Mündliche Urlaubszusage

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SandraTelhe
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Mündliche Urlaubszusage

Beitrag von SandraTelhe »

Hallo zusammen,
Ich habe zur Zeit folgendes Thema mit meinem Arbeitgeber

Ich hatte eine mündliche Urlaubszusage meiner Chefin Anfang des Jahres. Ich hatte sogar nachgefraft, ob ich den Sommerurlaub buchen kann.
Die mündlichen Urlaubszusagen waren bisher gang und gebe in der Firma.


Nun bin ich durch eine Schulter OP schon länger krankgeschrieben. Mein Arzt hat mich nun bis zum Urlaub krankgeschrieben und soll den Urlaub auch Erholung nutzen. Nun macht mein Arbeitgeber einen Aufstand und möchte den Urlaub eventuell verbieten da ich erst in die Wiedereingliederung soll. Mein Arzt hat das bisher nicht vorgesehen, da ich ohnehin "nur" teilzeit arbeite.
Ich habe nach Rücksprache mit der Krankenkasse einer Wiedereingliederung, aber erst nach meinem a Urlaub zugestimmt Meine Chefin hat mir heute den noch nicht von ihr unterschriebenen Urlaubsantrag unter die Nase gehalten und geäußert, dass mir das jetzt das "Genick brechen könnte", aber daß will sie ja nicht machen.🤷🏽‍♀️ Heute hat sie sich an die Äußerung erinnert, dass sie mir den Urlaub zugesagt hatte. Was passiert wenn sie es vor der Personalabteilung nun abstreitet?

Vielen Dank schonmal
FM
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Re: Mündliche Urlaubszusage

Beitrag von FM »

Das ist dann wohl lediglich eine Frage des Beweises. Vor Gericht muss derjenige der etwas behauptet es bei Bestreiten beweisen, und sie müsste als Zeugin wahrheitsgemäß aussagen (sonst Straftat).

Vorgerichtlich kann das Unternehmen natürlich auch großzügiger sein.
Dummerchen
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Re: Mündliche Urlaubszusage

Beitrag von Dummerchen »

Dir ist klar, dass du während deiner Wiedereingliederung noch als arbeitsunfähig giltst? Dein Arzt geht also davon aus, dass du nach der OP soweit genesen wirst, dass du wieder arbeitsfähig bist und den Urlaub antreten kannst; danach soll sich aber dein Gesundheitszustand einfach so wieder so stark verschlechtern, dass du wieder arbeitsunfähig bist und in die Wiedereingliederung musst. Du merkst vielleicht selbst, dass da was nicht stimmt.

Entweder bist du zum Urlaub wieder arbeitsfähig, dann bist du es anschliessend mit noch mehr Zeit zur Genesung erst recht :arrow: keine Wiedereingliederung.
Oder du bist zu Beginn des geplanten Urlaubs noch arbeitsunfähig :arrow: kein Urlaub.

Weiß die Krankenkasse um die wundersame Zwischengenesung?
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SandraTelhe
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Re: Mündliche Urlaubszusage

Beitrag von SandraTelhe »

@dummerchen

Ja das ist mir durchaus bewusst 😉 das hat ja die Krankenkasse vorgeschlagen 🤷🏽‍♀️
Der Arzt sieht keine Wiedereingliederung vor, sondern der Arbeitgeber

Und ich bin noch nicht genesen..... Es geht hier um lediglich um Feststellungen die ich gerne geklärt hätte
winterspaziergang
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Re: Mündliche Urlaubszusage

Beitrag von winterspaziergang »

SandraTelhe hat geschrieben: 20.07.21, 19:00
Nun bin ich durch eine Schulter OP schon länger krankgeschrieben. Mein Arzt hat mich nun bis zum Urlaub krankgeschrieben und soll den Urlaub auch Erholung nutzen.
Dafür ist der Urlaub sowieso gedacht, auch ohne Schulter-OP. Das Konstrukt mutet wie bereits genannt merkwürdig an.
Grundsätzlich könnte man abklären, ob man mit dem ok der KK auch im Zustand der AU zumindest innerhalb Deutschlands verreisen kann. Man ist ja nicht AU weil man das Bett nicht verlassen kann und der Urlaub würde den Genesungsprozess nicht beeinträchtigen, so man nicht gerade Aktivurlaub mit Klettern in den Bergen gebucht hat.
...
Ich habe nach Rücksprache mit der Krankenkasse einer Wiedereingliederung, aber erst nach meinem a Urlaub zugestimmt
Dem hat die KK zugestimmt? Eine Unterbrechung der Arbeitsunfähigkeit, um sie nach dem Urlaub wiederaufzunehmen?
Meine Chefin hat mir heute den noch nicht von ihr unterschriebenen Urlaubsantrag unter die Nase gehalten und geäußert, dass mir das jetzt das "Genick brechen könnte", aber daß will sie ja nicht machen.🤷🏽‍♀️ Heute hat sie sich an die Äußerung erinnert, dass sie mir den Urlaub zugesagt hatte. Was passiert wenn sie es vor der Personalabteilung nun abstreitet?
Rein (sozial)versicherungsrechtlich ist das ein nicht durchdachtes Konstrukt. Arbeitsrechtlich hat man offenbar keinen Beweis für die Zusage.
FM
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Re: Mündliche Urlaubszusage

Beitrag von FM »

SandraTelhe hat geschrieben: 20.07.21, 19:39 Und ich bin noch nicht genesen..... Es geht hier um lediglich um Feststellungen die ich gerne geklärt hätte
Falls noch arbeitsunfähig, ist arbeitsrechtlicher Urlaub nicht möglich.

Dabei darf man aber Urlaub nicht mit Verreisen verwechseln, das könnte schon möglich sein (falls man in dieser Zeit Krankengeld beziehen möchte und die Reise ins Ausland führt, aber nur mit Genehmigung der Krankenkasse).
ktown
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Re: Mündliche Urlaubszusage

Beitrag von ktown »

Wie mir scheint, werden hier, wohl aus Unwissenheit, viele Dinge durcheinander geschmissen.
Wie mir scheint, sieht der Arzt keine Notwendigkeit für eine Wiedereingliederungsmaßnahme. Dies hat zur Folge, dass nach dem letzten Krankheitstag (wann immer der auch sein mag) man vollständig dem Arbeitgeber zur Verfügung stehen muss.
Hier scheint jedoch der Betrieb eine betriebliche Wiedereingliederung vorzusehen bzw. dem AN anzubieten. Inwieweit diese mit der Krankenkasse abzustimmen ist, wissen hier sicherlich andere besser.
Wenn hier nun AG und AN von Wiedereingliederung sprechen, kann es sehr schnell zu Missverständnissen kommen.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
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