Vertrag auf Probe

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Norma553
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Vertrag auf Probe

Beitrag von Norma553 »

Arbeitnehmer ist in einer Firma bereits 4 Jahre beschäftigt und will in eine neue Abteilung wechseln mit neuen Arbeitsvertrag mit mehr Gehalt. Es soll ein Vertrag auf Probe für 6 Monate geschlossen werden. Was wäre wenn der Vertrag vorher vom Arbeitgeber beendet würde, wäre man dann Arbeitslos?
hambre
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Re: Vertrag auf Probe

Beitrag von hambre »

Norma553 hat geschrieben:Was wäre wenn der Vertrag vorher vom Arbeitgeber beendet würde, wäre man dann Arbeitslos?
Das hängt vom genauen Inhalt des Vertrages ab, bzw. sollte darin geregelt sein.
blackylein
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Re: Vertrag auf Probe

Beitrag von blackylein »

Was hatte der AN vorher für einen Vertrag?
Unbefristet oder immer Befristungen mit Sachgrund?
Wenn ersteres, wieso soll nun plötzlich eine Befristung rein?
Da der AN schon länger in der Firma ist, kann nicht so einfach gekündigt werden.
Norma553
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Re: Vertrag auf Probe

Beitrag von Norma553 »

Unbefristet, aber ich meine wenn man die neue Arbeit nicht schaffen sollte.
matthias.
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Re: Vertrag auf Probe

Beitrag von matthias. »

Norma553 hat geschrieben: 29.09.21, 14:07 Unbefristet, aber ich meine wenn man die neue Arbeit nicht schaffen sollte.
Nochmal die Antwort: Es kommt darauf an was genau vereinbart wurde.

Was genau soll denn auf Probe heißen, bzw. ist dazu vereinbart?

Grundsätzlich, jemand übernimmt einen neuen Job in der Firma, meist dann auch mit mehr Gehalt, dann ist das eine Vertragsänderung und der neue Job ist seine vertragliche vereinbarte Arbeit die er abzuliefern hat.
Wenn er das nicht schafft, könnte der AG nachdem er ihm z.b. über Weiterbildungen geholfen hat es vielleicht doch zu schaffen, letztlich kündigen, weil er seine vertraglich vereinbarte Pflicht nicht erfüllt.

Den Job zu wechseln auf ein mehr oder weniger unbekannte Gebiet ist immer ein Risiko, egal ob beim eigenen AG oder bei einem neuen.

Aber ohne Risiko, kommt man auch nicht weiter.
ktown
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Re: Vertrag auf Probe

Beitrag von ktown »

Also bei uns erfolgt, bei einer internen Bewerbung, die Versetzung immer auf Probe.
Es fördert die Bindung ans Unternehmen und den Willen sich in die Firma einzubringen.
Wenn einem, bei Feststellung einer Fehlbesetzung, automatisch eine Kündigung droht werden die internen Strukturen verharren und Potential eventuell unentdeckt bleiben.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
Evariste
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Re: Vertrag auf Probe

Beitrag von Evariste »

Hier wäre tatsächlich wichtig, was genau vereinbart wurde. Wenn ich das lese: "Es soll ein Vertrag auf Probe für 6 Monate geschlossen werden.", dann klingt das so, als ob möglicherweise der Kündigungsschutz ausgehebelt werden soll.
matthias. hat geschrieben: 30.09.21, 08:38 Grundsätzlich, jemand übernimmt einen neuen Job in der Firma, meist dann auch mit mehr Gehalt, dann ist das eine Vertragsänderung und der neue Job ist seine vertragliche vereinbarte Arbeit die er abzuliefern hat.
Wenn er das nicht schafft, könnte der AG nachdem er ihm z.b. über Weiterbildungen geholfen hat es vielleicht doch zu schaffen, letztlich kündigen, weil er seine vertraglich vereinbarte Pflicht nicht erfüllt.
Theoretisch denkbar, aber eine Kündigung wegen Minderleistung ist im Normalfall nicht so einfach durchzusetzen. Der AG möchte natürlich immer eine "sehr gute" Leistung, der AN schuldet aber nur eine Leistung mittlerer Güte.
Den Job zu wechseln auf ein mehr oder weniger unbekannte Gebiet ist immer ein Risiko, egal ob beim eigenen AG oder bei einem neuen.
Es ist nicht ganz das Gleiche. Wenn ich zu einem neuen AG wechsle, habe ich dort eine 6-monatige Probezeit, während der der AG kurzfristig und ohne Angabe von Gründen wechseln kann. Wenn ich innerhalb derselben Firma auf eine neue Position wechsle, dann habe ich weiterhin den Kündigungsschutz (und auch die Kündigungsfristen) aufgrund meiner längeren Firmenzugehörigkeit.

Denkbar ist natürlich, dass ein AG das irgendwie umgehen will, indem der alte Vertrag aufgelöst und ein neue Vertrag mit einer neuen Probezeit geschlossen wird. Ich glaube aber nicht, dass das vor Gericht durchgehen würde.
FM
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Re: Vertrag auf Probe

Beitrag von FM »

Evariste hat geschrieben: 30.09.21, 15:53 Denkbar ist natürlich, dass ein AG das irgendwie umgehen will, indem der alte Vertrag aufgelöst und ein neue Vertrag mit einer neuen Probezeit geschlossen wird. Ich glaube aber nicht, dass das vor Gericht durchgehen würde.
Das kann funktionieren, indem eben nicht ein neuer Vertrag "mit Probezeit" nach § 622 Abs. 3 BGB bzw. Wartezeit gem. § 1 Abs. 1 KSchG geschlossen wird, denn beides würde kaum durchgehen. Stattdessen eine "Befristung auf Probe" gem. § 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 5 TzBfG mit gleichzeitiger Auflösung des alten Vertrages. Das könnte in der beschriebenen Situation durchgehen.

Man zeige also den Vertrag vor der Unterschrift der Gewerkschaft in der man Mitglied ist oder einem Rechtsanwalt.
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