Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

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DiePlaudertasche
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Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von DiePlaudertasche »

Mahlzeit Zusammen,

angenommen das Unternehmen XYZ führt bis Ende des Jahres die erzwungene Nutzung des Home-Office ein.
Der Kollege ABC nutzt seinen persönlichen Internetzugang ausschließlich für die Synchronisation von privaten Dateien, sprich die Bandbreite seines Internetzugangs ist jeden Tag in voller Nutzung. Eine dienstliche Nutzung ist nicht vorgesehen.

Kann das erfundene Unternehmen seinen Mitarbeiter zwingen, seinen persönlichen Internetzugang für das Homeoffice zu nutzen?

Danke und Gruß
lottchen
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von lottchen »

DiePlaudertasche hat geschrieben: 13.09.21, 13:20 Kann das erfundene Unternehmen seinen Mitarbeiter zwingen, seinen persönlichen Internetzugang für das Homeoffice zu nutzen?
Wenn der AN nicht arbeiten kann ohne seinen Internetvertrag zu erweitern dann muss eben der AG die mit der Erweiterung verbundenen höheren Kosten tragen.
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DiePlaudertasche
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von DiePlaudertasche »

lottchen hat geschrieben: 13.09.21, 13:38
DiePlaudertasche hat geschrieben: 13.09.21, 13:20 Kann das erfundene Unternehmen seinen Mitarbeiter zwingen, seinen persönlichen Internetzugang für das Homeoffice zu nutzen?
Wenn der AN nicht arbeiten kann ohne seinen Internetvertrag zu erweitern dann muss eben der AG die mit der Erweiterung verbundenen höheren Kosten tragen.
Wenn der Arbeitnehmer - aufgrund seines Hobbys - bereits den höchsten Tarif gebucht hat?
Aufgrund des Hobbys wird die Internetverbindung zwischen 7 und 23 Uhr komplett ausgelastet - sprich weiteres arbeiten ist nicht möglich und war an diesem privat Anschluss auch nie vorgesehen.
Heiko66
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von Heiko66 »

Sim-Karte mit hinreichend viel Datenvolumen kann eine Lösung sein. Ist auch nicht mehr besonders teuer (zumidenst deutlich günstiger als einen Arbeitnehmer unbeschäftigt zu Hause rumsitzen zu lassen).
Evariste
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von Evariste »

DiePlaudertasche hat geschrieben: 13.09.21, 13:20 angenommen das Unternehmen XYZ führt bis Ende des Jahres die erzwungene Nutzung des Home-Office ein.
M. E. kann der AG nicht erzwingen, dass die AN alle im Home Office arbeiten. Dies würde eine Vertragsänderung bedeuten, dieser muss der AN nicht zustimmen. Bzw. er kann diese Zustimmung von Bedingungen abhängig machen.

Wenn der AN allerdings von sich aus ins Home Office will, dann muss er u. U. seine Privatnutzung so anpassen, dass die Arbeit im Home Office möglich wird.
FM
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von FM »

Wenn eine Arbeit im Betrieb nicht möglich ist und zuhause abgelehnt wird (so im anderen thread zum selben Thema), käme Kurzarbeit 0 oder eine betriebsbedingte Kündigung unter Einhaltung der jeweiligen Frist in Betracht.
DiePlaudertasche
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von DiePlaudertasche »

FM hat geschrieben: 13.09.21, 13:53 Wenn eine Arbeit im Betrieb nicht möglich ist und zuhause abgelehnt wird (so im anderen thread zum selben Thema), käme Kurzarbeit 0 oder eine betriebsbedingte Kündigung unter Einhaltung der jeweiligen Frist in Betracht.
Arbeit im Betrieb ist praktisch möglich.
Was kann ein Arbeitnehmer noch machen, wenn im erfunden Betrieb, die Coronaregelungen "härter" als in der Wirtschaft selbst sind?
Die Arbeitnehmerseite will das Gebäude möglichst leer lassen.
ktown
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von ktown »

DiePlaudertasche hat geschrieben: 13.09.21, 14:00 Was kann ein Arbeitnehmer noch machen, wenn im erfunden Betrieb, die Coronaregelungen "härter" als in der Wirtschaft selbst sind?
Kündigen!
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von DiePlaudertasche »

ktown hat geschrieben: 13.09.21, 14:05
DiePlaudertasche hat geschrieben: 13.09.21, 14:00 Was kann ein Arbeitnehmer noch machen, wenn im erfunden Betrieb, die Coronaregelungen "härter" als in der Wirtschaft selbst sind?
Kündigen!
Wäre natürlich ein guter Schachzug. Vor allem betriebspolitisch könnte das Wellen schlagen.
Der Arbeitnehmer XYZ ist aber zu feige. Dafür ist aber heute Vormittag sein Internet-Router defekt. Dem Arbeitnehmer ist der Internetanschluss egal. Wäre jetzt der Arbeitgeber am Zug?
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von ktown »

DiePlaudertasche hat geschrieben: 13.09.21, 14:09 Dafür ist aber heute Vormittag sein Internet-Router defekt. Dem Arbeitnehmer ist der Internetanschluss egal. Wäre jetzt der Arbeitgeber am Zug?
Wie schon von Heiko66 aufgezeigt, kann der AG dem AN eine entsprechende SIM-Karte zur Verfügung stellen. Hier ist jedoch zu bedenken, dass der AG dem AN eine private Nutzung untersagen darf.
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lottchen
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von lottchen »

In diesem Fall scheint ja der AN mit allen Mitteln und allen Ausreden verhindern zu wollen von zu Hause aus arbeiten zu müssen. Nur mit dieser hier genannten Begründung wird es wohl nicht funktionieren. Es gibt schließlich mehrere Möglichkeiten ins Internet zu kommen. Zur Not (wenn das Volumen nicht reicht) hat man dann eben mehrere Verträge gleichzeitig laufen (oder der AG). Telefonanschluß, Kabelfernsehanschluß, SIM-Karte/Stick, Satellit .....
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Altbauer
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von Altbauer »

lottchen hat geschrieben: 13.09.21, 15:30 In diesem Fall scheint ja der AN mit allen Mitteln und allen Ausreden verhindern zu wollen von zu Hause aus arbeiten zu müssen. Nur mit dieser hier genannten Begründung wird es wohl nicht funktionieren. Es gibt schließlich mehrere Möglichkeiten ins Internet zu kommen. Zur Not (wenn das Volumen nicht reicht) hat man dann eben mehrere Verträge gleichzeitig laufen (oder der AG). Telefonanschluß, Kabelfernsehanschluß, SIM-Karte/Stick, Satellit .....
Da würde ich mal in den Arbeitsvertrag schauen, in welchem Maß der AN verpflichtet werden kann, seine privaten
Mittel auf eigene kosten zur Verfügung zu stellen. I.d.R ist das nicht der Fall. Also hat der AG alle Arbeitsmittel und sonstigen Facilities zur Verfügung zu stellen!
Ich hab z.B. schon mal gelesen, dass Arbeitgeber geeignete Hotelzimmer angemietet haben (Internetanschluss, Schreibtisch etc.)damit
der AN nicht in der Firma arbeiten muss.
ktown
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von ktown »

Altbauer hat geschrieben: 13.09.21, 15:41 Da würde ich mal in den Arbeitsvertrag schauen, in welchem Maß der AN verpflichtet werden kann, seine privaten
Mittel auf eigene kosten zur Verfügung zu stellen.
Hat irgendjemand gesagt, dass er das muss? Der AG muss aber keine weitere Leitung verlegen lassen. Wenn der AN seine private Anschlussstelle max. für diverse private Zwecke ausnutzt und kein weiteres Volumen mehr möglich ist, dann wird auf andere Techniken zurück gegriffen.
Hier scheint mir aber eher, dass der AN den Vertragsänderungen nicht zustimmen will und deswegen vielfache Gründe für eine Unmöglichkeit generiert. Da bleibt einem nur die Möglichkeit sich einvernehmlich zu trennen.
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Evariste
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von Evariste »

ktown hat geschrieben: 13.09.21, 15:42 Hier scheint mir aber eher, dass der AN den Vertragsänderungen nicht zustimmen will und deswegen vielfache Gründe für eine Unmöglichkeit generiert. Da bleibt einem nur die Möglichkeit sich einvernehmlich zu trennen.
Oder man ficht es durch. Der AG kann nicht einfach einseitig den Vertrag ändern. Wenn der AG dem AN keinen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt, dann befindet er sich im Annahmeverzug, d. h. der AN arbeitet nichts, bekommt aber trotzdem sein Gehalt. Kurzarbeit geht nur, wenn der AN zustimmt. Und eine betriebsbedingte Kündigung muss gut begründet sein.
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Re: Muss der private Internetzugang dem Arbeitgeber voll und ganz zugestanden werden?

Beitrag von ExDevil67 »

DiePlaudertasche hat geschrieben: 13.09.21, 13:20 Der Kollege ABC nutzt seinen persönlichen Internetzugang ausschließlich für die Synchronisation von privaten Dateien, sprich die Bandbreite seines Internetzugangs ist jeden Tag in voller Nutzung. Eine dienstliche Nutzung ist nicht vorgesehen.
Wie schafft man das 24/7 mit der Synchronisation von Daten einen Internetanschluss auszulasten? Oder reden wir hier von vorletzten Hütte im Wald an der nur DSL mit einigen Hundert kB/s verfügbar sind?
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