Kündigungsgrund auf Arbeitsbescheinigung

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AvantGarden74
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Kündigungsgrund auf Arbeitsbescheinigung

Beitrag von AvantGarden74 »

Guten Abend,

Ein Arbeitgeber hat einer Mitarbeiterin ordentlich gekündigt. In der Kündigung ist ein Grund nicht angegeben, der MA ist der Grund bekannt.
Muss der AG diesen Grund nun zwingend auf der Arbeitsbescheinigung für das Arbeitsamt angeben? Er kann auf dieser "ja" oder "nein" ankreuzen (betrieblich, wegen Fehlverhalten etc.).

Danke Euch
FM
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Re: Kündigungsgrund auf Arbeitsbescheinigung

Beitrag von FM »

Laut Gesetz ist anzugeben "Beginn, Ende, Unterbrechung und Grund für die Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses". Relevant ist das für die Frage einer Sperrzeit, falls verhaltensbedingt gekündigt wurde. Wenn der Arbeitgeber das angibt, wird die Arbeitsagentur sehr wahrscheinlich genauer nachfragen. Der Arbeitgeber ist zur wahrheitsgemäßen Angabe verpflichtet, andernfalls riskiert er ein Straf- oder Bußgeldverfahren und haftet ggf. selbst für zu Unrecht gezahltes Arbeitslosengeld.
Evariste
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Re: Kündigungsgrund auf Arbeitsbescheinigung

Beitrag von Evariste »

Vorsicht. Mit "Grund" ist allenfalls (*) der rechtliche Grund gemeint, nicht die innere Motivation des Arbeitgebers für die Entscheidung, gerade diesem Mitarbeiter zu kündigen.

Zum Beispiel: Wenn in einer Abteilung die Mitarbeiterzahl reduziert werden soll, wird der Vorgesetzte darauf achten, dass nicht gerade die Leistungsträger gekündigt werden, sondern eher die, die man aus irgendeinem Grund gerne loswerden möchte (sofern sich das mit der Sozialauswahl verträgt). Dennoch ist dann der Kündigungsgrund "betriebsbedingt" und nicht "der Mitarbeiter hat keine Leistung erbracht" oder "der Mitarbeiter ist unhöflich zu Kunden".

Im vorliegenden Fall wäre zunächst zu prüfen, ob überhaupt ein Kündigungsgrund erforderlich ist. In den Fällen, wo das Kündigungsschutzgesetz nicht greift (während der Probezeit, in Kleinbetrieben) kann jederzeit ohne Begründung ordentlich gekündigt werden, dann muss auch auf Nachfrage kein Kündigungsgrund genannt werden.

Aber auch wenn das Kündigungsschutzgesetz greift, ist die Kündigung grundsätzlich auch ohne Grund wirksam. Der Arbeitgeber müsste dann aber im Falle einer Kündigungsschutzklage einen Grund nachliefern, der vom Gericht überprüft wird. Die Frage ist, ob er diesen Grund auch der Arbeitsagentur nennen muss - ich denke nicht. Allerdings konnte die Arbeitsagentur bei einer ordentlichen Kündigung ohne Begründung, gegen die sich der AN nicht wehrt, auf die Idee kommen, dass eine Absprache vorliegt und der AN an der Kündigung mitgewirkt hat. Das könnte dann zu einer Sperrzeit führen.


(*) Genaugenommen ist der "Grund" laut Gesetz nicht der Grund für eine Kündigung, sondern einfach die Kündigung selbst. Das Beschäftigungsverhältnis könnte ja auch wegen Fristablauf, Kündigung durch den AN oder einem Aufhebungsvertrag enden, das wären dann auch "Gründe" für die Beendigung.
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