Information an Arbeitgeber nach pos. Coronatest

Moderator: FDR-Team

kuddelmuddel123
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 144
Registriert: 18.02.05, 07:22

Information an Arbeitgeber nach pos. Coronatest

Beitrag von kuddelmuddel123 »

Hallo,

normalerweise muss ein Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber nicht mitteilen, warum er krank geschrieben ist.
Wie ist dies bei einem positiven Coronatest oder einem wegen Corona Kranken?
Muss dies dem Arbeitgeber immer mitgeteilt werden?
Oder gilt dies nur, wenn man sich in einem bestimmten Zeitraum auch in den Räumen des Arbeitgebers aufgehalten hat?
Es gibt ja auch Arbeitnehmer, die zu 100% im Homeoffice sind.

Ich habe im Infektionsschutzgesetz nach einer entsprechenden Stelle gesucht - aber nichts gefunden.
Könnt Ihr ggfs helfen?

Viele Grüße, Kuddelmuddel
FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 20048
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Information an Arbeitgeber nach pos. Coronatest

Beitrag von FM »

Die Mitteilung geht vom Arzt an das Gesundheitsamt und dieses entscheidet, wer zu informieren ist.

Wenn der Arbeitnehmer Entgeltfortzahlung nach dem IfSG beziehen will, muss er das dem Arbeitgeber natürlich so sagen, damit dieser die Erstattung bei der Landesbehörde beantragen kann.
Heiko66
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 626
Registriert: 23.10.20, 11:05

Re: Information an Arbeitgeber nach pos. Coronatest

Beitrag von Heiko66 »

Wenn der Arbeitnehmer Entgeltfortzahlung nach dem IfSG beziehen will, muss er das dem Arbeitgeber natürlich so sagen,
Ist das so? Ich hatte verstanden das wäre nur so, wenn der Arbeitnehmer den Weg wählt der Arbeitgeber solle das vorstrecken und sich dann rückerstatten lassen. Dieser Weg wäre aber nicht zwangsweise vorgeschrieben und der Arbeitnehmer könne auch direkt (bei der Landesberhörde) beantragen ohne den Arbeitgeber mit einzubeziehen. Der Arbeitgeber kann auch nur weniger Wochen verpflichtet werden vorzustrecken. Nach spätestens 6 Wochen muss sich der Arbeitnehmer dann eh selbst darum kümmern. Habe ich das falsch verstanden? Ich dachte bisher in den ersten Wochen bestünde Wahlfreiheit für den Arbeitnehmer wen er belangt.
ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6281
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Information an Arbeitgeber nach pos. Coronatest

Beitrag von ExDevil67 »

Wieso sollte es da eine Wahlfreiheit geben? Irgendwie müsste dann ja auch der AG erfahren das ich in der Zeit keinen Anspruch auf Lohn/Gehalt vom ihm habe. Und solange ich nicht krank bin, hätte ich als Nachweis warum ich nicht arbeiten komme nur die Quarantäneanordnung vom Gesundheitsamt und keinen gelben Schein vom Arzt. Womit wieder der gewünschte Effekt "der AG soll nix erfahren" hin ist.

Zumal afaik die die im Homeoffice arbeiten können, im Falle einer reinen Quarantäne so oder so nach IfSG keine Ansprüche haben. Im Bezug auf ihre Arbeit schränkt sie die Quarantäne ja absolut nicht ein.
Heiko66
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 626
Registriert: 23.10.20, 11:05

Re: Information an Arbeitgeber nach pos. Coronatest

Beitrag von Heiko66 »

Irgendwie müsste dann ja auch der AG erfahren das ich in der Zeit keinen Anspruch auf Lohn/Gehalt vom ihm habe
Im Zweifel indem man einfach Fakten schafft und nur ankündigt nicht zur Arbeit zu kommen. Das dies dann ggf. abmahnfähig und durch Kündigung bedroht ist, kann man ja im Zweifel am Ende gerichtlich prüfen lassen, ob diese Information hätte herausgegeben werden müssen.
Und solange ich nicht krank bin
Unter der Annahme krank würde arbeitsunfähig meinen gibt es in dem Falle das Problem doch gar nicht, weil es dann eh einen Lohnfortzahlungsanspruch gibt (für bis zu 6 Wochen). Da muss dem Arbeitgeber die Diagnose gar nicht genannt werden. Es braucht nur eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt. Sonderfall: Jemand der frisch eingestellt ist hat ggf. noch keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung.
Zumal afaik die die im Homeoffice arbeiten können, im Falle einer reinen Quarantäne so oder so nach IfSG keine Ansprüche haben
Die Frage ist irgendwie noch nicht so richtig geklärt. Wann meint im Homeoffice arbeiten können auch im Homeoffice arbeiten müssen. Immer? Auch wenn man dafür selbst Arbeitsmittel bereitstellen müsste. Nur wenn das vertraglich vereinbart ist? Eine richtig abschließende Antwort zu dem Thema ließ sich für mich bisher nicht ergoogeln. Es gibt dazu scheinbar lediglich (unterschiedliche) Meinungen.
ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 25526
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Information an Arbeitgeber nach pos. Coronatest

Beitrag von ktown »

Hier was zum lesen.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
Dummerchen
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 10909
Registriert: 21.01.05, 22:43
Wohnort: Der Kohlenpott hat mich wieder!

Re: Information an Arbeitgeber nach pos. Coronatest

Beitrag von Dummerchen »

Heiko66 hat geschrieben: 08.04.21, 08:05 Ich hatte verstanden das wäre nur so, wenn der Arbeitnehmer den Weg wählt der Arbeitgeber solle das vorstrecken und sich dann rückerstatten lassen. Dieser Weg wäre aber nicht zwangsweise vorgeschrieben und der Arbeitnehmer könne auch direkt (bei der Landesberhörde) beantragen ohne den Arbeitgeber mit einzubeziehen.
Vielleicht solltest du einfach im entsprechenden Gesetz nachlesen, ehe du solchen Blödsinn schreibst. Der AG muss während der Quarantäne Entgeltfortzahlung leisten und kann sich die auf Antrag von der anordnenden Behörde erstatten lassen.
Der Arbeitnehmer kann nur eines: seinen AG entsprechnd Entgeltfortzahlungsgestz unverzüglich über die Quarantäne informieren.
The nine most terrifying words in the English language are, 'I'm from the government and I'm here to help.'
Ronald Reagan
40th president of US (1911 - 2004)
ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 25526
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Information an Arbeitgeber nach pos. Coronatest

Beitrag von ktown »

Dummerchen hat geschrieben: 08.04.21, 11:19Der Arbeitnehmer kann nur eines: seinen AG entsprechnd Entgeltfortzahlungsgestz unverzüglich über die Quarantäne informieren.
und das macht er, wie im meinem Link zu lesen.
Der Mitarbeitende reicht dazu den behördlichen Bescheid über die Anordnung der Quarantäne beim Arbeitgeber ein.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 20048
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Information an Arbeitgeber nach pos. Coronatest

Beitrag von FM »

Heiko66 hat geschrieben: 08.04.21, 08:49 Im Zweifel indem man einfach Fakten schafft und nur ankündigt nicht zur Arbeit zu kommen. Das dies dann ggf. abmahnfähig und durch Kündigung bedroht ist, kann man ja im Zweifel am Ende gerichtlich prüfen lassen, ob diese Information hätte herausgegeben werden müssen.
Klar, kann man machen. Das Ergebnis könnte sein "Kündigung ist wirksam".
kuddelmuddel123
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 144
Registriert: 18.02.05, 07:22

Re: Information an Arbeitgeber nach pos. Coronatest

Beitrag von kuddelmuddel123 »

FM hat geschrieben: 07.04.21, 23:28 Die Mitteilung geht vom Arzt an das Gesundheitsamt und dieses entscheidet, wer zu informieren ist.
Das stimmt sicherlich.

Kann der Arbeitgeber seine Mitarbeiter verpflichten, dass sie einen Corona-positiven Test unabhängig von der Entscheidung des Gesundheitsamtes mittielen müssen?
Oder muss der AG nur informiert werden, wenn man Kollegen angesteckt haben könnte? Also jemand der 100% im Homeoffice ist, muss nicht informieren?
Evariste
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 3859
Registriert: 31.12.15, 17:20

Re: Information an Arbeitgeber nach pos. Coronatest

Beitrag von Evariste »

Ich könnte mir vorstellen, es läuft so wie bei einer Arbeitsunfähigkeit. Man muss dem AG mitteilen, dass man erkrankt ist, aber nicht woran (auch wenn es sich um COVID-19 handelt).

Genauso muss man dem AG mitteilen, wenn man unter Quarantäne gestellt worden ist, aber nicht warum. :D

Bei Mitarbeitern, die sowieso zu 100% zuhause arbeiten, erübrigt sich die Meldung, da man ja einfach weiterarbeitet. Man muss also gar nichts melden, wenn man nicht will.
ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6281
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Information an Arbeitgeber nach pos. Coronatest

Beitrag von ExDevil67 »

Evariste hat geschrieben: 08.04.21, 12:32 Bei Mitarbeitern, die sowieso zu 100% zuhause arbeiten, erübrigt sich die Meldung, da man ja einfach weiterarbeitet. Man muss also gar nichts melden, wenn man nicht will.
Das wäre auch mein Ansatz. Fordern kann der AG das natürlich, in der Praxis dürfte er aber Probleme haben das durchzusetzen. Eben weil bei 100% Homeoffice er keine Anfrage vom Gesundheitsamt nach Kontakten bekommt und der AN ja so oder nur zu hause arbeitet, er also nicht erklären muss warum er an einer Besprechung gerne per Video teilnehmen möchte.
Heiko66
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 626
Registriert: 23.10.20, 11:05

Re: Information an Arbeitgeber nach pos. Coronatest

Beitrag von Heiko66 »

Dummerchen hat geschrieben: 08.04.21, 11:19
Heiko66 hat geschrieben: 08.04.21, 08:05 Ich hatte verstanden das wäre nur so, wenn der Arbeitnehmer den Weg wählt der Arbeitgeber solle das vorstrecken und sich dann rückerstatten lassen. Dieser Weg wäre aber nicht zwangsweise vorgeschrieben und der Arbeitnehmer könne auch direkt (bei der Landesberhörde) beantragen ohne den Arbeitgeber mit einzubeziehen.
Vielleicht solltest du einfach im entsprechenden Gesetz nachlesen, ehe du solchen Blödsinn schreibst. Der AG muss während der Quarantäne Entgeltfortzahlung leisten und kann sich die auf Antrag von der anordnenden Behörde erstatten lassen.
Der Arbeitnehmer kann nur eines: seinen AG entsprechnd Entgeltfortzahlungsgestz unverzüglich über die Quarantäne informieren.
Das habe ich gemacht

Ich habe
(5) Bei Arbeitnehmern hat der Arbeitgeber für die Dauer des Arbeitsverhältnisses, längstens für sechs Wochen, die Entschädigung für die zuständige Behörde auszuzahlen. Abweichend von Satz 1 hat der Arbeitgeber die Entschädigung nach Absatz 1a für die in Absatz 2 Satz 5 genannte Dauer auszuzahlen. Die ausgezahlten Beträge werden dem Arbeitgeber auf Antrag von der zuständigen Behörde erstattet. Im Übrigen wird die Entschädigung von der zuständigen Behörde auf Antrag gewährt.
den fett hinterlegten Satz so verstanden, dass es keine Zwang für den Arbeitnehmer gibt sich das über den Arbeitgeber auszahlen zu lassen. Er kann sich das auch direkt auf Antrag von der zuständigen Behörde erstatten lassen. Es gibt nur den Zwang für den Arbeitgeber das Vorzustrecken, wenn der Arbeitnehmer das verlangt. Habe ich den Satz falsch interpretiert und wenn ja wo steht das?
Klar, kann man machen. Das Ergebnis könnte sein "Kündigung ist wirksam".
Genau. Es kann aber auch rauskommen Kündigung unwirksam. Man weiß es nicht. Ist halt eine Wette. Ist ja (noch) jeder frei in diesem Land zu wetten worauf er möchte.
FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 20048
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Information an Arbeitgeber nach pos. Coronatest

Beitrag von FM »

Heiko66 hat geschrieben: 08.04.21, 14:42 den fett hinterlegten Satz so verstanden, dass es keine Zwang für den Arbeitnehmer gibt sich das über den Arbeitgeber auszahlen zu lassen. Er kann sich das auch direkt auf Antrag von der zuständigen Behörde erstatten lassen. Es gibt nur den Zwang für den Arbeitgeber das Vorzustrecken, wenn der Arbeitnehmer das verlangt. Habe ich den Satz falsch interpretiert und wenn ja wo steht das?
Das muss nirgends extra stehen, es stand schon im Zitat. Für Arbeitnehmer stand da nicht "kann", sondern "hat der Arbeitgeber". "Im Übrigen" bezieht sich schon rein sprachlich auf die sonstigen Fälle, also wenn es nicht um Arbeitnehmer geht oder wenn bei Arbeitnehmern die Dauer abgelaufen ist.
Heiko66
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 626
Registriert: 23.10.20, 11:05

Re: Information an Arbeitgeber nach pos. Coronatest

Beitrag von Heiko66 »

Für Arbeitnehmer stand da nicht "kann", sondern "hat der Arbeitgeber".
Das bezweifle ich ja nicht aber wenn der Arbeitgeber nicht darüber vom Arbeitnehmer informiert wird "hat" der dann auch?
Im Übrigen" bezieht sich schon rein sprachlich auf die sonstigen Fälle
So auch meine Interpretation. Also zum Beispiel dann, wenn der Arbeitnehmer den Arbeitgeber darüber nicht informiert
Antworten