Vorschrift wie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aussehen muss ?

Moderator: FDR-Team

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Infinity
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Vorschrift wie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aussehen muss ?

Beitrag von Infinity »

Guten Tag,

normalerweise werden die Bescheinigungen auf dem üblichen gelben Zettel ausgehändigt.
Was aber, wenn die Praxis diese auf einem einfachen DIN A4 Blatt ausdruckt ?
Darf die Krankenkasse bzw. der Arbeitgeber diese nicht akzeptieren ?

Vielen Dank für eure Hilfe !
FM
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Re: Vorschrift wie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aussehen muss ?

Beitrag von FM »

Für die Vorlage gegenüber dem Arbeitgeber gilt aus § 5 EFZG:
Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen. (...) Ist der Arbeitnehmer Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse, muß die ärztliche Bescheinigung einen Vermerk des behandelnden Arztes darüber enthalten, daß der Krankenkasse unverzüglich eine Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit mit Angaben über den Befund und die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit übersandt wird.
Mit der Krankenkasse hat der Arzt sehr wahrscheinlich vertragliche Vereinbarungen zur Verwendung von Vordrucken, der Arbeitgeber ist da aber nicht Vertragspartei.

Hier könnte es sein, dass der Arzt entweder von einer privatärztlichen Behandlung ausging oder keinen Fall einer AU sieht (sondern z.B. Quarantäne oder anderes).
Czauderna
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Re: Vorschrift wie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aussehen muss ?

Beitrag von Czauderna »

Hallo.
Grundsätzlich sind von den Vertragsärzten die Mustervordrucke zu benutzen. Aus meiner Praxis kann ich sagen, dass wir in solchen Einzelfällen Kontakt mit dem Arzt/Ärztin aufgenommen haben und die Sache bereinigt haben. Anerkannt haben wir diese "Einzelmeldung" in der Regel schon. Privatärzte sind an die Form der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sowieso nicht gebunden, in diesem Fällen haben wir die Arbeitsunfähigkeit vom MDK überprüfen und bestätigen lassen, aber die Arbeitsunfähigkeit nicht aberkannt und deshalb Leistungen (Krankengeldanspruch) verweigert, das gab es nicht.
Dazu diese ausführliche Erläuterung - https://www.haufe.de/personal/haufe-per ... 86413.html
Was Arbeitgeber betrifft, dazu kann ich leider nichts sagen, außer vielleicht, dass wir Anfragen von Arbeitgebern bekamen, die wissen wollten, ob wir auch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhalten haben und diese anerkennen würden.
Gruss
Czauderna
Infinity
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Re: Vorschrift wie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aussehen muss ?

Beitrag von Infinity »

Danke sehr euch !

In dem Fall gab es technische Probleme den Drucker für den Vordruck zu nutzen.
Wenn aber alle Informationen (wie auf gelben Schein) auf dem DIN A4 Blatt enthalten sind, dann sollte der Arbeitgeber das auf jeden Fall annehmen.
Czauderna
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Re: Vorschrift wie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aussehen muss ?

Beitrag von Czauderna »

Infinity hat geschrieben: 13.11.21, 15:15 Danke sehr euch !

In dem Fall gab es technische Probleme den Drucker für den Vordruck zu nutzen.
Wenn aber alle Informationen (wie auf gelben Schein) auf dem DIN A4 Blatt enthalten sind, dann sollte der Arbeitgeber das auf jeden Fall annehmen.
Hallo,
wobei es aber zu beachten wäre, dass im Gegensatz zu den Angaben für die Krankenkasse, also die Diagnosen bzw. der Diagnoseschlüssel, diese Daten den Arbeitgeber nichts angehen. Dies nur als Hinweis.
Gruss
Czauderna
FM
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Re: Vorschrift wie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aussehen muss ?

Beitrag von FM »

Dass der Arbeitgeber dann Zweifel an der Echtheit hat, wäre allerdings nicht verwunderlich. Seltsam ist schon mal, dass ein Blankoblatt genommen wird und nicht wenigstens der übliche Briefbogen. Dass man Arztstempel ohne weiteres im Versandhandel bekommt, war ja in den letzten Monaten öfter Thema. Und eine Unterschrift hat auch nur Beweiswert, wenn sie öffentlich beglaubigt ist.
Infinity
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Re: Vorschrift wie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aussehen muss ?

Beitrag von Infinity »

FM hat geschrieben: 13.11.21, 19:34 Dass der Arbeitgeber dann Zweifel an der Echtheit hat, wäre allerdings nicht verwunderlich. Seltsam ist schon mal, dass ein Blankoblatt genommen wird und nicht wenigstens der übliche Briefbogen. Dass man Arztstempel ohne weiteres im Versandhandel bekommt, war ja in den letzten Monaten öfter Thema. Und eine Unterschrift hat auch nur Beweiswert, wenn sie öffentlich beglaubigt ist.
So gesehen könnte ja der Arbeitgeber den Medizinischen Dienst beauftragen.
Ob es das Verhältnis zwischen AG und AN fördert, eine andere Sache.

Erfährt der AN eigentlich den genauen Grund, warum der MDK beauftragt wurde ?
Czauderna
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Re: Vorschrift wie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aussehen muss ?

Beitrag von Czauderna »

Hallo,
Erfährt der AN eigentlich den genauen Grund, warum der MDK beauftragt wurde ?
auch hier wieder aus der Praxis - wenn die Arbeitsunfähigkeit seitens des MDK bestätigt wurde, wurde der Arbeitnehmer/in von uns
grundsätzlich nicht informiert, ansonsten haben wir schon geschrieben, dass der MDK auf Antrag des Arbeitgebers eingeschaltet wurde.
Gruss
Czauderna
Infinity
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Re: Vorschrift wie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aussehen muss ?

Beitrag von Infinity »

Czauderna hat geschrieben: 15.11.21, 12:55 Hallo,
Erfährt der AN eigentlich den genauen Grund, warum der MDK beauftragt wurde ?
auch hier wieder aus der Praxis - wenn die Arbeitsunfähigkeit seitens des MDK bestätigt wurde, wurde der Arbeitnehmer/in von uns
grundsätzlich nicht informiert, ansonsten haben wir schon geschrieben, dass der MDK auf Antrag des Arbeitgebers eingeschaltet wurde.
Gruss
Czauderna
Das heißt, in diesem Fall hat die Krankenkasse bzw. der MDK dem AG bestätigt, dass die AU wirklich vorliegt, weil die Krankenkasse auch informiert wurde.
Ob ein AN dann zu einer Untersuchung des MDK muss, hängt vom Einzelfall ab.
FM
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Re: Vorschrift wie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aussehen muss ?

Beitrag von FM »

Infinity hat geschrieben: 15.11.21, 12:45 So gesehen könnte ja der Arbeitgeber den Medizinischen Dienst beauftragen.
Ob es das Verhältnis zwischen AG und AN fördert, eine andere Sache.

Erfährt der AN eigentlich den genauen Grund, warum der MDK beauftragt wurde ?
Der Arbeitgeber kann das nicht selbst machen, er kann es aber von der Krankenkasse verlangen (und die muss dem folgen, wenn sie nicht bereits andere eindeutige Informationen über die ärztliche AU hinaus hat). Sowohl gegenüber dem Arbeitgeber als auch gegenüber der Krankenkasse hat der Arbeitnehmer das Recht auf Einsicht in gespeicherte Daten.

Hier wäre eine vielleicht einfachere Lösung: wenn der Arbeitgeber Zweifel an der ungewöhnlichen AUB äußert, ihm erlauben direkt in der Arztpraxis nachzufragen (und den Arzt insoweit von der Schweigepflicht entbinden) - also nur bezogen auf die Frage, ob die Bescheinigung wirklich vom Arzt stammt.
Czauderna
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Re: Vorschrift wie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aussehen muss ?

Beitrag von Czauderna »

Hallo,
Das heißt, in diesem Fall hat die Krankenkasse bzw. der MDK dem AG bestätigt, dass die AU wirklich vorliegt, weil die Krankenkasse auch informiert wurde.
Ob ein AN dann zu einer Untersuchung des MDK muss, hängt vom Einzelfall ab.

Fehlen da die ?? oder ist das als Bestätigung gemeint - wenn letzteres der Fall ist - vielen Dank dafür.
Gruss
Czauderna
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