Schwerbehinderung nach Arbeitsunfall, Wiedereingliederung wiederholt abgebrochen, kein Lohn keine Arbeit

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Conpeigi
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Schwerbehinderung nach Arbeitsunfall, Wiedereingliederung wiederholt abgebrochen, kein Lohn keine Arbeit

Beitrag von Conpeigi »

Hallo,

ein Arbeitsunfall führte zu einer Schwerbehinderung. Nach längerer Krankschreibung folgte eine Wiedereingliederung die drei Tage vor Ende vom Arbeitgeber abgebrochen wurde mit der Aussage sich weiter krank schreiben zu lassen. Weiter zum Arzt, der aber Arbeitsfähigkeit sieht. Zweite Wiedereingliederung, wieder zwei Tage vor Ende vom Arbeitgeber abgebrochen. Daraufhin arbeitsmedizinisches Gutachten mit dem Befund eine leichtere Tätigkeit auszuüben. Krankenkasse Zahlt nicht mehr, es wird von Seiten des Arbeitnehmers dem Arbeitgeber ein Angebot der Arbeitskraft gemacht. Arbeitgeber lehnt ab, zahlt aber auch keinen Lohn und gewährt auch den ausstehenden Urlaub nicht. Man einigt sich auf eine dritte Wiedereingliederung in leichterer Tätigkeit, wieder Abbruch vom Arbeitgeber drei Tage vor Ende der Wiedereingliederung. Es wird weder Lohn gezahlt, noch alter Urlaub gewährt, es wird aber auch nicht gekündigt.
Alle Versuche über privaten Anwalt und über Anwalt der Gewerkschaft führten bisher zu nichts. Auch der Integrationsbeauftragte meinte erst tätig werden zu können wenn eine Kündigung vorliegt. Der Integationsbeauftragte meinte aber, wenn der Arbeitgeber alles ablehnt, aber nicht kündigt, muss er Lohn zahlen.
Der Arbeitnehmer weiß schon nicht mehr was er tun soll!
Ist das alle so normal und gesetzlich abgedeckt, dass man einen Schwerbehinderten Arbeitnehmer der arbeitstechnisch wieder die Leistung erbringt einfach immer wieder nach Hause schickt und weder Lohn zahlt noch Urlaub gewährt? Wenn der Arbeitnehmer sich nicht dauernd kümmern würde um zu erfahren wie es denn nun weiter geht, würde nichts passieren!
Ist das so normal?

Danke für hilfreiche Antworten!
Es ist nicht alles Gold was glänzt.
lottchen
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Re: Schwerbehinderung nach Arbeitsunfall, Wiedereingliederung wiederholt abgebrochen, kein Lohn keine Arbeit

Beitrag von lottchen »

Wenn man schon einen Anwalt hat - wieso klagt dieser den ausstehenden Lohn bzw. die Lohnabrechnung nicht ein? Wie ist der AN im Moment krankenversichert?
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!
Tastenspitz
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Re: Schwerbehinderung nach Arbeitsunfall, Wiedereingliederung wiederholt abgebrochen, kein Lohn keine Arbeit

Beitrag von Tastenspitz »

Conpeigi hat geschrieben: 12.04.21, 12:31 Der Arbeitnehmer weiß schon nicht mehr was er tun soll!
Klagen.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.
ExDevil67
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Re: Schwerbehinderung nach Arbeitsunfall, Wiedereingliederung wiederholt abgebrochen, kein Lohn keine Arbeit

Beitrag von ExDevil67 »

Und was sagt die zuständige BG dazu? Wenn es nach einem Arbeitsunfall Probleme gibt an den alten Arbeitsplatz zurückzukehren, sind die auch ins Boot zu holen.
Dummerchen
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Re: Schwerbehinderung nach Arbeitsunfall, Wiedereingliederung wiederholt abgebrochen, kein Lohn keine Arbeit

Beitrag von Dummerchen »

Conpeigi hat geschrieben: 12.04.21, 12:31 Daraufhin arbeitsmedizinisches Gutachten mit dem Befund eine leichtere Tätigkeit auszuüben.
.. Arbeitnehmer der arbeitstechnisch wieder die Leistung erbringt ...
Erste Frage: welche Behauptung ist korrekt? Kann der AN seine vertraglich geschuldete Arbeitsleistung vollumfänglich erbringen oder hat er die gutachterlich festgestellte Leistungsminderung?

Es gibt einen Arbeitsvertrag, in dem die Pflichten beider Seiten festgelegt sind. Daher muss der AN zunächst einmal seine normale Arbeit uneingeschränkt ausführen können. Kann er das nicht, muss auch der AG seinen Teil nicht leisten, also kein Gehalt zahlen. Es gibt Einschränkungen, z.B. durch Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall oder Fürsorgepflichten. Der AG muss bei einem leistungsgeminderten AN zunächst schauen, ob er einen leidensgerechten Arbeitsplatz anbieten kann; unter Umständen muss er diesen Arbeitspkatz schaffen. Das hat aber auch Grenzen, denn er muss weiterhin wirtschaftlich arbeiten können.
Man kann sicherlich erwarten, dass ein querschnittsgelähmter Büroarbeiter in das Büro im Erdgeschoss, welches mit dem Rollstuhl erreichbar ist, umgezogen wird. Aber was soll mit einem querschnittsgelähmten Betonpolier im Kraftswerksbau geschehen? Die Baustellen weltweit wird man kaum rollstuhlgerecht einrichten können. Zwischen diesen Extremen gibt es ein breites Feld von Graustufen.
Ein Internetforum wird kaum beurteilen können, wo der Fall des TE in deisem Feld anzusiedeln ist..
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