Beispiel eines aus dem Mutterschutzgesetz und nicht aus dem BEEG.
Männer können nicht Mutter werden, von daher ist die Unterscheidung auch voll OK :daumenhoch
Heiko66
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Re: Fragen bzgl. Elternzeit

Beitrag von Heiko66 »

Da man sich sein Geschlecht mittlerweile selbst aussuchen darf und kann stimmt diese Aussage
Männer können nicht Mutter werden, von daher ist die Unterscheidung auch voll OK
nicht mehr
Gegen alle Widerstände hat er sich durchgesetzt –, nun kann er bald sein erstes Kind in seinen Armen halten: Thomas Beatie. Der erste schwangere Mann ist mittlerweile in der 36. Woche seiner ungewöhnlichen Schwangerschaft. Gemeinsam mit seiner Frau Nancy verriet er jetzt, dass es ein Mädchen wird.
https://www.welt.de/vermischtes/article ... chter.html

Davon abgehsen warum ist es ok, dass Männer da einen eingeschränkteren Kündigungsschutz haben als Frauen? Offene Frage: Was gilt eigentlich für diverse Personen die ein Kind bekommen (ob nun selbst oder nur als "Samenspender")? Der Mittelwert an Kündigungsschutz zwischen Männern und Frauen?
winterspaziergang
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Re: Fragen bzgl. Elternzeit

Beitrag von winterspaziergang »

klar, kann man sein "Geschlecht aussuchen", blöd nur, dass man nicht zu den Spezies des Tierreiches zählt, die dann tatsächlich je nach Bedarf Männlein oder Weiblein ist.

Es stimmt nach wie vor, dass ein Mann nicht Mutter werden kann, wenn man schlicht die biologische Funktion, die sich nicht durch Gesetze oder Ansichten ändern lässt, heranzieht

und zu
Gegen alle Widerstände hat er sich durchgesetzt –, nun kann er bald sein erstes Kind in seinen Armen halten: Thomas Beatie. Der erste schwangere Mann ist mittlerweile in der 36. Woche seiner ungewöhnlichen Schwangerschaft. Gemeinsam mit seiner Frau Nancy verriet er jetzt, dass es ein Mädchen wird.
jaja, :christmas der schwangere Mann.... :engel: der eigentlich eine Frau war, mit allem, was eine Frau v.a. in Punkto Gebärfähigkeit hat und dies auch nach der "Geschlechtsangleichung" behalten hat.

Siehe :arrow:
Beatie wurde 1974 auf Hawaii als Tracy Lehuanani Lagondino geboren. In den späten 1990er Jahren begann er [im Grunde ja SIE] mit einer Hormontherapie und ersten operativen geschlechtsangleichenden Maßnahmen. 2002 wurde die geschlechtsangleichende Operation vorgenommen, wobei jedoch die inneren weiblichen Organe nicht entfernt wurden. Im gleichen Jahr wurde er auch rechtlich als Mann anerkannt. Im Jahr 2003 heiratete Beatie eine Frau.

Wenn man behauptet, weil ein als "Mann" anerkannter, der eigentlich den intakten Körper einer Frau hatte und diesen trotz Hormontherapie behalten hat, schwanger wird, hieße das, dass "Männer schwanger werden können", dann kann man eigentlich auch gleich behaupten, es gäbe den hier :christmas und der hier :ostern: bringt die Eier zu Ostern.
carriegross
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Re: Fragen bzgl. Elternzeit

Beitrag von carriegross »

Ab wann beginnt der Kündigungsschutz, wenn man am 28.12.20 die Elternzeit ab dem 15.02.21 mitteilt?

Bei Geburten ab 2015 dürfen doch die zwei Partnermonate auf drei freie Abschnitte aufgeteilt werden, oder!?

Müssen die drei Abschnitte zetlich getrennt sein oder können die z. B. auch direkt hintereinander sein, z. B.

01.04. - 30.04.
01.05. - 14.05.
01.07. - 14.07

?

Dankeschön.

LG
Heiko66
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Re: Fragen bzgl. Elternzeit

Beitrag von Heiko66 »

Ab wann beginnt der Kündigungsschutz,
Hinsichtlich Geburt zum Zeitpunkt der Antragsstellung frühestens 8 Wochen vor errechnetem Geburtstermin

https://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__18.html
Bei Geburten ab 2015 dürfen doch die zwei Partnermonate auf drei freie Abschnitte aufgeteilt werden, oder!?
Da wird ein wenig vermischt. Elternzeit ist nur der Anspruch auf unbezahlte Freistellung. Es gibt pro Kind grundsätzlich einen Anspruch auf insgesamt 3 Jahre Elternzeit, die bis zum 8ten Lebensjahr des Kindes genommen werden können. Diese kann in 3 Abschnitte aufgeteilt werden. Nur Abschnitt 1 und 2 sind nicht zustimmungspflichtig von Arbeitgeberseite. Bei Abschnitt 3 hat der Arbeitgeber ggf. Mitspracherechte kann das also zum Beispiel aus betrieblichen Gründen ablehnen.

Der Begriff Partnermonate kommt aus dem Bereich Lohnersatzleistung/Elterngeld.
Müssen die drei Abschnitte zetlich getrennt sein oder können die z. B. auch direkt hintereinander sein, z. B.
Ob das geregelt ist weiß ich nicht aber grundsätzlich würde ich denken Abschnitt meint schon, dass mindestens 1 Tag Pause dazwischen sein muss. Wenn das Kind nicht direkt am ersten eines Monats geboren wurde und man gedenkt Elternzeit mit Elterngeld zu kombinieren, ist es aus Urlaubsgründen ggf. tatsächlich sinnvoll aus einem Abschnitt zwei Abschnitte zu machen.

Elterngeld gibt es glaube ich auch nur für "volle Monate"
matthias.
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Re: Fragen bzgl. Elternzeit

Beitrag von matthias. »

carriegross hat geschrieben: 27.12.20, 12:15
Müssen die drei Abschnitte zetlich getrennt sein oder können die z. B. auch direkt hintereinander sein, z. B.

01.04. - 30.04.
01.05. - 14.05.

Was ist denn der Sinn der Frage, wieso beantragt man nicht gleich vom 1.4.-14.5. ?
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